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Ergonomie am Arbeitsplatz: Mitarbeitergesundheit fördern

Sitzen Sie gut? Wenn nicht, dann sollten Sie das ändern. Richtige Ergonomie am Arbeitsplatz schont nämlich Körper und Geist. Und wenn Sie schon dabei sind, optimieren Sie auch die Büros Ihrer Belegschaft. Die wird es Ihnen mit weniger Ausfalltagen und gesteigerter Konzentration danken.
Ergonomie am Arbeitsplatz: Mitarbeitergesundheit fördern Eine gute Ergonomie am Arbeitsplatz spart viel Geld. (© 2016 Jack Frog/Shutterstock)

Gute Ergonomie am Arbeitsplatz spart viel Geld

Es zwickt im Rücken, es zwackt im Nacken, es tränen die Augen und in Kopf und Handgelenk bohrt der Schmerz. Das sind typische Symptome der modernen Arbeitswelt. Die ist überwiegend geprägt durch stundenlanges Sitzen, Hantieren mit Tastatur und Maus sowie Stieren auf Computer-Bildschirme. Gesund ist das auf Dauer nicht – sondern teuer.

Immerhin gründet jede vierte Krankschreibung auf Problemen im Muskel-Skelett-System, wie auf "Arbeitssicherheit.de" zu erfahren ist. Beispiel Verwaltungsberufe: Dort werden 34,3 Prozent der Beschäftigten immer wieder von Kreuzschmerzen gepiesackt. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) herausgefunden, dass jeder Zweite über Nackenschmerzen und jeder Dritte über Kopfweh klagt.

Das sind nicht nur individuelle Schicksale. Nach einer Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation büßen deutsche Unternehmen dadurch 36 Prozent an Produktivität ein.

Chefs müssen für Ergonomie am Arbeitsplatz sorgen

Das lässt sich ändern. Und das muss es auch, denn Sie als Führungskraft sind gesetzlich dazu verpflichtet, sich um die richtige Ergonomie am Arbeitsplatz Ihrer Mitarbeiter zu kümmern. Das ist gleich in mehreren Verordnungen und Gesetzen geregelt. Dazu zählen unter anderem

  • Arbeitsschutzgesetz:  § 3 Grundpflichten des Arbeitgebers, § 5 Beurteilung der Arbeitsbedingungen und § 6 Dokumentation
  • Bildschirmarbeitsverordnung: § 3 Beurteilung der Arbeitsbedingungen und § 5 Täglicher Arbeitsablauf
  • Arbeitsstättenverordnung: § 6 Arbeitsräume, Sanitätsräume, Pausen- und Bereitschaftsräume, Erste-Hilfe-Räume, Unterkünfte
  • diverse Normen

Das ist für die Ergonomie am Arbeitsplatz zu beachten

Am besten gehen Sie das Thema ganzheitlich an. Das heißt, sie brauchen ein möglichst umfassendes Konzept. Es sollte in alle relevanten Bereiche Ihres Unternehmens wirken. Hilfreich für die Planung und gegebenenfalls auch für die Umsetzung ist eine Arbeitsgruppe, deren Mitglieder aus verschiedenen Abteilungen kommen. So klärt sich schnell, wo jeweils Handlungsbedarf herrscht. Eine weitere Möglichkeit: Laden Sie Spezialisten für Ergonomie am Arbeitsplatz in Ihr Unternehmen ein und lassen Sie sich von ihnen beraten.

Grundsätzlich: Die gesundheitlich optimale Einrichtung eines Büros ist kein Hexenwerk, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Ergonomie am Arbeitsplatz: Der Bürostuhl

In Verbindung mit dem Schreibtisch ist er das zentrale Element eines Arbeitsplatzes. Was zeichnet gute Sitze aus?

  • Sie sollten über mehrere Einstellmöglichkeiten für Arm- und Rückenlehnen, Höhe,  Neigung und Tiefe der Sitzflächen verfügen. Dann sind sie für verschiedene Arbeitsbedingungen geeignet.
  • Die optimale Sitzposition: Bei der richtigen Haltung stehen Ober- und Unterschenkel ungefähr im rechten Winkel (90 Grad), wobei die Oberschenkel etwas nach vorn abfallen. Die Füße setzen flach und gerade auf dem Boden auf.
  • Der Anordnung von Oberkörper und Oberschenkeln entspricht dem sogenannten "offenen Sitzwinkel" von etwa 110 bis 120 Grad.
  • Der Rücken sollte Kontakt zur Rückenlehne haben.
  • Es sollte eine Handbreit Platz von der Sitzvorderkante zur Kniekehle bleiben.
  • Die Ellenbogen liegen locker auf den Armlehnen.
  • Die Innenwölbung der Rückenlehne (Lendenbausch) liegt etwa auf der Gürtellinie.

