Image for Mdm Logo

5 Führungsfehler und Gegenmaßnahmen

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Das gilt auch für Chefs, die Führungsfehler machen. Nach dem Motto "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt" zeigen wir beispielhaft fünf verbreitete Unarten und empfehlen geeignete Gegenmaßnahmen.
5 Führungsfehler und Gegenmaßnahmen Menschen machen Fehler, Chefs machen Führungsfehler. Viele lassen sich mit etwas Selbstdisziplin in den Griff kriegen. (© 2016 STUDIO GRAND OUEST/Shutterstock)

Führungsfehler Nummer 1: Entscheidungen aufschieben

Zugegeben, Entscheidungen zu treffen fällt nicht immer leicht. Besonders, wenn es um heikle Themen geht oder weitreichende Konsequenzen damit verbunden sind. Manchmal kommt auch Beides zusammen, zum Beispiel bei Kündigungen. Gerade dann ist im Vorfeld der Wunsch nach möglichste vielen Informationen groß. Schließlich will ein schwerwiegender Entschluss gut abgewogen sein. Stimmt, aber Sie haben dafür nicht ewig Zeit. Und nicht zu vergessen: Sie werden dafür bezahlt, Entscheidungen zu treffen. Wenn Sie das nicht tun, dann kann das unangenehme Folgen für Sie haben. Außerdem verunsichert und frustriert ein zögerlicher Chef seine Untergebenen. Das zeugt von schlechter Mitarbeiterführung.

Was tun?

  • Trauen Sie sich, Entscheidungen auch mit wenig Informationen zu fällen.
  • Vertrauen Sie auf Ihre Erfahrung.
  • Handeln Sie im Zweifel nach Ihrem Bauchgefühl.
  • Reden Sie Klartext. Auch mit sich selbst und suchen Sie keine Ausflüchte.
  • Setzen Sie sich zur Not eine Frist, bevor Ihnen die Ereignisse eine aufzwingen.

Führungsfehler Nummer 2: Nicht zuhören

Belastbare Daten sollten die Grundlage jeder Entscheidung sein und machen einen guten Führungsstil erst möglich (Es sei denn, die Lage gibt das nicht her, siehe Führungsfehler Nummer 1). Und was ist Ihre beste Informationsquelle? Ihre Untergebenen natürlich! Nutzen Sie deren Wissen als Basis für Ihre Anordnungen. Das setzt voraus, dass Sie ein offenes Ohr haben. Sowohl wenn die Mitarbeiter das Gespräch mit Ihnen suchen, als auch umgekehrt. Andernfalls kann es zu Missverständnissen kommen oder Sie bilden sich womöglich zu früh eine Meinung, die sich später als falsch erweist. Beweisen Sie ein Händchen in Sachen Mitarbeiterführung und steuern Sie gegen.

Was tun?

  • Lassen Sie Ihre Mitarbeiter ausreden.
  • Durchatmen: Schalten Sie einen Gang runter, wenn Sie ungeduldig oder gestresst sind.
  • Verschieben Sie ein Gespräch, falls es gerade nicht passt. Das ist besser, als es zwischen Tür und Angel zu führen.
  • Lassen Sie die gewonnenen Informationen sacken, bevor Sie womöglich unbedacht in Aktionismus verfallen.

Führungsfehler Nummer 3: Mit Lob geizen

Ein Merkmal guter Mitarbeiterführung ist die Motivierung der Belegschaft. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Eine wirkt allerdings besonders anspornend und kostet noch nicht mal was: Anerkennung, wenn sie angebracht ist. Wer als Chef daran spart oder nur meckert, der legt keinen guten Führungsstil an den Tag. Schließlich wollen Ihre Untergebenen wissen, woran sie sind. Bekommen sie kein Feedback, egal ob positives oder negatives, dann stellt sich bei ihnen auch kein Lerneffekt ein. So lässt sich die Arbeitsleistung kaum verbessern. Im Zweifeln fördern Sie nur eine innere Emigration, weil Sie gute Leistungen noch nicht mal verbal belohnen. Lob erfüllt also einen doppelten Effekt: Erstens merkt Ihre Belegschaft daran, wann sie Ihre Ansprüche gut erfüllt hat und zweitens sorgt es für Zufriedenheit. Und zufriedene Mitarbeiter sind produktiver.

