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Betriebsrat als Verbündeter: So fördern Sie die Zusammenarbeit

Ziehen Sie an einem Strang mit dem Betriebsrat, so hat das für alle Seiten Vorteile. Stellen Sie sich klug dabei an, dann gewinnen Sie die Arbeitnehmervertretung als Verbündeten. So können Sie die Zusammenarbeit fördern und Ihren Interessen sowie denen Ihrer Belegschaft gerecht werden. Und werden nebenbei zu einem attraktiven Arbeitgeber.
Betriebsrat als Verbündeter: So fördern Sie die Zusammenarbeit Gemeinsam stark: Mit der richtigen Strategie machen Sie den Betriebsrat zum Verbündeten. (© 2016 Dragon Images/Shutterstock)

So wird der Betriebsrat Ihr Verbündeter

Chefs und Betriebsräte – das sind oftmals schwierige Beziehungen. Das muss aber nicht sein. Im  Gegenteil: Wenn Sie offen und geschickt mit der Arbeitnehmervertretung umgehen, dann können beide Seiten davon profitieren. Zum Beispiel wirkt Ihr Unternehmen durch einen Betriebsrat attraktiver für dringend gebrauchte, neue Mitarbeiter. Damit das klappt und Sie so die Zusammenarbeit fördern, sind einige Voraussetzungen vonnöten.

Die rechtlichen Basics müssen sitzen

Als Führungskraft sollten Sie auf jeden Fall die rechtlichen Grundlagen intus haben, auf denen der Betriebsart agiert. Das hat gleich doppelten Nutzen: Zum einen wissen Sie genau, was das Gremium Ihrer Belegschaft darf und was nicht. Zum anderen treten Sie den Arbeitnehmervertretern gegenüber selbstsicherer auf. Die sind nämlich meistens sehr gut über ihre Rechte und Pflichten informiert. Um da mitzuhalten, brauchen Sie also Sachverstand. Den eignen Sie sich entweder über erfahrene Kollegen im Betrieb oder extern an. Auch so können Sie die Zusammenarbeit fördern.

Auch der Betriebsrat kann noch etwas lernen

Umgekehrt kann es sein, dass es bei den Mitgliedern des Betriebsrats an unternehmerischem Wissen hapert. Dem sollten Sie abhelfen. Zum Beispiel, indem Sie Schulungen oder Lehrgänge anregen, deren Kosten sie übernehmen. Auch in diesem Fall erhalten Sie eine Win-win-Situation. Der Betriebsrat kann Entscheidungen von Ihnen besser nachvollziehen und einordnen. Und Sie brauchen nicht jeden Ihrer Schritte zu erläutern. Das spart Zeit und sorgt für gegenseitiges Verständnis.

Die Zusammenarbeit fördern mit der richtigen Ausstattung

Ein Betriebsrat braucht Geld für seine Arbeit. Das bekommt er vom Arbeitgeber, also von Ihnen. So ist es im § 40 Abs. 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) geregelt. Außerdem müssen Sie für eine ordentliche Ausstattung sorgen. Konkret: Der Betriebsrat braucht unter anderem

  • angemessene Räumlichkeiten mit geeigneter Möblierung,
  • moderne Kommunikationsmittel wie Internetanschluss, eigene E-Mail-Adressen und
  • ein Smartphone für den Vorsitzenden beziehungsweise die Vorsitzende.

Der Betriebsrat hat zwar kein Anrecht auf autarke Internet- und Telefonleitungen, die nicht mit dem sonstigen Netzwerk Ihres Unternehmens verbunden sind. Doch wenn Sie die Zusammenarbeit fördern wollen, dann sollten Sie sich zu einer solchen vertrauensbildenden Maßnahme durchringen.

Halten Sie den Betriebsrat auf dem Laufenden

Der Informationsfluss zwischen Ihnen und der Arbeitnehmervertretung muss offen und ehrlich ablaufen. Geheimnistuerei oder zurückgehaltenes Wissen Ihrerseits werden kaum die Zusammenarbeit fördern. Klar, nicht jede Ihrer Entscheidungen geht den Betriebsrat etwas an, zum Beispiel von Ihnen ausgesprochene Abmahnungen. Doch eines muss Ihnen klar sein: Vieles landet früher oder später doch auf dem Tisch des Gremiums und sorgt womöglich für überflüssige Gesprächsrunden.

