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Mobiles Arbeiten: Wie Chefs den Überblick behalten

Im besten Fall macht mobiles Arbeiten Ihr Unternehmen effizienter, es steigert die Produktivität und Ihre Angestellten sind zufriedener. Und das ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern funktioniert in vielen Unternehmen bereits ausgezeichnet – damit es wie am Schnürchen läuft, sollten Firmenlenker allerdings Spielregeln festlegen.
Mobiles Arbeiten: Wie Chefs den Überblick behalten Mobiles Arbeiten ist für viele Beschäftigte sehr erfüllend – damit es klappt, müssen Sie als Chef aber richtig planen. (© 2016 GaudiLab/Shutterstock)

Führungsstil: Voraussetzungen für mobiles Arbeiten schaffen

Mobiles Arbeiten ist längst Alltag für viele Beschäftigte in Deutschland. Große Konzerne wie Daimler machen es vor. Und auch viele kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von den Vorteilen des Modells. Zum Beispiel steigt die Motivation der Arbeitnehmer und an vielen Stellen der Wertschöpfungskette ergeben sich Verbesserungen.

Das Konzept klingt also vielversprechend, aber wie machen Sie es in Ihrer Firma erfolgreich? Ganz einfach, Sie müssen beim Führen Ihrer Mitarbeiter einige Standards berücksichtigen:

  • Zunächst ist es wichtig, klare Ziele für Ihre Arbeitnehmer zu definieren und diese schließlich zu kommunizieren. Erarbeiten Sie für Projekte und Teilaufgaben klare Richtlinien und Fristen. So weiß jeder, was er zu tun hat.
  • Besonders dann, wenn Ihre Untergebenen öfter unterwegs sind, muss es regelmäßige Statusmeetings geben. Manche Herausforderungen lassen sich einfach besser von Angesicht zu Angesicht lösen als per E-Mail oder Chatnachricht. Übertreiben Sie es aber nicht, denn zu viel Überwachung ist kontraproduktiv.
  • Erarbeiten Sie einen Kommunikationsplan. Darin legen Sie fest, wer wann und wo zu erreichen ist. Sie führen beispielsweise feste Telefonsprechzeiten ein, in denen Ihre absenten Kollegen und auch Sie selbst zur Verfügung stehen.
  • Geben Sie einen Vertrauensvorschuss. Solange die Arbeit erledigt wird, sollte es Ihnen egal sein, ob ein Arbeitnehmer ständig im Büro sitzt oder von zu Hause aus arbeitet. Sie müssen Ihr Team sozusagen zur Selbstverantwortung erziehen. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass sich Angestellte sehr wertgeschätzt fühlen.

Klappt das mobile Arbeiten nicht auf Anhieb, bleiben Sie gelassen. Das Büro 4.0 lässt sich nur schrittweise durchsetzen. Hinzu kommt: Nicht jeder Beschäftigte empfindet das Modell als Bereicherung, sondern sehnt sich stattdessen vielleicht nach einem klassischen Alltag.

Übrigens: Wenn Sie mehr zum Thema mobiles Arbeiten in kleinen und mittelständischen Unternehmen erfahren wollen, statten Sie dem Portal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) einen Besuch ab.

Technik, Sicherheit und Vernetzung: Die richtigen Werkzeuge machen produktiv

Die Macher der Studie Mobiles Arbeiten haben 674 Unternehmensvertreter aus unterschiedlichen Branchen um ihre Meinung zu dem Thema gebeten. Dabei hat sich herauskristallisiert:
97 Prozent der Mitarbeiter setzen für ihren mobilen Alltag Laptops beziehungsweise tragbare Computer ein, 93 Prozent der Arbeitnehmer nutzen Smartphones, 62 Prozent verwenden Tablets und etwa 36 Prozent arbeiten mit spezieller Hardware.

Das zeigt Ihnen vor allem eins: Sie müssen Ihren Angestellten die richtigen Werkzeuge zur Verfügung stellen, damit der mobile Alltag glattgeht. Achte Sie überdies auf die folgenden Tipps:

  • Laptops und Co. sollten mit einem guten Akku ausgestattet sein.
  • Machen Sie Daten überall verfügbar, zum Beispiel in einer Cloud.
  • Auf allen Arbeitsgeräten sollten die passenden Tools und Apps installiert sein – legen Sie vorher auch ganz genau die jeweiligen Kommunikationstools fest, mit denen Ihre Mitarbeiter vernetzt bleiben.
  • Die Software muss auf dem neuesten Stand sein.

