Image for Mdm Logo

Körpersprache deuten: Sein Gegenüber richtig entschlüsseln

Wer Körpersprache deuten kann, ist bei Verhandlungen oder Unterhaltungen klar im Vorteil: Ist Ihr Gesprächspartner gelangweilt, sauer oder fühlt er sich gar provoziert? Gestik und Mimik verraten, wie sich unser Gegenüber tatsächlich tickt, auch wenn seine Worte eine andere Sprache sprechen. Lesen Sie, wie Sie nonverbale Signale dechiffrieren.
Körpersprache deuten: Sein Gegenüber richtig entschlüsseln Unsere Körpersprache verrät uns. Verschränkte Arme deuten aber nicht immer auf eine ablehnende Haltung. (© 2016 Ollyy/Shutterstock)

Verbale und nonverbale Signale im Einklang?

Ihr Gesprächspartner will Ihnen etwas verkaufen und hält sich dabei mit Lobeshymnen über sein Produkt nicht zurück. Doch irgendwie misstrauen Sie seinen Ausführungen. Nicht nur wegen seiner offensichtlichen Übertreibungen. Auch seine Körpersprache wirkt nicht authentisch. Er kratzt sich vielleicht verlegen an der Nase oder am Nacken oder stützt sich am Tisch ab – augenscheinlich passen seine verbalen Äußerungen nicht zu seinem nonverbalen Verhalten. Sie als Gesprächspartner erkennen diese Inkongruenz unbewusst. Erst wenn seine Aussagen und seine Körpersprache ein stimmiges Bild ergeben, erscheint Ihr Gegenüber glaubwürdig. Kongruenz ist also ein wichtiger Indikator, um Ihren Gesprächspartner richtig einzuschätzen.

Gesamtbild im Blick haben

Allerdings sollten Sie keine voreiligen Schlüsse ziehen. Das Unterbewusstsein ist zwar ein gutes Instrument, um Schauspieler zu entlarven, doch verleitet es manchmal auch zu Fehlinterpretationen. Beispiel verschränkte Arme. Die deuten üblicherweise auf eine ablehnende Haltung hin. Das kann auch tatsächlich so sein. Ebenfalls möglich ist aber, dass die Position einfach bequem für Ihren Gesprächspartner ist. Er hört Ihnen aufmerksam zu und sperrt durch die verschränkten Arme lediglich seine eigenen Aktivitäten. Merke: Den Kontext im Blick behalten.

Gestik dechiffrieren

Die Inspiratorin und Trainerin Sabine Mühlisch ist Expertin im Bereich Körpersprache deuten. Gegenüber "impulse" hat sie erklärt, wie man Gestik und Mimik von Verhandlungspartnern entschlüsseln kann.

Beispiel Begrüßung

Auf eine harmonische und gleichberechtigte Beziehung weist folgende Begrüßung hin: Die Gesprächspartner schütteln sich lächelnd die Hände und halten einen halben Arm Abstand zueinander. Die Handhaltung ist parallel.

Anders liegt der Fall, wenn Ihr Gesprächspartner Sie dominieren möchte. Dann berührt er bei der Begrüßung nicht nur Ihre Hand, sondern packt Sie zusätzlich am Unter- oder sogar Oberarm. Auf diese Weise demonstriert Ihr Gegenüber nonverbal seinen Führungsanspruch. Das gilt auch, wenn Ihr Partner seine Hand nach oben dreht, während Sie sich die Hände schütteln.

Beispiel Sitzposition

Eine aufrechte Sitzposition signalisiert "mein Geist ist hellwach und ich höre zu". Sind die Hände auf dem Tisch gut sichtbar, wirkt Ihr Partner vertrauenserweckend. Er symbolisiert unbewusst, dass er nichts zu verstecken hat. Wenn er allerdings seine Ellenbogen auf den Tisch stellt und seine Faust mit der Hand umschließt, baut er eine Schutzmauer auf. Etwas gefällt Ihrem Gegenüber nicht und er wappnet sich vermutlich für einen verbalen Schlagabtausch.

Eine zu entspannte Position ist jedoch ebenfalls ungünstig. Lehnt sich Ihr Gesprächspartner nach hinten und verschränkt seine Arme hinter seinem Kopf – so als befände er sich gemütlich auf der Couch vor dem Fernseher –, dann will er Sie damit provozieren. Lassen Sie sich von seiner scheinbaren Gelassenheit nicht täuschen. Seine Brust liegt zwar frei, doch seine spitzen Ellenbogen zielen wie eine Waffe auf Sie. Um ihn wieder an den Tisch zu ziehen, können Sie ihm beispielsweise ein Dokument vorlegen, dass er sich ansehen soll.

Weiterführende Links:

  • Wer Geschäftsbeziehungen im Ausland hegt, sollte die dortigen kulturellen Gepflogenheiten kennen. Der Business-Knigge für Japan, Frankreich und die USA.
  • Weitere Tipps, wie Sie Körpersprache deuten können, sehen Sie in unserem Videobeitrag.
  • Auch "business-netz.com" hat ein umfangreiches Körpersprache-ABC zusammengefasst.

 

Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber
alle ratgeber
Neues zu Weiterbildung
alle ratgeber Alle Beiträge

Körpersprache deuten: Sein Gegenüber richtig entschlüsseln

Wer Körpersprache deuten kann, ist bei Verhandlungen oder Unterhaltungen klar im Vorteil: Ist Ihr Gesprächspartner gelangweilt, sauer oder fühlt er sich gar provoziert? Gestik und Mimik verraten, wie sich unser Gegenüber tatsächlich tickt, auch wenn seine Worte eine andere Sprache sprechen. Lesen Sie, wie Sie nonverbale Signale dechiffrieren.
Körpersprache deuten: Sein Gegenüber richtig entschlüsseln Unsere Körpersprache verrät uns. Verschränkte Arme deuten aber nicht immer auf eine ablehnende Haltung. (© 2016 Ollyy/Shutterstock)

Verbale und nonverbale Signale im Einklang?

Ihr Gesprächspartner will Ihnen etwas verkaufen und hält sich dabei mit Lobeshymnen über sein Produkt nicht zurück. Doch irgendwie misstrauen Sie seinen Ausführungen. Nicht nur wegen seiner offensichtlichen Übertreibungen. Auch seine Körpersprache wirkt nicht authentisch. Er kratzt sich vielleicht verlegen an der Nase oder am Nacken oder stützt sich am Tisch ab – augenscheinlich passen seine verbalen Äußerungen nicht zu seinem nonverbalen Verhalten. Sie als Gesprächspartner erkennen diese Inkongruenz unbewusst. Erst wenn seine Aussagen und seine Körpersprache ein stimmiges Bild ergeben, erscheint Ihr Gegenüber glaubwürdig. Kongruenz ist also ein wichtiger Indikator, um Ihren Gesprächspartner richtig einzuschätzen.

Gesamtbild im Blick haben

Allerdings sollten Sie keine voreiligen Schlüsse ziehen. Das Unterbewusstsein ist zwar ein gutes Instrument, um Schauspieler zu entlarven, doch verleitet es manchmal auch zu Fehlinterpretationen. Beispiel verschränkte Arme. Die deuten üblicherweise auf eine ablehnende Haltung hin. Das kann auch tatsächlich so sein. Ebenfalls möglich ist aber, dass die Position einfach bequem für Ihren Gesprächspartner ist. Er hört Ihnen aufmerksam zu und sperrt durch die verschränkten Arme lediglich seine eigenen Aktivitäten. Merke: Den Kontext im Blick behalten.

Gestik dechiffrieren

Die Inspiratorin und Trainerin Sabine Mühlisch ist Expertin im Bereich Körpersprache deuten. Gegenüber "impulse" hat sie erklärt, wie man Gestik und Mimik von Verhandlungspartnern entschlüsseln kann.

Beispiel Begrüßung

Auf eine harmonische und gleichberechtigte Beziehung weist folgende Begrüßung hin: Die Gesprächspartner schütteln sich lächelnd die Hände und halten einen halben Arm Abstand zueinander. Die Handhaltung ist parallel.

Anders liegt der Fall, wenn Ihr Gesprächspartner Sie dominieren möchte. Dann berührt er bei der Begrüßung nicht nur Ihre Hand, sondern packt Sie zusätzlich am Unter- oder sogar Oberarm. Auf diese Weise demonstriert Ihr Gegenüber nonverbal seinen Führungsanspruch. Das gilt auch, wenn Ihr Partner seine Hand nach oben dreht, während Sie sich die Hände schütteln.

Beispiel Sitzposition

Eine aufrechte Sitzposition signalisiert "mein Geist ist hellwach und ich höre zu". Sind die Hände auf dem Tisch gut sichtbar, wirkt Ihr Partner vertrauenserweckend. Er symbolisiert unbewusst, dass er nichts zu verstecken hat. Wenn er allerdings seine Ellenbogen auf den Tisch stellt und seine Faust mit der Hand umschließt, baut er eine Schutzmauer auf. Etwas gefällt Ihrem Gegenüber nicht und er wappnet sich vermutlich für einen verbalen Schlagabtausch.

Eine zu entspannte Position ist jedoch ebenfalls ungünstig. Lehnt sich Ihr Gesprächspartner nach hinten und verschränkt seine Arme hinter seinem Kopf – so als befände er sich gemütlich auf der Couch vor dem Fernseher –, dann will er Sie damit provozieren. Lassen Sie sich von seiner scheinbaren Gelassenheit nicht täuschen. Seine Brust liegt zwar frei, doch seine spitzen Ellenbogen zielen wie eine Waffe auf Sie. Um ihn wieder an den Tisch zu ziehen, können Sie ihm beispielsweise ein Dokument vorlegen, dass er sich ansehen soll.

Weiterführende Links:

  • Wer Geschäftsbeziehungen im Ausland hegt, sollte die dortigen kulturellen Gepflogenheiten kennen. Der Business-Knigge für Japan, Frankreich und die USA.
  • Weitere Tipps, wie Sie Körpersprache deuten können, sehen Sie in unserem Videobeitrag.
  • Auch "business-netz.com" hat ein umfangreiches Körpersprache-ABC zusammengefasst.

 

Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber