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Flexible Arbeitszeiten: Modelle auf einen Blick

Starre 9to5-Modelle sind aus der Mode: Immer mehr Arbeitnehmer wollen stattdessen flexible Arbeitszeiten. Der Wunsch danach zeichnet sich schon in vielen Bewerbungsgesprächen ab. Gehen Sie mit der Zeit? Erfahren Sie hier, wie Sie Ihren Mitarbeitern entgegenkommen können.
Flexible Arbeitszeiten: Modelle auf einen Blick Viele Arbeitnehmer wünschen sich heutzutage flexible Arbeitszeiten. (© 2016 www.BillionPhotos.com/Shutterstock)

Flexible Arbeitszeiten sorgen für eine bessere Work-Life-Balance

Wie kann man Arbeit und Freizeit in harmonischen Einklang bringen? Des Problems Lösung nennt sich flexible Arbeitszeit. Klar, wer Teilzeit macht, hat mehr vom Privatleben – das geringere Gehalt wird dafür oft in Kauf genommen. Daneben gibt es aber noch viele andere Möglichkeiten, die Stundenzahl zu reduzieren. Nachfolgend ein Überblick über die verschiedenen Arbeitszeitmodelle sowie deren Vor- und Nachteile.

Die Gleitzeit

Beim Gleitzeitmodell bestimmen Ihre Mitarbeiter Arbeitsbeginn und Arbeitsschluss selbst. Sie sind lediglich dazu verpflichtet, in einer festgelegten Kernarbeitszeit anwesend zu sein. Auf einem Arbeitszeitkonto erfassen Ihre Beschäftigten Minus- oder Überstunden. Diese können sie binnen eines von Ihnen festgelegten Zeitrahmens – bei den meisten Unternehmen innerhalb eines Jahres – nachholen beziehungsweise abbummeln.

Tipp: Bestimmen Sie, wie groß das angesammelte Zeitguthaben beziehungsweise das -defizit jedes Einzelnen sein darf, damit es zu keinen Engpässen im Unternehmen kommt. Legen Sie außerdem fest, wie Überstunden abgebaut werden dürfen – tage- oder stundenweise? Oder darf das Plus sogar in Verbindung mit Urlaub ausgeglichen werden?

Die Vorteile des Modells liegen auf der Hand: Mitarbeiter können Ihre Arbeitszeit flexibler gestalten – der Arzttermin in der Früh oder der Behördengang sind problemlos in den Berufsalltag integrierbar.

Die Vertrauensarbeitszeit

Können Sie sich auf Ihre Mitarbeiter verlassen? Dann kommt die Vertrauensarbeitszeit als flexibles Modell infrage. Denn: Im Gegensatz zur Gleitzeit bestehen hier keine Kernarbeitszeiten, zu denen Beschäftigte anwesend sein müssen. Das Kommen und Gehen wird also nicht dokumentiert. Wichtig ist nur, dass der Beschäftigte seine Aufgaben termingerecht erledigt. Für einen reibungslosen Ablauf sollte er ein hohes Maß an Eigenverantwortung und ein gutes Zeitmanagement mitbringen.

Gut: Das eigenverantwortliche Arbeiten spornt an und fördert das unternehmerische Denken der Mitarbeiter. Außerdem werden Leerlaufzeiten vermieden, da Betroffene selbst über ihr Zeitmanagement bestimmen.

Schlecht: Fehlendes Zeitmanagement oder unrealistische Zielvereinbarungen können zu einer schlechten Work-Life-Balance führen. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen. Überbelastung ist nicht selten die Folge.

Flexible Arbeitszeiten mit Jobsharing

Eine Stelle, mehrere Mitarbeiter. Beim Jobsharing teilen sich mindestens zwei Beschäftigte ein und denselben Arbeitsplatz. Wie viel jeder Einzelne dort sitzt – der eine etwa nur 20 Stunden, der andere 30 Stunden –, legen Sie als Vorgesetzter fest. Gegebenenfalls in Absprache mit den Teammitgliedern.

Damit das berufliche Tandem funktioniert, müssen die Aufgabenfelder eindeutig abgesteckt sein. Außerdem sollte das Team gut harmonieren – ähnliche oder sich ergänzende Qualifikationen sind dabei von Vorteil.

Gut: Mitarbeiter können weiterhin Verantwortung übernehmen, trotz womöglich geringerer Stundenzahl. Damit binden Sie Fachkräfte ans Unternehmen.

Anspruchsvoll: Sie müssen das passende Personal für die doppelt zu besetzende Stelle finden.

Flexible Teilzeit

Teilzeitarbeit wird insbesondere von erwerbstätigen Frauen wahrgenommen. Etwa die Hälfte entscheidet sich für das flexible Arbeitszeitmodell. So heißt es auf dem Portal "kofa.de", das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.

Gut: Da Teilzeit unter Arbeitnehmern immer beliebter wird, sprechen Sie mit dem flexiblen Modell Leute an, die für eine Vollzeitstelle gar nicht zur Verfügung stünden. Außerdem eignen sich flexible Arbeitszeiten für all jene, die sich neben dem Job weiterbilden wollen – etwa mittels eines Masterstudiums.

Problematisch: Nicht immer kann eine Teilzeitstelle zu einer Vollzeitstelle aufgestockt werden – sofern das vom Teilzeitarbeitenden so gewünscht wird. Darüber hinaus erfordern bestimmte Aufgabengebiete eine dauerhafte Präsenz der Mitarbeiter, sodass das Modell nicht für jeden Betrieb infrage kommt.

Weiterführende Links:

  • Nicht nur Mitarbeiter, auch Führungskräfte wünsche sich flexible Arbeitszeiten, wie eine Umfrage der ULA zeigt.
  • Flexible Arbeitszeiten funktionieren beispielsweise auch mit der Funktionsarbeitszeit oder Wahlarbeitszeit. Mehr dazu schreibt die "deutsche-handwerks-zeitung.de".
  • Durcharbeiten am Bildschirmarbeitsplatz? Das ist verboten. Machen Sie also  zwischendurch Pause vom Monitor und mindern Sie den Augenstress.
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Flexible Arbeitszeiten: Modelle auf einen Blick Viele Arbeitnehmer wünschen sich heutzutage flexible Arbeitszeiten. (© 2016 www.BillionPhotos.com/Shutterstock)

Flexible Arbeitszeiten sorgen für eine bessere Work-Life-Balance

Wie kann man Arbeit und Freizeit in harmonischen Einklang bringen? Des Problems Lösung nennt sich flexible Arbeitszeit. Klar, wer Teilzeit macht, hat mehr vom Privatleben – das geringere Gehalt wird dafür oft in Kauf genommen. Daneben gibt es aber noch viele andere Möglichkeiten, die Stundenzahl zu reduzieren. Nachfolgend ein Überblick über die verschiedenen Arbeitszeitmodelle sowie deren Vor- und Nachteile.

Die Gleitzeit

Beim Gleitzeitmodell bestimmen Ihre Mitarbeiter Arbeitsbeginn und Arbeitsschluss selbst. Sie sind lediglich dazu verpflichtet, in einer festgelegten Kernarbeitszeit anwesend zu sein. Auf einem Arbeitszeitkonto erfassen Ihre Beschäftigten Minus- oder Überstunden. Diese können sie binnen eines von Ihnen festgelegten Zeitrahmens – bei den meisten Unternehmen innerhalb eines Jahres – nachholen beziehungsweise abbummeln.

Tipp: Bestimmen Sie, wie groß das angesammelte Zeitguthaben beziehungsweise das -defizit jedes Einzelnen sein darf, damit es zu keinen Engpässen im Unternehmen kommt. Legen Sie außerdem fest, wie Überstunden abgebaut werden dürfen – tage- oder stundenweise? Oder darf das Plus sogar in Verbindung mit Urlaub ausgeglichen werden?

Die Vorteile des Modells liegen auf der Hand: Mitarbeiter können Ihre Arbeitszeit flexibler gestalten – der Arzttermin in der Früh oder der Behördengang sind problemlos in den Berufsalltag integrierbar.

Die Vertrauensarbeitszeit

Können Sie sich auf Ihre Mitarbeiter verlassen? Dann kommt die Vertrauensarbeitszeit als flexibles Modell infrage. Denn: Im Gegensatz zur Gleitzeit bestehen hier keine Kernarbeitszeiten, zu denen Beschäftigte anwesend sein müssen. Das Kommen und Gehen wird also nicht dokumentiert. Wichtig ist nur, dass der Beschäftigte seine Aufgaben termingerecht erledigt. Für einen reibungslosen Ablauf sollte er ein hohes Maß an Eigenverantwortung und ein gutes Zeitmanagement mitbringen.

Gut: Das eigenverantwortliche Arbeiten spornt an und fördert das unternehmerische Denken der Mitarbeiter. Außerdem werden Leerlaufzeiten vermieden, da Betroffene selbst über ihr Zeitmanagement bestimmen.

Schlecht: Fehlendes Zeitmanagement oder unrealistische Zielvereinbarungen können zu einer schlechten Work-Life-Balance führen. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen. Überbelastung ist nicht selten die Folge.

Flexible Arbeitszeiten mit Jobsharing

Eine Stelle, mehrere Mitarbeiter. Beim Jobsharing teilen sich mindestens zwei Beschäftigte ein und denselben Arbeitsplatz. Wie viel jeder Einzelne dort sitzt – der eine etwa nur 20 Stunden, der andere 30 Stunden –, legen Sie als Vorgesetzter fest. Gegebenenfalls in Absprache mit den Teammitgliedern.

Damit das berufliche Tandem funktioniert, müssen die Aufgabenfelder eindeutig abgesteckt sein. Außerdem sollte das Team gut harmonieren – ähnliche oder sich ergänzende Qualifikationen sind dabei von Vorteil.

Gut: Mitarbeiter können weiterhin Verantwortung übernehmen, trotz womöglich geringerer Stundenzahl. Damit binden Sie Fachkräfte ans Unternehmen.

Anspruchsvoll: Sie müssen das passende Personal für die doppelt zu besetzende Stelle finden.

Flexible Teilzeit

Teilzeitarbeit wird insbesondere von erwerbstätigen Frauen wahrgenommen. Etwa die Hälfte entscheidet sich für das flexible Arbeitszeitmodell. So heißt es auf dem Portal "kofa.de", das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.

Gut: Da Teilzeit unter Arbeitnehmern immer beliebter wird, sprechen Sie mit dem flexiblen Modell Leute an, die für eine Vollzeitstelle gar nicht zur Verfügung stünden. Außerdem eignen sich flexible Arbeitszeiten für all jene, die sich neben dem Job weiterbilden wollen – etwa mittels eines Masterstudiums.

Problematisch: Nicht immer kann eine Teilzeitstelle zu einer Vollzeitstelle aufgestockt werden – sofern das vom Teilzeitarbeitenden so gewünscht wird. Darüber hinaus erfordern bestimmte Aufgabengebiete eine dauerhafte Präsenz der Mitarbeiter, sodass das Modell nicht für jeden Betrieb infrage kommt.

Weiterführende Links:

  • Nicht nur Mitarbeiter, auch Führungskräfte wünsche sich flexible Arbeitszeiten, wie eine Umfrage der ULA zeigt.
  • Flexible Arbeitszeiten funktionieren beispielsweise auch mit der Funktionsarbeitszeit oder Wahlarbeitszeit. Mehr dazu schreibt die "deutsche-handwerks-zeitung.de".
  • Durcharbeiten am Bildschirmarbeitsplatz? Das ist verboten. Machen Sie also  zwischendurch Pause vom Monitor und mindern Sie den Augenstress.
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