Image for Mdm Logo

Materials Data Space: Fraunhofer macht Werkstoffe "digital"

Metall, Plastik, Glas – jeder Werkstoff besitzt andere Eigenschaften. Mit Materials Data Space will das Fraunhofer-Institut IMWS eine Datenbank aufziehen, die über die Entwicklung bis zum Recycling verrät, wie sich ein Bauteil in den verschiedenen Phasen der Wertschöpfungskette verhält. Das soll mehr Effizienz in Herstellung und Anwendung bringen.
Materials Data Space: Fraunhofer macht Werkstoffe "digital" Welche Eigenschaften hat ein Werkstoff? Das soll Materials Data Space vom Fraunhofer-Institut verraten. (© 2016 Stephane Bidouze/Shutterstock)

Materials Data Space: Die Datenbank für Werkstoffe

Was kann ein Werkstoff, wer stellt ihn her und wie wird er am Ende entsorgt oder wiederverwertet? Das sind nur drei von vielen Fragen, die Materials Data Space beantworten soll. Das digitale Projekt hat das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) jetzt auf der Hannover Messe präsentiert. Es umfasst Informationen über die komplette Wertschöpfungskette eines Materials oder Bauteils hinweg – unternehmensübergreifend und in einer zentralen Datenbank vereint.

Die Forscher versprechen sich von der geballten Information im Materials Data Space eine größere Effizienz hinsichtlich Entwicklung, Produktion und Einsatz der Werkstoffe sowie deren Recycling am Ende ihres Lebenszyklus'. Geschultert hat das Projekt der Fraunhofer-Verbund Material, dem 15 materialwissenschaftlich orientierte Institute der Fraunhofer-Gesellschaft zuarbeiten. Koordinator ist Prof. Dr. Ralf B. Wehrspohn. Einen möglichen Nutzen des Materials Data Space beschreibt er so:

"Die Materialien und Werkstoffe sagen uns beispielsweise: Ich bin noch fünf Jahre lang voll belastbar, erst dann treten Ermüdungserscheinungen auf. Wenn man Element A, das in mir steckt, durch Element B ersetzt, kann ich bei viel niedrigeren Temperaturen hergestellt werden."

Ein digitaler Baukasten

Materials Data Space will "die Werkstoffe selbst Industrie 4.0-fähig" machen. Das klappt aber nur, wenn deren Mikrostruktur bekannt ist. Anschließend entwickeln die Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut digitale Materialmodelle, aus denen sie Prozesskettensimulationen erstellen. Diese lassen dann Aussagen und Prognosen zum Verhalten der Werkstoffe zu. Am Ende soll die Datenbank wie ein "Baukasten" sein, aus dem sich verschiedene Materialien entnehmen und neu verknüpfen lassen.

Laut Fraunhofer-Institut IMWS zeigen bereits mehrere mittelständische Unternehmen Interesse an dem Projekt und wollen sich an der Entwicklung des Materials Data Space beteiligen.

Weiterführende Links:

  • Ein weiteres Projekt vom Fraunhofer-Institut IMWS ist das Industrial Data Space zum sicheren Austausch von Daten.
  • Gute Nachrichten vom Digitalverband Bitkom: Fast jedes zweite deutsche Industrieunternehmen nutzt inzwischen die Vorteile der Industrie 4.0.
Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber
alle ratgeber
Neues zu Industrie 4.0
alle ratgeber Alle Beiträge

Materials Data Space: Fraunhofer macht Werkstoffe "digital"

Metall, Plastik, Glas – jeder Werkstoff besitzt andere Eigenschaften. Mit Materials Data Space will das Fraunhofer-Institut IMWS eine Datenbank aufziehen, die über die Entwicklung bis zum Recycling verrät, wie sich ein Bauteil in den verschiedenen Phasen der Wertschöpfungskette verhält. Das soll mehr Effizienz in Herstellung und Anwendung bringen.
Materials Data Space: Fraunhofer macht Werkstoffe "digital" Welche Eigenschaften hat ein Werkstoff? Das soll Materials Data Space vom Fraunhofer-Institut verraten. (© 2016 Stephane Bidouze/Shutterstock)

Materials Data Space: Die Datenbank für Werkstoffe

Was kann ein Werkstoff, wer stellt ihn her und wie wird er am Ende entsorgt oder wiederverwertet? Das sind nur drei von vielen Fragen, die Materials Data Space beantworten soll. Das digitale Projekt hat das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) jetzt auf der Hannover Messe präsentiert. Es umfasst Informationen über die komplette Wertschöpfungskette eines Materials oder Bauteils hinweg – unternehmensübergreifend und in einer zentralen Datenbank vereint.

Die Forscher versprechen sich von der geballten Information im Materials Data Space eine größere Effizienz hinsichtlich Entwicklung, Produktion und Einsatz der Werkstoffe sowie deren Recycling am Ende ihres Lebenszyklus'. Geschultert hat das Projekt der Fraunhofer-Verbund Material, dem 15 materialwissenschaftlich orientierte Institute der Fraunhofer-Gesellschaft zuarbeiten. Koordinator ist Prof. Dr. Ralf B. Wehrspohn. Einen möglichen Nutzen des Materials Data Space beschreibt er so:

"Die Materialien und Werkstoffe sagen uns beispielsweise: Ich bin noch fünf Jahre lang voll belastbar, erst dann treten Ermüdungserscheinungen auf. Wenn man Element A, das in mir steckt, durch Element B ersetzt, kann ich bei viel niedrigeren Temperaturen hergestellt werden."

Ein digitaler Baukasten

Materials Data Space will "die Werkstoffe selbst Industrie 4.0-fähig" machen. Das klappt aber nur, wenn deren Mikrostruktur bekannt ist. Anschließend entwickeln die Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut digitale Materialmodelle, aus denen sie Prozesskettensimulationen erstellen. Diese lassen dann Aussagen und Prognosen zum Verhalten der Werkstoffe zu. Am Ende soll die Datenbank wie ein "Baukasten" sein, aus dem sich verschiedene Materialien entnehmen und neu verknüpfen lassen.

Laut Fraunhofer-Institut IMWS zeigen bereits mehrere mittelständische Unternehmen Interesse an dem Projekt und wollen sich an der Entwicklung des Materials Data Space beteiligen.

Weiterführende Links:

  • Ein weiteres Projekt vom Fraunhofer-Institut IMWS ist das Industrial Data Space zum sicheren Austausch von Daten.
  • Gute Nachrichten vom Digitalverband Bitkom: Fast jedes zweite deutsche Industrieunternehmen nutzt inzwischen die Vorteile der Industrie 4.0.
Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber