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Arbeiten von Zuhause: Homeoffice wird immer beliebter

Bereits ein Drittel der deutschen Unternehmen bietet das Arbeiten von Zuhause an. Doch wird das Homeoffice künftig eine noch größere Rolle spielen? Daran scheiden sich die Geister, wie eine Bitkom-Studie ergibt.
Arbeiten von Zuhause: Homeoffice wird immer beliebter Das Arbeiten von Zuhause entwickelt sich langsam zu einem Standard. (© 2017 Rawpixel.com/Shutterstock)

Trendthema: Arbeiten von Zuhause

Die Digitalisierung macht's möglich: Immer mehr Unternehmen lassen ihre Beschäftigten vom Homeoffice aus agieren. Rund ein Drittel (30 Prozent) gewährt heute seiner Belegschaft die Wahl zwischen dem Job im Betrieb und dem teilweisen oder kompletten Arbeiten von Zuhause aus. Im Vergleich zu 2014 entspricht das einem Plus von einem Zehntel, wie eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 1.534 Unternehmen zeigt.

Der Trend hin zu mehr Arbeiten von Zuhause soll sich demnach fortsetzen. Das erwarten jedenfalls 43 Prozent der Unternehmen für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Allerdings: Die Hälfte glaubt, dass es beim derzeitigen Niveau bleibt. Zu den beiden unterschiedlichen Voraussagen meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder:

"Nach anfänglicher Zurückhaltung wird Homeoffice bei vielen deutschen Unternehmen zum Alltag. Aber die Erfahrungen zeigen auch, dass dieses Modell nicht in jedem Fall geeignet ist."

Welche Gründe sprechen gegen Homeoffice?

63 Prozent der befragten Betriebe lehnen Arbeiten von Zuhause ab, weil es nicht für alle Beschäftigten möglich ist und daher eine Ungleichbehandlung darstellen würde. Dass die Produktivität ohne direkten Austausch mit Kollegen im Homeoffice leidet, erwarten 43 Prozent. 39 Prozent sehen gesetzliche Regelungen als Hemmnis. Die Mitarbeiter seien in den eigenen vier Wänden nicht permanent ansprechbar, wenden 31 Prozent ein. Für jedes fünfte (20 Prozent) Unternehmen spricht eine abnehmende Identifikation der Belegschaft mit ihrem Arbeitgeber gegen das Arbeiten von Zuhause, für 16 Prozent hapert es an der Datensicherheit.

Arbeitsrechtliche Vorgaben erschweren auch aus Sicht des Bitkom den Einsatz von Homeoffice. Rohleder:

" ... flexibles und agiles Arbeiten wird durch gesetzliche Regelungen erschwert. Vorgaben wie die starre elfstündige Mindestruhezeit und der Acht-Stunden-Tag statt einer flexiblen Wochenhöchstarbeitszeit sind nicht mehr zeitgemäß und müssen reformiert werden."

Damit das Arbeiten von Zuhause funktioniert und es zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht zu Missverständnissen kommt, plädiert der Bitkom-Chef für klare Regeln, auch hinsichtlich von Rechtslage und Gesundheitsschutz. Bei den Mitarbeitern stößt das Konzept Homeoffice jedenfalls auf offene Ohren.

Weiterführende Links:

  • Ein gemischt genutztes Arbeitszimmer absetzen – das widerspricht einem Urteil des Bundesfinanzhofs.  Darin machen die Richter eine klare Ansage.
  • Neben flexiblen Arbeitsplätzen im Homeoffice gibt es auch flexible Führungsmodelle. Doch kaum jemand setzt sie um. Woran liegt das?
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Bereits ein Drittel der deutschen Unternehmen bietet das Arbeiten von Zuhause an. Doch wird das Homeoffice künftig eine noch größere Rolle spielen? Daran scheiden sich die Geister, wie eine Bitkom-Studie ergibt.
Arbeiten von Zuhause: Homeoffice wird immer beliebter Das Arbeiten von Zuhause entwickelt sich langsam zu einem Standard. (© 2017 Rawpixel.com/Shutterstock)

Trendthema: Arbeiten von Zuhause

Die Digitalisierung macht's möglich: Immer mehr Unternehmen lassen ihre Beschäftigten vom Homeoffice aus agieren. Rund ein Drittel (30 Prozent) gewährt heute seiner Belegschaft die Wahl zwischen dem Job im Betrieb und dem teilweisen oder kompletten Arbeiten von Zuhause aus. Im Vergleich zu 2014 entspricht das einem Plus von einem Zehntel, wie eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 1.534 Unternehmen zeigt.

Der Trend hin zu mehr Arbeiten von Zuhause soll sich demnach fortsetzen. Das erwarten jedenfalls 43 Prozent der Unternehmen für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Allerdings: Die Hälfte glaubt, dass es beim derzeitigen Niveau bleibt. Zu den beiden unterschiedlichen Voraussagen meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder:

"Nach anfänglicher Zurückhaltung wird Homeoffice bei vielen deutschen Unternehmen zum Alltag. Aber die Erfahrungen zeigen auch, dass dieses Modell nicht in jedem Fall geeignet ist."

Welche Gründe sprechen gegen Homeoffice?

63 Prozent der befragten Betriebe lehnen Arbeiten von Zuhause ab, weil es nicht für alle Beschäftigten möglich ist und daher eine Ungleichbehandlung darstellen würde. Dass die Produktivität ohne direkten Austausch mit Kollegen im Homeoffice leidet, erwarten 43 Prozent. 39 Prozent sehen gesetzliche Regelungen als Hemmnis. Die Mitarbeiter seien in den eigenen vier Wänden nicht permanent ansprechbar, wenden 31 Prozent ein. Für jedes fünfte (20 Prozent) Unternehmen spricht eine abnehmende Identifikation der Belegschaft mit ihrem Arbeitgeber gegen das Arbeiten von Zuhause, für 16 Prozent hapert es an der Datensicherheit.

Arbeitsrechtliche Vorgaben erschweren auch aus Sicht des Bitkom den Einsatz von Homeoffice. Rohleder:

" ... flexibles und agiles Arbeiten wird durch gesetzliche Regelungen erschwert. Vorgaben wie die starre elfstündige Mindestruhezeit und der Acht-Stunden-Tag statt einer flexiblen Wochenhöchstarbeitszeit sind nicht mehr zeitgemäß und müssen reformiert werden."

Damit das Arbeiten von Zuhause funktioniert und es zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht zu Missverständnissen kommt, plädiert der Bitkom-Chef für klare Regeln, auch hinsichtlich von Rechtslage und Gesundheitsschutz. Bei den Mitarbeitern stößt das Konzept Homeoffice jedenfalls auf offene Ohren.

Weiterführende Links:

  • Ein gemischt genutztes Arbeitszimmer absetzen – das widerspricht einem Urteil des Bundesfinanzhofs.  Darin machen die Richter eine klare Ansage.
  • Neben flexiblen Arbeitsplätzen im Homeoffice gibt es auch flexible Führungsmodelle. Doch kaum jemand setzt sie um. Woran liegt das?
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