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Berufsausbildung: Neun von zehn Azubis lernen im Mittelstand

Fein: Die Berufsausbildung im Mittelstand kommt bei der Jugend besonders gut an. Entgegen dem Trend bleibt die Anzahl der Azubis hier seit Jahren konstant, während sie in anderen Bereichen sinkt. Das könnte sich allerdings mit dem aktuellen Ausbildungsjahrgang ändern.
Berufsausbildung: Neun von zehn Azubis lernen imMittelstand Besonders oft beginnen junge Menschen eine Berufsausbildung im Handwerk. (© 2016 runzelkorn/Shutterstock)

Attraktive Berufsausbildung im Mittelstand

Wenn das keine gute Nachricht ist: Neun von zehn Azubis beginnen ihre Berufsausbildung im Mittelstand. Und der kann sich damit gegen einen Trend stemmen. Denn die Anzahl der Ausbildungsverträge in Deutschland sinkt. Aktuell gibt es davon 1,34 Millionen. Darin enthalten sind 516.000, die 2015 dazugekommen sind. Ein Negativrekord!

Dieser Entwicklung trotzt der Mittelstand. Mit 1,2 Millionen Azubis hält er nämlich seit fünf Jahren praktisch das gleiche Niveau. Damit absolvieren 90 Prozent aller Azubis ihre Berufsausbildung in mittelständischen Betrieben. So geht es aus einer Sonderauswertung des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels hervor.

Grund für das allgemeine Schrumpfen der Anzahl an Auszubildenden ist der demografische Wandel. Er führt zu geringeren Schülerzahlen. Hinzu kommt, das immer mehr junge Menschen ein Studium beginnen.

Weniger Azubis im laufenden Jahr

Das könnte schon bald auch dem Mittelstand zu schaffen machen – entgegen aller bisherigen Standhaftigkeit. Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe sagt, im Mittelstand "arbeiten gut zwei Drittel der Beschäftigten bundesweit, mittlerweile aber fast 90 % der Auszubildenden. Für das gerade gestartete Ausbildungsjahr 2016 rechnen wir allerdings mit einem leichten Rückgang der Azubis im Mittelstand."

Am häufigsten findet eine Berufsausbildung im Verarbeitenden Gewerbe statt. Dort sind relativ viele größere Unternehmen vertreten, die mit einem Anteil von 28 Prozent besonders oft Auszubildende aufnehmen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner ein Betrieb, desto seltener hat er Lehrlinge in seiner Belegschaft. Insgesamt bilden 13 Prozent der Unternehmen aus.

Eine Ausnahme ist das Handwerk. Obwohl in ihm viele kleine Betriebe vertreten sind, ist sein Ausbildungsanteil fast doppelt so hoch (24 Prozent) wie im Rest des Mittelstands.

Zuwanderer sorgen für positive Impulse

Einen besonderen Effekt zeitigen die hohen Zuwanderungszahlen im sogenannten "Übergangsbereich" mit seinen berufsvorbereitenden Maßnahmen und der Möglichkeit, Schulabschlüsse nachzuholen. Dort ist ein Plus von sieben Prozent (217.000 Neuzugänge) zu verzeichnen. Es ist der erste Anstieg seit zehn Jahren. Im Vorfeld zu einer Berufsausbildung erhalten hier junge Flüchtlinge unter anderem Sprach- und Integrationsunterricht.

Dazu meint KfW-Chefvolkswirt Zeuner:

"Die Integration von Flüchtlingen zählt aktuell zu den zentralen Herausforderungen des Berufsbildungssystems in Deutschland. Selten gab es einen besseren Anlass, den Übergangsbereich als wichtige Brücke zwischen Schule und Ausbildung zu stärken."