Ergonomie am Arbeitsplatz: Der Schreibtisch

Einen guten Schreibtisch machen nicht zuletzt seine Abmessungen aus. Optimalerweise ist er 80 Zentimeter tief und 160 Zentimeter breit. Weitere positive Eigenschaften:

  • Zwischen Tischplatte und Oberschenkeln sollte genügend Abstand (eine Handbreit) sein, um sich frei bewegen zu können. Rollcontainer, Computer oder Papierkörbe am Boden dürfen den Radius der Beine nicht einschränken.
  • Die Arbeitshöhe liegt in etwa auf jener der Ellenbogen.
  • Besonders vorteilhaft sind höhenverstellbare Modelle, an denen sich zwischendurch auch stehend arbeiten lässt. In dem Fall sollten die Schultern entspannt ein, wenn die Arme auf der Tischplatte liegen

Ergonomie am Arbeitsplatz: Der Bildschirm

Hier kommt es besonders auf den Sehabstand an. Beispiel für einen 17-Zoll-Monitor: mindestens 60 Zentimeter zwischen Auge und Mattscheibe. Wünschenswert ist auch:

  • Ein verstellbarer Schwenkarm für die individuelle Einstellung.
  • Eine reflexionsarme Oberfläche.
  • Die Bildschirmoberkante entspricht der Augenhöhe.
  • Ein großer Bildschirm. Eine Untersuchung der Universität Utah hat ergeben, dass die Arbeitsgeschwindigkeit bei einem 24-Zoll-Monitor um 52 Prozent höher ist als bei einem 18-Zoll-Modell.

Ergonomie am Arbeitsplatz: Auch das muss stimmen

Neben den genannten, elementaren Aspekten machen folgende Faktoren eine gute Ergonomie am Arbeitsplatz aus:

  • Das Raumklima: Die ideale Luftfeuchtigkeit beträgt zwischen 40 und 60 Prozent. Hier wirken großblätterige Pflanzen und Luftbefeuchter unterstützend.
  • Das Licht: Tageslicht ist Pflicht. Die zusätzliche, künstliche Beleuchtung sollte warm und indirekt sein sowie keine starken Kontraste oder Schatten auf der Tastatur erzeugen.
  • Die Umgebungsgeräusche: Sorgen Sie beispielsweise mit schallabsorbierenden Stellwänden, Schränken oder Wand- und Deckenelementen für möglichst geringe Lärmbelästigung am Arbeitsplatz. Dadurch vermindern Sie unter anderem Störgeräusche vom Nachbarschreibtisch oder durch Unterhaltungen. Das fördert die Konzentration.

Weiterführende Links:

  • Kranke Mitarbeiter, hohe Fluktuation, lange Ausfallzeiten – all das lässt sich durch eine gute betriebliche Gesundheitsförderung vermeiden.
  • Lärm im Büro gehört zum Berufsalltag. Die Folge: Steigt der Krach an, sinkt die Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter. Doch es gibt effiziente Gegenmittel.
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Sitzen Sie gut? Wenn nicht, dann sollten Sie das ändern. Richtige Ergonomie am Arbeitsplatz schont nämlich Körper und Geist. Und wenn Sie schon dabei sind, optimieren Sie auch die Büros Ihrer Belegschaft. Die wird es Ihnen mit weniger Ausfalltagen und gesteigerter Konzentration danken.
Ergonomie am Arbeitsplatz: Mitarbeitergesundheit fördern Eine gute Ergonomie am Arbeitsplatz spart viel Geld. (© 2016 Jack Frog/Shutterstock)

Gute Ergonomie am Arbeitsplatz spart viel Geld

Es zwickt im Rücken, es zwackt im Nacken, es tränen die Augen und in Kopf und Handgelenk bohrt der Schmerz. Das sind typische Symptome der modernen Arbeitswelt. Die ist überwiegend geprägt durch stundenlanges Sitzen, Hantieren mit Tastatur und Maus sowie Stieren auf Computer-Bildschirme. Gesund ist das auf Dauer nicht – sondern teuer.

Immerhin gründet jede vierte Krankschreibung auf Problemen im Muskel-Skelett-System, wie auf "Arbeitssicherheit.de" zu erfahren ist. Beispiel Verwaltungsberufe: Dort werden 34,3 Prozent der Beschäftigten immer wieder von Kreuzschmerzen gepiesackt. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) herausgefunden, dass jeder Zweite über Nackenschmerzen und jeder Dritte über Kopfweh klagt.

Das sind nicht nur individuelle Schicksale. Nach einer Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation büßen deutsche Unternehmen dadurch 36 Prozent an Produktivität ein.

Chefs müssen für Ergonomie am Arbeitsplatz sorgen

Das lässt sich ändern. Und das muss es auch, denn Sie als Führungskraft sind gesetzlich dazu verpflichtet, sich um die richtige Ergonomie am Arbeitsplatz Ihrer Mitarbeiter zu kümmern. Das ist gleich in mehreren Verordnungen und Gesetzen geregelt. Dazu zählen unter anderem

  • Arbeitsschutzgesetz:  § 3 Grundpflichten des Arbeitgebers, § 5 Beurteilung der Arbeitsbedingungen und § 6 Dokumentation
  • Bildschirmarbeitsverordnung: § 3 Beurteilung der Arbeitsbedingungen und § 5 Täglicher Arbeitsablauf
  • Arbeitsstättenverordnung: § 6 Arbeitsräume, Sanitätsräume, Pausen- und Bereitschaftsräume, Erste-Hilfe-Räume, Unterkünfte
  • diverse Normen

