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Appell: Europa muss bei der Digitalisierung aufholen

Europa hinkt in Sachen Digitalisierung den USA und Asien hinterher. Führende Forscher der Informationstechnik fordern deshalb im Vorfeld des 10. Nationalen IT-Gipfels eine europaweite Aufholstrategie.
Appell: Europa muss bei der Digitalisierung aufholen Für Europa besteht noch viel Nachholbedarf in der Digitalisierung. (© 2016 Peshkova/Shutterstock)

USA und Asien Übermächte bei der Digitalisierung

Der europäische Markt für IT-Anwendungen ist groß. Dennoch spielen die Anbieter von Hard- und Software gemessen an der Marktbedeutung eine zu geringe Rolle. Das erklären Wolfgang Wahlster, Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken und August-Wilhelm Scheer, Wirtschaftsinformatiker, im sogenannten "Saarbrücker Manifest".

Während die USA das Know-how für IT-Lösungen lieferten, sei Asien eine Übermacht in der Produktion. Europa begnüge sich hingegen vornehmlich mit der Rolle des Käufers, heißt es darin weiter. Der Appell der Wissenschaftler:

"Dies können wir nur durch eine europaweite Aufholstrategie ändern, mit dem Ziel, unsere Kompetenzen einzubringen, um eine Führungsrolle auf dem IT-Sektor einzunehmen."

Europa müsse weg von seinen Abhängigkeitsbeziehungen zu den USA und Asien. Dies betreffe auch klassische Branchen, in denen Deutschland und andere europäische Länder auf dem Weltmarkt führend seien. Die Kooperationen seien notwendig, wenn die eigene IT-Kompetenz fehle. Um weiter an der "Spitze der Entwicklung" zu bleiben, bedürfe es deshalb eines "Digitalisierungsrucks". Diese Aufgabe obliege der Politik, die den Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur gezielt durch Projekte und Zielsetzungen fördern müsse.

IT-Gipfel tagt Mitte November in Saarbrücken

Dass die beiden Professoren ihr Papier in dieser Zeit veröffentlichen, hat seinen Grund: Am 16. Und 17. November tagt der nationale IT-Gipfel in Saarbrücken, zu dem rund 1.000 Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft erwartet werden. Ebenfalls vertreten: Bundeskanzlerin Angela Merkel und mehrere Kabinettsmitglieder.

Das Motto des IT-Gipfels lautet "Lernen und Handeln in der digitalen Welt". Nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Bildungssystem Deutschlands hinke anderen Ländern mit vergleichbaren Standards hinterher, sagt Scheer. Hiesige Unis und Forschungseinrichtungen hätten aber das Potenzial, um bei der Digitalisierung führend zu sein, so Wahlster. Der Fortschritt scheitere lediglich an der holprigen Umsetzung der Ergebnisse. Das "Manifest" der beiden Professoren wird ihren Angaben zufolge von weiteren Wissenschaftlern und Praktikern unterstützt.

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Appell: Europa muss bei der Digitalisierung aufholen Für Europa besteht noch viel Nachholbedarf in der Digitalisierung. (© 2016 Peshkova/Shutterstock)

USA und Asien Übermächte bei der Digitalisierung

Der europäische Markt für IT-Anwendungen ist groß. Dennoch spielen die Anbieter von Hard- und Software gemessen an der Marktbedeutung eine zu geringe Rolle. Das erklären Wolfgang Wahlster, Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken und August-Wilhelm Scheer, Wirtschaftsinformatiker, im sogenannten "Saarbrücker Manifest".

Während die USA das Know-how für IT-Lösungen lieferten, sei Asien eine Übermacht in der Produktion. Europa begnüge sich hingegen vornehmlich mit der Rolle des Käufers, heißt es darin weiter. Der Appell der Wissenschaftler:

"Dies können wir nur durch eine europaweite Aufholstrategie ändern, mit dem Ziel, unsere Kompetenzen einzubringen, um eine Führungsrolle auf dem IT-Sektor einzunehmen."

Europa müsse weg von seinen Abhängigkeitsbeziehungen zu den USA und Asien. Dies betreffe auch klassische Branchen, in denen Deutschland und andere europäische Länder auf dem Weltmarkt führend seien. Die Kooperationen seien notwendig, wenn die eigene IT-Kompetenz fehle. Um weiter an der "Spitze der Entwicklung" zu bleiben, bedürfe es deshalb eines "Digitalisierungsrucks". Diese Aufgabe obliege der Politik, die den Ausbau der Kommunikationsinfrastruktur gezielt durch Projekte und Zielsetzungen fördern müsse.

IT-Gipfel tagt Mitte November in Saarbrücken

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Das Motto des IT-Gipfels lautet "Lernen und Handeln in der digitalen Welt". Nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Bildungssystem Deutschlands hinke anderen Ländern mit vergleichbaren Standards hinterher, sagt Scheer. Hiesige Unis und Forschungseinrichtungen hätten aber das Potenzial, um bei der Digitalisierung führend zu sein, so Wahlster. Der Fortschritt scheitere lediglich an der holprigen Umsetzung der Ergebnisse. Das "Manifest" der beiden Professoren wird ihren Angaben zufolge von weiteren Wissenschaftlern und Praktikern unterstützt.

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