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Bildschirmarbeitsplatz: Pausen sind Pflicht

Mach mal Pause! Auch Mitarbeiter am Bildschirmarbeitsplatz müssen ab und zu verschnaufen. Doch wie viele Unterbrechungen sind verpflichtend? Und wie lässt sich der Augenstress wirksam minimieren? Wir klären auf.
Bildschirmarbeitsplatz: Pausen sind Pflicht Am PC bis zum Umfallen? Nein, Pausen sind am Bildschirmarbeitsplatz verpflichtend und sinnvoll. (© 2016 Ollyy/Shutterstock)

Bildschirmarbeitsplatz: Das sagt das Gesetz

Take a break! Das ständige Starren auf den Monitor reizt die Augen und macht müde. Der Gesetzgeber verpflichtet Chefs daher, ihren Mitarbeitern Pausen zu ermöglichen. Die BildscharbV § 5 besagt:

"Der Arbeitgeber hat die Tätigkeit der Beschäftigten so zu organisieren, dass die tägliche Arbeit an Bildschirmgeräten regelmäßig durch andere Tätigkeiten oder durch Pausen unterbrochen wird, die jeweils die Belastung durch die Arbeit am Bildschirmgerät verringern."

Allerdings legt das Gesetz weder die Anzahl, noch die Mindestdauer der Unterbrechungen fest. Geregelt sind hingegen die weiteren Pflichten des Arbeitgebers am Bildschirmarbeitsplatz:

  • Der Chef muss seinen Angestellten in regelmäßigen Zeitabschnitten "eine angemessene Untersuchung der Augen und des Sehvermögens durch eine fachkundige Person" anbieten (BildscharbV § 6 ).
  • Falls für die Bildschirmarbeit spezielle Brillen oder Sehhilfen notwendig sind, so werden die Kosten vom Arbeitgeber übernommen.

Augenstress: Belastungen minimieren

Auch wenn der Gesetzgeber die Anzahl der Pausen für den Bildschirmarbeitsplatz nicht festlegt, sollten Ihre Mitarbeiter nicht bis zum Umfallen am PC arbeiten. Nach 50 Minuten intensiver Arbeit am Monitor empfiehlt sich eine Unterbrechung von fünf bis zehn Minuten. Diese Mußezeit zählt nicht zu den sonstigen Pausen (zum Beispiel die Mittagspause) und wird der Arbeitszeit angerechnet. Sie darf nicht zusammengezählt und in einem Stück am Beginn oder am Ende des Arbeitstages genommen werden. Dies lässt sich so in tarifrechtlichen Regelungen verankern.

Einige Chefs denken sich: Wenn ich meiner Belegschaft so viele Pausen gönne, dann sinkt ja die Produktivität der Truppe. Das Gegenteil ist der Fall. Ihre Mitarbeiter können sich nach den Pausen besser konzentrieren und gehen mit neuem Elan an ihre Aufgaben. Wer hingegen keine Regenerationszeiten bekommt, der leidet häufig unter  ...

  • Rücken-, Nacken- oder Kopfschmerzen,
  • gereizte, trockene oder müde Augen,
  • einer hohen Fehlerquote im Arbeitsalltag,
  • einer Sehschwäche im Alter.

Das stundenlange Starren auf Displays ist ein echtes Gesundheitsrisiko. Es gilt, proaktiv entgegenzusteuern. Dazu gehört nicht nur die richtige Ausstattung. Auch folgende Maßnahmen sind unerlässlich:

  • Am Bildschirmarbeitsplatz sollten nur flimmerfreie Monitore zum Einsatz kommen.
  • Der ideale Abstand zwischen Auge und Bildschirm beträgt zwischen 60 und 80 Zentimeter.
  • Sorgen Sie für genügend Licht. Mindestens 500 Lux sind im Büro empfehlenswert.
  • Der Monitor sollte so hoch stehen, dass die oberste Zeichenzeile unterhalb der Augenhöhe liegt.
  • Mitarbeiter sollten auf den Bildschirm blicken, ohne den Kopf zu verrenken.

Eine echte Alternative zum herkömmlichen Bildschirmarbeitsplatz: Mischarbeit! Hierbei arbeitet der Angestellte nicht länger als 30 Minuten pro Stunde am Monitor. Die restliche Zeit empfängt er beispielsweise Kunden oder erledigt Aufgaben im Lager. Durch die Abwechslung der Tätigkeit wird der Augenstress wirksam eingedämmt.

Richtig Pause machen

Abschließend noch ein paar Tipps zur richtigen Gestaltung der Verschnaufpausen. Grundsätzlich gilt: Mehrere kurze Pausen sind besser als eine lange Unterbrechung. Schlauer ist es auch, die Pausen schon zu nehmen, bevor man total erschöpft ist. Denn sonst kommt die Unterbrechung ja schon zu spät.

Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter, für kurze Zeit ins Freie zu gehen.  Wer sich an der frischen Luft den Kopf freipusten lässt, kommt häufig mit neuen Ideen zurück an den Schreibtisch. Das Smartphone sollte dabei allerdings in der Tasche bleiben. Denn wer am Handy rumfummelt, belastet wieder seine Augen. Und genau das will man mit der Pause vermeiden.

