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Mobbing: Auch das Herz leidet

Schikane am Arbeitsplatz zieht nicht nur psychische Probleme nach sich. Mobbing wirkt sich auch auf das Herz der Opfer aus. Und zwar in teils erheblichem Maße. So steigt das Risiko Betroffener, einen Myokardinfarkt zu erleiden, um 203 Prozent. Zu diesem Ergebnis und weiteren alarmierenden Fakten gelangt eine aktuelle Studie.
Mobbing: Auch das Herz leidet Mobbing wirkt sich auch schädlich auf Herz und Kreislauf aus. (© 2016 Africa Studio/Shutterstock)

Mobbing schädigt Herz und Kreislauf

Depressionen, Angst- und Schlafstörungen – das sind oft die bekanntesten negativen Symptome von Menschen, die unter Mobbing leiden. Neben diesen seelischen Problemen gibt es aber auch körperliche Folgen. So ist das Herz-Kreislauf-System ebenfalls vom Psychoterror betroffen. Nachgewiesen haben das jetzt Forscher von IMS Health in einer Studie.

Dafür haben sie zwei Gruppen mit jeweils 7.374 Patienten mit und ohne Mobbingerfahrung untersucht. Im Mittelpunkt des Interesses standen sogenannte kardiovaskuläre Ereignisse und das Risiko – vereinfacht gesagt – einen Infarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Die Studie zeigte: Die Wahrscheinlichkeit, davon getroffen zu werden, ist bei Mobbingopfern in Deutschland insgesamt um 69 Prozent erhöht.

Das Infarktrisiko steigt dramatisch an

Aufgeschlüsselt nach Krankheiten ergibt sich folgendes Bild:

  • Das Risiko, einen Myokardinfarkt zu bekommen, steigt bei gemobbten Menschen um 203 Prozent.
  • Das Risiko für eine Angina Pectoris erhöht sich um 79 Prozent und
  • das Risiko für einen Schlaganfall um 56 Prozent.

Besonders anfällig dafür zeigen sich ältere, männliche und/oder übergewichtige Personen. Zur Untersuchung wurden anonymisierte Daten herangezogen von Patienten,  bei denen Hausärzte zwischen Januar 2005 und Dezember 2014 erstmals eine Mobbingerfahrung dokumentierten. Das Alter der Probanden lag bei durchschnittlich 38 Jahren, 67 Prozent von ihnen waren Frauen. Die Ergebnisse basieren ausschließlich auf nichttödlich verlaufenen Ereignissen.

Dazu sagt Prof. Dr. Karel Kostev, Forschungsleiter bei IMS Health:

"Dadurch, dass ein Teil der kardiovaskulären Ereignisse tödlich verläuft, ist davon auszugehen, dass ihre Häufigkeit noch höher ist und der negative Effekt von Mobbing noch größer."

Weiterführende Links:

  • Der AOK-Fehlzeitenreport zeigt: Eine schlechte Unternehmenskultur sorgt dafür, dass die Angestellten häufiger krank sind. Außerdem schätzen sie ihre Gesundheit auch selbst schlechter ein, wenn sie sich am Arbeitsplatz nicht wohlfühlen.
  • Was macht familienfreundliche Unternehmen eigentlich aus? Wir erklären, wie Sie Ihre Angestellten unterstützen können.
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Schikane am Arbeitsplatz zieht nicht nur psychische Probleme nach sich. Mobbing wirkt sich auch auf das Herz der Opfer aus. Und zwar in teils erheblichem Maße. So steigt das Risiko Betroffener, einen Myokardinfarkt zu erleiden, um 203 Prozent. Zu diesem Ergebnis und weiteren alarmierenden Fakten gelangt eine aktuelle Studie.
Mobbing: Auch das Herz leidet Mobbing wirkt sich auch schädlich auf Herz und Kreislauf aus. (© 2016 Africa Studio/Shutterstock)

Mobbing schädigt Herz und Kreislauf

Depressionen, Angst- und Schlafstörungen – das sind oft die bekanntesten negativen Symptome von Menschen, die unter Mobbing leiden. Neben diesen seelischen Problemen gibt es aber auch körperliche Folgen. So ist das Herz-Kreislauf-System ebenfalls vom Psychoterror betroffen. Nachgewiesen haben das jetzt Forscher von IMS Health in einer Studie.

Dafür haben sie zwei Gruppen mit jeweils 7.374 Patienten mit und ohne Mobbingerfahrung untersucht. Im Mittelpunkt des Interesses standen sogenannte kardiovaskuläre Ereignisse und das Risiko – vereinfacht gesagt – einen Infarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Die Studie zeigte: Die Wahrscheinlichkeit, davon getroffen zu werden, ist bei Mobbingopfern in Deutschland insgesamt um 69 Prozent erhöht.

Das Infarktrisiko steigt dramatisch an

Aufgeschlüsselt nach Krankheiten ergibt sich folgendes Bild:

  • Das Risiko, einen Myokardinfarkt zu bekommen, steigt bei gemobbten Menschen um 203 Prozent.
  • Das Risiko für eine Angina Pectoris erhöht sich um 79 Prozent und
  • das Risiko für einen Schlaganfall um 56 Prozent.

Besonders anfällig dafür zeigen sich ältere, männliche und/oder übergewichtige Personen. Zur Untersuchung wurden anonymisierte Daten herangezogen von Patienten,  bei denen Hausärzte zwischen Januar 2005 und Dezember 2014 erstmals eine Mobbingerfahrung dokumentierten. Das Alter der Probanden lag bei durchschnittlich 38 Jahren, 67 Prozent von ihnen waren Frauen. Die Ergebnisse basieren ausschließlich auf nichttödlich verlaufenen Ereignissen.

Dazu sagt Prof. Dr. Karel Kostev, Forschungsleiter bei IMS Health:

"Dadurch, dass ein Teil der kardiovaskulären Ereignisse tödlich verläuft, ist davon auszugehen, dass ihre Häufigkeit noch höher ist und der negative Effekt von Mobbing noch größer."

Weiterführende Links:

  • Der AOK-Fehlzeitenreport zeigt: Eine schlechte Unternehmenskultur sorgt dafür, dass die Angestellten häufiger krank sind. Außerdem schätzen sie ihre Gesundheit auch selbst schlechter ein, wenn sie sich am Arbeitsplatz nicht wohlfühlen.
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