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Familienfreundliche Unternehmen: Gehören Sie dazu?

Was macht familienfreundliche Unternehmen eigentlich aus? Kinderliebe Chefs sind von Vorteil, Ihr Personal interessiert sich jedoch mehr für Maßnahmen, mithilfe derer Familie und Beruf besser unter einen Hut gebracht werden können. Wir erklären, wie Sie Ihre Angestellten unterstützen können.
Familienfreundliche Unternehmen: Gehören Sie dazu? Familienfreundliche Unternehmen sind für Fachkräfte mit Familien besonders attraktiv. (© 2016 Diego Cervo/Shutterstock)

Familienfreundliche Unternehmen immer noch rar gesät

Familie oder Karriere? Vor diese Entscheidung sollte kein Mitarbeiter gestellt werden. Deshalb sind sowohl die Bundesregierung als auch die Firmen selbst darum bemüht, familienfreundliche Unternehmen zu schaffen. Viele Arbeitgeber werben bereits mit ihrer Familienfreundlichkeit – um Arbeitnehmer zu halten und um neue anzulocken. Die Wirklichkeit sieht jedoch oftmals anders aus. In einer 2013 von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Umfrage zum Thema ("Monitor Familienleben 2013"), schätzen rund 70 Prozent der Befragten die Familienfreundlichkeit im Unternehmen als nicht gut ein – trotz der gesetzlichen Schritte, die bereits umgesetzt wurden. Was können Arbeitgeber also besser machen?

Checkliste: Was müssen Sie als Chef tun?

Zunächst einmal gilt: Finden Sie heraus, welche Maßnahmen für Ihre Mitarbeiter Priorität haben. Dafür eignet sich eine Mitarbeiterbefragung mittels Fragebogen. Oder, sprechen Sie Ihre Angestellten direkt auf Ihre Bedürfnisse an, sofern Ihre Mitarbeiterzahl überschaubar ist. Auf Basis der Resultate erstellen Sie dann ein Konzept. Es kann hilfreich sein, andere familienfreundliche Unternehmen als Vorbilder zu nehmen. Sie können sich außerdem professionelle Unterstützung holen. Die richtigen Ansprechpartner sind regionale Interessenverbände wie zum Beispiel die IHK.

Nicht vergessen: Behalten Sie Ihr Budget im Blick. Stellen Sie zu diesem Zweck eine Kosten-Nutzen-Analyse auf. Denn: Dort, wo eventuelle Zusatzkosten entstehen, etwa aufgrund einer Kinderbetreuung, können Sie an anderer Stelle womöglich sparen. Sind alle Punkte klar? Dann fehlt nur noch die Umsetzung. Legen Sie am besten einen konkreten Startpunkt fest. Vorher informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die anstehenden Veränderungen. Wenn die Maßnahmen gut ankommen, tragen Sie Ihr familienfreundliches Engagement gerne an die Öffentlichkeit weiter, indem Sie beispielsweise mit Kunden darüber sprechen. Oder werben Sie damit in Anzeigen, um Ihr Unternehmensimage aufzupolieren.

Familienfreundliche Unternehmen: Maßnahmen

Flexible Arbeitszeitmodelle

Die wohl wichtigste Maßnahme für mehr Familienfreundlichkeit im Unternehmen und mehr Mitarbeiterzufriedenheit im Allgemeinen. Überprüfen Sie, inwieweit sich Arbeitszeiten in den jeweiligen Abteilungen flexibilisieren lassen. Mitarbeiter, die nach der Elternzeit wieder Ihre Tätigkeit aufgreifen, interessieren sich beispielsweise häufig für die Umsetzung von Teilzeitmodellen.

Ein typisches Merkmal für familienfreundliche Unternehmen ist der Verzicht auf Kernarbeitszeiten. Stattdessen gibt es Vertrauensarbeitszeiten. Um die Erreichbarkeit der Firma und einzelner Mitarbeiter zu gewährleisten, vertraut man auf Service- und Funktionszeiten, die in Eigenregie abgedeckt werden. Solch ein Konzept entspricht ganz dem digitalen Zeitgeist. Weiterhin können zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geleistete Arbeitsstunden auf Langzeitkonten gesammelt werden. Im Falle eines familiären Notfalls oder weil eine berufliche Auszeit geplant ist, können Mitarbeiter dann ihr Arbeitszeitkonto einlösen.