Darüber hinaus müssen Sie auf die Sicherheit von Unternehmensdaten achten. So sollten die digitalen Arbeitsgeräte vor Viren und Malware geschützt sein. Gleichzeitig müssen Sie Verhaltensregeln durchsetzen, beispielsweise dürfen Passwörter niemals über unverschlüsselte Kanäle gesendet werden. In unserem Ratgeber Data Loss Prevention: 5 Fakten rund um Sicherheit gehen wir noch weiter ins Detail.

Rechtliche Dimension: Wissenswerte Hintergründe zum mobilen Büro und Co.

Für mobiles Arbeiten gelten natürlich die gleichen Gesetze wie für den klassischen Büroalltag:

  • Überstunden müssen vom Arbeitnehmer dokumentiert werden – auch am Wochenende. Zusätzliche Vergütungen hängen von den individuellen Regelungen in Ihrer Firma ab.
  • Auch zu Hause oder unterwegs gilt das Arbeitszeitgesetz, täglich dürfen acht bis maximal zehn Stunden gearbeitet werden. Die Ruhezeiten müssen eingehalten werden.
  • Auch bei mobiler Arbeit müssen die Arbeitsschutzvorschriften eingehalten werden.

An den Regelungen zum Büro 4.0 muss sich künftig aber noch einiges tun. Beispielsweise müssen auch die Daten der Angestellten richtig geschützt werden, wie beispielsweise DGB-Chef Reiner Hoffmann im Interview mit dem Magazin "Arbeitsrecht im Betrieb" fordert:

"Die Digitalisierung führt auch zu neuen Herausforderungen für den Datenschutz, nicht nur für Unternehmen und Kunden, sondern auch für den Schutz der Daten von Beschäftigten. Deshalb brauchen wir ein Beschäftigtendatenschutzgesetz, das gewährleistet, dass digitale Transparenz nicht dazu missbraucht wird, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu überwachen."

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Im besten Fall macht mobiles Arbeiten Ihr Unternehmen effizienter, es steigert die Produktivität und Ihre Angestellten sind zufriedener. Und das ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern funktioniert in vielen Unternehmen bereits ausgezeichnet – damit es wie am Schnürchen läuft, sollten Firmenlenker allerdings Spielregeln festlegen.
Mobiles Arbeiten: Wie Chefs den Überblick behalten Mobiles Arbeiten ist für viele Beschäftigte sehr erfüllend – damit es klappt, müssen Sie als Chef aber richtig planen. (© 2016 GaudiLab/Shutterstock)

Führungsstil: Voraussetzungen für mobiles Arbeiten schaffen

Mobiles Arbeiten ist längst Alltag für viele Beschäftigte in Deutschland. Große Konzerne wie Daimler machen es vor. Und auch viele kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von den Vorteilen des Modells. Zum Beispiel steigt die Motivation der Arbeitnehmer und an vielen Stellen der Wertschöpfungskette ergeben sich Verbesserungen.

Das Konzept klingt also vielversprechend, aber wie machen Sie es in Ihrer Firma erfolgreich? Ganz einfach, Sie müssen beim Führen Ihrer Mitarbeiter einige Standards berücksichtigen:

  • Zunächst ist es wichtig, klare Ziele für Ihre Arbeitnehmer zu definieren und diese schließlich zu kommunizieren. Erarbeiten Sie für Projekte und Teilaufgaben klare Richtlinien und Fristen. So weiß jeder, was er zu tun hat.
  • Besonders dann, wenn Ihre Untergebenen öfter unterwegs sind, muss es regelmäßige Statusmeetings geben. Manche Herausforderungen lassen sich einfach besser von Angesicht zu Angesicht lösen als per E-Mail oder Chatnachricht. Übertreiben Sie es aber nicht, denn zu viel Überwachung ist kontraproduktiv.
  • Erarbeiten Sie einen Kommunikationsplan. Darin legen Sie fest, wer wann und wo zu erreichen ist. Sie führen beispielsweise feste Telefonsprechzeiten ein, in denen Ihre absenten Kollegen und auch Sie selbst zur Verfügung stehen.
  • Geben Sie einen Vertrauensvorschuss. Solange die Arbeit erledigt wird, sollte es Ihnen egal sein, ob ein Arbeitnehmer ständig im Büro sitzt oder von zu Hause aus arbeitet. Sie müssen Ihr Team sozusagen zur Selbstverantwortung erziehen. Das hat den schönen Nebeneffekt, dass sich Angestellte sehr wertgeschätzt fühlen.