Setzen Sie den Betriebsrat also von relevanten Entwicklungen und Plänen frühzeitig in Kenntnis. Auf diese Weise gewinnen Sie sein Vertrauen und erfahren im Austausch mehr über seine Ansichten. Das kann Ihnen später manch böse Überraschung ersparen. Vereinbaren Sie auch ein regelmäßiges Treffen, bei dem Sie aktuelle Themen be- und verhandeln. Das ist ohnehin einmal im Monat Pflicht. Je nach Größe des Unternehmens oder Handlungsbedarf sind häufigere, etwa wöchentliche Runden empfehlenswert.

Übrigens müssen Gespräche nicht immer auf der offiziellen Ebene stattfinden. Entwickeln Sie einen guten Draht zum Betriebsratsvorsitzenden, dann lässt sich manche Angelegenheit auch informell auf dem kurzen Dienstweg klären. Natürlich ohne Mauschelei.

Treffen Sie Betriebsvereinbarungen

In jedem Unternehmen gibt es gewisse Fragen, die immer wieder für Unruhe sorgen und deshalb einer klaren Regelung bedürfen. Dazu gehören beispielsweise die Themen Überstunden, Rauchen im Büro, der Umgang mit privaten Telefonaten oder Internetnutzung am Arbeitsplatz. Wollen Sie die allgemeine interne Zusammenarbeit fördern, dann sollten Sie solche Knackpunkte gemeinsam mit dem Betriebsrat fixieren. Dazu verfassen Sie am besten sogenannte Betriebsvereinbarungen. Dann weiß jeder Betroffene, woran er ist. Auch das spart manch zehrende Diskussion und verbessert für alle Seiten die Planung.

Binden Sie den Betriebsrat stärker ein

Eines Ihrer wichtigsten Anliegen sollte die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter sein. Die nämlich stärkt die Chancen Ihres Unternehmens im Kampf mit der Konkurrenz – und wird vom Staat bezuschusst. Statt hier einsame Entscheidungen zu treffen, ist auch die Einbindung des Betriebsrat erwägenswert. Im Optimalfall bilden Sie eine Runde mit Vertretern aus allen Geschäftsbereichen, die Möglichkeiten für Lernprozesse in der Belegschaft auslotet. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Sie die Möglichkeiten und Kenntnisse des Betriebsrats nutzen können.

Ihre Diplomatie vor der Betriebsratswahl

Die Wahl des Betriebsrats ist Sache der Belegschaft, geheim und darf von Ihnen nicht behindert werden. Zuweilen mag das im Gremium zu einer personellen Zusammensetzung führen, die Ihnen nicht behagt. Das müssen Sie dann aber so hinnehmen. Allerdings ist es Ihnen nicht verboten, im Vorfeld des Urnengangs einen gewissen Einfluss auszuüben. Führen Sie also Gespräche mit Mitarbeitern, die ein gutes Standing bei ihren Kollegen haben und mit denen Sie auf einer sachlich orientierten Basis reden können.

Nur hüten Sie sich davor, der Person irgendwelche Versprechungen zu machen oder Vergünstigungen in Aussicht zu stellen. Das ist nämlich verboten. Legen Sie stattdessen Ihre Sicht der Dinge dar und werben Sie argumentativ um Unterstützung. Stellen Sie sich dabei geschickt an, dann könnte Ihr Gegenüber Ihre Position in der Belegschaft verbreiten und nachvollziehbar begründen. Wenn das klappt, dann sitzt vielleicht der eine oder andere Hardliner unter den Arbeitnehmervertreter weniger im Betriebsrat. Auch dies wird die Zusammenarbeit fördern.

