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Preis für Ampacity: Stromübertragung bei minus 200 Grad

Im Ruhrpott liegt das längste Hochtemperatur-Supraleiter-Kabel. Es gehört zum Forschungsprojekt "Ampacity", das mit verlustfreier Stromübertragung experimentiert und jetzt den "Deutschen Innovationspreis" erhalten hat. Denn mit seiner Technologie wird Energie extrem effizient transportiert – bei eisiger Kälte.
Preis für Ampacity: Stromübertragung bei minus 200 Grad Das Forschungsprojekt Ampacity ermöglicht eine verlustfreie Stromübertragung bei extremen Minusgraden. (© 2016 Nomad_Soul/Shutterstock)

Stromübertragung per Supraleiter

Der "Deutsche Innovationspreis für Klima und Umwelt" geht an Ampacity in Essen. Dort tüfteln Forscher an der verlustfreien, weil extrem gekühlten Übermittlung von Elektrizität über weite Stecken. Das bisherige Ergebnis ihrer Bemühungen ist das längste Hochtemperatur-Supraleiter-Kabel (HTS). Mit 5,9 Millionen Euro beteiligt sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) an dem insgesamt 13,5 Millionen Euro teuren Projekt.

Viel Energie, wenig Verluste

Das Geld könnte gut angelegt sein, denn im Vergleich zu normalen Kabeln fließt bei Ampacity fast verlustfrei fünfmal mehr Energie als mit üblicher Technik. Seit dem 30. April 2014 hat RWE, einer der Projektpartner, rund 35 Millionen Kilowattstunden mit dieser Art der Stromübertragung weitergeleitet. Das entspreche, so der Energiekonzern, einer Menge für 10.000 Haushalte.

Gerade Ballungsräume haben einen stetig wachsenden Bedarf an Elektrizität. Besonders dafür bietet sich eine Hochtemperatur-Supraleitung an. Sie besteht aus speziellen Keramiken, deren elektrischer Widerstand unterhalb einer bestimmten Temperatur nahezu verschwindet. Gleichzeitig braucht sie relativ wenig Platz. Damit könnte Sie eine Alternative zur üblichen Hochspannungstechnik werden.

Arbeitstemperatur: minus 200 Grad

Weiterer Vorteil: Das neue Verfahren von Ampacity funktioniert dank neuer Werkstoffe schon bei minus 200 Grad. Bislang klappte die sparsame Stromübertragung nur mit Temperaturen von minus 273 Grad und damit nahe am absoluten Gefrierpunkt. Auch passen die Kabel in normale Schächte und beeinträchtigen nicht benachbarte Strippen zur Datenübermittlung.

Derlei stimmt Dr. Frank Merschel, Leiter des AmpaCity-Projektes bei der RWE Deutschland AG im Bereich Neue Technologien, optimistisch:

"Bei erfolgreichem Verlauf des zweijährigen Feldtests planen wir einen HTS-Cityring mit etwa 23 Kilometer HTS-Kabel statt einer konventionellen Lösung."

Die momentane Länge beträgt rund 1.000 Meter.

Weiterführende Links:

  • Technische Details zur verlustfreien Stromübertragung von Ampacity finden Sie beim Bine Informationsdienst.
  • Nachhaltigkeit wird auch für Unternehmen immer wichtiger. Wir haben Definition, Tipps und Beispiele zur Corporate Social Responsibility.
  • Energiesparen im Kleinen: Funktionieren könnte das mit der Idee einer Solarsteckdose von den südkoreanischen Designer Kyuho Song und Boa Oh.
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Preis für Ampacity: Stromübertragung bei minus 200 Grad

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Preis für Ampacity: Stromübertragung bei minus 200 Grad Das Forschungsprojekt Ampacity ermöglicht eine verlustfreie Stromübertragung bei extremen Minusgraden. (© 2016 Nomad_Soul/Shutterstock)

Stromübertragung per Supraleiter

Der "Deutsche Innovationspreis für Klima und Umwelt" geht an Ampacity in Essen. Dort tüfteln Forscher an der verlustfreien, weil extrem gekühlten Übermittlung von Elektrizität über weite Stecken. Das bisherige Ergebnis ihrer Bemühungen ist das längste Hochtemperatur-Supraleiter-Kabel (HTS). Mit 5,9 Millionen Euro beteiligt sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) an dem insgesamt 13,5 Millionen Euro teuren Projekt.

Viel Energie, wenig Verluste

Das Geld könnte gut angelegt sein, denn im Vergleich zu normalen Kabeln fließt bei Ampacity fast verlustfrei fünfmal mehr Energie als mit üblicher Technik. Seit dem 30. April 2014 hat RWE, einer der Projektpartner, rund 35 Millionen Kilowattstunden mit dieser Art der Stromübertragung weitergeleitet. Das entspreche, so der Energiekonzern, einer Menge für 10.000 Haushalte.

Gerade Ballungsräume haben einen stetig wachsenden Bedarf an Elektrizität. Besonders dafür bietet sich eine Hochtemperatur-Supraleitung an. Sie besteht aus speziellen Keramiken, deren elektrischer Widerstand unterhalb einer bestimmten Temperatur nahezu verschwindet. Gleichzeitig braucht sie relativ wenig Platz. Damit könnte Sie eine Alternative zur üblichen Hochspannungstechnik werden.

Arbeitstemperatur: minus 200 Grad

Weiterer Vorteil: Das neue Verfahren von Ampacity funktioniert dank neuer Werkstoffe schon bei minus 200 Grad. Bislang klappte die sparsame Stromübertragung nur mit Temperaturen von minus 273 Grad und damit nahe am absoluten Gefrierpunkt. Auch passen die Kabel in normale Schächte und beeinträchtigen nicht benachbarte Strippen zur Datenübermittlung.

Derlei stimmt Dr. Frank Merschel, Leiter des AmpaCity-Projektes bei der RWE Deutschland AG im Bereich Neue Technologien, optimistisch:

"Bei erfolgreichem Verlauf des zweijährigen Feldtests planen wir einen HTS-Cityring mit etwa 23 Kilometer HTS-Kabel statt einer konventionellen Lösung."

Die momentane Länge beträgt rund 1.000 Meter.

Weiterführende Links:

  • Technische Details zur verlustfreien Stromübertragung von Ampacity finden Sie beim Bine Informationsdienst.
  • Nachhaltigkeit wird auch für Unternehmen immer wichtiger. Wir haben Definition, Tipps und Beispiele zur Corporate Social Responsibility.
  • Energiesparen im Kleinen: Funktionieren könnte das mit der Idee einer Solarsteckdose von den südkoreanischen Designer Kyuho Song und Boa Oh.
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