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Innnenministerium sucht Freiwillige gegen Cyberangriffe

Das Bundesinnenministerium und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) planen den Aufbau einer sogenannten "Cyberwehr" – einer Art Freiwillige Feuerwehr gegen Cyberangriffe. Dies geht aus einem internen Konzeptentwurf der beiden Behörden hervor.
Innnenministerium sucht Freiwillige gegen Cyberangriffe Bei Cyberangriffen sollen künftig IT-Experten aus der Wirtschaft Regierungsbehörden unterstützen. (© 2016 photokup/Shutterstock)

IT-Experten aus der Wirtschaft als schnelle Eingreiftruppe bei Cyberangriffen

Um Cyberangriffe abzuwehren, wollen die Regierungsbehörden offenbar auf die freiwillige Unterstützung durch IT-Experten aus der Wirtschaft setzen. Sie sollen künftig bei Bedrohungen der IT-Sicherheit gemeinsam mit dem BSI Soforthilfe leisten. Neben der Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung und anderen "Institutionen im staatlichen Interesse" sollen vor allem Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS), beispielsweise Krankenhäuser und Energieversorger, von den Diensten der Cyberwehr profitieren. Die Vorschläge liegen "Zeit Online" und "netzpolitik.org" vor.

Bis zu 20 Personentage jährlich im Dienste der nationalen IT-Sicherheit

Bei dem Entwurf mit dem Titel "Kooperationsvereinbarung Cyberwehr" handelt es sich um eine Art Vertrag zwischen Unternehmen und den beiden Regierungsbehörden. Firmen sollen sich darin verpflichten, qualifizierte IT-Experten zur Bekämpfung von Cyberangriffen unter Leitung des BSI abzustellen. Und zwar auf komplett freiwilliger Basis, wie aus dem Vertragsentwurf hervorgeht. Dort heißt es:

"Die Kooperationspartner erklären sich bereit, die Arbeitskraft geeigneter Mitarbeiter aus ihrem Unternehmen als technische Experten (Cyberwehr-Team-Mitglieder) für die Cyberwehr kostenlos zur Verfügung zu stellen. (...) Die Kooperationspartner sichern ein Abrufkontingent für Einsätze in Höhe von bis zu 20 Personentagen im Kalenderjahr zu."

Auch für die IT-Experten selbst ist dem Entwurf zufolge keine Vergütung vorgesehen. Wenn sie im Auftrag der Bundesregierung gegen Cyberangriffe kämpfen, sollen sie weiterhin ihr Gehalt vom Arbeitgeber beziehen. Lediglich eine Verpflegungspauschale von maximal 24 Euro will der Staat zuschießen.

Anreize für Unternehmen gering

Die Cyberwehr ähnelt in ihren Grundzügen dem Prinzip der Freiwilligen Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk (THW)– also dem Konzept der freiwilligen und gegenseitigen Hilfe. Allerdings übernimmt hier der Staat zumindest einen Teil der Kosten, wenn es aufgrund von Einsätzen zu Arbeitsausfällen von Feuerwehrleuten in der Belegschaft kommt. Ob die Bedingungen der Kooperationsvereinbarung Unternehmen überzeugen, IT-Experten für die Cyberwehr abzustellen, bleibt abzuwarten. Auch die Forderung, dass beteiligte Betriebe eine täglich rund um die Uhr besetzte Kontaktstelle einrichten sollen, könnte dem Freiwilligen-Konzept nicht unbedingt zuträglich sein.

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Innnenministerium sucht Freiwillige gegen Cyberangriffe Bei Cyberangriffen sollen künftig IT-Experten aus der Wirtschaft Regierungsbehörden unterstützen. (© 2016 photokup/Shutterstock)

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Um Cyberangriffe abzuwehren, wollen die Regierungsbehörden offenbar auf die freiwillige Unterstützung durch IT-Experten aus der Wirtschaft setzen. Sie sollen künftig bei Bedrohungen der IT-Sicherheit gemeinsam mit dem BSI Soforthilfe leisten. Neben der Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung und anderen "Institutionen im staatlichen Interesse" sollen vor allem Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS), beispielsweise Krankenhäuser und Energieversorger, von den Diensten der Cyberwehr profitieren. Die Vorschläge liegen "Zeit Online" und "netzpolitik.org" vor.

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Bei dem Entwurf mit dem Titel "Kooperationsvereinbarung Cyberwehr" handelt es sich um eine Art Vertrag zwischen Unternehmen und den beiden Regierungsbehörden. Firmen sollen sich darin verpflichten, qualifizierte IT-Experten zur Bekämpfung von Cyberangriffen unter Leitung des BSI abzustellen. Und zwar auf komplett freiwilliger Basis, wie aus dem Vertragsentwurf hervorgeht. Dort heißt es:

"Die Kooperationspartner erklären sich bereit, die Arbeitskraft geeigneter Mitarbeiter aus ihrem Unternehmen als technische Experten (Cyberwehr-Team-Mitglieder) für die Cyberwehr kostenlos zur Verfügung zu stellen. (...) Die Kooperationspartner sichern ein Abrufkontingent für Einsätze in Höhe von bis zu 20 Personentagen im Kalenderjahr zu."

Auch für die IT-Experten selbst ist dem Entwurf zufolge keine Vergütung vorgesehen. Wenn sie im Auftrag der Bundesregierung gegen Cyberangriffe kämpfen, sollen sie weiterhin ihr Gehalt vom Arbeitgeber beziehen. Lediglich eine Verpflegungspauschale von maximal 24 Euro will der Staat zuschießen.

Anreize für Unternehmen gering

Die Cyberwehr ähnelt in ihren Grundzügen dem Prinzip der Freiwilligen Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk (THW)– also dem Konzept der freiwilligen und gegenseitigen Hilfe. Allerdings übernimmt hier der Staat zumindest einen Teil der Kosten, wenn es aufgrund von Einsätzen zu Arbeitsausfällen von Feuerwehrleuten in der Belegschaft kommt. Ob die Bedingungen der Kooperationsvereinbarung Unternehmen überzeugen, IT-Experten für die Cyberwehr abzustellen, bleibt abzuwarten. Auch die Forderung, dass beteiligte Betriebe eine täglich rund um die Uhr besetzte Kontaktstelle einrichten sollen, könnte dem Freiwilligen-Konzept nicht unbedingt zuträglich sein.

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