Home Office

Je nach Branche  und individuellem Tätigkeitsbereich ist auch die Umsetzung einer Home Office-Regelung sinnvoll. Die Kita streikt? Dann arbeitet Mama oder Papa eben zu Hause. Insbesondere Verwaltungs- oder Datenverarbeitungsaufgaben lassen sich auch im Home Office gut erledigen. Aber auch alle anderen Tätigkeiten, für die nur ein Internetanschluss und Telefon notwendig sind.

Kinderbetreuung

Eine Kinderbetreuung muss nicht zwangsläufig mit vielen Kosten verbunden sein. Wichtig ist vor allem eine Notfallbetreuung. Wenn etwa die Tagesmutter ausfällt, hilft es bereits, wenn Ihr Unternehmen einen speziellen Eltern-Kind-Arbeitsraum zur Verfügung stellt. Hier können Eltern ihrer Arbeit nachgehen und Kinder im Stillen spielen. Spielsachen können Ihre Beschäftigten bereitstellen. Noch besser ist natürlich, wenn im Notfall eine von Ihnen engagierte Tagesmutter zur Verfügung steht, die Sie im Ernstfall kontaktieren.

Familienfreundliche Unternehmenskultur

Damit die Maßnahmen auch greifen, ist eine familienfreundliche Unternehmenskultur entscheidend. Seien Sie ein Vorbild für Ihre Mitarbeiter, indem Sie die familienorientierten Vereinbarungen unterstützten und stets als Ansprechpartner bei Konflikten oder Redebedarf zur Verfügung stehen. Förderlich ist außerdem, wenn Sie Interesse an der Familie Ihrer Beschäftigten zeigen. Laden Sie sie beispielsweise zu Betriebsfeiern ein oder verschicken Sie sogar Glückwunschkarten, wenn etwa ein Kind Geburtstag hat. Ihre Mitarbeiter werden Ihre Aufmerksamkeit zu schätzen wissen.

Weiterführende Links:

  • Weitere Tipps für familienfreundliche Unternehmen, hat die Webseite "Karrierebibel" zusammengetragen.
  • Starre 9to5-Modelle sind aus der Mode: Immer mehr Arbeitnehmer wollen stattdessen flexible Arbeitszeiten. Der Wunsch danach zeichnet sich schon in vielen Bewerbungsgesprächen ab. Gehen Sie mit der Zeit? Erfahren Sie hier, wie Sie Ihren Mitarbeitern entgegenkommen können.
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Was macht familienfreundliche Unternehmen eigentlich aus? Kinderliebe Chefs sind von Vorteil, Ihr Personal interessiert sich jedoch mehr für Maßnahmen, mithilfe derer Familie und Beruf besser unter einen Hut gebracht werden können. Wir erklären, wie Sie Ihre Angestellten unterstützen können.
Familienfreundliche Unternehmen: Gehören Sie dazu? Familienfreundliche Unternehmen sind für Fachkräfte mit Familien besonders attraktiv. (© 2016 Diego Cervo/Shutterstock)

Familienfreundliche Unternehmen immer noch rar gesät

Familie oder Karriere? Vor diese Entscheidung sollte kein Mitarbeiter gestellt werden. Deshalb sind sowohl die Bundesregierung als auch die Firmen selbst darum bemüht, familienfreundliche Unternehmen zu schaffen. Viele Arbeitgeber werben bereits mit ihrer Familienfreundlichkeit – um Arbeitnehmer zu halten und um neue anzulocken. Die Wirklichkeit sieht jedoch oftmals anders aus. In einer 2013 von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Umfrage zum Thema ("Monitor Familienleben 2013"), schätzen rund 70 Prozent der Befragten die Familienfreundlichkeit im Unternehmen als nicht gut ein – trotz der gesetzlichen Schritte, die bereits umgesetzt wurden. Was können Arbeitgeber also besser machen?

Checkliste: Was müssen Sie als Chef tun?

Zunächst einmal gilt: Finden Sie heraus, welche Maßnahmen für Ihre Mitarbeiter Priorität haben. Dafür eignet sich eine Mitarbeiterbefragung mittels Fragebogen. Oder, sprechen Sie Ihre Angestellten direkt auf Ihre Bedürfnisse an, sofern Ihre Mitarbeiterzahl überschaubar ist. Auf Basis der Resultate erstellen Sie dann ein Konzept. Es kann hilfreich sein, andere familienfreundliche Unternehmen als Vorbilder zu nehmen. Sie können sich außerdem professionelle Unterstützung holen. Die richtigen Ansprechpartner sind regionale Interessenverbände wie zum Beispiel die IHK.