Weiterführende Links:   

  • Raucherpause am Arbeitsplatz: Das müssen Arbeitgeber wissen.
  • Gesetzliche Pausenregelung: Welche Rechte Ihren Mitarbeitern sonst noch zustehen.
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Bildschirmarbeitsplatz: Pausen sind Pflicht

Mach mal Pause! Auch Mitarbeiter am Bildschirmarbeitsplatz müssen ab und zu verschnaufen. Doch wie viele Unterbrechungen sind verpflichtend? Und wie lässt sich der Augenstress wirksam minimieren? Wir klären auf.
Bildschirmarbeitsplatz: Pausen sind Pflicht Am PC bis zum Umfallen? Nein, Pausen sind am Bildschirmarbeitsplatz verpflichtend und sinnvoll. (© 2016 Ollyy/Shutterstock)

Bildschirmarbeitsplatz: Das sagt das Gesetz

Take a break! Das ständige Starren auf den Monitor reizt die Augen und macht müde. Der Gesetzgeber verpflichtet Chefs daher, ihren Mitarbeitern Pausen zu ermöglichen. Die BildscharbV § 5 besagt:

"Der Arbeitgeber hat die Tätigkeit der Beschäftigten so zu organisieren, dass die tägliche Arbeit an Bildschirmgeräten regelmäßig durch andere Tätigkeiten oder durch Pausen unterbrochen wird, die jeweils die Belastung durch die Arbeit am Bildschirmgerät verringern."

Allerdings legt das Gesetz weder die Anzahl, noch die Mindestdauer der Unterbrechungen fest. Geregelt sind hingegen die weiteren Pflichten des Arbeitgebers am Bildschirmarbeitsplatz:

  • Der Chef muss seinen Angestellten in regelmäßigen Zeitabschnitten "eine angemessene Untersuchung der Augen und des Sehvermögens durch eine fachkundige Person" anbieten (BildscharbV § 6 ).
  • Falls für die Bildschirmarbeit spezielle Brillen oder Sehhilfen notwendig sind, so werden die Kosten vom Arbeitgeber übernommen.

Augenstress: Belastungen minimieren

Auch wenn der Gesetzgeber die Anzahl der Pausen für den Bildschirmarbeitsplatz nicht festlegt, sollten Ihre Mitarbeiter nicht bis zum Umfallen am PC arbeiten. Nach 50 Minuten intensiver Arbeit am Monitor empfiehlt sich eine Unterbrechung von fünf bis zehn Minuten. Diese Mußezeit zählt nicht zu den sonstigen Pausen (zum Beispiel die Mittagspause) und wird der Arbeitszeit angerechnet. Sie darf nicht zusammengezählt und in einem Stück am Beginn oder am Ende des Arbeitstages genommen werden. Dies lässt sich so in tarifrechtlichen Regelungen verankern.

Einige Chefs denken sich: Wenn ich meiner Belegschaft so viele Pausen gönne, dann sinkt ja die Produktivität der Truppe. Das Gegenteil ist der Fall. Ihre Mitarbeiter können sich nach den Pausen besser konzentrieren und gehen mit neuem Elan an ihre Aufgaben. Wer hingegen keine Regenerationszeiten bekommt, der leidet häufig unter  ...

  • Rücken-, Nacken- oder Kopfschmerzen,
  • gereizte, trockene oder müde Augen,
  • einer hohen Fehlerquote im Arbeitsalltag,
  • einer Sehschwäche im Alter.

Das stundenlange Starren auf Displays ist ein echtes Gesundheitsrisiko. Es gilt, proaktiv entgegenzusteuern. Dazu gehört nicht nur die richtige Ausstattung. Auch folgende Maßnahmen sind unerlässlich:

  • Am Bildschirmarbeitsplatz sollten nur flimmerfreie Monitore zum Einsatz kommen.
  • Der ideale Abstand zwischen Auge und Bildschirm beträgt zwischen 60 und 80 Zentimeter.
  • Sorgen Sie für genügend Licht. Mindestens 500 Lux sind im Büro empfehlenswert.
  • Der Monitor sollte so hoch stehen, dass die oberste Zeichenzeile unterhalb der Augenhöhe liegt.
  • Mitarbeiter sollten auf den Bildschirm blicken, ohne den Kopf zu verrenken.

Eine echte Alternative zum herkömmlichen Bildschirmarbeitsplatz: Mischarbeit! Hierbei arbeitet der Angestellte nicht länger als 30 Minuten pro Stunde am Monitor. Die restliche Zeit empfängt er beispielsweise Kunden oder erledigt Aufgaben im Lager. Durch die Abwechslung der Tätigkeit wird der Augenstress wirksam eingedämmt.

Richtig Pause machen

Abschließend noch ein paar Tipps zur richtigen Gestaltung der Verschnaufpausen. Grundsätzlich gilt: Mehrere kurze Pausen sind besser als eine lange Unterbrechung. Schlauer ist es auch, die Pausen schon zu nehmen, bevor man total erschöpft ist. Denn sonst kommt die Unterbrechung ja schon zu spät.

Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter, für kurze Zeit ins Freie zu gehen.  Wer sich an der frischen Luft den Kopf freipusten lässt, kommt häufig mit neuen Ideen zurück an den Schreibtisch. Das Smartphone sollte dabei allerdings in der Tasche bleiben. Denn wer am Handy rumfummelt, belastet wieder seine Augen. Und genau das will man mit der Pause vermeiden.

Weiterführende Links:   

  • Raucherpause am Arbeitsplatz: Das müssen Arbeitgeber wissen.
  • Gesetzliche Pausenregelung: Welche Rechte Ihren Mitarbeitern sonst noch zustehen.
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