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Fußball-EM: Regelungen rund ums Mitfiebern im Büro

Die Fußball-EM 2016 ist bereits in vollem Gange, leider manchmal auch während der Arbeitszeiten. Welche Ansprüche Ihre Mitarbeiter während dieser besonderen Zeit haben – ob sie beispielsweise das Radio am Arbeitsplatz einschalten oder per Live-Stream im Internet mitfiebern dürfen –, lesen Sie hier.
Fußball-EM: Regelungen rund ums Mitfiebern im Büro Während der Fußball-EM lassen Chefs schon einmal Sonderregeln im Büro gelten. (© 2016 wavebreakmedia/Shutterstock)

Radio am Arbeitsplatz hören: Was das Arbeitsrecht vorschreibt

"Toooooor! 1:0 für Deutschland", brüllt der Radio-Kommentator – aufregend und ganz schön ablenkend, finden viele Chefs und dürfen das Radio am Arbeitsplatz deshalb verbieten. Arbeitgeber haben nämlich das sogenannte Weisungsrecht. Für das Verbot benötigt das Oberhaupt der Firma allerdings die Zustimmung des Betriebsrats. In vielen Betrieben befinden sich – Verbot hin oder her – seit geraumer Zeit Radiogeräte. Wie Sie es in Ihrer eigenen Firma handhaben, sollten Sie am besten von der jeweiligen Abteilung abhängig machen. Wenn der Arbeitnehmer beim Radiohören seiner Tätigkeit fehlerfrei nachgehen kann und weder Kollegen noch Kunden stört, ist ein Verbot nicht unbedingt notwendig.

Regelungen zum Fußballgucken im Fernsehen, Internet und Co.

Visuelle Reize lenken deutlich mehr ab, deshalb verbieten viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitern, Fußballspiele im Fernsehen, via Live-Stream oder gar auf ihrem Smartphone anzuschauen. Und das ist auch ihr gutes Recht. Die Arbeitszeit soll als solche dienen. Werden Arbeitsleistungen nicht erbracht, weil Mitarbeiter 90 Minuten wie gebannt auf den Fernseher starren, kann das mit einer Abmahnung geahndet werden, wie der Kölner Arbeitsrechtler Michael Felser auf "ntv.de" erklärt. Werden lediglich Live-Ticker zur Fußball-EM im Internet oder auf dem Smartphone verfolgt, beeinträchtigt das den Betriebsablauf jedoch kaum, sodass sich ein Verbot erübrigt.

Tipp: Machen Sie klare Ansagen, was erlaubt oder verboten ist, um Missverständnisse und unnötige Ärgernisse zu vermeiden. Überflüssige Verbote trüben das Arbeitsklima, zeigen Sie sich daher ruhig entgegenkommend, beispielsweise mit einem Fernseher im Aufenthaltsraum. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen sicherlich danken.

Früherer Feierabend wegen der Fußball-EM?

Grundsätzlich gelten die im Arbeitsvertrag festgelegten Arbeitszeiten. Natürlich können Sie Ausnahmen machen, wenn sich beispielsweise Arbeitsleistungen auch an anderen Arbeitstagen nachholen lassen. Dann sind auch spontane Urlaubsanträge denkbar. Ein allgemeines Recht auf Urlaub während der Fußball-EM haben Arbeitnehmer allerdings nicht.

Mitarbeiter, die trotz Verbots fehlen, können abgemahnt werden. Bei einer vorliegenden Krankschreibung können Sie in der Regel nicht viel ausrichten. Anders ist die Sachlage, wenn Ihr Mitarbeiter eine Krankmeldung androht, nach dem Motto: "Wenn ich keinen Urlaub bekomme, dann bin ich eben krank." Darauf können Sie gemäß eines Entscheids des Bundesarbeitsgerichts (BAG 12.03.2009 – 2 AZR 251/07) mit einer fristlosen Kündigung reagieren. Das gilt übrigens auch dann, wenn sich der Angestellte genesungsschädlich verhält und etwa mit einer Erkältung am Public Viewing teilnimmt.

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Fußball-EM: Regelungen rund ums Mitfiebern im Büro Während der Fußball-EM lassen Chefs schon einmal Sonderregeln im Büro gelten. (© 2016 wavebreakmedia/Shutterstock)

Radio am Arbeitsplatz hören: Was das Arbeitsrecht vorschreibt

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Regelungen zum Fußballgucken im Fernsehen, Internet und Co.

Visuelle Reize lenken deutlich mehr ab, deshalb verbieten viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitern, Fußballspiele im Fernsehen, via Live-Stream oder gar auf ihrem Smartphone anzuschauen. Und das ist auch ihr gutes Recht. Die Arbeitszeit soll als solche dienen. Werden Arbeitsleistungen nicht erbracht, weil Mitarbeiter 90 Minuten wie gebannt auf den Fernseher starren, kann das mit einer Abmahnung geahndet werden, wie der Kölner Arbeitsrechtler Michael Felser auf "ntv.de" erklärt. Werden lediglich Live-Ticker zur Fußball-EM im Internet oder auf dem Smartphone verfolgt, beeinträchtigt das den Betriebsablauf jedoch kaum, sodass sich ein Verbot erübrigt.

Tipp: Machen Sie klare Ansagen, was erlaubt oder verboten ist, um Missverständnisse und unnötige Ärgernisse zu vermeiden. Überflüssige Verbote trüben das Arbeitsklima, zeigen Sie sich daher ruhig entgegenkommend, beispielsweise mit einem Fernseher im Aufenthaltsraum. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen sicherlich danken.

Früherer Feierabend wegen der Fußball-EM?

Grundsätzlich gelten die im Arbeitsvertrag festgelegten Arbeitszeiten. Natürlich können Sie Ausnahmen machen, wenn sich beispielsweise Arbeitsleistungen auch an anderen Arbeitstagen nachholen lassen. Dann sind auch spontane Urlaubsanträge denkbar. Ein allgemeines Recht auf Urlaub während der Fußball-EM haben Arbeitnehmer allerdings nicht.

Mitarbeiter, die trotz Verbots fehlen, können abgemahnt werden. Bei einer vorliegenden Krankschreibung können Sie in der Regel nicht viel ausrichten. Anders ist die Sachlage, wenn Ihr Mitarbeiter eine Krankmeldung androht, nach dem Motto: "Wenn ich keinen Urlaub bekomme, dann bin ich eben krank." Darauf können Sie gemäß eines Entscheids des Bundesarbeitsgerichts (BAG 12.03.2009 – 2 AZR 251/07) mit einer fristlosen Kündigung reagieren. Das gilt übrigens auch dann, wenn sich der Angestellte genesungsschädlich verhält und etwa mit einer Erkältung am Public Viewing teilnimmt.

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