Nicht vergessen: Behalten Sie Ihr Budget im Blick. Stellen Sie zu diesem Zweck eine Kosten-Nutzen-Analyse auf. Denn: Dort, wo eventuelle Zusatzkosten entstehen, etwa aufgrund einer Kinderbetreuung, können Sie an anderer Stelle womöglich sparen. Sind alle Punkte klar? Dann fehlt nur noch die Umsetzung. Legen Sie am besten einen konkreten Startpunkt fest. Vorher informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die anstehenden Veränderungen. Wenn die Maßnahmen gut ankommen, tragen Sie Ihr familienfreundliches Engagement gerne an die Öffentlichkeit weiter, indem Sie beispielsweise mit Kunden darüber sprechen. Oder werben Sie damit in Anzeigen, um Ihr Unternehmensimage aufzupolieren.

Familienfreundliche Unternehmen: Maßnahmen

Flexible Arbeitszeitmodelle

Die wohl wichtigste Maßnahme für mehr Familienfreundlichkeit im Unternehmen und mehr Mitarbeiterzufriedenheit im Allgemeinen. Überprüfen Sie, inwieweit sich Arbeitszeiten in den jeweiligen Abteilungen flexibilisieren lassen. Mitarbeiter, die nach der Elternzeit wieder Ihre Tätigkeit aufgreifen, interessieren sich beispielsweise häufig für die Umsetzung von Teilzeitmodellen.

Ein typisches Merkmal für familienfreundliche Unternehmen ist der Verzicht auf Kernarbeitszeiten. Stattdessen gibt es Vertrauensarbeitszeiten. Um die Erreichbarkeit der Firma und einzelner Mitarbeiter zu gewährleisten, vertraut man auf Service- und Funktionszeiten, die in Eigenregie abgedeckt werden. Solch ein Konzept entspricht ganz dem digitalen Zeitgeist. Weiterhin können zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geleistete Arbeitsstunden auf Langzeitkonten gesammelt werden. Im Falle eines familiären Notfalls oder weil eine berufliche Auszeit geplant ist, können Mitarbeiter dann ihr Arbeitszeitkonto einlösen.

Home Office

Je nach Branche  und individuellem Tätigkeitsbereich ist auch die Umsetzung einer Home Office-Regelung sinnvoll. Die Kita streikt? Dann arbeitet Mama oder Papa eben zu Hause. Insbesondere Verwaltungs- oder Datenverarbeitungsaufgaben lassen sich auch im Home Office gut erledigen. Aber auch alle anderen Tätigkeiten, für die nur ein Internetanschluss und Telefon notwendig sind.

Kinderbetreuung

Eine Kinderbetreuung muss nicht zwangsläufig mit vielen Kosten verbunden sein. Wichtig ist vor allem eine Notfallbetreuung. Wenn etwa die Tagesmutter ausfällt, hilft es bereits, wenn Ihr Unternehmen einen speziellen Eltern-Kind-Arbeitsraum zur Verfügung stellt. Hier können Eltern ihrer Arbeit nachgehen und Kinder im Stillen spielen. Spielsachen können Ihre Beschäftigten bereitstellen. Noch besser ist natürlich, wenn im Notfall eine von Ihnen engagierte Tagesmutter zur Verfügung steht, die Sie im Ernstfall kontaktieren.

Familienfreundliche Unternehmenskultur

Damit die Maßnahmen auch greifen, ist eine familienfreundliche Unternehmenskultur entscheidend. Seien Sie ein Vorbild für Ihre Mitarbeiter, indem Sie die familienorientierten Vereinbarungen unterstützten und stets als Ansprechpartner bei Konflikten oder Redebedarf zur Verfügung stehen. Förderlich ist außerdem, wenn Sie Interesse an der Familie Ihrer Beschäftigten zeigen. Laden Sie sie beispielsweise zu Betriebsfeiern ein oder verschicken Sie sogar Glückwunschkarten, wenn etwa ein Kind Geburtstag hat. Ihre Mitarbeiter werden Ihre Aufmerksamkeit zu schätzen wissen.

Weiterführende Links:

  • Weitere Tipps für familienfreundliche Unternehmen, hat die Webseite "Karrierebibel" zusammengetragen.
  • Starre 9to5-Modelle sind aus der Mode: Immer mehr Arbeitnehmer wollen stattdessen flexible Arbeitszeiten. Der Wunsch danach zeichnet sich schon in vielen Bewerbungsgesprächen ab. Gehen Sie mit der Zeit? Erfahren Sie hier, wie Sie Ihren Mitarbeitern entgegenkommen können.
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