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LAG-Urteil: "Berufseinsteiger" ist keine AGG-Diskriminierung

Sind die Bezeichnungen "Berufseinsteiger" oder "Junior Consultant" in einer Stellenanzeige Indizien für eine Altersdiskriminierung? Das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden Würrtemberg entschied gegen einen abgelehnten Bewerber, der klagte.
LAG-Urteil: "Berufseinsteiger" ist keine AGG-Diskriminierung "Berufseinsteiger" ist ein altersneutraler begriff, urteilte das LAG Baden Württemberg. (© 2016 www.BillionPhotos.com/Shutterstock)

"Berufseinsteiger" und "Junior Consultant" altersdiskriminierende Begriffe?

Entschädigungsklagen aufgrund von Formulierungen in Stellenanzeigen gehören vor Gericht zum Alltag. Vor dem LAG Baden Württemberg wurde folgender Fall verhandelt: Ein promovierter Rechtsanwalt hatte sich auf eine Stelle als "Junior Consultant" beworben. Er wurde jedoch abgelehnt – seiner Aussage nach wegen seines Alters. Daraufhin verlangte er eine Entschädigung gemäß Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) von mindestens 15.000 Euro. Indizien für die Altersdiskriminierung seien die in der Stellenanzeige verwendeten Termini "Berufseinsteiger" und "Junior Consultant". Auf sachlicher Ebene sehe er keine Rechtfertigung für die Benachteiligung.

Für das verklagte Unternehmen war dies eine ungerechtfertigte Behauptung. Vielmehr sei die Klage rechtsmissbräuchlich, da der Anwalt bereits für eine Vielzahl von Entschädigungsklagen bekannt sei. Außerdem beziehe sich der Ausdruck "Junior Consultant" auf die Berufserfahrung und Hierarchie der Firma.

Das LAG lehnt die Klage ab

Das LAG gab dem Unternehmen Recht. Demnach enthielt die Stellenanzeige keine altersdiskriminierenden Formulierungen. Die Bezeichnung "Berufseinsteiger" gelte als altersneutral, da sie auch auf Hochschulabsolventen fortgeschrittenen Alters anwendbar sei, berichtet "Haufe".

Der Begriff "Junior Consultant" knüpfe ebenso wenig an das Alter an, entschied das Gericht. Denn das Wort "Junior" spiele auf die betriebliche Stellung an und nicht auf das Alter. Der Ausruck deute daraufhin, dass für den Job geringere spezifische Berufserfahrungen vonnöten seien – im Gegensatz zu einem "Senior Consultant" etwa.

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LAG-Urteil: "Berufseinsteiger" ist keine AGG-Diskriminierung "Berufseinsteiger" ist ein altersneutraler begriff, urteilte das LAG Baden Württemberg. (© 2016 www.BillionPhotos.com/Shutterstock)

"Berufseinsteiger" und "Junior Consultant" altersdiskriminierende Begriffe?

Entschädigungsklagen aufgrund von Formulierungen in Stellenanzeigen gehören vor Gericht zum Alltag. Vor dem LAG Baden Württemberg wurde folgender Fall verhandelt: Ein promovierter Rechtsanwalt hatte sich auf eine Stelle als "Junior Consultant" beworben. Er wurde jedoch abgelehnt – seiner Aussage nach wegen seines Alters. Daraufhin verlangte er eine Entschädigung gemäß Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) von mindestens 15.000 Euro. Indizien für die Altersdiskriminierung seien die in der Stellenanzeige verwendeten Termini "Berufseinsteiger" und "Junior Consultant". Auf sachlicher Ebene sehe er keine Rechtfertigung für die Benachteiligung.

Für das verklagte Unternehmen war dies eine ungerechtfertigte Behauptung. Vielmehr sei die Klage rechtsmissbräuchlich, da der Anwalt bereits für eine Vielzahl von Entschädigungsklagen bekannt sei. Außerdem beziehe sich der Ausdruck "Junior Consultant" auf die Berufserfahrung und Hierarchie der Firma.

Das LAG lehnt die Klage ab

Das LAG gab dem Unternehmen Recht. Demnach enthielt die Stellenanzeige keine altersdiskriminierenden Formulierungen. Die Bezeichnung "Berufseinsteiger" gelte als altersneutral, da sie auch auf Hochschulabsolventen fortgeschrittenen Alters anwendbar sei, berichtet "Haufe".

Der Begriff "Junior Consultant" knüpfe ebenso wenig an das Alter an, entschied das Gericht. Denn das Wort "Junior" spiele auf die betriebliche Stellung an und nicht auf das Alter. Der Ausruck deute daraufhin, dass für den Job geringere spezifische Berufserfahrungen vonnöten seien – im Gegensatz zu einem "Senior Consultant" etwa.

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