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Digitale Strategie: So finden Sie Ihre

Machen Sie den Sprung in die Industrie 4.0. Aber machen Sie ihn nicht ohne eine digitale Strategie. Dafür gibt es zwar kein Patentrezept, doch mit den richtigen Antworten auf wichtige Fragen kommen sie einer individuellen Lösung für Ihr Unternehmen auf die Spur. Dabei darf es ruhig philosophisch werden.
Digitale Strategie: So finden Sie Ihre Gute Vorbereitung ist unumgänglich für eine erfolgreiche, digitale Strategie. (© 2016 PHOTOCREO Michal Bednarek/Shutterstock)

Digitale Strategie: Eine große Vision ist überflüssig

Sie stehen vor dem Aufbruch in die Industrie 4.0? Dann wissen Sie, dass das viel mit Technik zu tun hat. Doch deren Einsatz wird Ihnen nur dann Erfolg und Freude bereiten, wenn dahinter eine durchdachte digitale Strategie steht. Fragt sich nur, wie Sie die entwickeln. Zumal sich die Anforderungen und Bedingungen der Transformation rasend schnell ändern und heute noch niemand weiß, worauf es beispielsweise in zehn Jahren in dieser Hinsicht ankommen wird. Auf die ganz große Vision können Sie deshalb verzichten. Auf eine gute Planung allerdings nicht.

Zumal dringend Handlungsbedarf besteht. Insbesondere für Unternehmen, deren Strukturen lange in der analogen Zeit gewachsen sind. Ihnen vor allem droht starke und überraschende Konkurrenz durch Newcomer, die solchen Ballast aus der Vergangenheit nicht haben. Beispiele wie der Personenbeförderer Uber oder der Hotelkonkurrent Airb'n'b zeigen, wie schnell Start-Ups traditionelle Spieler kalt erwischen. Und zwar,  weil sie von Anfang an eine rein digitale Strategie haben und dank neuer Technik ebenso schlank wie agil aufgestellt sind.

Es darf philosophisch werden

Nun lassen sich alte Zöpfe meistens nur schwer abschneiden und nicht immer ist es nötig oder sinnvoll, sich von Bewährtem zu trennen. Doch müssen Sie in der Lage sein, hier die Spreu vom Weizen zu trennen. Dazu sollten Sie den Transformationsprozess mit grundsätzlichen Betrachtungen anstoßen. Zum Beispiel in Form einer quasi philosophischen Selbstbesinnung beziehungsweise analysierenden Standortbestimmung. Dabei helfen Antworten auf Fragen wie:

  • Was macht Ihr Unternehmen aus?
  • Was kann es besonders gut?
  • Wo liegt noch Potenzial?
  • Wo gibt es Nachholbedarf?

Im Team klappt es besser

Darüber können Sie natürlich allein im stillen Kämmerlein sinnieren. Besser ist es aber, solche Aspekte mit Ihrer Führungsriege zu erörtern. Und das möglichst zeitlich und örtlich losgelöst vom Arbeitsalltag. Schaffen Sie sich und Ihrem Team dafür die erforderlichen Freiräume. Womöglich lassen Sie die Runde von einem Moderator leiten.

Neben der Klärung obiger Fragen sollte es auch schon um konkretere Aspekte des Wandels gehen.

  • Diskutieren Sie, ob sich durch die zu entwickelnde, digitale Strategie künftig Ihre Zielgruppe ändert.
  • Und ob deshalb oder allgemein an Ihrem Portfolio gefeilt werden sollte.
  • Es könnte auch sein, dass Sie die bisherigen Kernkompetenzen anpassen müssen.
  • Identifizieren Sie zu erwartende Hemmnisse und Widerstände und entwickeln Sie dafür Lösungsansätze.
  • Haben Sie intern das erforderliche IT-Know-how für das Projekt oder brauchen Sie Unterstützung und Begleitung von außen?

Arbeiten Sie sich vor

Davon ausgehend wird Ihre Planung immer detaillierter und konkreter. In welcher Abteilung setzen Sie zuerst an? Wie läuft künftig die Auftragsabwicklung mit den Kunden? In welchem Maße ist die Produktion betroffen? Brauchen Sie neues Personal? Inwieweit muss sich Ihre Homepage ändern? Ist SEO für Sie wichtig? Welche Programme und Geräte sind erforderlich? Und natürlich: Was kostet das alles?

Ein Patentrezept gibt es dafür leider nicht. Jedes Unternehmen ist anders. Und nicht immer sollte gleich am großen Rad gedreht werden. Doch eines muss Ihnen klar sein: Nach der Digitalisierung wird Ihr Betrieb nicht mehr so sein wie zuvor. Das gilt nicht nur für Kommunikation und Prozessabläufe. Ihr Personal wird sich auf neue Aufgaben einstellen müssen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie es mitziehen, wenn es ernst wird.

Informieren Sie die Belegschaft frühzeitig über die anstehenden Maßnahmen. Bilden Sie am besten einen großen Arbeitskreis, der Ideen und Anregungen aus allen Abteilungen für das Vorhaben sammelt. Erklären Sie alsbald, für wen sich was wie ändern wird. Und warum. Legen Sie also der Mannschaft Ihre digitale Strategie dar.

Rechnen Sie mit Rückschlägen

Vor allem aber machen Sie sich und Ihrem Team deutlich, dass Sie zwar ein Ziel haben, dass sie es aber nur nach und nach erreichen können. Wenn überhaupt. Denn im Zuge des Wandels kann es sich erweisen, dass das Projekt einen unerwarteten Verlauf nimmt. Im Guten wie im Bösen. Deshalb ist es häufig sinnvoll, ein Unternehmen schrittweise anzupassen, abzuwarten, was passiert und entsprechend darauf zu reagieren.

Ohnehin bedingt eine digitale Strategie nach einer anfänglichen Revolution die permanente Evolution. Ihr Unternehmen muss sich also immer weiterentwickeln – mögliche Rückschläge inklusive. Aber die gab es ja auch schon in den analogen Tagen.

Weiterführende Links:

  • Laut einer Bitkom-Umfrage sind viele Medienunternehmen nicht ausreichend auf die voranschreitende Digitalisierung vorbereitet und verfolgen keine zentrale digitale Strategie. Experten raten dazu, vorausschauend zu handeln, statt nachträglich zu reagieren.
  • Die Digitalisierung fällt nicht jedem Betrieb leicht. Unterstützung verspricht jetzt das Fraunhofer-Institut IFF. Sein neuer "Industrie-4.0-CheckUp" soll die Transformation individuell planen und teure Fehler vermeiden.
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Digitale Strategie: So finden Sie Ihre Gute Vorbereitung ist unumgänglich für eine erfolgreiche, digitale Strategie. (© 2016 PHOTOCREO Michal Bednarek/Shutterstock)

Digitale Strategie: Eine große Vision ist überflüssig

Sie stehen vor dem Aufbruch in die Industrie 4.0? Dann wissen Sie, dass das viel mit Technik zu tun hat. Doch deren Einsatz wird Ihnen nur dann Erfolg und Freude bereiten, wenn dahinter eine durchdachte digitale Strategie steht. Fragt sich nur, wie Sie die entwickeln. Zumal sich die Anforderungen und Bedingungen der Transformation rasend schnell ändern und heute noch niemand weiß, worauf es beispielsweise in zehn Jahren in dieser Hinsicht ankommen wird. Auf die ganz große Vision können Sie deshalb verzichten. Auf eine gute Planung allerdings nicht.

Zumal dringend Handlungsbedarf besteht. Insbesondere für Unternehmen, deren Strukturen lange in der analogen Zeit gewachsen sind. Ihnen vor allem droht starke und überraschende Konkurrenz durch Newcomer, die solchen Ballast aus der Vergangenheit nicht haben. Beispiele wie der Personenbeförderer Uber oder der Hotelkonkurrent Airb'n'b zeigen, wie schnell Start-Ups traditionelle Spieler kalt erwischen. Und zwar,  weil sie von Anfang an eine rein digitale Strategie haben und dank neuer Technik ebenso schlank wie agil aufgestellt sind.

Es darf philosophisch werden

Nun lassen sich alte Zöpfe meistens nur schwer abschneiden und nicht immer ist es nötig oder sinnvoll, sich von Bewährtem zu trennen. Doch müssen Sie in der Lage sein, hier die Spreu vom Weizen zu trennen. Dazu sollten Sie den Transformationsprozess mit grundsätzlichen Betrachtungen anstoßen. Zum Beispiel in Form einer quasi philosophischen Selbstbesinnung beziehungsweise analysierenden Standortbestimmung. Dabei helfen Antworten auf Fragen wie:

  • Was macht Ihr Unternehmen aus?
  • Was kann es besonders gut?
  • Wo liegt noch Potenzial?
  • Wo gibt es Nachholbedarf?

