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Digitalisierung: Die Mär vom jobklauenden Kollegen Computer

Computergesteuerte Fahrzeuge, automatisierte Produktionsprozesse, und Roboter als Buchhalter – im Zuge der Digitalisierung soll Kollege Computer viele Beschäftigte ersetzen und eine Massenarbeitslosigkeit zur Folge haben. So die Warnung internationaler Studien. Dem entgegen steht die Meinung hiesiger Arbeitsmarktforscher.
Digitalisierung: Die Mär vom jobklauenden Kollegen Computer Im Zuge der Digitalisierung wird sich die Arbeitswelt verändern – auch in der Automobilindustrie. (© 2016 Praphan Jampala/Shutterstock)

Digitalisierung verändert die Arbeitswelt

Deutschland soll unter den Folgen der Digitalisierung besonders betroffen sein. So schreibt "Die Welt", die sich dabei auf das Weltwirtschaftsforum, das im vorigen Monat in Davos stattfand, beruft. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere – mit hiesigen Arbeitsmarktexperten als Sprachrohr – blickt optimistischer in die digitale Zukunft.

Holger Bonin vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) etwa gesteht zwar ein, dass sich die Arbeitswelt infolge der industriellen Revolution verändern wird, doch werde die "die menschliche Arbeitskraft dabei nicht überflüssig."

Auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) gibt Entwarnung. Nach deren Prognose sollen bis 2025 im Zuge der Digitalisierung 490.000 Arbeitsplätze – insbesondere in der Industrie – wegfallen. Gleichzeitig würden aber an anderen Stellen neue Jobs entstehen, beispielsweise für IT-Experten und Lehrkräfte. Deshalb rechnet das Institut summa summarum mit 60.000 Stellen weniger. In Anbetracht von mehr als 43 Millionen Beschäftigten in Deutschland werden die Folgen der Digitalisierung daher als weniger verheerend eingestuft.

Nicht alle Beschäftigte können ersetzt werden

Wie sich die Arbeitswelt verändert, ist stark vom jeweiligen Berufsbereich abhängig. In Fertigungsberufen ist Kollege Computer bereits jetzt nicht mehr wegzudenken. Hier sieht die IAB das höchste Risiko, dass Beschäftigte ersetzt werden.

In sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen lassen sich hingegen kaum Tätigkeiten automatisieren. Der Theaterschauspieler oder die Lehrerin müssen sich demnach keine Sorgen um ihren Job machen. Aber auch Gesundheitsberufe, Reinigungsjobs oder Tätigkeiten auf dem Bau oder in Gaststätten werden nicht ausschließlich durch Technologie umsetzbar sein.

Weiterführende Links:

  • Welche Chancen birgt der digitale Wandel? Unser Ratgeber verrät es Ihnen.
  • Digitalisierung am Beispiel der Buchbranche: So punktet der E-Book-Reader Tolino gegenüber der Übermacht Amazon.
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Digitalisierung: Die Mär vom jobklauenden Kollegen Computer Im Zuge der Digitalisierung wird sich die Arbeitswelt verändern – auch in der Automobilindustrie. (© 2016 Praphan Jampala/Shutterstock)

Digitalisierung verändert die Arbeitswelt

Deutschland soll unter den Folgen der Digitalisierung besonders betroffen sein. So schreibt "Die Welt", die sich dabei auf das Weltwirtschaftsforum, das im vorigen Monat in Davos stattfand, beruft. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere – mit hiesigen Arbeitsmarktexperten als Sprachrohr – blickt optimistischer in die digitale Zukunft.

Holger Bonin vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) etwa gesteht zwar ein, dass sich die Arbeitswelt infolge der industriellen Revolution verändern wird, doch werde die "die menschliche Arbeitskraft dabei nicht überflüssig."

Auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) gibt Entwarnung. Nach deren Prognose sollen bis 2025 im Zuge der Digitalisierung 490.000 Arbeitsplätze – insbesondere in der Industrie – wegfallen. Gleichzeitig würden aber an anderen Stellen neue Jobs entstehen, beispielsweise für IT-Experten und Lehrkräfte. Deshalb rechnet das Institut summa summarum mit 60.000 Stellen weniger. In Anbetracht von mehr als 43 Millionen Beschäftigten in Deutschland werden die Folgen der Digitalisierung daher als weniger verheerend eingestuft.

Nicht alle Beschäftigte können ersetzt werden

Wie sich die Arbeitswelt verändert, ist stark vom jeweiligen Berufsbereich abhängig. In Fertigungsberufen ist Kollege Computer bereits jetzt nicht mehr wegzudenken. Hier sieht die IAB das höchste Risiko, dass Beschäftigte ersetzt werden.

In sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufen lassen sich hingegen kaum Tätigkeiten automatisieren. Der Theaterschauspieler oder die Lehrerin müssen sich demnach keine Sorgen um ihren Job machen. Aber auch Gesundheitsberufe, Reinigungsjobs oder Tätigkeiten auf dem Bau oder in Gaststätten werden nicht ausschließlich durch Technologie umsetzbar sein.

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