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Mercedes feuert Roboter: Menschen sind flexibler

Mercedes macht eine Kehrtwende und ersetzt Roboter in der Produktion durch Menschen. Die seien bei der Fließbandarbeit flexibler und deshalb besser. Aber nur in einer ganz bestimmten Disziplin.
Mercedes feuert Roboter: Menschen sind flexibler Roboter sind zuverlässig, schalten aber noch nicht so schnell um wie Menschen. Deshalb stellt Mercedes seine Produktionsabläufe um. (© 2016 Sergey Kohl /Shutterstock)

Roboter weichen zuerst in Sindelfingen

Das Umdenken soll an den Fließbändern im Sindelfingener Autowerk beginnen: Dort will Mercedes Roboter durch Menschen ersetzen. Das kündigt Produktionschef Markus Schäfer in einem Interview mit "Bloomberg" an.  Darin begründet er die Entscheidung wie folgt:

"Roboter kommen mit dem heutigen Grad an Individualisierung und den vielen Modellvarianten nicht klar. Wir sparen Geld und sichern unsere Zukunft, indem wir mehr Menschen beschäftigen."

Anders ausgedrückt: Menschen sind einfach flexibler als Roboter, wenn es um individuelle Produkte geht. Und davon gibt es immer mehr. Aber warum gerade Sindelfingen? In dem 101 Jahre alten Werk laufen Luxusschlitten wie der GT Sport und die Maybach-Limousine aus der S-Klasse vom Band. Die Anlage verarbeitet 1.500 Tonnen Stahl am Tag und spuckt mehr als 400.000 Fahrzeuge pro Jahr aus.

Individuelle Kundenwünsche erfordern schnelles Umschalten

Deshalb kommt es in Sindelfingen auf eine besonders effiziente Produktion an. Zumal die Herstellung durch individuelle Kundenwünsche immer verzwickter wird. Die dafür erforderliche Vielseitigkeit ist allerdings noch nicht die Paradedisziplin der Roboter. Sie spielen ihre Stärken eher in Sachen Zuverlässigkeit und gleichförmige Arbeitsabläufe aus. Doch das immer breitere und diversifizierte Angebot von Mercedes verlangt eine schnelle Anpassung.

"Die Vielfalt überfordert die Maschinen", sagt Schäfer, der die Produktionszeit für ein Auto seit 2005 von durchschnittlich 61 auf 30 Stunden reduziert hat. Ein erfahrenes Team aus Menschen könne eine Produktionslinie an einem Wochenende ändern. Roboter dafür umzuprogrammieren, dauere jedoch Wochen. In dieser Zeit stünde die Produktion still.

Roboter werden agiler und sicherer

Verschwinden werden die Roboter aber nicht, sondern kleiner, leichter und für ihre menschlichen Kollegen sicherer. Eingebaute Sensoren sollen es möglich machen. Der Druck dafür steigt durch immer kürzere Produktzyklen. Mercedes will seiner Palette 30 Modelle bis zum Ende des Jahrzehnts hinzufügen – unter anderem mit benutzerdefinierten Optionen wie Bambusverkleidungen, spezielle Innen-Düfte und beleuchtete Mercedes-Sterne. Ähnlich sieht es auch bei den Konkurrenten Audi und BMW aus. Sie tüfteln ebenfalls an besseren Robotern.

Weiterführende Links:

  • Boston Dynamics kappt seinem Roboter Atlas das Stromkabel und hat auch sonst einiges an ihm verbessert. Zu sehen im Video.
  • Ist das die Zukunft für viele Restaurants? Ein Haushaltsroboter kocht wie ein Profi.
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Mercedes feuert Roboter: Menschen sind flexibler Roboter sind zuverlässig, schalten aber noch nicht so schnell um wie Menschen. Deshalb stellt Mercedes seine Produktionsabläufe um. (© 2016 Sergey Kohl /Shutterstock)

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"Roboter kommen mit dem heutigen Grad an Individualisierung und den vielen Modellvarianten nicht klar. Wir sparen Geld und sichern unsere Zukunft, indem wir mehr Menschen beschäftigen."

Anders ausgedrückt: Menschen sind einfach flexibler als Roboter, wenn es um individuelle Produkte geht. Und davon gibt es immer mehr. Aber warum gerade Sindelfingen? In dem 101 Jahre alten Werk laufen Luxusschlitten wie der GT Sport und die Maybach-Limousine aus der S-Klasse vom Band. Die Anlage verarbeitet 1.500 Tonnen Stahl am Tag und spuckt mehr als 400.000 Fahrzeuge pro Jahr aus.

Individuelle Kundenwünsche erfordern schnelles Umschalten

Deshalb kommt es in Sindelfingen auf eine besonders effiziente Produktion an. Zumal die Herstellung durch individuelle Kundenwünsche immer verzwickter wird. Die dafür erforderliche Vielseitigkeit ist allerdings noch nicht die Paradedisziplin der Roboter. Sie spielen ihre Stärken eher in Sachen Zuverlässigkeit und gleichförmige Arbeitsabläufe aus. Doch das immer breitere und diversifizierte Angebot von Mercedes verlangt eine schnelle Anpassung.

"Die Vielfalt überfordert die Maschinen", sagt Schäfer, der die Produktionszeit für ein Auto seit 2005 von durchschnittlich 61 auf 30 Stunden reduziert hat. Ein erfahrenes Team aus Menschen könne eine Produktionslinie an einem Wochenende ändern. Roboter dafür umzuprogrammieren, dauere jedoch Wochen. In dieser Zeit stünde die Produktion still.

Roboter werden agiler und sicherer

Verschwinden werden die Roboter aber nicht, sondern kleiner, leichter und für ihre menschlichen Kollegen sicherer. Eingebaute Sensoren sollen es möglich machen. Der Druck dafür steigt durch immer kürzere Produktzyklen. Mercedes will seiner Palette 30 Modelle bis zum Ende des Jahrzehnts hinzufügen – unter anderem mit benutzerdefinierten Optionen wie Bambusverkleidungen, spezielle Innen-Düfte und beleuchtete Mercedes-Sterne. Ähnlich sieht es auch bei den Konkurrenten Audi und BMW aus. Sie tüfteln ebenfalls an besseren Robotern.

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  • Boston Dynamics kappt seinem Roboter Atlas das Stromkabel und hat auch sonst einiges an ihm verbessert. Zu sehen im Video.
  • Ist das die Zukunft für viele Restaurants? Ein Haushaltsroboter kocht wie ein Profi.
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