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Gewerbestrom: Was Unternehmer wissen sollten

10 bis 20 Prozent des Umsatzes – so viel geben viele Unternehmen für ihren Gewerbestrom aus. Das ist eine Menge. Oftmals können die Stromkosten jedoch mit einem Anbieterwechsel reduziert werden – sofern das möglich ist. Lesen Sie hier, was Sie im Falle eines Wechels berücksichtigen sollten.
Gewerbestrom: Was Unternehmer wissen sollten Für den Gewerbestrom können horrende Kosten anfallen – es sei denn, Sie wählen den richtigen Anbieter. (© 2016 XAOC/Shutterstock)

Stromanbieter wechseln: Dürfen Sie das?

In Deutschland gibt es mehr als 900 Stromanbieter, die mit rund 7.000 verschiedenen Tarifen aufwarten. Darunter den passenden Lieferanten zu finden beziehungsweise zu ihm zu wechseln, ist kein leichtes Unterfangen. Jedoch eines, das Sie angehen sollten. Jedenfalls dann, wenn für Sie folgende Aussage stimmt: Der Strom ist ein essentieller Kostenfaktor für Ihr Unternehmen.

Zunächst die wichtigste Frage vorab: Dürfen Sie den Stromanbieter überhaupt wechseln? Das hängt unter anderem davon ab, ob Ihnen das Firmengebäude gehört. Wenn das der Fall ist, dann können Sie bis zum Ablauf des Vertrags mit dem bestehenden Anbieter bei einem anderen unterschreiben.

Wenn Sie nicht so lange warten wollen, bis Sie "neuen" Gewerbestrom beziehen, machen Sie unter Umständen das Sonderkündigungsrecht geltend. Das greift zum Beispiel, wenn Ihr Anbieter die Strompreise heraufsetzt. De jure dürfen Sie dann innerhalb von zwei Wochen nach Ankündigung der Tariferhöhung schriftlich kündigen.

Anders sieht der Fall aus, wenn Sie Ihren Firmensitz gemietet haben. Dann ist in der Regel dessen Eigentümer Vertragspartner des Stromlieferanten. Tipp: Schließen Sie sich am besten mit Ihrem Vermieter kurz. Schließlich verdient er selbst nichts an einem teuren Tarif, sondern gibt lediglich die Kosten an Sie weiter.

Gewerbestrom wechseln: Wann es sich lohnt

Die Frage, ob Sie wechseln dürfen, wäre damit geklärt. Nicht aber, ob Sie wechseln sollten. Das muss sich schließlich auch lohnen. Um das herauszufinden, halten Sie zunächst fest, wie viel Sie bisher zahlen. Maßgeblich ist dafür der Nettobetrag der letzten Jahresrechnung, den Sie an den bisherigen Lieferanten überwiesen haben. Verschaffen Sie sich anschließend auf Vergleichsportalen einen Überblick über die Konditionen anderer Energielieferanten  von Gewerbestrom. Auf diese Weise bekommen Sie einen ersten Eindruck davon, in welchen Preisregionen sich die Anbieter bewegen.

Die Vergleiche sind oftmals mühselig und werfen mitunter noch mehr Fragen auf. Die Alternative zur Selbstrecherche: Beauftragen Sie einen Vermittler. Seien Sie sich jedoch darüber im Klaren, dass damit wieder Zusatzkosten in Form von Provisionen einhergehen.

Allgemeiner Gewerbestromtarif versus RLM

Der allgemeine Gewerbestromtarif ist nicht individuell angepasst. Er eignet sich für all jene Gewerbe, die hinsichtlich Ihres Stromverbrauchs keine sonderlichen Schwankungen verzeichnen und mit einem Stromverbrauch von bis zu 100.000 Kilowattstunden pro Jahr rechnen. So empfiehlt es die Webseite "sparen.de". Der Tarif unterteilt sich normalerweise in:

  • Arbeitspreis für die verbrauchte elektrische Arbeit und in
  • Leistungspreis. Der rechnet die elektrische Leistung (kW) ab.

