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Chief Digital Officer: Was er leistet und mitbringen sollte

Ein Chief Digital Officer treibt und trägt die digitale Transformation in Unternehmen. Dafür braucht er umfassende Befugnisse, möglichst einen Platz in der Führungsspitze – und viele Talente.
Chief Digital Officer: Was er leistet und mitbringen sollte Der Chief Digital Officer nimmt die digitale Transformation in die Hand. (© 2017 Sergey Nivens/Shutterstock)

Chief Digital Officer: Das ist seine Aufgabe

Brauchen Sie einen Chief Digital Officer? Also jemanden, der verantwortlich die digitale Transformation ihres Unternehmens in die Hand nimmt und es fit für die Industrie 4.0 macht? Das müssen Sie natürlich selbst wissen. Auf jeden Fall werden Sie sich eher früher als später mit diesem Thema beschäftigen (müssen). Dann kann es nicht schaden, einen grundsätzlichen Überblick über das Wirken eines Chief Digital Officers (kurz: CDO) zu haben.

Seine wesentliche Aufgabe ist es, den technologischen Wandel zu planen, zu organisieren, umzusetzen und ihn anschließend zu betreuen und weiterzuentwickeln. Allein dieser oberflächliche Blick in sein Pflichtenheft zeigt schon: Ein CDO ist eine zentrale Schaltstelle in einem Unternehmen und mithin keine Position, die halbherzig besetzt werden sollte. Empfehlenswerterweise gehört er oder sie zum Vorstand und ist mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet. Warum das so wichtig ist, zeigt folgende, etwas detailliertere Sicht auf das zu erfüllende Leistungsspektrum. Ein CDO muss ...

  • ... eine Bestandsaufnahme der Digitalisierung in einem Betrieb erstellen.
  • ... sich darauf aufbauend mit allen Bereichen und Abteilungen austauschen und mittels der gewonnenen Erkenntnisse eine umfassende digitale Strategie entwerfen.
  • ... die technischen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für die digitale Transformation schaffen.
  • ... den Wandel beaufsichtigen, dabei auftauchende Probleme schnell lösen und das Projekt vorantreiben.
  • ... seine Arbeit als "Work in Progress" begreifen.
  • ... ständig neue Entwicklungen beobachten beziehungsweise selbst hervorbringen und bei Bedarf in das bestehende digitale System übernehmen.

Der CDO – ein Universalgenie

Für diese Aufgaben braucht er maßgebliche Befugnisse und einen gewissen Spielraum – nicht zuletzt in Budgetfragen. Schließlich muss ein Chief Digital Officer unter anderem hinsichtlich des Marketings tätig werden. So entscheidet er oder sie zum Beispiel, wie und in welchem Umfang soziale Netzwerke und andere digitale Kanäle für Werbung und ähnliche verkaufs- oder imagefördernde Aktionen genutzt werden.

Sie merken schon: Ein guter CDO ist praktisch omnipotent talentiert. Zu einem vielversprechenden Profi-Profil gehören unter anderem:

  • langjährige Erfahrung in einem digital arbeitenden Unternehmen
  • betriebswirtschaftliche Kenntnisse
  • technisches Know-how
  • Vertrautheit mit Change-Management-Prozessen
  • Führungsqualität, Überzeugungskraft und Courage
  • versierter Umgang mit Big Data und Analysen
  • Belastbarkeit und Flexibilität

Entscheidend sind nicht profunde IT-Kenntnisse, sondern vielfältige Begabungen. Ein CDO muss nicht alles wissen, aber gut vermitteln und delegieren. Geeignete Bewerber können also durchaus aus eher technikfremden Bereichen wie etwa dem Marketing, der Betriebs- oder Volkswirtschaft, der Verwaltung oder der Kommunikation stammen. Das macht eine erfolgreiche Besetzung allerdings nicht einfacher, denn salopp gesagt wachsen solche Leute nicht auf Bäumen.

CDO oder CIO?

Da mag die Versuchung groß sein, einen bereits vorhandenen Chief Information Officer (CIO) mit CDO-Aufgaben zu betrauen. Das klingt praktisch, ist aber nicht immer sinnvoll. Schließlich ist ein CIO üblicherweise ein hochspezialisierter IT-Fachmann. Doch das allein genügt nicht, um eine digitale Transformation in Gänze zu wuppen. Im Zweifel müssen Sie sich also selbst auf die Suche nach einem Chief Digital Officer machen. Keine leichte Aufgabe angesichts des Fachkräftemangels. Lohnt sich der Aufwand?

Das führt wieder zur einführenden Frage: Brauchen Sie einen Chief Digital Officer überhaupt? Nein, wenn Sie zufällig bereits jemanden mit den entsprechenden Voraussetzungen im Team haben. In den meisten anderen Fällen heißt die richtige Antwort: ja. Denn um eine mehr oder weniger umfangreiche Digitalisierung werden Sie kaum herumkommen – egal wie groß Ihr Unternehmen ist und zu welcher Branche es gehört. Der Wandel ist zudem kein schnell und schon gar nicht nebenbei erledigtes Unterfangen. Sie brauchen deshalb eine verlässliche Kraft, die Sie dabei tatkräftig und langfristig unterstützt. Und genau das tut ein Chief Digital Officer.

Weiterführende Links:

  • Ihnen liegt eine Bewerbung als CIO vor? Anhand bestimmter Kriterien erkennen Sie schnell, ob der Kandidat etwas taugt.
  • Die digitale Transformation bringt neue Jobs hervor. Einige Berufe mit Zukunft sollte Ihre Personalabteilung besonders im Auge behalten.
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Chief Digital Officer: Was er leistet und mitbringen sollte Der Chief Digital Officer nimmt die digitale Transformation in die Hand. (© 2017 Sergey Nivens/Shutterstock)

Chief Digital Officer: Das ist seine Aufgabe

Brauchen Sie einen Chief Digital Officer? Also jemanden, der verantwortlich die digitale Transformation ihres Unternehmens in die Hand nimmt und es fit für die Industrie 4.0 macht? Das müssen Sie natürlich selbst wissen. Auf jeden Fall werden Sie sich eher früher als später mit diesem Thema beschäftigen (müssen). Dann kann es nicht schaden, einen grundsätzlichen Überblick über das Wirken eines Chief Digital Officers (kurz: CDO) zu haben.

Seine wesentliche Aufgabe ist es, den technologischen Wandel zu planen, zu organisieren, umzusetzen und ihn anschließend zu betreuen und weiterzuentwickeln. Allein dieser oberflächliche Blick in sein Pflichtenheft zeigt schon: Ein CDO ist eine zentrale Schaltstelle in einem Unternehmen und mithin keine Position, die halbherzig besetzt werden sollte. Empfehlenswerterweise gehört er oder sie zum Vorstand und ist mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet. Warum das so wichtig ist, zeigt folgende, etwas detailliertere Sicht auf das zu erfüllende Leistungsspektrum. Ein CDO muss ...

  • ... eine Bestandsaufnahme der Digitalisierung in einem Betrieb erstellen.
  • ... sich darauf aufbauend mit allen Bereichen und Abteilungen austauschen und mittels der gewonnenen Erkenntnisse eine umfassende digitale Strategie entwerfen.
  • ... die technischen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für die digitale Transformation schaffen.
  • ... den Wandel beaufsichtigen, dabei auftauchende Probleme schnell lösen und das Projekt vorantreiben.
  • ... seine Arbeit als "Work in Progress" begreifen.
  • ... ständig neue Entwicklungen beobachten beziehungsweise selbst hervorbringen und bei Bedarf in das bestehende digitale System übernehmen.

Der CDO – ein Universalgenie

Für diese Aufgaben braucht er maßgebliche Befugnisse und einen gewissen Spielraum – nicht zuletzt in Budgetfragen. Schließlich muss ein Chief Digital Officer unter anderem hinsichtlich des Marketings tätig werden. So entscheidet er oder sie zum Beispiel, wie und in welchem Umfang soziale Netzwerke und andere digitale Kanäle für Werbung und ähnliche verkaufs- oder imagefördernde Aktionen genutzt werden.

Sie merken schon: Ein guter CDO ist praktisch omnipotent talentiert. Zu einem vielversprechenden Profi-Profil gehören unter anderem:

  • langjährige Erfahrung in einem digital arbeitenden Unternehmen
  • betriebswirtschaftliche Kenntnisse
  • technisches Know-how
  • Vertrautheit mit Change-Management-Prozessen
  • Führungsqualität, Überzeugungskraft und Courage
  • versierter Umgang mit Big Data und Analysen
  • Belastbarkeit und Flexibilität

Entscheidend sind nicht profunde IT-Kenntnisse, sondern vielfältige Begabungen. Ein CDO muss nicht alles wissen, aber gut vermitteln und delegieren. Geeignete Bewerber können also durchaus aus eher technikfremden Bereichen wie etwa dem Marketing, der Betriebs- oder Volkswirtschaft, der Verwaltung oder der Kommunikation stammen. Das macht eine erfolgreiche Besetzung allerdings nicht einfacher, denn salopp gesagt wachsen solche Leute nicht auf Bäumen.

CDO oder CIO?

Da mag die Versuchung groß sein, einen bereits vorhandenen Chief Information Officer (CIO) mit CDO-Aufgaben zu betrauen. Das klingt praktisch, ist aber nicht immer sinnvoll. Schließlich ist ein CIO üblicherweise ein hochspezialisierter IT-Fachmann. Doch das allein genügt nicht, um eine digitale Transformation in Gänze zu wuppen. Im Zweifel müssen Sie sich also selbst auf die Suche nach einem Chief Digital Officer machen. Keine leichte Aufgabe angesichts des Fachkräftemangels. Lohnt sich der Aufwand?

Das führt wieder zur einführenden Frage: Brauchen Sie einen Chief Digital Officer überhaupt? Nein, wenn Sie zufällig bereits jemanden mit den entsprechenden Voraussetzungen im Team haben. In den meisten anderen Fällen heißt die richtige Antwort: ja. Denn um eine mehr oder weniger umfangreiche Digitalisierung werden Sie kaum herumkommen – egal wie groß Ihr Unternehmen ist und zu welcher Branche es gehört. Der Wandel ist zudem kein schnell und schon gar nicht nebenbei erledigtes Unterfangen. Sie brauchen deshalb eine verlässliche Kraft, die Sie dabei tatkräftig und langfristig unterstützt. Und genau das tut ein Chief Digital Officer.

Weiterführende Links:

  • Ihnen liegt eine Bewerbung als CIO vor? Anhand bestimmter Kriterien erkennen Sie schnell, ob der Kandidat etwas taugt.
  • Die digitale Transformation bringt neue Jobs hervor. Einige Berufe mit Zukunft sollte Ihre Personalabteilung besonders im Auge behalten.
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