Was tun?

  • Sagen Sie zumindest "danke", wenn eine Aufgabe gut erledigt worden ist. Besser: Sagen Sie konkret, was Ihnen gefallen hat.
  • Vereinbaren Sie regelmäßige Feedback-Gespräche mit Ihren Mitarbeitern.
  • Übertreiben Sie es nicht. Lobeshymnen sind wirklich nur in Ausnahmefällen angebracht. Und nicht jede Handreichung verdient ein"Sensationell gemacht".

Führungsfehler Nummer 4: Kontrollwahn

Wenn Sie niemandem etwas zutrauen, dann haben Sie ein Problem. Und das heißt: Delegieren. Und das äußert sich nicht bloß darin, dass Sie Aufgaben nur schweren Herzens abgeben. Damit einher geht oft auch der sprichwörtliche Blick über die Schulter Ihrer Kollegen. Das nervt. Weitere Merkmale: Sie fordern dauernd Zwischenberichte an oder verfolgen gar Korrespondenz, die eigentlich nicht über Ihren Schreibtisch geht. Sowas verbreitet nur Unsicherheit und Missmut. Das kann nicht das Ziel guter Mitarbeiterführung sein. Abgesehen davon verschlingt es viel von Ihrer kostbaren Arbeitszeit.

Was tun?

  • Es führt kein Weg daran vorbei, dass Sie Ihren Mitarbeitern mehr Vertrauen entgegenbringen.
  • Verordnen Sie sich eine gewisse Laissez-faire-Haltung.
  • Klären Sie für sich selbst, welche Aufgabe von wem bis wann erledigt sein müssen.
  • Halten Sie das Ergebnis in einem verbindlichen Plan fest, den Sie mit Ihren Untergebenen teilen. Dann weiß Jeder, woran er ist.
  • Und erkundigen sich erst nach dem Stand der Dinge, wenn der jeweilige Termin ansteht.

Führungsfehler Nummer 5: Mangelnde Fehlertoleranz

Menschen machen Fehler. Das ist so und das bleibt auch so. Sogar Sie sind kaum Mr oder Mrs Perfect. Vor allem nicht, wenn Sie Ihren Mitarbeitern jeden Fauxpas vorhalten und das auch noch öffentlich tun oder gar mit Kündigung drohen. Denn mit einem solchen Verhalten begehen Sie schon mal selbst eine kapitalen Führungsfehler.  Warum? Weil Sie damit die Produktivität Ihres Team einschränken. Ein Regiment der Angst macht Mitarbeiter unsicher und so anfällig für Fehler. Die zu beheben kostet Zeit und Nerven. Das muss nicht sein.

Was tun?

  • Nehmen Sie Fehler ernst, aber nicht schwer. Und schon gar nicht persönlich.
  • Irrtümer bringen Ihr Team weiter, weil es daraus lernt. Verinnerlichen Sie diese wichtige Lektion.
  • Stellen Sie eine Regel auf: Fehler sind erlaubt. Aber wer dreimal denselben macht, der bekommt richtig Ärger. Das sorgt für Ruhe und legt den Grundstein für ruhiges, fokussiertes Arbeiten.
  • Nehmen Sie mögliche Irrtümer in Ihre Kalkulation auf. Dann werden Sie von Rückschlägen nicht kalt erwischt und mindern so für Sie selbst den Druck.
  • Auch wenn es schwerfällt: Geben Sie eigene Fehler zu. Das macht sie menschlicher und vertrauenswürdiger. Das sind zwei wichtige Eigenschaften gekonnter Mitarbeiterführung.