Weiterführende Links:

  •  Erfahren Sie, welche Auswirkungen die Betriebsratsgründung auf Unternehmen hat und wann die Voraussetzungen erfüllt sind, einen BR zu gründen.
  • Haben Mitarbeiter immer einen Anspruch auf eine Abfindung, wenn sie Ihr Unternehmen verlassen müssen? Nein, nicht in jedem Fall. Wir räumen mit den Vorurteilen auf und erklären, wann Sie zu einer verabschiedenden Finanzspritze verpflichtet sind.
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Ziehen Sie an einem Strang mit dem Betriebsrat, so hat das für alle Seiten Vorteile. Stellen Sie sich klug dabei an, dann gewinnen Sie die Arbeitnehmervertretung als Verbündeten. So können Sie die Zusammenarbeit fördern und Ihren Interessen sowie denen Ihrer Belegschaft gerecht werden. Und werden nebenbei zu einem attraktiven Arbeitgeber.
Betriebsrat als Verbündeter: So fördern Sie die Zusammenarbeit Gemeinsam stark: Mit der richtigen Strategie machen Sie den Betriebsrat zum Verbündeten. (© 2016 Dragon Images/Shutterstock)

So wird der Betriebsrat Ihr Verbündeter

Chefs und Betriebsräte – das sind oftmals schwierige Beziehungen. Das muss aber nicht sein. Im  Gegenteil: Wenn Sie offen und geschickt mit der Arbeitnehmervertretung umgehen, dann können beide Seiten davon profitieren. Zum Beispiel wirkt Ihr Unternehmen durch einen Betriebsrat attraktiver für dringend gebrauchte, neue Mitarbeiter. Damit das klappt und Sie so die Zusammenarbeit fördern, sind einige Voraussetzungen vonnöten.

Die rechtlichen Basics müssen sitzen

Als Führungskraft sollten Sie auf jeden Fall die rechtlichen Grundlagen intus haben, auf denen der Betriebsart agiert. Das hat gleich doppelten Nutzen: Zum einen wissen Sie genau, was das Gremium Ihrer Belegschaft darf und was nicht. Zum anderen treten Sie den Arbeitnehmervertretern gegenüber selbstsicherer auf. Die sind nämlich meistens sehr gut über ihre Rechte und Pflichten informiert. Um da mitzuhalten, brauchen Sie also Sachverstand. Den eignen Sie sich entweder über erfahrene Kollegen im Betrieb oder extern an. Auch so können Sie die Zusammenarbeit fördern.

Auch der Betriebsrat kann noch etwas lernen

Umgekehrt kann es sein, dass es bei den Mitgliedern des Betriebsrats an unternehmerischem Wissen hapert. Dem sollten Sie abhelfen. Zum Beispiel, indem Sie Schulungen oder Lehrgänge anregen, deren Kosten sie übernehmen. Auch in diesem Fall erhalten Sie eine Win-win-Situation. Der Betriebsrat kann Entscheidungen von Ihnen besser nachvollziehen und einordnen. Und Sie brauchen nicht jeden Ihrer Schritte zu erläutern. Das spart Zeit und sorgt für gegenseitiges Verständnis.

Die Zusammenarbeit fördern mit der richtigen Ausstattung

Ein Betriebsrat braucht Geld für seine Arbeit. Das bekommt er vom Arbeitgeber, also von Ihnen. So ist es im § 40 Abs. 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) geregelt. Außerdem müssen Sie für eine ordentliche Ausstattung sorgen. Konkret: Der Betriebsrat braucht unter anderem

  • angemessene Räumlichkeiten mit geeigneter Möblierung,
  • moderne Kommunikationsmittel wie Internetanschluss, eigene E-Mail-Adressen und
  • ein Smartphone für den Vorsitzenden beziehungsweise die Vorsitzende.

Der Betriebsrat hat zwar kein Anrecht auf autarke Internet- und Telefonleitungen, die nicht mit dem sonstigen Netzwerk Ihres Unternehmens verbunden sind. Doch wenn Sie die Zusammenarbeit fördern wollen, dann sollten Sie sich zu einer solchen vertrauensbildenden Maßnahme durchringen.

Halten Sie den Betriebsrat auf dem Laufenden

Der Informationsfluss zwischen Ihnen und der Arbeitnehmervertretung muss offen und ehrlich ablaufen. Geheimnistuerei oder zurückgehaltenes Wissen Ihrerseits werden kaum die Zusammenarbeit fördern. Klar, nicht jede Ihrer Entscheidungen geht den Betriebsrat etwas an, zum Beispiel von Ihnen ausgesprochene Abmahnungen. Doch eines muss Ihnen klar sein: Vieles landet früher oder später doch auf dem Tisch des Gremiums und sorgt womöglich für überflüssige Gesprächsrunden.

