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Arbeitssicherheit: Das sollten Sie wissen

Wer Bestimmungen zur Arbeitssicherheit vernachlässigt, muss im Schadensfall mit schweren Konsequenzen rechnen. Welche Grundsätze zum Schutz Ihrer Beschäftigten gelten und was Sie als Unternehmer berücksichtigen sollten, lesen Sie hier.
Arbeitssicherheit: Das sollten Sie wissen Je nach Branche bedeutet Arbeitssicherheit auch, für die richtige Schutzkleidung zu sorgen. (© 2016 Love Silhouette/Shutterstock)

Grundsätze der Arbeitssicherheit

Als Arbeitgeber stehen Sie in der Pflicht, die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Beschäftigten während der Arbeit zu schützen. Geregelt ist dies im Arbeitsschutzgesetz, das an Unternehmer hohe Anforderungen stellt:

  • Risiken minimieren: Gestalten Sie die Arbeit so, dass die Gefahr für die physische und psychische Gesundheit Ihrer Arbeitnehmer möglichst gering ist.
  • Ursachen bekämpfen: Setzen Sie bei den Maßnahmen zur Arbeitssicherheit an der Quelle an.
  • Fortschrittlich handeln: Nutzen Sie die neuesten technischen, medizinischen, hygienischen und arbeitswirtschaftlichen Erkenntnisse.
  • Individualisiert schützen: Entwickeln Sie für Personengruppen, die besonderen Gefahren ausgesetzt sind, besondere Maßnahmen. Für Jugendliche, für Menschen mit Behinderung und für Schwangere und für stillende Mütter gelten spezielle Schutzvorschriften.
  • Gleichberechtigung gewährleisten: Geschlechtsspezifische Regelungen dürfen Sie nur dann treffen, wenn es aus biologischen Gründen geboten ist.
  • Beschäftigte schulen: Stellen Sie sicher, dass Ihre Arbeitnehmer über die Vorschriften zur Arbeitssicherheit in Ihrem Betrieb informiert sind.
  • Sicherheit geht vor: Vor dem Gesetz ist die Arbeitssicherheit gegenüber allen anderen unternehmerischen Zielen vorrangig.

Arbeitssicherheit an der Arbeitsstätte

Das Feld der Arbeitssicherheit ist breit gefächert. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie der Risikominimierung am Arbeitsplatz schenken. Welche Maßnahmen von Ihnen als Unternehmer zu treffen sind, ist von Branche zu Branche unterschiedlich. Arbeitnehmer im Bürokontext sind zum Beispiel vollkommen anderen Belastungen und Gefahren ausgesetzt als Beschäftigte in der Produktion. Welche Arbeit auch immer in Ihrem Betrieb verrichtet wird, stellen Sie sicher, dass die ...

  • Arbeitsmittel,
  • Arbeitsverfahren und
  • Arbeitsstoffe

... kein gesundheitliches Risko für Ihre Angestellten darstellen. Bei Bedarf sind Sie dazu verpflichtet, Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen und Ihre Mitarbeiter im richtigen Umgang damit zu unterweisen.

Nicht nur der Arbeitsplatz selbst, auch die sozialen und sanitären Anlagen in Ihrem Betrieb müssen sicher sein. Welche Anforderung der Gesetzgeber an die Ausstattung dieser Räume grundsätzlich stellt, können Sie in der Verordnung über Arbeitsstätten  nachlesen. Darüber hinaus sollten Sie den Betrieb regelmäßig begehen, um Gefahrenquellen zu identifizieren. Richten Sie Ihr Augenmerk dabei auch auf Details: Vermeintliche Kleinigkeiten, wie Kabelsalat auf dem Fußboden, das Fehlen von rutschfesten Matten im Eingangsbereich oder hohe Ablageflächen, die nur mithilfe von Leitern zu erreichen sind, können eine Gefahr für Ihre Mitarbeiter darstellen.