Weiterführende Links:

  • Wenn Sie nach mehr Rat suchen, dann besuchen Sie "business-netz.com". Dort gibt es weitere Tipps gegen Führungsfehler.
  • Schüsse, die nach hinten losgehen können: Zynische Chefsprüche entpuppen sich in den meisten Fällen als Rhetorik-Pannen.
Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber
alle ratgeber
Neues zu Mitarbeiterführung
alle ratgeber Alle Beiträge

5 Führungsfehler und Gegenmaßnahmen

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Das gilt auch für Chefs, die Führungsfehler machen. Nach dem Motto "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt" zeigen wir beispielhaft fünf verbreitete Unarten und empfehlen geeignete Gegenmaßnahmen.
5 Führungsfehler und Gegenmaßnahmen Menschen machen Fehler, Chefs machen Führungsfehler. Viele lassen sich mit etwas Selbstdisziplin in den Griff kriegen. (© 2016 STUDIO GRAND OUEST/Shutterstock)

Führungsfehler Nummer 1: Entscheidungen aufschieben

Zugegeben, Entscheidungen zu treffen fällt nicht immer leicht. Besonders, wenn es um heikle Themen geht oder weitreichende Konsequenzen damit verbunden sind. Manchmal kommt auch Beides zusammen, zum Beispiel bei Kündigungen. Gerade dann ist im Vorfeld der Wunsch nach möglichste vielen Informationen groß. Schließlich will ein schwerwiegender Entschluss gut abgewogen sein. Stimmt, aber Sie haben dafür nicht ewig Zeit. Und nicht zu vergessen: Sie werden dafür bezahlt, Entscheidungen zu treffen. Wenn Sie das nicht tun, dann kann das unangenehme Folgen für Sie haben. Außerdem verunsichert und frustriert ein zögerlicher Chef seine Untergebenen. Das zeugt von schlechter Mitarbeiterführung.

Was tun?

  • Trauen Sie sich, Entscheidungen auch mit wenig Informationen zu fällen.
  • Vertrauen Sie auf Ihre Erfahrung.
  • Handeln Sie im Zweifel nach Ihrem Bauchgefühl.
  • Reden Sie Klartext. Auch mit sich selbst und suchen Sie keine Ausflüchte.
  • Setzen Sie sich zur Not eine Frist, bevor Ihnen die Ereignisse eine aufzwingen.

Führungsfehler Nummer 2: Nicht zuhören

Belastbare Daten sollten die Grundlage jeder Entscheidung sein und machen einen guten Führungsstil erst möglich (Es sei denn, die Lage gibt das nicht her, siehe Führungsfehler Nummer 1). Und was ist Ihre beste Informationsquelle? Ihre Untergebenen natürlich! Nutzen Sie deren Wissen als Basis für Ihre Anordnungen. Das setzt voraus, dass Sie ein offenes Ohr haben. Sowohl wenn die Mitarbeiter das Gespräch mit Ihnen suchen, als auch umgekehrt. Andernfalls kann es zu Missverständnissen kommen oder Sie bilden sich womöglich zu früh eine Meinung, die sich später als falsch erweist. Beweisen Sie ein Händchen in Sachen Mitarbeiterführung und steuern Sie gegen.

Was tun?

  • Lassen Sie Ihre Mitarbeiter ausreden.
  • Durchatmen: Schalten Sie einen Gang runter, wenn Sie ungeduldig oder gestresst sind.
  • Verschieben Sie ein Gespräch, falls es gerade nicht passt. Das ist besser, als es zwischen Tür und Angel zu führen.
  • Lassen Sie die gewonnenen Informationen sacken, bevor Sie womöglich unbedacht in Aktionismus verfallen.

Führungsfehler Nummer 3: Mit Lob geizen

Ein Merkmal guter Mitarbeiterführung ist die Motivierung der Belegschaft. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Eine wirkt allerdings besonders anspornend und kostet noch nicht mal was: Anerkennung, wenn sie angebracht ist. Wer als Chef daran spart oder nur meckert, der legt keinen guten Führungsstil an den Tag. Schließlich wollen Ihre Untergebenen wissen, woran sie sind. Bekommen sie kein Feedback, egal ob positives oder negatives, dann stellt sich bei ihnen auch kein Lerneffekt ein. So lässt sich die Arbeitsleistung kaum verbessern. Im Zweifeln fördern Sie nur eine innere Emigration, weil Sie gute Leistungen noch nicht mal verbal belohnen. Lob erfüllt also einen doppelten Effekt: Erstens merkt Ihre Belegschaft daran, wann sie Ihre Ansprüche gut erfüllt hat und zweitens sorgt es für Zufriedenheit. Und zufriedene Mitarbeiter sind produktiver.