Klappt das mobile Arbeiten nicht auf Anhieb, bleiben Sie gelassen. Das Büro 4.0 lässt sich nur schrittweise durchsetzen. Hinzu kommt: Nicht jeder Beschäftigte empfindet das Modell als Bereicherung, sondern sehnt sich stattdessen vielleicht nach einem klassischen Alltag.

Übrigens: Wenn Sie mehr zum Thema mobiles Arbeiten in kleinen und mittelständischen Unternehmen erfahren wollen, statten Sie dem Portal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) einen Besuch ab.

Technik, Sicherheit und Vernetzung: Die richtigen Werkzeuge machen produktiv

Die Macher der Studie Mobiles Arbeiten haben 674 Unternehmensvertreter aus unterschiedlichen Branchen um ihre Meinung zu dem Thema gebeten. Dabei hat sich herauskristallisiert:
97 Prozent der Mitarbeiter setzen für ihren mobilen Alltag Laptops beziehungsweise tragbare Computer ein, 93 Prozent der Arbeitnehmer nutzen Smartphones, 62 Prozent verwenden Tablets und etwa 36 Prozent arbeiten mit spezieller Hardware.

Das zeigt Ihnen vor allem eins: Sie müssen Ihren Angestellten die richtigen Werkzeuge zur Verfügung stellen, damit der mobile Alltag glattgeht. Achte Sie überdies auf die folgenden Tipps:

  • Laptops und Co. sollten mit einem guten Akku ausgestattet sein.
  • Machen Sie Daten überall verfügbar, zum Beispiel in einer Cloud.
  • Auf allen Arbeitsgeräten sollten die passenden Tools und Apps installiert sein – legen Sie vorher auch ganz genau die jeweiligen Kommunikationstools fest, mit denen Ihre Mitarbeiter vernetzt bleiben.
  • Die Software muss auf dem neuesten Stand sein.

Darüber hinaus müssen Sie auf die Sicherheit von Unternehmensdaten achten. So sollten die digitalen Arbeitsgeräte vor Viren und Malware geschützt sein. Gleichzeitig müssen Sie Verhaltensregeln durchsetzen, beispielsweise dürfen Passwörter niemals über unverschlüsselte Kanäle gesendet werden. In unserem Ratgeber Data Loss Prevention: 5 Fakten rund um Sicherheit gehen wir noch weiter ins Detail.

Rechtliche Dimension: Wissenswerte Hintergründe zum mobilen Büro und Co.

Für mobiles Arbeiten gelten natürlich die gleichen Gesetze wie für den klassischen Büroalltag:

  • Überstunden müssen vom Arbeitnehmer dokumentiert werden – auch am Wochenende. Zusätzliche Vergütungen hängen von den individuellen Regelungen in Ihrer Firma ab.
  • Auch zu Hause oder unterwegs gilt das Arbeitszeitgesetz, täglich dürfen acht bis maximal zehn Stunden gearbeitet werden. Die Ruhezeiten müssen eingehalten werden.
  • Auch bei mobiler Arbeit müssen die Arbeitsschutzvorschriften eingehalten werden.

An den Regelungen zum Büro 4.0 muss sich künftig aber noch einiges tun. Beispielsweise müssen auch die Daten der Angestellten richtig geschützt werden, wie beispielsweise DGB-Chef Reiner Hoffmann im Interview mit dem Magazin "Arbeitsrecht im Betrieb" fordert:

"Die Digitalisierung führt auch zu neuen Herausforderungen für den Datenschutz, nicht nur für Unternehmen und Kunden, sondern auch für den Schutz der Daten von Beschäftigten. Deshalb brauchen wir ein Beschäftigtendatenschutzgesetz, das gewährleistet, dass digitale Transparenz nicht dazu missbraucht wird, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu überwachen."

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