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Ferienjobber beschäftigen: Das sollten Sie beachten

In vielen Bundesländern haben Schüler (und bald auch Studenten) Ferien. Die ideale Zeit, um Ferienjobber in Ihrem Unternehmen zu beschäftigen. Warum das gleich aus mehreren Gründen sinnvoll ist und was Sie bei der Einstellung der Aushilfskräfte berücksichtigen müssen – gilt für sie beispielsweise der Mindestlohn? – lesen Sie hier.
Ferienjobber beschäftigen: Das sollten Sie beachten Ferienjobber helfen im Betrieb aus, wenn die Stammbelegschaft im Urlaub ist. (© 2016 goodluz/Shutterstock)

Warum Sie Ferienjobber beschäftigen sollten

Während Ihre Stammbelegschaft im Sommerurlaub entspannt, kommen Sie im Betrieb ins Schwitzen – wer soll die Lücke schließen? Na klar, Ferienjobber. Der Einsatz der arbeitswilligen Schüler und Studenten ist gleich aus mehreren Gründen lohnenswert:

  • Sie können Engpässe in der Urlaubszeit abfedern.
  • Jeder Ferienjobber ist ein potenzielles Nachwuchstalent, das Sie für Ihr Unternehmen gewinnen können.
  • Auf der anderen Seite erhalten Schüler und Studis einen Einblick in ein bestimmtes Berufsfeld und können so besser einschätzen, ob ihnen ein Beruf zusagt. Auf diese Weise wird Ausbildungsabbrüchen vorgebeugt.

Beide Seiten profitieren also von der kurzfristigen Beschäftigung. Allerdings müssen Sie dabei einige Regelungen berücksichtigen.

Wen Sie als Ferienjobber beschäftigen dürfen

So arbeitswillig ein 12-jähriger Schüler auch sein mag – Kinder unter 13 Jahren dürfen noch nicht arbeiten. Für Jugendliche bis 15 Jahren sind mit Zustimmung der Eltern immerhin zwei Stunden pro Tag erlaubt.

Bei älteren Schülern und Studenten sind die Vorschriften zum Arbeitsschutz etwas lockerer.

  • Jugendliche unter 18 Jahren dürfen in der Regel nur zwischen sechs und 20 Uhr tätig sein. Ausnahmen: In gastronomischen Betrieben kann die Arbeitszeit bis 22 Uhr verlängert werden. In Bäckereien und bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten dürfen Minderjährige bereits um fünf Uhr beginnen.
  • Unter 18-Jährige dürfen insgesamt nicht länger als acht Stunden arbeiten.
  • Bei Aushilfstätigkeiten in gesundheitlichen Berufsfeldern sind auch Einsätze am Wochenende möglich.
  • Körperlich anstrengende Arbeit wie etwa Fließbandarbeit sind für Jugendliche unter 18 Jahren grundsätzlich tabu.
  • Die Arbeitszeit von Studenten ist in der Regel nicht beschränkt. Für sie gilt während der Semesterferien die allgemeine Höchstarbeitsdauer von durchschnittlich acht Stunden pro Tag. Doch Vorsicht: In der Vorlesungszeit ist die Arbeitszeit auf 20 Stunden pro Woche begrenzt.

Wie Sie Ferienjobber entlohnen sollten

Reden wir über Geld. Was kosten Ferienjobber eigentlich? Und fallen sie unter das Mindestlohngesetz? Hier lautet die Antwort "Ja, aber mit Einschränkungen". Seit 2015 müssen Arbeitgeber einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde zahlen. Ab 2017 wird der Stundenlohn sogar auf 8,84 Euro erhöht.

Unter die Regelung fallen alle Mitarbeiter, die 18 Jahre oder älter sind oder bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Auch volljährige Schüler verdienen also 8,50 Euro pro Stunde. Wer als Minijobber angestellt ist, darf maximal 450 Euro pro Monat verdienen. Allerdings kann diese Grenze auch überschritten werden, wenn das in maximal drei Monaten pro Jahr geschieht. Für Ferienjobber ist das also eine gute Möglichkeit. Außerdem gilt:

  • Saisonarbeitskräfte wie Erntehelfer sind auch nach Mindestlohnmaßstäben zu entlohnen. Bei maximal 70 Arbeitstagen als Saisonarbeitskraft müssen Arbeitgeber für sie aber keine Sozialabgaben leisten.
  • Einige Branchen sind von der Mindestlohnregelung noch ausgeschlossen – sie passen sich schrittweise bis 2017 an. Dazu gehört beispielsweise der Gartenbau. Eine Übersicht der Branchen gibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf seiner Webseite.

Übrigens: Ferienjobber haben wie alle anderen befristeten Angestellten einen Urlaubsanspruch. Dieser leitet sich aus der Dauer des Arbeitsverhältnisses ab.