Das ist für die Ergonomie am Arbeitsplatz zu beachten

Am besten gehen Sie das Thema ganzheitlich an. Das heißt, sie brauchen ein möglichst umfassendes Konzept. Es sollte in alle relevanten Bereiche Ihres Unternehmens wirken. Hilfreich für die Planung und gegebenenfalls auch für die Umsetzung ist eine Arbeitsgruppe, deren Mitglieder aus verschiedenen Abteilungen kommen. So klärt sich schnell, wo jeweils Handlungsbedarf herrscht. Eine weitere Möglichkeit: Laden Sie Spezialisten für Ergonomie am Arbeitsplatz in Ihr Unternehmen ein und lassen Sie sich von ihnen beraten.

Grundsätzlich: Die gesundheitlich optimale Einrichtung eines Büros ist kein Hexenwerk, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Ergonomie am Arbeitsplatz: Der Bürostuhl

In Verbindung mit dem Schreibtisch ist er das zentrale Element eines Arbeitsplatzes. Was zeichnet gute Sitze aus?

  • Sie sollten über mehrere Einstellmöglichkeiten für Arm- und Rückenlehnen, Höhe,  Neigung und Tiefe der Sitzflächen verfügen. Dann sind sie für verschiedene Arbeitsbedingungen geeignet.
  • Die optimale Sitzposition: Bei der richtigen Haltung stehen Ober- und Unterschenkel ungefähr im rechten Winkel (90 Grad), wobei die Oberschenkel etwas nach vorn abfallen. Die Füße setzen flach und gerade auf dem Boden auf.
  • Der Anordnung von Oberkörper und Oberschenkeln entspricht dem sogenannten "offenen Sitzwinkel" von etwa 110 bis 120 Grad.
  • Der Rücken sollte Kontakt zur Rückenlehne haben.
  • Es sollte eine Handbreit Platz von der Sitzvorderkante zur Kniekehle bleiben.
  • Die Ellenbogen liegen locker auf den Armlehnen.
  • Die Innenwölbung der Rückenlehne (Lendenbausch) liegt etwa auf der Gürtellinie.

Ergonomie am Arbeitsplatz: Der Schreibtisch

Einen guten Schreibtisch machen nicht zuletzt seine Abmessungen aus. Optimalerweise ist er 80 Zentimeter tief und 160 Zentimeter breit. Weitere positive Eigenschaften:

  • Zwischen Tischplatte und Oberschenkeln sollte genügend Abstand (eine Handbreit) sein, um sich frei bewegen zu können. Rollcontainer, Computer oder Papierkörbe am Boden dürfen den Radius der Beine nicht einschränken.
  • Die Arbeitshöhe liegt in etwa auf jener der Ellenbogen.
  • Besonders vorteilhaft sind höhenverstellbare Modelle, an denen sich zwischendurch auch stehend arbeiten lässt. In dem Fall sollten die Schultern entspannt ein, wenn die Arme auf der Tischplatte liegen

Ergonomie am Arbeitsplatz: Der Bildschirm

Hier kommt es besonders auf den Sehabstand an. Beispiel für einen 17-Zoll-Monitor: mindestens 60 Zentimeter zwischen Auge und Mattscheibe. Wünschenswert ist auch:

  • Ein verstellbarer Schwenkarm für die individuelle Einstellung.
  • Eine reflexionsarme Oberfläche.
  • Die Bildschirmoberkante entspricht der Augenhöhe.
  • Ein großer Bildschirm. Eine Untersuchung der Universität Utah hat ergeben, dass die Arbeitsgeschwindigkeit bei einem 24-Zoll-Monitor um 52 Prozent höher ist als bei einem 18-Zoll-Modell.

Ergonomie am Arbeitsplatz: Auch das muss stimmen

Neben den genannten, elementaren Aspekten machen folgende Faktoren eine gute Ergonomie am Arbeitsplatz aus:

  • Das Raumklima: Die ideale Luftfeuchtigkeit beträgt zwischen 40 und 60 Prozent. Hier wirken großblätterige Pflanzen und Luftbefeuchter unterstützend.
  • Das Licht: Tageslicht ist Pflicht. Die zusätzliche, künstliche Beleuchtung sollte warm und indirekt sein sowie keine starken Kontraste oder Schatten auf der Tastatur erzeugen.
  • Die Umgebungsgeräusche: Sorgen Sie beispielsweise mit schallabsorbierenden Stellwänden, Schränken oder Wand- und Deckenelementen für möglichst geringe Lärmbelästigung am Arbeitsplatz. Dadurch vermindern Sie unter anderem Störgeräusche vom Nachbarschreibtisch oder durch Unterhaltungen. Das fördert die Konzentration.

Weiterführende Links:

  • Kranke Mitarbeiter, hohe Fluktuation, lange Ausfallzeiten – all das lässt sich durch eine gute betriebliche Gesundheitsförderung vermeiden.
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