Über einen Tarifvergleich im Internet finden Sie in der Regel das ideale Angebot.

Wenn Sie deutlich über 100.000 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen, gelten Sie als Großkunde. Dann kann sich der Abschluss eines Vertrags mit registrierender Leistungsmessung (RLM) lohnen. Bei dem individuellen Angebot wird mittels eines sogenannten Lastgangzählers der Stromverbrauch alle 15 Minuten aufgezeichnet und an den Stromversorger weitergetragen. Der Vorteil: Sie können Ihren Verbrauch viel genauer bestimmen und deshalb mit Ihrem Anbieter Sonderkonditionen vereinbaren, zum Beispiel wenn Sie außerhalb der Hoch-Zeiten besonders viel Energie verbrauchen.

Tipp: Beantragen Sie – auch wenn Sie weniger Strom nutzen – einen RLM-Zähler bei Ihrem Versorger. Dafür fallen häufig keine Extra-Kosten an, wie "Impulse" informiert.

Nachttarif: Ja oder nein?

HT/NT-Doppeltarifzähler messen den Energieverbrauch in zwei verschiedenen Kategorien:

  • Tagespreis, also dem Hochtarif (HT) und
  • Nachtpreis, also dem Niedertarif (NT)

Je nach Stromversorger können Sie Gewerbestrom nachts günstiger beziehen – zum Teil sind Preisnachlässe von bis zu 50 Prozent möglich. Ein verlockendes Angebot, vor allem für Betriebe, die rund um die Uhr tätig sind.

Merke: Starten Sie rechtzeitig mit der Suche nach einem neuen Anbieter! Der richtige Zeitpunkt ist etwa vier bis sechs Monate vor Vertragsende des bisherigen Tarifs. Sobald Sie einen neuen Vertrag abschließen, kontaktiert der neue Lieferant den bestehenden Anbieter und erledigt den Wechsel.

 Weiterführende Links:

  • Den richtigen Anbieter für den Gewerbestrom zu finden, ist wichtig. Wie Sie außerdem im Büro Energie sparen können, lesen Sie in unserem mDM-Beitrag.
  • Die Klimatisierung von Gebäuden ist ein wahrer Energiefresser. Deutsche Forscher haben eine smarte Glasfassade entwickelt, mit der sich viel Energie sparen lässt.
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Gewerbestrom: Was Unternehmer wissen sollten Für den Gewerbestrom können horrende Kosten anfallen – es sei denn, Sie wählen den richtigen Anbieter. (© 2016 XAOC/Shutterstock)

Stromanbieter wechseln: Dürfen Sie das?

In Deutschland gibt es mehr als 900 Stromanbieter, die mit rund 7.000 verschiedenen Tarifen aufwarten. Darunter den passenden Lieferanten zu finden beziehungsweise zu ihm zu wechseln, ist kein leichtes Unterfangen. Jedoch eines, das Sie angehen sollten. Jedenfalls dann, wenn für Sie folgende Aussage stimmt: Der Strom ist ein essentieller Kostenfaktor für Ihr Unternehmen.

Zunächst die wichtigste Frage vorab: Dürfen Sie den Stromanbieter überhaupt wechseln? Das hängt unter anderem davon ab, ob Ihnen das Firmengebäude gehört. Wenn das der Fall ist, dann können Sie bis zum Ablauf des Vertrags mit dem bestehenden Anbieter bei einem anderen unterschreiben.

Wenn Sie nicht so lange warten wollen, bis Sie "neuen" Gewerbestrom beziehen, machen Sie unter Umständen das Sonderkündigungsrecht geltend. Das greift zum Beispiel, wenn Ihr Anbieter die Strompreise heraufsetzt. De jure dürfen Sie dann innerhalb von zwei Wochen nach Ankündigung der Tariferhöhung schriftlich kündigen.