Brandschutz, Evakuierung und Erste Hilfe

Der Brandschutz im Betrieb ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitssicherheit. Dabei sind die Faktoren, die Sie als Unternehmer berücksichtigen müssen, vielfältig: So muss zum Beispiel eine moderne und funktionierende Ausrüstung für den Brandfall zur Verfügung gestellt werden, sichergestellt werden, dass die Fluchtwege den baulichen Vorschriften entsprechen und Ihre Beschäftigten wissen, was bei Feuer zu tun ist. Die Evakuierung muss geregelt sein und es müssen Mittel zur Ersten Hilfe zur Verfügung stehen.

Da die gesetzlichen Detailregelungen von Betrieb zu Betrieb stark variieren und sich ständig ändern, ergibt es Sinn, unter Ihren Angestellten Sicherheitsbeauftragte für die Bereiche Brandschutz, Evakuierung und Erste Hilfe zu benennen und entsprechend auszubilden. Sie können die Aufgaben auch selbst wahrnehmen, sofern Sie über genügend Zeit, die geeignete Ausrüstung und die notwendigen Kenntnisse verfügen.

Arbeitsmedizinische Betreuung

Abhängig von der Unternehmensgröße und Gefährdungsgruppe, in die Ihr Betrieb durch das Arbeitsschutzgesetz eingestuft ist, haben Sie die Pflicht, einen Betriebsarzt zu bestellen. Bei der Entscheidung, wer in Zukunft als Betriebsarzt für Sie tätig werden soll, müssen Sie den Personalrat und den Betriebsrat hinzuziehen. Die Aufgaben des Betriebsarztes sind vielfältig und umfassen unter anderem ...

  • die Erstellung und Aktualisierung von Gefährdungsbeurteilungen,
  • die Prophylaxe und Behandlung berufsbedingter Krankheiten sowie
  • die Planung und Optimierung von Betriebsanlagen und Arbeitsabläufen.

Fachkundliche Beratung

Unternehmer, die sich nicht akribisch mit dem Arbeitsschutzgesetz auseinandersetzten wollen, tun gut daran, eine Fachkraft für Arbeitssicherheit zu bestellen. Die Gesellschaft für Qualität im Arbeitsschutz führt eine Liste geprüfter Anbieter und kann Ihnen bei der Suche nach einer qualifizierten Fachkraft behilflich sein.

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Arbeitssicherheit: Das sollten Sie wissen Je nach Branche bedeutet Arbeitssicherheit auch, für die richtige Schutzkleidung zu sorgen. (© 2016 Love Silhouette/Shutterstock)

Grundsätze der Arbeitssicherheit

Als Arbeitgeber stehen Sie in der Pflicht, die Sicherheit und Gesundheit Ihrer Beschäftigten während der Arbeit zu schützen. Geregelt ist dies im Arbeitsschutzgesetz, das an Unternehmer hohe Anforderungen stellt:

  • Risiken minimieren: Gestalten Sie die Arbeit so, dass die Gefahr für die physische und psychische Gesundheit Ihrer Arbeitnehmer möglichst gering ist.
  • Ursachen bekämpfen: Setzen Sie bei den Maßnahmen zur Arbeitssicherheit an der Quelle an.
  • Fortschrittlich handeln: Nutzen Sie die neuesten technischen, medizinischen, hygienischen und arbeitswirtschaftlichen Erkenntnisse.
  • Individualisiert schützen: Entwickeln Sie für Personengruppen, die besonderen Gefahren ausgesetzt sind, besondere Maßnahmen. Für Jugendliche, für Menschen mit Behinderung und für Schwangere und für stillende Mütter gelten spezielle Schutzvorschriften.
  • Gleichberechtigung gewährleisten: Geschlechtsspezifische Regelungen dürfen Sie nur dann treffen, wenn es aus biologischen Gründen geboten ist.
  • Beschäftigte schulen: Stellen Sie sicher, dass Ihre Arbeitnehmer über die Vorschriften zur Arbeitssicherheit in Ihrem Betrieb informiert sind.
  • Sicherheit geht vor: Vor dem Gesetz ist die Arbeitssicherheit gegenüber allen anderen unternehmerischen Zielen vorrangig.

