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Einwohnermeldeamt für Androiden: EU plant Roboter-Register

Intelligente Roboter sollen nach dem Willen des EU-Parlaments einen besonderen Status erhalten, der sie als "elektronische Personen" haftbar für ihre eigenen Fehler macht. Zudem soll es ein Register für autonome Roboter geben.
Einwohnermeldeamt für Androiden: EU plant Roboter-Registerr Roboter könnten künftig womöglich als "elektronische Personen" eingestuft werden, um sie für ihre eigenen Fehler haftbar zu machen. (© 2016 Shutterstock/Master Vision)

Intelligente Roboter sollen als "elektronische Personen" geführt werden

Noch sind Roboter hierzulande eher Ausnahme als Normalität. Doch offenbar geht das EU-Parlament davon aus, dass Roboter in absehbarer Zeit zum Alltag gehören und immer mehr Aufgaben übernehmen werden. Und um auf diese Situation vorbereitet zu sein, sollen "zivilrechtlich Regelungen im Bereich Robotik" geschaffen werden. Dies geht aus einem entsprechenden Berichtsentwurf des Brüsseler Parlaments an die EU-Kommission hervor. Darin schlägt das Parlament vor, ein "Registrierungssystem für fortschrittliche Roboter" einzuführen.  Ausgeklügelte autonome Androiden sollen sogar den Status einer "elektronische Person" erhalten, an den bestimmte Rechte und Pflichten gekoppelt werden sollen. Zu den Pflichten intelligenter Roboter soll unter anderem die "Wiedergutmachung sämtlicher Schäden, die sie verursachen" gehören. Auch für getroffene Entscheidungen sollen intelligente Androiden belangt werden können.

"Neue industrielle Revolution" dank Robotern?

Notwendig würden derartiger Reglungen inklusive Register, da Robotik und künstliche Intelligenz (KI) davor stünden "eine neue industrielle Revolution zu entfesseln, die wahrscheinlich keine Gesellschaftsschicht unberührt lassen wird", so der Bericht. Rechtliche Grundlagen seien zudem notwendig, weil Roboter aufgrund von Programmierfehlern oder Hackerangriffen durchaus Menschenleben gefährden könnten – beispielsweise wenn sie in der Pflege eingesetzt werden. Roboter-Regularien werden nicht nur in der EU diskutiert. Die USA, Südkorea und Japan planen ähnliche Maßnahmen und sind teilweise sogar schon mit deren. Umsetzung beschäftigt.

Kritik am Register aus der Robotik-Branche

Experten betrachten den Vorstoß des EU-Parlaments skeptisch. Grundsätzlich sei der Vorstoß eines Registers zwar begrüßenswert, Branchenvertreter fürchten jedoch, eine derartige Regulierung könnte die Entwicklung von Robotern behindern. Der Leiter Fachverbands Robotik und Automation  im Branchenverband VDMA, Patrick Schwarzkopf, hält den Vorschlag für verfrüht. Es sei nicht davon auszugehen, dass derart autonome Roboter in den nächsten drei bis fünf Jahren in der Produktion anzutreffen sein werden, sagte er dem österreichischen Newsportal "Futurezone".

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Einwohnermeldeamt für Androiden: EU plant Roboter-Registerr Roboter könnten künftig womöglich als "elektronische Personen" eingestuft werden, um sie für ihre eigenen Fehler haftbar zu machen. (© 2016 Shutterstock/Master Vision)

Intelligente Roboter sollen als "elektronische Personen" geführt werden

Noch sind Roboter hierzulande eher Ausnahme als Normalität. Doch offenbar geht das EU-Parlament davon aus, dass Roboter in absehbarer Zeit zum Alltag gehören und immer mehr Aufgaben übernehmen werden. Und um auf diese Situation vorbereitet zu sein, sollen "zivilrechtlich Regelungen im Bereich Robotik" geschaffen werden. Dies geht aus einem entsprechenden Berichtsentwurf des Brüsseler Parlaments an die EU-Kommission hervor. Darin schlägt das Parlament vor, ein "Registrierungssystem für fortschrittliche Roboter" einzuführen.  Ausgeklügelte autonome Androiden sollen sogar den Status einer "elektronische Person" erhalten, an den bestimmte Rechte und Pflichten gekoppelt werden sollen. Zu den Pflichten intelligenter Roboter soll unter anderem die "Wiedergutmachung sämtlicher Schäden, die sie verursachen" gehören. Auch für getroffene Entscheidungen sollen intelligente Androiden belangt werden können.

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Experten betrachten den Vorstoß des EU-Parlaments skeptisch. Grundsätzlich sei der Vorstoß eines Registers zwar begrüßenswert, Branchenvertreter fürchten jedoch, eine derartige Regulierung könnte die Entwicklung von Robotern behindern. Der Leiter Fachverbands Robotik und Automation  im Branchenverband VDMA, Patrick Schwarzkopf, hält den Vorschlag für verfrüht. Es sei nicht davon auszugehen, dass derart autonome Roboter in den nächsten drei bis fünf Jahren in der Produktion anzutreffen sein werden, sagte er dem österreichischen Newsportal "Futurezone".

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