Image for Mdm Logo

Firmenwagen kaufen oder leasen: Tipps für Sparfüchse

Firmenwagen kaufen oder leasen? Diese Frage stellen sich viele Entscheider auf der Suche nach günstigen Fahrzeugen. Um eine Antwort darauf zu finden, sollten Sie verschiedene Parameter wie zum Beispiel die steuerlichen Aspekte berücksichtigen.
Firmenwagen kaufen oder leasen: Tipps für Sparfüchse Der Vorteil, wenn Sie einen Firmenwagen kaufen: Sie können in schlechten Zeiten frei über den Verkauf bestimmen. (© 2016 Minerva Studio/Shutterstock)

Steuerliche Aspekte berücksichtigen

Firmenwagen sind nicht nur Mittel zum Zweck, sondern verleihen dem Unternehmen häufig auch Prestige. Während größere Betriebe Dienstwagen oftmals leasen – Grund hierfür sind im Falle eines Kaufs die oftmals steigenden Anforderungen der Banken bei der Kreditvergabe – halten sich die Anschaffungsvarianten bei kleinen und mittelständischen Firmen die Waage. Soll heißen: Fahrzeuge werden ebenso oft geleast wie gekauft. Wie sollen Sie nun die richtige Entscheidung für Ihr eigenes Unternehmen treffen? Es gibt keine pauschale Antwort darauf, was besser ist. Wie in so vielen Fällen haben beide Varianten ihre Vorteile und Nachteile. Berücksichtigen Sie daher verschiedene Aspekte, um die für Sie kostengünstigste Lösung zu finden.

Die steuerliche Seite spielt bei der Entscheidung eine gewichtige Rolle. Wenn Sie einen Firmenwagen kaufen oder leasen, können Sie verschiedene Posten geltend machen.

Firmenwagen kaufen

  • Beim Kauf eines Dienstwagens sind die Betriebsausgaben absetzbar. Jedoch nicht sofort, sondern über sechs Jahre der Nutzungsdauer verteilt. Das geht aus der AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums hervor (siehe 4.2.1). Beispiel: Wenn Sie im Januar 2015 einen Wagen für 36.000 Euro gekauft haben, dann können Sie davon ab 2015 bis einschließlich 2020 jeweils 6.000 Euro steuerlich geltend machen.
  • Für den Fall, dass Sie den Wagen per Kredit finanzieren, sind auch die Zinsen steuerlich absetzbar (jedoch nicht die Tilgungsraten) sowie
  • die laufenden Betriebskosten.

Firmenwagen leasen

  • Wenn Sie einen Firmenwagen leasen, dann können Sie die Leasingsonderzahlungen – sofern vorhanden – steuerlich geltend machen. Praktisch: Der Posten wird sofort und in voller Höhe zurückerstattet.
  • Ebenfalls steuerlich absetzbar sind die laufenden monatlichen Leasingraten sowie
  • die laufenden Betriebskosten.

Firmenwagen kaufen oder leasen – eine Frage der Flexibilität

Ein Leasingvertrag ist einem Mietvertrag ähnlich. Sie bezahlen eine festgelegte Rate und können dafür das Auto für eine bestimmte Periode in Anspruch nehmen. Problematisch wird es, wenn Sie vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen möchten – etwa weil Sie Mitarbeiter entlassen haben und die Autos in der Folge nicht mehr genutzt werden.  Dann müssen Sie die Wagen nämlich taxieren lassen. Liegt der dabei ermittelte Wert unter dem ursprünglich kalkulierten Restwert für das Leasingobjekt, wird es teuer für Sie.

Der Kauf auf Finanzierung bietet hingegen mehr Flexibilität. Insbesondere wenn Sie die Raten bereits getilgt haben und somit im Besitz des Fuhrparks sind, können Sie die Autos bei Bedarf jederzeit verkaufen.

Leasing: Kilometeranzahl berücksichtigen

Üblicherweise werden beim Leasing Kilometerverträge abgeschlossen. Sie vereinbaren also eine bestimmte Laufleistung für die Vertragsdauer. Darin ist in der Regel eine Kulanzvereinbarung von 2.500 bis 5.000 Kilometer enthalten. Für jeden darüberhinaus gehenden Kilometer müssen Sie eine Zuzahlung leisten. Auch im umgekehrten Fall, also wenn Sie weniger fahren als vereinbart, produzieren Sie unnötige Kosten. Deshalb ist es wichtig, die Fahrleistung realistisch einzukalkulieren.