Setzen Sie den Betriebsrat also von relevanten Entwicklungen und Plänen frühzeitig in Kenntnis. Auf diese Weise gewinnen Sie sein Vertrauen und erfahren im Austausch mehr über seine Ansichten. Das kann Ihnen später manch böse Überraschung ersparen. Vereinbaren Sie auch ein regelmäßiges Treffen, bei dem Sie aktuelle Themen be- und verhandeln. Das ist ohnehin einmal im Monat Pflicht. Je nach Größe des Unternehmens oder Handlungsbedarf sind häufigere, etwa wöchentliche Runden empfehlenswert.

Übrigens müssen Gespräche nicht immer auf der offiziellen Ebene stattfinden. Entwickeln Sie einen guten Draht zum Betriebsratsvorsitzenden, dann lässt sich manche Angelegenheit auch informell auf dem kurzen Dienstweg klären. Natürlich ohne Mauschelei.

Treffen Sie Betriebsvereinbarungen

In jedem Unternehmen gibt es gewisse Fragen, die immer wieder für Unruhe sorgen und deshalb einer klaren Regelung bedürfen. Dazu gehören beispielsweise die Themen Überstunden, Rauchen im Büro, der Umgang mit privaten Telefonaten oder Internetnutzung am Arbeitsplatz. Wollen Sie die allgemeine interne Zusammenarbeit fördern, dann sollten Sie solche Knackpunkte gemeinsam mit dem Betriebsrat fixieren. Dazu verfassen Sie am besten sogenannte Betriebsvereinbarungen. Dann weiß jeder Betroffene, woran er ist. Auch das spart manch zehrende Diskussion und verbessert für alle Seiten die Planung.

Binden Sie den Betriebsrat stärker ein

Eines Ihrer wichtigsten Anliegen sollte die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter sein. Die nämlich stärkt die Chancen Ihres Unternehmens im Kampf mit der Konkurrenz – und wird vom Staat bezuschusst. Statt hier einsame Entscheidungen zu treffen, ist auch die Einbindung des Betriebsrat erwägenswert. Im Optimalfall bilden Sie eine Runde mit Vertretern aus allen Geschäftsbereichen, die Möglichkeiten für Lernprozesse in der Belegschaft auslotet. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Sie die Möglichkeiten und Kenntnisse des Betriebsrats nutzen können.

Ihre Diplomatie vor der Betriebsratswahl

Die Wahl des Betriebsrats ist Sache der Belegschaft, geheim und darf von Ihnen nicht behindert werden. Zuweilen mag das im Gremium zu einer personellen Zusammensetzung führen, die Ihnen nicht behagt. Das müssen Sie dann aber so hinnehmen. Allerdings ist es Ihnen nicht verboten, im Vorfeld des Urnengangs einen gewissen Einfluss auszuüben. Führen Sie also Gespräche mit Mitarbeitern, die ein gutes Standing bei ihren Kollegen haben und mit denen Sie auf einer sachlich orientierten Basis reden können.

Nur hüten Sie sich davor, der Person irgendwelche Versprechungen zu machen oder Vergünstigungen in Aussicht zu stellen. Das ist nämlich verboten. Legen Sie stattdessen Ihre Sicht der Dinge dar und werben Sie argumentativ um Unterstützung. Stellen Sie sich dabei geschickt an, dann könnte Ihr Gegenüber Ihre Position in der Belegschaft verbreiten und nachvollziehbar begründen. Wenn das klappt, dann sitzt vielleicht der eine oder andere Hardliner unter den Arbeitnehmervertreter weniger im Betriebsrat. Auch dies wird die Zusammenarbeit fördern.

Weiterführende Links:

  •  Erfahren Sie, welche Auswirkungen die Betriebsratsgründung auf Unternehmen hat und wann die Voraussetzungen erfüllt sind, einen BR zu gründen.
  • Haben Mitarbeiter immer einen Anspruch auf eine Abfindung, wenn sie Ihr Unternehmen verlassen müssen? Nein, nicht in jedem Fall. Wir räumen mit den Vorurteilen auf und erklären, wann Sie zu einer verabschiedenden Finanzspritze verpflichtet sind.
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