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US-Forscher entwickeln Roboter mit organischen Muskeln

Muskeln der Wasserschnecke und Bauteile aus dem 3D-Drucker – diese Kombination könnte die Roboter der Zukunft maßgeblich beeinflussen. Amerikanischen Forschern ist es gelungen, eine Art Cyborg aus diesen Komponenten zu entwickeln. Klingt nach Science Fiction, hätte aber tatsächlich praktische Einsatzzwecke.
Unterwasser-Cyborg: US-Forscher entwickeln Roboter mit organischen Muskeln. Roboter aus 3D-Druck-Komponenten und Schneckengewebe. (© 2016 Victoria Webster/Case Western Reserve University)

Biohybrid aus 3D-Druck und Schneckengewebe

Forscher der US-amerikanischen Case Western Reserve University in Cleveland haben einen Roboter vorgestellt, der sich mithilfe von Muskeln aus dem Mund einer Wasserschnecke bewegt. Die Bauteile für das Gerüst wurden per 3D-Druck hergestellt. Der "Biohybrid", so die Bezeichnung der Wissenschaftler für den Cyborg, soll sich wie eine Meeresschildkröte an Land kriechend fortbewegen.

Langfristiges Ziel: Vollständig organischer Roboter statt Cyborg

Das organische Material des fünf Zentimeter großen Roboters kann mittels elektrischer Felder kontrolliert und gesteuert werden. Bislang ist der Biohybrid allerdings tatsächlich nur im Schneckentempo unterwegs und legt pro Minute vier Millimeter zurück. In folgenden Versionen soll weiteres organisches Material der kalifornischen Seeschnecke dafür sorgen, dass der Roboter effizientere Bewegungen ausführen kann. Langfristiges Ziel der Forscher ist es, einen vollständig organischen Roboter zu schaffen. Die Forschungsleiterin Victoria Webster erklärte:

"Wir bauen eine lebende Maschine, einen biohybriden Roboter, der nicht komplett organisch ist – noch nicht."

Die kalifornische Meeresschnecke wurde als "Organspender" ausgewählt, weil ihre Zellen sehr widerstandsfähig und anpassungsfähig an verschiedene Umweltbedingungen sind. Das organische Material ermöglicht dem Cyborg, besser mit seiner Umwelt zu interagieren als herkömmliche Roboter, deren Bewegungsmuster recht starr sind. Zudem bringen die Muskelzellen ihre eigene Energiequelle mit, da sie Nährstoffe aus ihrer Umgebung aufnehmen können.

Konkrete Einsatzzwecke unter Wasser

Schwärme von Biohybriden könnten in Zukunft nach Flugzeugabstürzen über dem offenen Meer den Meeresboden nach Flugschreibern absuchen. Ein weiterer möglicher Einsatzzweck für die Schnecken-Cyborgs wäre beispielsweise das Aufspüren von Vergiftungsquellen in Gewässern.

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Unterwasser-Cyborg: US-Forscher entwickeln Roboter mit organischen Muskeln. Roboter aus 3D-Druck-Komponenten und Schneckengewebe. (© 2016 Victoria Webster/Case Western Reserve University)

Biohybrid aus 3D-Druck und Schneckengewebe

Forscher der US-amerikanischen Case Western Reserve University in Cleveland haben einen Roboter vorgestellt, der sich mithilfe von Muskeln aus dem Mund einer Wasserschnecke bewegt. Die Bauteile für das Gerüst wurden per 3D-Druck hergestellt. Der "Biohybrid", so die Bezeichnung der Wissenschaftler für den Cyborg, soll sich wie eine Meeresschildkröte an Land kriechend fortbewegen.

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"Wir bauen eine lebende Maschine, einen biohybriden Roboter, der nicht komplett organisch ist – noch nicht."

Die kalifornische Meeresschnecke wurde als "Organspender" ausgewählt, weil ihre Zellen sehr widerstandsfähig und anpassungsfähig an verschiedene Umweltbedingungen sind. Das organische Material ermöglicht dem Cyborg, besser mit seiner Umwelt zu interagieren als herkömmliche Roboter, deren Bewegungsmuster recht starr sind. Zudem bringen die Muskelzellen ihre eigene Energiequelle mit, da sie Nährstoffe aus ihrer Umgebung aufnehmen können.

Konkrete Einsatzzwecke unter Wasser

Schwärme von Biohybriden könnten in Zukunft nach Flugzeugabstürzen über dem offenen Meer den Meeresboden nach Flugschreibern absuchen. Ein weiterer möglicher Einsatzzweck für die Schnecken-Cyborgs wäre beispielsweise das Aufspüren von Vergiftungsquellen in Gewässern.

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