Was tun?

  • Sagen Sie zumindest "danke", wenn eine Aufgabe gut erledigt worden ist. Besser: Sagen Sie konkret, was Ihnen gefallen hat.
  • Vereinbaren Sie regelmäßige Feedback-Gespräche mit Ihren Mitarbeitern.
  • Übertreiben Sie es nicht. Lobeshymnen sind wirklich nur in Ausnahmefällen angebracht. Und nicht jede Handreichung verdient ein"Sensationell gemacht".

Führungsfehler Nummer 4: Kontrollwahn

Wenn Sie niemandem etwas zutrauen, dann haben Sie ein Problem. Und das heißt: Delegieren. Und das äußert sich nicht bloß darin, dass Sie Aufgaben nur schweren Herzens abgeben. Damit einher geht oft auch der sprichwörtliche Blick über die Schulter Ihrer Kollegen. Das nervt. Weitere Merkmale: Sie fordern dauernd Zwischenberichte an oder verfolgen gar Korrespondenz, die eigentlich nicht über Ihren Schreibtisch geht. Sowas verbreitet nur Unsicherheit und Missmut. Das kann nicht das Ziel guter Mitarbeiterführung sein. Abgesehen davon verschlingt es viel von Ihrer kostbaren Arbeitszeit.

Was tun?

  • Es führt kein Weg daran vorbei, dass Sie Ihren Mitarbeitern mehr Vertrauen entgegenbringen.
  • Verordnen Sie sich eine gewisse Laissez-faire-Haltung.
  • Klären Sie für sich selbst, welche Aufgabe von wem bis wann erledigt sein müssen.
  • Halten Sie das Ergebnis in einem verbindlichen Plan fest, den Sie mit Ihren Untergebenen teilen. Dann weiß Jeder, woran er ist.
  • Und erkundigen sich erst nach dem Stand der Dinge, wenn der jeweilige Termin ansteht.

Führungsfehler Nummer 5: Mangelnde Fehlertoleranz

Menschen machen Fehler. Das ist so und das bleibt auch so. Sogar Sie sind kaum Mr oder Mrs Perfect. Vor allem nicht, wenn Sie Ihren Mitarbeitern jeden Fauxpas vorhalten und das auch noch öffentlich tun oder gar mit Kündigung drohen. Denn mit einem solchen Verhalten begehen Sie schon mal selbst eine kapitalen Führungsfehler.  Warum? Weil Sie damit die Produktivität Ihres Team einschränken. Ein Regiment der Angst macht Mitarbeiter unsicher und so anfällig für Fehler. Die zu beheben kostet Zeit und Nerven. Das muss nicht sein.

Was tun?

  • Nehmen Sie Fehler ernst, aber nicht schwer. Und schon gar nicht persönlich.
  • Irrtümer bringen Ihr Team weiter, weil es daraus lernt. Verinnerlichen Sie diese wichtige Lektion.
  • Stellen Sie eine Regel auf: Fehler sind erlaubt. Aber wer dreimal denselben macht, der bekommt richtig Ärger. Das sorgt für Ruhe und legt den Grundstein für ruhiges, fokussiertes Arbeiten.
  • Nehmen Sie mögliche Irrtümer in Ihre Kalkulation auf. Dann werden Sie von Rückschlägen nicht kalt erwischt und mindern so für Sie selbst den Druck.
  • Auch wenn es schwerfällt: Geben Sie eigene Fehler zu. Das macht sie menschlicher und vertrauenswürdiger. Das sind zwei wichtige Eigenschaften gekonnter Mitarbeiterführung.

Weiterführende Links:

  • Wenn Sie nach mehr Rat suchen, dann besuchen Sie "business-netz.com". Dort gibt es weitere Tipps gegen Führungsfehler.
  • Schüsse, die nach hinten losgehen können: Zynische Chefsprüche entpuppen sich in den meisten Fällen als Rhetorik-Pannen.
Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber