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Flurfunk im Büro: Gerüchte richtig abwehren

Der Flurfunk ist wie eine brennende Lunte. Erst einmal angezündet, ist die Explosion vorprogrammiert. Chefs, die denken, das legt sich schon wieder, laufen Gefahr ein ernstes Problem zu ignorieren. Ehe man sich versieht, findet man sich vorm Arbeitsgericht wieder. Wir sagen Ihnen, was Sie beachten sollten, wenn Sie Mitarbeiter mit so einer Situation konfrontieren.
Flurfunk im Büro: Gerüchte richtig abwehren Treten Sie dem Flurfunk im Büro schnell entgegen. Sonst entwickelte er womöglich eine ungeahnte Sprengkraft. (© 2016 PlusONE/Shutterstock)

Flurfunk kann zu Straftatbeständen führen

Am Anfang war es nur ein Gerücht. Dann verbreitete es der Flurfunk in Windeseile. Am Ende tratschte die ganze Firma über das Thema. "Hast du schon gehört: Es wird Entlassungen geben." Tägliches Szenario in deutschen Firmen.  Oft bleibt es harmlos. Wenn Ihre Mitarbeiterkommunikation funktioniert, werden eventuelle Missverständnisse meistens schnell aufgeklärt.  Doch zwischen dem Gerücht und dem Straftatbestand der "üblen Nachrede" und des Mobbings liegt eine breite Grauzone. Wenn der Flurfunk dem Kollegen ein Verhältnis mit der Chefin nachgesagt, oder hinter vorgehaltener Hand behauptet wird, die Kollegin habe sich die Beförderung auf unkonventionelle Art verdient, kann daraus schnell ein großes Problem werden. Und zwar für beide Seiten. Denn Unwahrheiten, die andere Kollegen oder Kunden herabwürdigen oder in ihrer Ehre verletzen, sind nach § 626 BGB ein wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung.

Experten raten: Sofort reagieren

Bei schlechter Mitarbeiterkommunikation können Fehlinformation zu großen Problemen führen. Erst einmal in der Welt, kann der Flurfunk Gerüchte wie ein Buschfeuer bei Rückenwind verbreiten. Die Quelle ist am Ende selten ausfindig zu machen. Daher raten Experten, schnellstmöglich zu reagieren. Das sollten Sie konkret tun:

  • Steigen Sie sofort von sich aus in die Mitarbeiterkommunikation ein. Stellen Sie die Dinge klar. Ersticken Sie destruktive Gerüchte im Ansatz – sonst werden verdrehte Halbwahrheiten die Runde machen.
  • Ziehen Sie klare Grenzen und stellen Sie entsprechende Regeln auf. Zeigt das Gespräch keine Wirkung auf Ihre Mitarbeiter, dann sollten Sie die Ermahnung noch einmal schriftlich formulieren und zustellen.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter auf regelmäßigen Meetings. Sie brauchen das Gefühl, rechtzeitig informiert und gehört zu werden
  • Unterrichten Sie sachlich und genau. Reden Sie nicht um den heißen Brei herum. Jeder merkt, wenn er mit Halbwahrheiten abgespeist werden soll. Das ist nur neuer Nachschub für den Flurfunk.
  • Nehmen Sie an gemeinsamen Kaffeepausen teil, gehen Sie mit Ihren Kollegen essen, und stellen Sie sich in Pausen zur einen oder anderen Gruppe dazu. Nach und nach bekommen Sie so Einblicke in die Gerüchteküche und können lernen, die Strukturen zu verstehen.

"Gerüchte haben auch etwas Verbindendes"

Vor allem in Zeiten beruflicher Unsicherheit verbreitet sich Tratsch extrem schnell. Daher raten Experten auch zu Souveränität im Umgang mit dem Thema, zumal Gerüchte, wenn man gewisse Grenzen nicht überschreitet, auch etwas Positives haben. Christine Öttl, Coaching-Expertin aus München sagte dem Handelsblatt:

"Tratsch hat ja auch etwas Verbindendes: Wer Gerüchte austauscht, kommt miteinander ins Gespräch. Es hat auch etwas Konspiratives, das einen zusammenrücken lässt."

Nutzen Sie die positiven Aspekte des Flurfunks für die Mitarbeiterkommunikation. Über diesen Kanal können Sie auch Informationen verbreiten und auch gegen aufkommenden Tratsch angehen. Beginnen Sie damit, ganz gezielt Informationen und Fakten zu streuen und Ihre Version der Situation darzustellen. Damit diese Strategie den gewünschten Effekt hat, sollten Sie die Informationen behutsam und subtil streuen und an ausgewählte Multiplikatoren weitergeben.