Im Team klappt es besser

Darüber können Sie natürlich allein im stillen Kämmerlein sinnieren. Besser ist es aber, solche Aspekte mit Ihrer Führungsriege zu erörtern. Und das möglichst zeitlich und örtlich losgelöst vom Arbeitsalltag. Schaffen Sie sich und Ihrem Team dafür die erforderlichen Freiräume. Womöglich lassen Sie die Runde von einem Moderator leiten.

Neben der Klärung obiger Fragen sollte es auch schon um konkretere Aspekte des Wandels gehen.

  • Diskutieren Sie, ob sich durch die zu entwickelnde, digitale Strategie künftig Ihre Zielgruppe ändert.
  • Und ob deshalb oder allgemein an Ihrem Portfolio gefeilt werden sollte.
  • Es könnte auch sein, dass Sie die bisherigen Kernkompetenzen anpassen müssen.
  • Identifizieren Sie zu erwartende Hemmnisse und Widerstände und entwickeln Sie dafür Lösungsansätze.
  • Haben Sie intern das erforderliche IT-Know-how für das Projekt oder brauchen Sie Unterstützung und Begleitung von außen?

Arbeiten Sie sich vor

Davon ausgehend wird Ihre Planung immer detaillierter und konkreter. In welcher Abteilung setzen Sie zuerst an? Wie läuft künftig die Auftragsabwicklung mit den Kunden? In welchem Maße ist die Produktion betroffen? Brauchen Sie neues Personal? Inwieweit muss sich Ihre Homepage ändern? Ist SEO für Sie wichtig? Welche Programme und Geräte sind erforderlich? Und natürlich: Was kostet das alles?

Ein Patentrezept gibt es dafür leider nicht. Jedes Unternehmen ist anders. Und nicht immer sollte gleich am großen Rad gedreht werden. Doch eines muss Ihnen klar sein: Nach der Digitalisierung wird Ihr Betrieb nicht mehr so sein wie zuvor. Das gilt nicht nur für Kommunikation und Prozessabläufe. Ihr Personal wird sich auf neue Aufgaben einstellen müssen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie es mitziehen, wenn es ernst wird.

Informieren Sie die Belegschaft frühzeitig über die anstehenden Maßnahmen. Bilden Sie am besten einen großen Arbeitskreis, der Ideen und Anregungen aus allen Abteilungen für das Vorhaben sammelt. Erklären Sie alsbald, für wen sich was wie ändern wird. Und warum. Legen Sie also der Mannschaft Ihre digitale Strategie dar.

Rechnen Sie mit Rückschlägen

Vor allem aber machen Sie sich und Ihrem Team deutlich, dass Sie zwar ein Ziel haben, dass sie es aber nur nach und nach erreichen können. Wenn überhaupt. Denn im Zuge des Wandels kann es sich erweisen, dass das Projekt einen unerwarteten Verlauf nimmt. Im Guten wie im Bösen. Deshalb ist es häufig sinnvoll, ein Unternehmen schrittweise anzupassen, abzuwarten, was passiert und entsprechend darauf zu reagieren.

Ohnehin bedingt eine digitale Strategie nach einer anfänglichen Revolution die permanente Evolution. Ihr Unternehmen muss sich also immer weiterentwickeln – mögliche Rückschläge inklusive. Aber die gab es ja auch schon in den analogen Tagen.

Weiterführende Links:

  • Laut einer Bitkom-Umfrage sind viele Medienunternehmen nicht ausreichend auf die voranschreitende Digitalisierung vorbereitet und verfolgen keine zentrale digitale Strategie. Experten raten dazu, vorausschauend zu handeln, statt nachträglich zu reagieren.
  • Die Digitalisierung fällt nicht jedem Betrieb leicht. Unterstützung verspricht jetzt das Fraunhofer-Institut IFF. Sein neuer "Industrie-4.0-CheckUp" soll die Transformation individuell planen und teure Fehler vermeiden.
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