Weiterführende Links:

  • Ob Sie Ferienjobber anmelden müssen, wo Sie diese finden sowie weitere wissenswerte Infos, lesen Sie auf der Webseite von "Impulse".
  • Azubi-Mangel: Warum Ausbilder beim Recruiting umdenken müssen.
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Ferienjobber beschäftigen: Das sollten Sie beachten Ferienjobber helfen im Betrieb aus, wenn die Stammbelegschaft im Urlaub ist. (© 2016 goodluz/Shutterstock)

Warum Sie Ferienjobber beschäftigen sollten

Während Ihre Stammbelegschaft im Sommerurlaub entspannt, kommen Sie im Betrieb ins Schwitzen – wer soll die Lücke schließen? Na klar, Ferienjobber. Der Einsatz der arbeitswilligen Schüler und Studenten ist gleich aus mehreren Gründen lohnenswert:

  • Sie können Engpässe in der Urlaubszeit abfedern.
  • Jeder Ferienjobber ist ein potenzielles Nachwuchstalent, das Sie für Ihr Unternehmen gewinnen können.
  • Auf der anderen Seite erhalten Schüler und Studis einen Einblick in ein bestimmtes Berufsfeld und können so besser einschätzen, ob ihnen ein Beruf zusagt. Auf diese Weise wird Ausbildungsabbrüchen vorgebeugt.

Beide Seiten profitieren also von der kurzfristigen Beschäftigung. Allerdings müssen Sie dabei einige Regelungen berücksichtigen.

Wen Sie als Ferienjobber beschäftigen dürfen

So arbeitswillig ein 12-jähriger Schüler auch sein mag – Kinder unter 13 Jahren dürfen noch nicht arbeiten. Für Jugendliche bis 15 Jahren sind mit Zustimmung der Eltern immerhin zwei Stunden pro Tag erlaubt.

Bei älteren Schülern und Studenten sind die Vorschriften zum Arbeitsschutz etwas lockerer.

  • Jugendliche unter 18 Jahren dürfen in der Regel nur zwischen sechs und 20 Uhr tätig sein. Ausnahmen: In gastronomischen Betrieben kann die Arbeitszeit bis 22 Uhr verlängert werden. In Bäckereien und bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten dürfen Minderjährige bereits um fünf Uhr beginnen.
  • Unter 18-Jährige dürfen insgesamt nicht länger als acht Stunden arbeiten.
  • Bei Aushilfstätigkeiten in gesundheitlichen Berufsfeldern sind auch Einsätze am Wochenende möglich.
  • Körperlich anstrengende Arbeit wie etwa Fließbandarbeit sind für Jugendliche unter 18 Jahren grundsätzlich tabu.
  • Die Arbeitszeit von Studenten ist in der Regel nicht beschränkt. Für sie gilt während der Semesterferien die allgemeine Höchstarbeitsdauer von durchschnittlich acht Stunden pro Tag. Doch Vorsicht: In der Vorlesungszeit ist die Arbeitszeit auf 20 Stunden pro Woche begrenzt.

Wie Sie Ferienjobber entlohnen sollten

Reden wir über Geld. Was kosten Ferienjobber eigentlich? Und fallen sie unter das Mindestlohngesetz? Hier lautet die Antwort "Ja, aber mit Einschränkungen". Seit 2015 müssen Arbeitgeber einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde zahlen. Ab 2017 wird der Stundenlohn sogar auf 8,84 Euro erhöht.

Unter die Regelung fallen alle Mitarbeiter, die 18 Jahre oder älter sind oder bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Auch volljährige Schüler verdienen also 8,50 Euro pro Stunde. Wer als Minijobber angestellt ist, darf maximal 450 Euro pro Monat verdienen. Allerdings kann diese Grenze auch überschritten werden, wenn das in maximal drei Monaten pro Jahr geschieht. Für Ferienjobber ist das also eine gute Möglichkeit. Außerdem gilt:

  • Saisonarbeitskräfte wie Erntehelfer sind auch nach Mindestlohnmaßstäben zu entlohnen. Bei maximal 70 Arbeitstagen als Saisonarbeitskraft müssen Arbeitgeber für sie aber keine Sozialabgaben leisten.
  • Einige Branchen sind von der Mindestlohnregelung noch ausgeschlossen – sie passen sich schrittweise bis 2017 an. Dazu gehört beispielsweise der Gartenbau. Eine Übersicht der Branchen gibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf seiner Webseite.

Übrigens: Ferienjobber haben wie alle anderen befristeten Angestellten einen Urlaubsanspruch. Dieser leitet sich aus der Dauer des Arbeitsverhältnisses ab.

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  • Ob Sie Ferienjobber anmelden müssen, wo Sie diese finden sowie weitere wissenswerte Infos, lesen Sie auf der Webseite von "Impulse".
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