Der Flurfunk im Büro kann Ihre Reputation als Chef stärken. Und solange die Gerüchte eine Grenze nicht überschreiten, gilt das Wort des irischen Schriftstellers Oscar Wilde:

"Es ist schlimm, wenn alle über einen reden, aber es ist noch schlimmer, wenn keiner über einen redet."

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Flurfunk im Büro: Gerüchte richtig abwehren Treten Sie dem Flurfunk im Büro schnell entgegen. Sonst entwickelte er womöglich eine ungeahnte Sprengkraft. (© 2016 PlusONE/Shutterstock)

Flurfunk kann zu Straftatbeständen führen

Am Anfang war es nur ein Gerücht. Dann verbreitete es der Flurfunk in Windeseile. Am Ende tratschte die ganze Firma über das Thema. "Hast du schon gehört: Es wird Entlassungen geben." Tägliches Szenario in deutschen Firmen.  Oft bleibt es harmlos. Wenn Ihre Mitarbeiterkommunikation funktioniert, werden eventuelle Missverständnisse meistens schnell aufgeklärt.  Doch zwischen dem Gerücht und dem Straftatbestand der "üblen Nachrede" und des Mobbings liegt eine breite Grauzone. Wenn der Flurfunk dem Kollegen ein Verhältnis mit der Chefin nachgesagt, oder hinter vorgehaltener Hand behauptet wird, die Kollegin habe sich die Beförderung auf unkonventionelle Art verdient, kann daraus schnell ein großes Problem werden. Und zwar für beide Seiten. Denn Unwahrheiten, die andere Kollegen oder Kunden herabwürdigen oder in ihrer Ehre verletzen, sind nach § 626 BGB ein wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung.

Experten raten: Sofort reagieren

Bei schlechter Mitarbeiterkommunikation können Fehlinformation zu großen Problemen führen. Erst einmal in der Welt, kann der Flurfunk Gerüchte wie ein Buschfeuer bei Rückenwind verbreiten. Die Quelle ist am Ende selten ausfindig zu machen. Daher raten Experten, schnellstmöglich zu reagieren. Das sollten Sie konkret tun:

  • Steigen Sie sofort von sich aus in die Mitarbeiterkommunikation ein. Stellen Sie die Dinge klar. Ersticken Sie destruktive Gerüchte im Ansatz – sonst werden verdrehte Halbwahrheiten die Runde machen.
  • Ziehen Sie klare Grenzen und stellen Sie entsprechende Regeln auf. Zeigt das Gespräch keine Wirkung auf Ihre Mitarbeiter, dann sollten Sie die Ermahnung noch einmal schriftlich formulieren und zustellen.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter auf regelmäßigen Meetings. Sie brauchen das Gefühl, rechtzeitig informiert und gehört zu werden
  • Unterrichten Sie sachlich und genau. Reden Sie nicht um den heißen Brei herum. Jeder merkt, wenn er mit Halbwahrheiten abgespeist werden soll. Das ist nur neuer Nachschub für den Flurfunk.
  • Nehmen Sie an gemeinsamen Kaffeepausen teil, gehen Sie mit Ihren Kollegen essen, und stellen Sie sich in Pausen zur einen oder anderen Gruppe dazu. Nach und nach bekommen Sie so Einblicke in die Gerüchteküche und können lernen, die Strukturen zu verstehen.

"Gerüchte haben auch etwas Verbindendes"

Vor allem in Zeiten beruflicher Unsicherheit verbreitet sich Tratsch extrem schnell. Daher raten Experten auch zu Souveränität im Umgang mit dem Thema, zumal Gerüchte, wenn man gewisse Grenzen nicht überschreitet, auch etwas Positives haben. Christine Öttl, Coaching-Expertin aus München sagte dem Handelsblatt:

"Tratsch hat ja auch etwas Verbindendes: Wer Gerüchte austauscht, kommt miteinander ins Gespräch. Es hat auch etwas Konspiratives, das einen zusammenrücken lässt."

Nutzen Sie die positiven Aspekte des Flurfunks für die Mitarbeiterkommunikation. Über diesen Kanal können Sie auch Informationen verbreiten und auch gegen aufkommenden Tratsch angehen. Beginnen Sie damit, ganz gezielt Informationen und Fakten zu streuen und Ihre Version der Situation darzustellen. Damit diese Strategie den gewünschten Effekt hat, sollten Sie die Informationen behutsam und subtil streuen und an ausgewählte Multiplikatoren weitergeben.

Der Flurfunk im Büro kann Ihre Reputation als Chef stärken. Und solange die Gerüchte eine Grenze nicht überschreiten, gilt das Wort des irischen Schriftstellers Oscar Wilde:

"Es ist schlimm, wenn alle über einen reden, aber es ist noch schlimmer, wenn keiner über einen redet."

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