Versicherungsart beim Leasing und Kauf

Wenn Sie einen Firmenwagen kaufen, verfügen Sie als Eigentümer frei über die Versicherung der Fahrzeuge. Anders sieht es aus, wenn Sie diese leasen. Die meisten Verträge sehen dann Vollkaskoversicherungen vor.  Sogar die Höhe der Selbstbeteiligung wird oft vom Anbieter reguliert.

Kommt es zu einem Totalschaden des Wagens, sind Sie als Leasingnehmer ebenfalls benachteiligt. Sie besitzen zwar ein außerordentliches Kündigungsrecht, das Sie von den verbliebenen Leasingraten entbindet, doch müssen Sie dafür die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung für entgangene Zinsen und Gewinne leisten.

Fazit: Leasing bietet gegenüber dem Kauf eines Wagens viele steuerliche Vorteile. Um diese zu nutzen, sollte am besten ein Steuerberater zurate gezogen werden. Weiterhin verfügen sie über die neuesten Modelle auf dem Markt und können damit sowohl Kunden als auch Mitarbeiter und Geschäftspartnern beeindrucken. Nicht zu verachten sind allerdings die oftmals hohen Leasingraten, auch wenn Sie diese steuerlich absetzen können. Außerdem bedarf es einer guten Planung, um Kilometerleistungen nicht zu überschreiten respektive zu unterschreiten.

Wenn Sie hingegen einen Firmenwagen kaufen, dann sind Sie an weniger Verpflichtungen gebunden, da Sie mit Abschluss der Finanzierung zum Eigentümer des mobilen Begleiters werden. In wirtschaftlich schlechten Zeiten können Sie frei über den Verkauf des Wagens verfügen. Allerdings liegt auch das Verwertungsrisiko bei Ihnen. Je nach Lage des Gebrauchtwagenmarktes machen Sie mit dem Verkauf des Autos mal mehr, mal weniger Verluste.

Weiterführende Links:

  • Was passiert, wenn Sie den Firmenwagen schrottet? Das und mehr erfahren Sie im Ratgeber "Firmenwagen-Steuer".
  • Sie möchten sich eine Flottenkarte anschaffen? Dann sollten Sie verschiedene Kriterien berücksichtigen.
  • Ein Wirtschaftskapitän braucht auch ein standesgemäßes Schiff. Doch wer einen Dienstwagen kaufen will, muss nicht immer gleich zum größten Pott greifen. Wir stellen Ihnen vier Modelle vor.
Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber
alle ratgeber
Neues zu Zusatzleistungen
alle ratgeber Alle Beiträge

Firmenwagen kaufen oder leasen: Tipps für Sparfüchse

Firmenwagen kaufen oder leasen? Diese Frage stellen sich viele Entscheider auf der Suche nach günstigen Fahrzeugen. Um eine Antwort darauf zu finden, sollten Sie verschiedene Parameter wie zum Beispiel die steuerlichen Aspekte berücksichtigen.
Firmenwagen kaufen oder leasen: Tipps für Sparfüchse Der Vorteil, wenn Sie einen Firmenwagen kaufen: Sie können in schlechten Zeiten frei über den Verkauf bestimmen. (© 2016 Minerva Studio/Shutterstock)

Steuerliche Aspekte berücksichtigen

Firmenwagen sind nicht nur Mittel zum Zweck, sondern verleihen dem Unternehmen häufig auch Prestige. Während größere Betriebe Dienstwagen oftmals leasen – Grund hierfür sind im Falle eines Kaufs die oftmals steigenden Anforderungen der Banken bei der Kreditvergabe – halten sich die Anschaffungsvarianten bei kleinen und mittelständischen Firmen die Waage. Soll heißen: Fahrzeuge werden ebenso oft geleast wie gekauft. Wie sollen Sie nun die richtige Entscheidung für Ihr eigenes Unternehmen treffen? Es gibt keine pauschale Antwort darauf, was besser ist. Wie in so vielen Fällen haben beide Varianten ihre Vorteile und Nachteile. Berücksichtigen Sie daher verschiedene Aspekte, um die für Sie kostengünstigste Lösung zu finden.

Die steuerliche Seite spielt bei der Entscheidung eine gewichtige Rolle. Wenn Sie einen Firmenwagen kaufen oder leasen, können Sie verschiedene Posten geltend machen.

Firmenwagen kaufen

  • Beim Kauf eines Dienstwagens sind die Betriebsausgaben absetzbar. Jedoch nicht sofort, sondern über sechs Jahre der Nutzungsdauer verteilt. Das geht aus der AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums hervor (siehe 4.2.1). Beispiel: Wenn Sie im Januar 2015 einen Wagen für 36.000 Euro gekauft haben, dann können Sie davon ab 2015 bis einschließlich 2020 jeweils 6.000 Euro steuerlich geltend machen.
  • Für den Fall, dass Sie den Wagen per Kredit finanzieren, sind auch die Zinsen steuerlich absetzbar (jedoch nicht die Tilgungsraten) sowie
  • die laufenden Betriebskosten.

Firmenwagen leasen

  • Wenn Sie einen Firmenwagen leasen, dann können Sie die Leasingsonderzahlungen – sofern vorhanden – steuerlich geltend machen. Praktisch: Der Posten wird sofort und in voller Höhe zurückerstattet.
  • Ebenfalls steuerlich absetzbar sind die laufenden monatlichen Leasingraten sowie
  • die laufenden Betriebskosten.

Firmenwagen kaufen oder leasen – eine Frage der Flexibilität

Ein Leasingvertrag ist einem Mietvertrag ähnlich. Sie bezahlen eine festgelegte Rate und können dafür das Auto für eine bestimmte Periode in Anspruch nehmen. Problematisch wird es, wenn Sie vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen möchten – etwa weil Sie Mitarbeiter entlassen haben und die Autos in der Folge nicht mehr genutzt werden.  Dann müssen Sie die Wagen nämlich taxieren lassen. Liegt der dabei ermittelte Wert unter dem ursprünglich kalkulierten Restwert für das Leasingobjekt, wird es teuer für Sie.

Der Kauf auf Finanzierung bietet hingegen mehr Flexibilität. Insbesondere wenn Sie die Raten bereits getilgt haben und somit im Besitz des Fuhrparks sind, können Sie die Autos bei Bedarf jederzeit verkaufen.

Leasing: Kilometeranzahl berücksichtigen

Üblicherweise werden beim Leasing Kilometerverträge abgeschlossen. Sie vereinbaren also eine bestimmte Laufleistung für die Vertragsdauer. Darin ist in der Regel eine Kulanzvereinbarung von 2.500 bis 5.000 Kilometer enthalten. Für jeden darüberhinaus gehenden Kilometer müssen Sie eine Zuzahlung leisten. Auch im umgekehrten Fall, also wenn Sie weniger fahren als vereinbart, produzieren Sie unnötige Kosten. Deshalb ist es wichtig, die Fahrleistung realistisch einzukalkulieren.

Versicherungsart beim Leasing und Kauf

Wenn Sie einen Firmenwagen kaufen, verfügen Sie als Eigentümer frei über die Versicherung der Fahrzeuge. Anders sieht es aus, wenn Sie diese leasen. Die meisten Verträge sehen dann Vollkaskoversicherungen vor.  Sogar die Höhe der Selbstbeteiligung wird oft vom Anbieter reguliert.

Kommt es zu einem Totalschaden des Wagens, sind Sie als Leasingnehmer ebenfalls benachteiligt. Sie besitzen zwar ein außerordentliches Kündigungsrecht, das Sie von den verbliebenen Leasingraten entbindet, doch müssen Sie dafür die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung für entgangene Zinsen und Gewinne leisten.

Fazit: Leasing bietet gegenüber dem Kauf eines Wagens viele steuerliche Vorteile. Um diese zu nutzen, sollte am besten ein Steuerberater zurate gezogen werden. Weiterhin verfügen sie über die neuesten Modelle auf dem Markt und können damit sowohl Kunden als auch Mitarbeiter und Geschäftspartnern beeindrucken. Nicht zu verachten sind allerdings die oftmals hohen Leasingraten, auch wenn Sie diese steuerlich absetzen können. Außerdem bedarf es einer guten Planung, um Kilometerleistungen nicht zu überschreiten respektive zu unterschreiten.

Wenn Sie hingegen einen Firmenwagen kaufen, dann sind Sie an weniger Verpflichtungen gebunden, da Sie mit Abschluss der Finanzierung zum Eigentümer des mobilen Begleiters werden. In wirtschaftlich schlechten Zeiten können Sie frei über den Verkauf des Wagens verfügen. Allerdings liegt auch das Verwertungsrisiko bei Ihnen. Je nach Lage des Gebrauchtwagenmarktes machen Sie mit dem Verkauf des Autos mal mehr, mal weniger Verluste.

Weiterführende Links:

  • Was passiert, wenn Sie den Firmenwagen schrottet? Das und mehr erfahren Sie im Ratgeber "Firmenwagen-Steuer".
  • Sie möchten sich eine Flottenkarte anschaffen? Dann sollten Sie verschiedene Kriterien berücksichtigen.
  • Ein Wirtschaftskapitän braucht auch ein standesgemäßes Schiff. Doch wer einen Dienstwagen kaufen will, muss nicht immer gleich zum größten Pott greifen. Wir stellen Ihnen vier Modelle vor.
Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber