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Mindestlohn umgehen: 10 miese Tricks zum Lohndumping

Seit gut einem Jahr gilt die Lohnuntergrenze. Das passt nicht Jedem und einige Arbeitgeber wollen den Mindestlohn umgehen. Dabei beweisen die schwarzen Schafe zuweilen recht große und zugleich fragwürdige Kreativität. Denn nicht jeder Trick zum Lohndumping ist auch erlaubt.
Mindestlohn umgehen: 10 miese Tricks fürs Lohndumping Führungskräfte, die den Mindestlohn illegal umgehen, machen sich strafbar. (© 2016 aastock/Shutterstock)

Mindestlohn umgehen: Die Konsequenzen

Wer beim Aushebeln der Lohnuntergrenze von der zuständigen Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls ertappt wird, muss mit saftigen Strafen wegen des Verstoßes gegen das Mindestlohngesetz rechnen. Im Paragraphen 21 steht, unter welchen Umständen eine solche Ordnungswidrigkeit vorliegt. Hier ein paar Beispiele zu den Konsequenzen absichtlicher oder unabsichtlicher Fehltritte.

  • Geldbuße bis zu 500.000 Euro.
  • Wird eine Geldbuße von mindestens 2.500 Euro verhängt, dann kommt es zu einem temporären Ausschluss von der Vergabe öffentlicher Aufträge.
  • Betroffene Arbeitnehmer können gegen einen Verstoß noch drei Jahre später Klage einreichen.
  • Auch die Sozialversicherungsträger dürfen entgangene Ansprüche rückwirkend geltend machen. Und zwar unabhängig davon, ob die Klage eines Arbeitnehmers vorliegt oder nicht.
  • Auch strafrechtliche Konsequenzen gehören zum Sanktionsarsenal.

Das sollte jedem klar sein, der den Mindestlohn umgehen will. Sicherlich geschieht das nicht immer bewusst und in verbrecherischer Absicht. Manchmal steckt einfach Unwissenheit dahinter. Deshalb zeigen wir hier einige vielleicht verführerische, aber garantiert verbotene oder halbseidene Fälle von Lohndumping. Es gilt: Bitte nicht nachmachen!

Trick 1: Unbezahlte Überstunden

In diesem Fall wird die Arbeitszeit kreativ verlängert. Heißt, es fallen Überstunden an, die allerdings undokumentiert und damit auch unbezahlt bleiben. Dadurch sinkt der Arbeitslohn automatisch unter die vorgeschriebenen 8,50 Euro. Das ist verboten.

Trick 2: Verstöße gegen die Aufzeichnungspflicht

Gerade in Branchen mit unregelmäßigen Einsätzen, wie dem witterungsabhängigen Baugewerbe, mag es einladend sein, die Aufzeichnungspflicht der Arbeitszeit etwas laxer zu handhaben. Doch wer die entsprechenden Listen nicht ordnungsgemäß führt, der begeht Lohndumping und handelt – natürlich – gesetzwidrig.

Trick 3: Unrealistische Zeitvorgaben

Um dem Niedriglohn auszuweichen, machen manche Arbeitgeber ihren Beschäftigten zu knappe Zeitvorgaben. Wohl wissend, das eine bestimmte Aufgabe nur in beispielsweise vier Stunden zu schaffen ist, setzen sie drei Stunden dafür an. Alles, was zwangsläufig darüberhinaus geht, wird nicht bezahlt. Auch das ist nicht erlaubt.

Trick 4: Feste zu freien Mitarbeiter machen

Für freie Mitarbeiter und Praktikanten gilt der Niedriglohn nicht. Deshalb Festangestellte zu einem neuen Vertrag zu drängen, um so das bestehende Arbeitsverhältnis entsprechend umzuwandeln, ist ebenfalls nicht statthaft.

Trick 5: Verzichtserklärung des Arbeitnehmers

Wer den Mindestlohn umgehen will, versucht es zuweilen mit diesem Trick: Er lässt seine Mitarbeiter unterschreiben, dass sie auf auf ihren gesetzlichen Anspruch verzichten. Solche Erklärungen sind juristisch nicht haltbar.

Trick 6: Teilzeit einführen

Noch so eine kreative, aber heikle Idee zum Lohndumping. Dazu wird eine Vollzeitstelle in eine Teilzeitstelle umgewandelt. Dadurch sinkt die Arbeitszeit so weit, bis der Mindestlohn passt. Natürlich nur theoretisch, denn es bleibt bei der ursprünglichen Stundenanzahl.

Trick 7: Pausen einrechnen

Hierbei werden Pausen sowie andere Bereitschafts- oder Wartezeiten nicht mehr vergütet. Das macht die Arbeitszeit automatisch billiger.

Trick 8: Gutscheine anbieten

In diesem Fall zahlt der Arbeitgeber weiter den vorherigen Lohn unter 8,50 Euro. Den Fehlbetrag füllt er mit Gutscheinen für die eigene Dienstleistung auf. Beispiel: Mitarbeiter in einem Solarium erhalten Bons für die Nutzung der Sonnenbank.

Trick 9: Trinkgelder anrechnen

Eine nicht selten in der Gastronomie anzutreffende Art, Lohndumping zu betreiben. Dabei sollen die Beschäftigten ihren Zusatzverdienst aus dem Trinkgeld auf ihr Gehalt schlagen. So will der Chef den Mindestlohn umgehen.

Trick 10: Die "Das-gilt-für-uns-nicht"-Ausrede

Eine besonders dreiste Methode: Der Chef versucht seinen Mitarbeitern einfach weiß zu machen, dass seine Branche oder zumindest die jeweilige Tätigkeit nicht vom Mindestlohn betroffen ist.

Fazit: Alle hier gezeigten Methoden zum Lohndumping liegen entweder in der rechtlichen Grauzone oder sind schlichtweg verboten und damit eines anständigen Unternehmers nicht würdig. Bevor jemand den Mindestlohn umgehen will, sollte er seine Intelligenz und Schaffenskraft besser auf andere Weise für seinen Betrieb nutzen.

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Mindestlohn umgehen: 10 miese Tricks fürs Lohndumping Führungskräfte, die den Mindestlohn illegal umgehen, machen sich strafbar. (© 2016 aastock/Shutterstock)

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Wer beim Aushebeln der Lohnuntergrenze von der zuständigen Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls ertappt wird, muss mit saftigen Strafen wegen des Verstoßes gegen das Mindestlohngesetz rechnen. Im Paragraphen 21 steht, unter welchen Umständen eine solche Ordnungswidrigkeit vorliegt. Hier ein paar Beispiele zu den Konsequenzen absichtlicher oder unabsichtlicher Fehltritte.

  • Geldbuße bis zu 500.000 Euro.
  • Wird eine Geldbuße von mindestens 2.500 Euro verhängt, dann kommt es zu einem temporären Ausschluss von der Vergabe öffentlicher Aufträge.
  • Betroffene Arbeitnehmer können gegen einen Verstoß noch drei Jahre später Klage einreichen.
  • Auch die Sozialversicherungsträger dürfen entgangene Ansprüche rückwirkend geltend machen. Und zwar unabhängig davon, ob die Klage eines Arbeitnehmers vorliegt oder nicht.
  • Auch strafrechtliche Konsequenzen gehören zum Sanktionsarsenal.

Das sollte jedem klar sein, der den Mindestlohn umgehen will. Sicherlich geschieht das nicht immer bewusst und in verbrecherischer Absicht. Manchmal steckt einfach Unwissenheit dahinter. Deshalb zeigen wir hier einige vielleicht verführerische, aber garantiert verbotene oder halbseidene Fälle von Lohndumping. Es gilt: Bitte nicht nachmachen!

Trick 1: Unbezahlte Überstunden

In diesem Fall wird die Arbeitszeit kreativ verlängert. Heißt, es fallen Überstunden an, die allerdings undokumentiert und damit auch unbezahlt bleiben. Dadurch sinkt der Arbeitslohn automatisch unter die vorgeschriebenen 8,50 Euro. Das ist verboten.

Trick 2: Verstöße gegen die Aufzeichnungspflicht

Gerade in Branchen mit unregelmäßigen Einsätzen, wie dem witterungsabhängigen Baugewerbe, mag es einladend sein, die Aufzeichnungspflicht der Arbeitszeit etwas laxer zu handhaben. Doch wer die entsprechenden Listen nicht ordnungsgemäß führt, der begeht Lohndumping und handelt – natürlich – gesetzwidrig.

Trick 3: Unrealistische Zeitvorgaben

Um dem Niedriglohn auszuweichen, machen manche Arbeitgeber ihren Beschäftigten zu knappe Zeitvorgaben. Wohl wissend, das eine bestimmte Aufgabe nur in beispielsweise vier Stunden zu schaffen ist, setzen sie drei Stunden dafür an. Alles, was zwangsläufig darüberhinaus geht, wird nicht bezahlt. Auch das ist nicht erlaubt.

Trick 4: Feste zu freien Mitarbeiter machen

Für freie Mitarbeiter und Praktikanten gilt der Niedriglohn nicht. Deshalb Festangestellte zu einem neuen Vertrag zu drängen, um so das bestehende Arbeitsverhältnis entsprechend umzuwandeln, ist ebenfalls nicht statthaft.

Trick 5: Verzichtserklärung des Arbeitnehmers

Wer den Mindestlohn umgehen will, versucht es zuweilen mit diesem Trick: Er lässt seine Mitarbeiter unterschreiben, dass sie auf auf ihren gesetzlichen Anspruch verzichten. Solche Erklärungen sind juristisch nicht haltbar.

Trick 6: Teilzeit einführen

Noch so eine kreative, aber heikle Idee zum Lohndumping. Dazu wird eine Vollzeitstelle in eine Teilzeitstelle umgewandelt. Dadurch sinkt die Arbeitszeit so weit, bis der Mindestlohn passt. Natürlich nur theoretisch, denn es bleibt bei der ursprünglichen Stundenanzahl.

Trick 7: Pausen einrechnen

Hierbei werden Pausen sowie andere Bereitschafts- oder Wartezeiten nicht mehr vergütet. Das macht die Arbeitszeit automatisch billiger.

Trick 8: Gutscheine anbieten

In diesem Fall zahlt der Arbeitgeber weiter den vorherigen Lohn unter 8,50 Euro. Den Fehlbetrag füllt er mit Gutscheinen für die eigene Dienstleistung auf. Beispiel: Mitarbeiter in einem Solarium erhalten Bons für die Nutzung der Sonnenbank.

Trick 9: Trinkgelder anrechnen

Eine nicht selten in der Gastronomie anzutreffende Art, Lohndumping zu betreiben. Dabei sollen die Beschäftigten ihren Zusatzverdienst aus dem Trinkgeld auf ihr Gehalt schlagen. So will der Chef den Mindestlohn umgehen.

Trick 10: Die "Das-gilt-für-uns-nicht"-Ausrede

Eine besonders dreiste Methode: Der Chef versucht seinen Mitarbeitern einfach weiß zu machen, dass seine Branche oder zumindest die jeweilige Tätigkeit nicht vom Mindestlohn betroffen ist.

Fazit: Alle hier gezeigten Methoden zum Lohndumping liegen entweder in der rechtlichen Grauzone oder sind schlichtweg verboten und damit eines anständigen Unternehmers nicht würdig. Bevor jemand den Mindestlohn umgehen will, sollte er seine Intelligenz und Schaffenskraft besser auf andere Weise für seinen Betrieb nutzen.

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