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Zeitarbeit und Werkverträge als Bremse der Digitalisierung

Das neue Leiharbeitsgesetz könnte zum Hemmschuh für die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft werden. Der Branchenverband Bitkom fordert daher Ausnahmeregelungen für Zeitarbeit und Werkverträge in der Digitalbranche.
Zeitarbeit und Werkverträge als Bremse der Digitalisierung Erschwerte Bedingungen für die Beschäftigung externer IT-Spezialisten könnte die Digitalisierung ausbremsen. (© 2016 lenetstan/Shutterstock)

Neues Arbeitnehmerüberlassungsgesetz bereits beschlossene Sache

Die Digitalisierung der Wirtschaft könnte in Zukunft langsamer voranschreiten, weil es für die Unternehmen künftig schwieriger wird, dafür benötigte IT-Fachkräfte auf Basis von Zeitarbeit oder Werkverträgen zu beschäftigen. So zumindest die Einschätzung des Branchenverbands Bitkom. Verantwortlich dafür sei das neue Gesetz zur Arbeitnehmerüberlassung, das vor gut einem Monat im vom Bundestag verabschiedet wurde und zum 1. April 2017 in Kraft treten soll. Der IT-Interessenverband fordert daher Sonderregelungen für die Digitalbranche.

Gesetz erschwert neben Lohndumping auch die Digitalisierung

Hintergrund der Gesetzesnovelle ist es, Lohndumping bei Zeitarbeit und Werkverträgen zu verhindern. Daher sollen Arbeitnehmerüberlassungen nach dem neuen Gesetz künftig auf maximal 18 Monate begrenzt werden. Nach diesem Zeitraum müssen externe Kräfte entweder abgezogen oder vom entleihenden Betrieb übernommen werden. Dies könnte für IT-Beratungsfirmen zum Problem werden, da viele ihrer Projekte mit längeren Laufzeiten angelegt werden. Bitkom Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder dazu:

"Wenn das Personal vor Ablauf eines Projekts ausgetauscht werden muss, bedeutet das mehr Bürokratie, steigende Kosten und langwierigere Projekte."

Festanstellung statt Zeitarbeit oft keine Option

In der Konsequenz würde die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft durch diese Regelungen ausgebremst. Um die bürokratischen Hürden zu umgehen, müssten Firmen eigene IT-Experten einstellen, um an ihrer Digitalisierung zu arbeiten. Dies könnte gerade für kleine und mittlere Unternehmen jedoch  allein aus finanziellen Gründen problematisch sein. Doch auch größere Unternehmen könnten angesichts des aktuellen IT-Fachkräftemangels auf Probleme stoßen.

Dass die Gesetzesnovelle Beratungsfirmen möglicherweise vor Schwierigkeiten stellt, ist der Bundesregierung offenbar durchaus bewusst. In der Gesetzesbegründung hält sie fest, dass die unternehmerische Tätigkeit von Beratungsunternehmen, speziell auch im IT-Bereich, nicht eingeschränkt werden dürfe. Rechtssicherheit gibt dies Unternehmen, die IT-Fachkräfte in Zeitarbeit oder mittels Werkverträgen beschäftigen, jedoch nicht. Bitkom fordert die Politik daher auf, "die Digitalwirtschaft grundsätzlich von den Einschränkungen der Arbeitnehmerüberlassung auszunehmen".

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Zeitarbeit und Werkverträge als Bremse der Digitalisierung Erschwerte Bedingungen für die Beschäftigung externer IT-Spezialisten könnte die Digitalisierung ausbremsen. (© 2016 lenetstan/Shutterstock)

Neues Arbeitnehmerüberlassungsgesetz bereits beschlossene Sache

Die Digitalisierung der Wirtschaft könnte in Zukunft langsamer voranschreiten, weil es für die Unternehmen künftig schwieriger wird, dafür benötigte IT-Fachkräfte auf Basis von Zeitarbeit oder Werkverträgen zu beschäftigen. So zumindest die Einschätzung des Branchenverbands Bitkom. Verantwortlich dafür sei das neue Gesetz zur Arbeitnehmerüberlassung, das vor gut einem Monat im vom Bundestag verabschiedet wurde und zum 1. April 2017 in Kraft treten soll. Der IT-Interessenverband fordert daher Sonderregelungen für die Digitalbranche.

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"Wenn das Personal vor Ablauf eines Projekts ausgetauscht werden muss, bedeutet das mehr Bürokratie, steigende Kosten und langwierigere Projekte."

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Dass die Gesetzesnovelle Beratungsfirmen möglicherweise vor Schwierigkeiten stellt, ist der Bundesregierung offenbar durchaus bewusst. In der Gesetzesbegründung hält sie fest, dass die unternehmerische Tätigkeit von Beratungsunternehmen, speziell auch im IT-Bereich, nicht eingeschränkt werden dürfe. Rechtssicherheit gibt dies Unternehmen, die IT-Fachkräfte in Zeitarbeit oder mittels Werkverträgen beschäftigen, jedoch nicht. Bitkom fordert die Politik daher auf, "die Digitalwirtschaft grundsätzlich von den Einschränkungen der Arbeitnehmerüberlassung auszunehmen".

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