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Leasingarten: Die Finanzierungsformen im Überblick

Wenn Sie für Ihr Unternehmen ein oder mehrere Autos leasen möchten, können Sie zwischen verschiedenen Leasingarten wählen. Lesen Sie, wo im Vergleich die Unterschiede liegen, worauf Sie jeweils achten sollten und welche Arten sich in welchen Situationen lohnen können.
Leasingarten: Die Finanzierungsformen im Überblick Es gibt verschiedene Leasingarten – doch welche ist die richtige? (© 2016 goodluz/Shutterstock)

Finanzierungsleasing: die häufigste Form

In der Regel erfolgt das Leasing eines Autos nach diesem Modell, das auch als Finance-Leasing bezeichnet wird. Die übliche Form ist das Finanzierungsleasing mit Teilamortisation. Dabei ist der geleaste Wagen am Ende der Laufzeit nur zum Teil bezahlt, es besteht dann ein Restwert, der vom Leasingnehmer bezahlt werden muss, wenn er das Fahrzeug erwerben möchte. Andernfalls wird es an einen Dritten verkauft – sofern kein Andienungsrecht für den Leasinggeber vereinbart wurde. In diesem Fall muss der Kunde den Wagen zu einem vereinbarten Kaufpreis erwerben, wenn der Leasinggeber das fordert. Die Verträge laufen relativ lange und beinhalten eine Grundmietzeit, in der sie nicht oder nur mit Einbußen für den Leasingnehmer gekündigt werden können. Der Vorteil bei diesen Leasingarten ist, dass die monatliche Belastung im Vergleich relativ gering ausfällt – anders als bei einem Kauf mit Kreditaufnahme. Eine andere Form ist das Finanzierungsleasing mit Vollamortisation. Dabei werden mit den Leasingraten direkt die Anschaffungs-, Neben- und Finanzierungskosten abgedeckt.

Bei diesen beiden Leasingarten muss der Leasingnehmer bedenken, dass auch die Kosten für eventuelle Reparaturen und für die Versicherung von ihm übernommen werden. Steuerlich sollten Sie außerdem beachten, dass Sie die Leasingraten nicht unter allen Umständen als Betriebsausgaben absetzen können. Hierbei ist die Länge der vertraglich vereinbarten Grundmietzeit ausschlaggebend: Liegt diese zwischen 40 und 90 Prozent der regulären Nutzungsdauer des Fahrzeugs, wird es dem Leasinggeber zugerechnet und der Leasingnehmer kann die Raten als laufende Betriebsausgaben absetzen. Andernfalls ist das nicht möglich.

Restwertvertrag oder Kilometervertrag?

Beim Finanzierungsleasing gibt es sowohl die Option des Restwertvertrags als auch die des Kilometervertrags. Beim Restwertvertrag wird zum Zeitpunkt des Abschlusses festgelegt, welchen Wert der Wagen bei Laufzeitende voraussichtlich noch haben wird. Zum Vertragsende erfolgt ein Vergleich des kalkulierten Werts mit dem tatsächlichen Wert. Ist dieser niedriger, muss der Kunde für die Differenz aufkommen. Ist er höher, erhält er 75 Prozent des Mehrerlöses, der beim Verkauf erzielt wird. Beim Kilometervertrag wird dagegen eine bestimmte zu erwartende Laufleistung vereinbart. Bei Rückgabe des Fahrzeugs mit mehr Kilometern muss der Leasingnehmer nachzahlen, bei einer geringeren Kilometerzahl erhält er Geld zurück. Kilometerverträge sind heute üblicher. Sie bieten auch ein geringeres Risiko als Restwertverträge, bei denen am Ende unter Umständen hohe zusätzliche Kosten auf den Leasingnehmer zukommen.

Operatives Leasing: der Mietvertrag

Beim operativen Leasing (auch Operate-Leasing genannt) handelt es sich eher um ein klassisches Mietverhältnis, das im Vergleich deutliche Unterschiede zu den anderen Leasingarten aufweist: Die Verträge laufen über einen kürzeren Zeitraum und sind durch kurzfristige Kündigungsrechte flexibel. Anders als beim Finanzierungsleasing sind die Kosten für Reparaturen, Wartung und Versicherung hier Sache des Leasinggebers. Nach Vertragsende wird das Fahrzeug dann an einen anderen Leasingnehmer vermietet. Das operative Kfz-Leasing lohnt sich vor allem dann, wenn Sie Ihre Fahrzeugflotte kurzfristig aufstocken und dabei flexibel bleiben möchten. Die Leasingraten können Sie als Betriebsausgaben absetzen.

Null-Leasing: attraktives Angebot?

Im Grunde handelt es sich hierbei um eine Variante des Finanzierungsleasings. Sie tritt vor allem dann auf, wenn der Fahrzeughersteller auch der Leasinggeber ist. Er bietet besondere Vergünstigungen an, häufig um bei schleppenden Verkaufszahlen neue Kunden zu gewinnen. Der Hersteller bietet häufig ein Leasing ohne Anzahlung und zu günstigeren Zinsen an – oft verspricht er sogar einen Zinssatz von null Prozent, womit Sie den Wagen zum tatsächlichen Listenpreis erhalten. Beim Null-Leasing ist es aber auf jeden Fall wichtig, die Konditionen genau zu prüfen. Möglicherweise werden als Ausgleich für die fehlende Anzahlung und die niedrigen Zinsen höhere Raten fällig, sodass die Ersparnis gegenüber anderen Leasingarten weit geringer ausfällt als gedacht.

Mit einem Vergleich das passende Leasingmodell finden

Welche der Leasingarten sich für Sie am besten eignet, müssen Sie letztlich selbst entscheiden. Für den Vergleich sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen und nichts überstürzen. Jedes Angebot sollten Sie sorgfältig in Hinblick auf die Konditionen prüfen – besonders wenn es sich um ein Null-Leasing handelt. Auch die voraussichtliche Dauer, für die Sie das Fahrzeug benötigen, spielt eine Rolle für Ihre Entscheidung: Wenn Sie es nur für eine relativ kurze Zeit brauchen oder das noch nicht einschätzen können, gehen Sie mit dem operativen Leasing kein Risiko ein.

Weiterführende Links:

  • Diese Vorteile bietet Ihnen eine Flottenkarte für Ihren Fuhrpark.
  • Mit Fahrtenbuch-Apps wird die Dokumentation erleichtert – vier Apps im Vergleich.
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Finanzierungsleasing: die häufigste Form

In der Regel erfolgt das Leasing eines Autos nach diesem Modell, das auch als Finance-Leasing bezeichnet wird. Die übliche Form ist das Finanzierungsleasing mit Teilamortisation. Dabei ist der geleaste Wagen am Ende der Laufzeit nur zum Teil bezahlt, es besteht dann ein Restwert, der vom Leasingnehmer bezahlt werden muss, wenn er das Fahrzeug erwerben möchte. Andernfalls wird es an einen Dritten verkauft – sofern kein Andienungsrecht für den Leasinggeber vereinbart wurde. In diesem Fall muss der Kunde den Wagen zu einem vereinbarten Kaufpreis erwerben, wenn der Leasinggeber das fordert. Die Verträge laufen relativ lange und beinhalten eine Grundmietzeit, in der sie nicht oder nur mit Einbußen für den Leasingnehmer gekündigt werden können. Der Vorteil bei diesen Leasingarten ist, dass die monatliche Belastung im Vergleich relativ gering ausfällt – anders als bei einem Kauf mit Kreditaufnahme. Eine andere Form ist das Finanzierungsleasing mit Vollamortisation. Dabei werden mit den Leasingraten direkt die Anschaffungs-, Neben- und Finanzierungskosten abgedeckt.

Bei diesen beiden Leasingarten muss der Leasingnehmer bedenken, dass auch die Kosten für eventuelle Reparaturen und für die Versicherung von ihm übernommen werden. Steuerlich sollten Sie außerdem beachten, dass Sie die Leasingraten nicht unter allen Umständen als Betriebsausgaben absetzen können. Hierbei ist die Länge der vertraglich vereinbarten Grundmietzeit ausschlaggebend: Liegt diese zwischen 40 und 90 Prozent der regulären Nutzungsdauer des Fahrzeugs, wird es dem Leasinggeber zugerechnet und der Leasingnehmer kann die Raten als laufende Betriebsausgaben absetzen. Andernfalls ist das nicht möglich.