Anders sieht der Fall aus, wenn Sie Ihren Firmensitz gemietet haben. Dann ist in der Regel dessen Eigentümer Vertragspartner des Stromlieferanten. Tipp: Schließen Sie sich am besten mit Ihrem Vermieter kurz. Schließlich verdient er selbst nichts an einem teuren Tarif, sondern gibt lediglich die Kosten an Sie weiter.

Gewerbestrom wechseln: Wann es sich lohnt

Die Frage, ob Sie wechseln dürfen, wäre damit geklärt. Nicht aber, ob Sie wechseln sollten. Das muss sich schließlich auch lohnen. Um das herauszufinden, halten Sie zunächst fest, wie viel Sie bisher zahlen. Maßgeblich ist dafür der Nettobetrag der letzten Jahresrechnung, den Sie an den bisherigen Lieferanten überwiesen haben. Verschaffen Sie sich anschließend auf Vergleichsportalen einen Überblick über die Konditionen anderer Energielieferanten  von Gewerbestrom. Auf diese Weise bekommen Sie einen ersten Eindruck davon, in welchen Preisregionen sich die Anbieter bewegen.

Die Vergleiche sind oftmals mühselig und werfen mitunter noch mehr Fragen auf. Die Alternative zur Selbstrecherche: Beauftragen Sie einen Vermittler. Seien Sie sich jedoch darüber im Klaren, dass damit wieder Zusatzkosten in Form von Provisionen einhergehen.

Allgemeiner Gewerbestromtarif versus RLM

Der allgemeine Gewerbestromtarif ist nicht individuell angepasst. Er eignet sich für all jene Gewerbe, die hinsichtlich Ihres Stromverbrauchs keine sonderlichen Schwankungen verzeichnen und mit einem Stromverbrauch von bis zu 100.000 Kilowattstunden pro Jahr rechnen. So empfiehlt es die Webseite "sparen.de". Der Tarif unterteilt sich normalerweise in:

  • Arbeitspreis für die verbrauchte elektrische Arbeit und in
  • Leistungspreis. Der rechnet die elektrische Leistung (kW) ab.

Über einen Tarifvergleich im Internet finden Sie in der Regel das ideale Angebot.

Wenn Sie deutlich über 100.000 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen, gelten Sie als Großkunde. Dann kann sich der Abschluss eines Vertrags mit registrierender Leistungsmessung (RLM) lohnen. Bei dem individuellen Angebot wird mittels eines sogenannten Lastgangzählers der Stromverbrauch alle 15 Minuten aufgezeichnet und an den Stromversorger weitergetragen. Der Vorteil: Sie können Ihren Verbrauch viel genauer bestimmen und deshalb mit Ihrem Anbieter Sonderkonditionen vereinbaren, zum Beispiel wenn Sie außerhalb der Hoch-Zeiten besonders viel Energie verbrauchen.

Tipp: Beantragen Sie – auch wenn Sie weniger Strom nutzen – einen RLM-Zähler bei Ihrem Versorger. Dafür fallen häufig keine Extra-Kosten an, wie "Impulse" informiert.

Nachttarif: Ja oder nein?

HT/NT-Doppeltarifzähler messen den Energieverbrauch in zwei verschiedenen Kategorien:

  • Tagespreis, also dem Hochtarif (HT) und
  • Nachtpreis, also dem Niedertarif (NT)

Je nach Stromversorger können Sie Gewerbestrom nachts günstiger beziehen – zum Teil sind Preisnachlässe von bis zu 50 Prozent möglich. Ein verlockendes Angebot, vor allem für Betriebe, die rund um die Uhr tätig sind.

Merke: Starten Sie rechtzeitig mit der Suche nach einem neuen Anbieter! Der richtige Zeitpunkt ist etwa vier bis sechs Monate vor Vertragsende des bisherigen Tarifs. Sobald Sie einen neuen Vertrag abschließen, kontaktiert der neue Lieferant den bestehenden Anbieter und erledigt den Wechsel.

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  • Den richtigen Anbieter für den Gewerbestrom zu finden, ist wichtig. Wie Sie außerdem im Büro Energie sparen können, lesen Sie in unserem mDM-Beitrag.
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