Arbeitssicherheit an der Arbeitsstätte

Das Feld der Arbeitssicherheit ist breit gefächert. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie der Risikominimierung am Arbeitsplatz schenken. Welche Maßnahmen von Ihnen als Unternehmer zu treffen sind, ist von Branche zu Branche unterschiedlich. Arbeitnehmer im Bürokontext sind zum Beispiel vollkommen anderen Belastungen und Gefahren ausgesetzt als Beschäftigte in der Produktion. Welche Arbeit auch immer in Ihrem Betrieb verrichtet wird, stellen Sie sicher, dass die ...

  • Arbeitsmittel,
  • Arbeitsverfahren und
  • Arbeitsstoffe

... kein gesundheitliches Risko für Ihre Angestellten darstellen. Bei Bedarf sind Sie dazu verpflichtet, Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen und Ihre Mitarbeiter im richtigen Umgang damit zu unterweisen.

Nicht nur der Arbeitsplatz selbst, auch die sozialen und sanitären Anlagen in Ihrem Betrieb müssen sicher sein. Welche Anforderung der Gesetzgeber an die Ausstattung dieser Räume grundsätzlich stellt, können Sie in der Verordnung über Arbeitsstätten  nachlesen. Darüber hinaus sollten Sie den Betrieb regelmäßig begehen, um Gefahrenquellen zu identifizieren. Richten Sie Ihr Augenmerk dabei auch auf Details: Vermeintliche Kleinigkeiten, wie Kabelsalat auf dem Fußboden, das Fehlen von rutschfesten Matten im Eingangsbereich oder hohe Ablageflächen, die nur mithilfe von Leitern zu erreichen sind, können eine Gefahr für Ihre Mitarbeiter darstellen.

Brandschutz, Evakuierung und Erste Hilfe

Der Brandschutz im Betrieb ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitssicherheit. Dabei sind die Faktoren, die Sie als Unternehmer berücksichtigen müssen, vielfältig: So muss zum Beispiel eine moderne und funktionierende Ausrüstung für den Brandfall zur Verfügung gestellt werden, sichergestellt werden, dass die Fluchtwege den baulichen Vorschriften entsprechen und Ihre Beschäftigten wissen, was bei Feuer zu tun ist. Die Evakuierung muss geregelt sein und es müssen Mittel zur Ersten Hilfe zur Verfügung stehen.

Da die gesetzlichen Detailregelungen von Betrieb zu Betrieb stark variieren und sich ständig ändern, ergibt es Sinn, unter Ihren Angestellten Sicherheitsbeauftragte für die Bereiche Brandschutz, Evakuierung und Erste Hilfe zu benennen und entsprechend auszubilden. Sie können die Aufgaben auch selbst wahrnehmen, sofern Sie über genügend Zeit, die geeignete Ausrüstung und die notwendigen Kenntnisse verfügen.

Arbeitsmedizinische Betreuung

Abhängig von der Unternehmensgröße und Gefährdungsgruppe, in die Ihr Betrieb durch das Arbeitsschutzgesetz eingestuft ist, haben Sie die Pflicht, einen Betriebsarzt zu bestellen. Bei der Entscheidung, wer in Zukunft als Betriebsarzt für Sie tätig werden soll, müssen Sie den Personalrat und den Betriebsrat hinzuziehen. Die Aufgaben des Betriebsarztes sind vielfältig und umfassen unter anderem ...

  • die Erstellung und Aktualisierung von Gefährdungsbeurteilungen,
  • die Prophylaxe und Behandlung berufsbedingter Krankheiten sowie
  • die Planung und Optimierung von Betriebsanlagen und Arbeitsabläufen.

Fachkundliche Beratung

Unternehmer, die sich nicht akribisch mit dem Arbeitsschutzgesetz auseinandersetzten wollen, tun gut daran, eine Fachkraft für Arbeitssicherheit zu bestellen. Die Gesellschaft für Qualität im Arbeitsschutz führt eine Liste geprüfter Anbieter und kann Ihnen bei der Suche nach einer qualifizierten Fachkraft behilflich sein.

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