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Digitalisierung verringert Arbeitskräftemangel bis 2030

Der Reigen an Arbeitskräften wird durch die Digitalisierung immer kleiner. Diese Meinung hört man oft. Eine Studie mit neuer Methodik räumt damit auf. Jedenfalls teilweise. Geht es nach ihren Autoren, dann verschärft sich bis 2030 der Fachkräftemangel in einigen Branchen sogar.
Digitalisierung verringert Arbeitskräftemangel bis 2013 Ist die Digitalisierung doch kein Jobkiller? Das kommt auf die Branche an ... (© 2016 STILLFX/Shutterstock)

Digitalisierung halbiert Engpass bei Arbeitskräften

Automation, Robotik, Digitalisierung – sind das die Totengräber der Vollbeschäftigung? Viele glauben das. Die Autoren einer neuen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und des WifOR-Instituts in Darmstadt tun das nicht. Sie haben eine Prognose für die größten Berufsgruppen der neun wichtigsten Wirtschaftsbranchen Deutschlands bis zum Jahr 2030 angestellt und kommen zu dem griffig formulierten Ergebnis: "Die Digitalisierung ist kein 'Jobkiller'." Vielmehr halbiere sie den erwarteten Engpass von 4,2 Millionen Arbeitskräften in Deutschland im untersuchten Zeitraum.

Die Ergebnisse der Studie im Detail:

  • Bis 2030 steigt der Bedarf in der Gesundheits- und Pharmabranche um 300.000 Arbeitskräfte an.
  • Der Öffentliche Sektor braucht dann 190.000 Erwerbstätige mehr.
  • Zwei Millionen Hochschulabsolventen werden bis dahin fehlen, insbesondere in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).
  • Sinken wird die Nachfrage als Folge der Digitalisierung allerdings stark im Einzelhandel um 940.000 Stellen.

Transport und Logistik wird es hart treffen

Ob die Digitalisierung Jobs schafft oder abschafft, kommt also auf die Branche an. So viel war natürlich auch schon vor der Studie klar. Dank einer neuen Methodik soll die aktuelle Erhebung aber wesentlich akkuratere Vorhersagen liefern. Demnach sieht 2030 die Arbeitsplatznachfrage für einzelne Sparten so aus:

  • Technologie, Medien und Telekommunikation: plus elf Prozent
  • Gesundheit/Pharma: plus sechs Prozent
  • Öffentlicher Sektor: plus zwei Prozent
  • Energie: minus ein Prozent
  • Automobil: minus sechs Prozent
  • Industrielle Produktion: minus neun Prozent
  • Banken- und Versicherungswesen: minus zehn Prozent
  • Handel: minus 17 Prozent
  • Transport und Logistik: minus 19 Prozent

Aus dieser Prognose leitet Norbert Winkeljohann, Vorstandssprecher von PwC Deutschland, folgende Hausaufgaben für Politik und Wirtschaft ab:

"Zunächst sollten für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der negativ betroffenen Berufsgruppen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen werden."

Eine "digitale Volkshochschule" soll her

Deshalb fordert Olaf Acker, Partner und Experte für Digitalisierung bei "Strategy&", der Strategieberatungs-Sparte von PwC, eine "digitale Volkshochschule".  Sie soll modernisierte Lehrpläne mit einer verstärkten "Nutzung virtueller Plattformen für die Aus-, Fort- und Weiterbildung in allen Altersgruppen" vebinden. Eine weitere Folge der Digitalisierung: Einst ins Ausland umgesiedelte  Unternehmensteile könnten zurück in die deutsche Heimat geholt werden. Der einstige Kostenvorteil der Auslagerungen sei nämlich nicht mehr gegeben.

Weiterführende Links:

  • Personalmangel: Rund zwei von drei kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland finden nicht die richtigen Mitarbeiter. Wir zeigen Königswege aus dem Engpass.
  • Der Kampf um die Talente verschärft sich – wer fähige Mitarbeiter einstellen will, braucht kreative Stellenanzeigen und Formate.
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Digitalisierung verringert Arbeitskräftemangel bis 2013 Ist die Digitalisierung doch kein Jobkiller? Das kommt auf die Branche an ... (© 2016 STILLFX/Shutterstock)

Digitalisierung halbiert Engpass bei Arbeitskräften

Automation, Robotik, Digitalisierung – sind das die Totengräber der Vollbeschäftigung? Viele glauben das. Die Autoren einer neuen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und des WifOR-Instituts in Darmstadt tun das nicht. Sie haben eine Prognose für die größten Berufsgruppen der neun wichtigsten Wirtschaftsbranchen Deutschlands bis zum Jahr 2030 angestellt und kommen zu dem griffig formulierten Ergebnis: "Die Digitalisierung ist kein 'Jobkiller'." Vielmehr halbiere sie den erwarteten Engpass von 4,2 Millionen Arbeitskräften in Deutschland im untersuchten Zeitraum.

Die Ergebnisse der Studie im Detail:

  • Bis 2030 steigt der Bedarf in der Gesundheits- und Pharmabranche um 300.000 Arbeitskräfte an.
  • Der Öffentliche Sektor braucht dann 190.000 Erwerbstätige mehr.
  • Zwei Millionen Hochschulabsolventen werden bis dahin fehlen, insbesondere in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).
  • Sinken wird die Nachfrage als Folge der Digitalisierung allerdings stark im Einzelhandel um 940.000 Stellen.

Transport und Logistik wird es hart treffen

Ob die Digitalisierung Jobs schafft oder abschafft, kommt also auf die Branche an. So viel war natürlich auch schon vor der Studie klar. Dank einer neuen Methodik soll die aktuelle Erhebung aber wesentlich akkuratere Vorhersagen liefern. Demnach sieht 2030 die Arbeitsplatznachfrage für einzelne Sparten so aus:

  • Technologie, Medien und Telekommunikation: plus elf Prozent
  • Gesundheit/Pharma: plus sechs Prozent
  • Öffentlicher Sektor: plus zwei Prozent
  • Energie: minus ein Prozent
  • Automobil: minus sechs Prozent
  • Industrielle Produktion: minus neun Prozent
  • Banken- und Versicherungswesen: minus zehn Prozent
  • Handel: minus 17 Prozent
  • Transport und Logistik: minus 19 Prozent

Aus dieser Prognose leitet Norbert Winkeljohann, Vorstandssprecher von PwC Deutschland, folgende Hausaufgaben für Politik und Wirtschaft ab:

"Zunächst sollten für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der negativ betroffenen Berufsgruppen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen werden."

Eine "digitale Volkshochschule" soll her

Deshalb fordert Olaf Acker, Partner und Experte für Digitalisierung bei "Strategy&", der Strategieberatungs-Sparte von PwC, eine "digitale Volkshochschule".  Sie soll modernisierte Lehrpläne mit einer verstärkten "Nutzung virtueller Plattformen für die Aus-, Fort- und Weiterbildung in allen Altersgruppen" vebinden. Eine weitere Folge der Digitalisierung: Einst ins Ausland umgesiedelte  Unternehmensteile könnten zurück in die deutsche Heimat geholt werden. Der einstige Kostenvorteil der Auslagerungen sei nämlich nicht mehr gegeben.

Weiterführende Links:

  • Personalmangel: Rund zwei von drei kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland finden nicht die richtigen Mitarbeiter. Wir zeigen Königswege aus dem Engpass.
  • Der Kampf um die Talente verschärft sich – wer fähige Mitarbeiter einstellen will, braucht kreative Stellenanzeigen und Formate.
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