Weiterführende Links:

  • Werden Firmen zu Ausbildungsbetrieben, ist die Zukunft so gut wie gesichert: Die Wettbewerbsfähigkeit steigt und der Imagegewinn ist perfekt. Auszubildende sind also eine Investition, die sich auszahlt ...
  • Überaus vorbildlich: Ausbildungsbetriebe machen aus junge Menschen wertvolle Fachkräfte. Vier Unternehmen haben diese Aufgabe besonders meisterhaft bewältigt.
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Fein: Die Berufsausbildung im Mittelstand kommt bei der Jugend besonders gut an. Entgegen dem Trend bleibt die Anzahl der Azubis hier seit Jahren konstant, während sie in anderen Bereichen sinkt. Das könnte sich allerdings mit dem aktuellen Ausbildungsjahrgang ändern.
Berufsausbildung: Neun von zehn Azubis lernen imMittelstand Besonders oft beginnen junge Menschen eine Berufsausbildung im Handwerk. (© 2016 runzelkorn/Shutterstock)

Attraktive Berufsausbildung im Mittelstand

Wenn das keine gute Nachricht ist: Neun von zehn Azubis beginnen ihre Berufsausbildung im Mittelstand. Und der kann sich damit gegen einen Trend stemmen. Denn die Anzahl der Ausbildungsverträge in Deutschland sinkt. Aktuell gibt es davon 1,34 Millionen. Darin enthalten sind 516.000, die 2015 dazugekommen sind. Ein Negativrekord!

Dieser Entwicklung trotzt der Mittelstand. Mit 1,2 Millionen Azubis hält er nämlich seit fünf Jahren praktisch das gleiche Niveau. Damit absolvieren 90 Prozent aller Azubis ihre Berufsausbildung in mittelständischen Betrieben. So geht es aus einer Sonderauswertung des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels hervor.

Grund für das allgemeine Schrumpfen der Anzahl an Auszubildenden ist der demografische Wandel. Er führt zu geringeren Schülerzahlen. Hinzu kommt, das immer mehr junge Menschen ein Studium beginnen.

Weniger Azubis im laufenden Jahr

Das könnte schon bald auch dem Mittelstand zu schaffen machen – entgegen aller bisherigen Standhaftigkeit. Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe sagt, im Mittelstand "arbeiten gut zwei Drittel der Beschäftigten bundesweit, mittlerweile aber fast 90 % der Auszubildenden. Für das gerade gestartete Ausbildungsjahr 2016 rechnen wir allerdings mit einem leichten Rückgang der Azubis im Mittelstand."

Am häufigsten findet eine Berufsausbildung im Verarbeitenden Gewerbe statt. Dort sind relativ viele größere Unternehmen vertreten, die mit einem Anteil von 28 Prozent besonders oft Auszubildende aufnehmen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner ein Betrieb, desto seltener hat er Lehrlinge in seiner Belegschaft. Insgesamt bilden 13 Prozent der Unternehmen aus.

Eine Ausnahme ist das Handwerk. Obwohl in ihm viele kleine Betriebe vertreten sind, ist sein Ausbildungsanteil fast doppelt so hoch (24 Prozent) wie im Rest des Mittelstands.

Zuwanderer sorgen für positive Impulse

Einen besonderen Effekt zeitigen die hohen Zuwanderungszahlen im sogenannten "Übergangsbereich" mit seinen berufsvorbereitenden Maßnahmen und der Möglichkeit, Schulabschlüsse nachzuholen. Dort ist ein Plus von sieben Prozent (217.000 Neuzugänge) zu verzeichnen. Es ist der erste Anstieg seit zehn Jahren. Im Vorfeld zu einer Berufsausbildung erhalten hier junge Flüchtlinge unter anderem Sprach- und Integrationsunterricht.

Dazu meint KfW-Chefvolkswirt Zeuner:

"Die Integration von Flüchtlingen zählt aktuell zu den zentralen Herausforderungen des Berufsbildungssystems in Deutschland. Selten gab es einen besseren Anlass, den Übergangsbereich als wichtige Brücke zwischen Schule und Ausbildung zu stärken."

Weiterführende Links:

  • Werden Firmen zu Ausbildungsbetrieben, ist die Zukunft so gut wie gesichert: Die Wettbewerbsfähigkeit steigt und der Imagegewinn ist perfekt. Auszubildende sind also eine Investition, die sich auszahlt ...
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