Restwertvertrag oder Kilometervertrag?

Beim Finanzierungsleasing gibt es sowohl die Option des Restwertvertrags als auch die des Kilometervertrags. Beim Restwertvertrag wird zum Zeitpunkt des Abschlusses festgelegt, welchen Wert der Wagen bei Laufzeitende voraussichtlich noch haben wird. Zum Vertragsende erfolgt ein Vergleich des kalkulierten Werts mit dem tatsächlichen Wert. Ist dieser niedriger, muss der Kunde für die Differenz aufkommen. Ist er höher, erhält er 75 Prozent des Mehrerlöses, der beim Verkauf erzielt wird. Beim Kilometervertrag wird dagegen eine bestimmte zu erwartende Laufleistung vereinbart. Bei Rückgabe des Fahrzeugs mit mehr Kilometern muss der Leasingnehmer nachzahlen, bei einer geringeren Kilometerzahl erhält er Geld zurück. Kilometerverträge sind heute üblicher. Sie bieten auch ein geringeres Risiko als Restwertverträge, bei denen am Ende unter Umständen hohe zusätzliche Kosten auf den Leasingnehmer zukommen.

Operatives Leasing: der Mietvertrag

Beim operativen Leasing (auch Operate-Leasing genannt) handelt es sich eher um ein klassisches Mietverhältnis, das im Vergleich deutliche Unterschiede zu den anderen Leasingarten aufweist: Die Verträge laufen über einen kürzeren Zeitraum und sind durch kurzfristige Kündigungsrechte flexibel. Anders als beim Finanzierungsleasing sind die Kosten für Reparaturen, Wartung und Versicherung hier Sache des Leasinggebers. Nach Vertragsende wird das Fahrzeug dann an einen anderen Leasingnehmer vermietet. Das operative Kfz-Leasing lohnt sich vor allem dann, wenn Sie Ihre Fahrzeugflotte kurzfristig aufstocken und dabei flexibel bleiben möchten. Die Leasingraten können Sie als Betriebsausgaben absetzen.

Null-Leasing: attraktives Angebot?

Im Grunde handelt es sich hierbei um eine Variante des Finanzierungsleasings. Sie tritt vor allem dann auf, wenn der Fahrzeughersteller auch der Leasinggeber ist. Er bietet besondere Vergünstigungen an, häufig um bei schleppenden Verkaufszahlen neue Kunden zu gewinnen. Der Hersteller bietet häufig ein Leasing ohne Anzahlung und zu günstigeren Zinsen an – oft verspricht er sogar einen Zinssatz von null Prozent, womit Sie den Wagen zum tatsächlichen Listenpreis erhalten. Beim Null-Leasing ist es aber auf jeden Fall wichtig, die Konditionen genau zu prüfen. Möglicherweise werden als Ausgleich für die fehlende Anzahlung und die niedrigen Zinsen höhere Raten fällig, sodass die Ersparnis gegenüber anderen Leasingarten weit geringer ausfällt als gedacht.

Mit einem Vergleich das passende Leasingmodell finden

Welche der Leasingarten sich für Sie am besten eignet, müssen Sie letztlich selbst entscheiden. Für den Vergleich sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen und nichts überstürzen. Jedes Angebot sollten Sie sorgfältig in Hinblick auf die Konditionen prüfen – besonders wenn es sich um ein Null-Leasing handelt. Auch die voraussichtliche Dauer, für die Sie das Fahrzeug benötigen, spielt eine Rolle für Ihre Entscheidung: Wenn Sie es nur für eine relativ kurze Zeit brauchen oder das noch nicht einschätzen können, gehen Sie mit dem operativen Leasing kein Risiko ein.

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  • Mit Fahrtenbuch-Apps wird die Dokumentation erleichtert – vier Apps im Vergleich.
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