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Outplacement-Beratung: Ablauf und Kosten

Schlussmachen ist immer schwer – auch im Job. Sie können jedoch den Abgang eines Mitarbeiters mit einer Outplacement-Beratung fair regeln. Was sich hinter dem Begriff verbirgt und wie die auch als Newplacement bezeichnete Beratung abläuft, lesen Sie hier.
Outplacement-Beratung: Ablauf und Kosten In welche Richtung soll es nach dem Jobverlust gehen? Die Outplacement-Beratung dient als Wegweiser. (© 2016 alphaspirit/Shutterstock)

Welchen Nutzen haben Chefs von Outplacement?

Wenn betriebsbedingte oder wirtschaftliche Gründe für die Kündigung eines Beschäftigten verantwortlich sind, dann fällt die Trennung von Mitarbeitern besonders schwer. Schließlich ist die Entlassung nicht deren Schuld. Sie möchten Ihre Ex-Untergebenen dann nicht einfach beim Arbeitsamt abladen? Das spricht für Sie. Die Outplacement-Beratung bietet sich für all jene Entscheider an, die Verantwortung zeigen wollen.

Ihr Wille, den Schaden zu begrenzen, zeichnet sich aber auch in anderer Hinsicht als cleverer Schachzug aus. Denn: Mit Entlassungen gehen nicht selten Unruhen in der Firma einher, die sich auf die Produktivität auswirken. Der faire Umgang mit Ihren Mitarbeitern, nimmt den Kündigungen die Schärfe und kommt so auch Ihrem Image zu Gute.

So viel zu den Gründen, die für eine Outplacement-Beratung sprechen. Doch was ist das eigentlich? Grob zusammengefasst handelt es sich dabei um ein berufliches Coaching. Ein externer Berater hilft Ihrem Noch- oder Ex-Mitarbeiter dabei, sich beruflich neu zu orientieren. Die Dienste werden sowohl für Gruppen als auch Einzelpersonen angeboten. Hinweis: Das Instrument ist nicht zu verwechseln mit einer Jobvermittlung. Es handelt sich vielmehr um eine Hilfe zur Selbsthilfe in puncto Jobsuche.

Wie läuft eine Outplacement-Beratung ab?

Die Outplacement-Beratung besteht in der Regel aus drei Phasen:

  • Ist-Analyse. Während dieser Phase werden die Entlassungsumstände geklärt und die damit einhergehenden negativen Gefühle aufgearbeitet. Danach führt der Berater eine Bestandaufnahme mit Ihrem Ex-Mitarbeiter durch. Welche beruflichen Kompetenzen bringt er mit? Wo liegen seine Stärken und Schwächen? Wo will er hin? Wie weit ist er von seinem Wunschziel entfernt und wie realistisch ist es, dieses zu erreichen? Das klären beispielsweise spezielle Tests.
  • Jobsuche und Recherche. Der Ex-Mitarbeiter weiß an dieser Stelle, wie er sich künftig beruflich neu orientieren will. Jetzt geht es darum, den passenden Arbeitgeber zu finden. Der Berater hilft seinem Schützling bei der zielgerichteten Recherche und erstellt mit ihm gemeinsam ein Suchprofil. Weiterhin verfügt der Profi in der Regel über umfangreiche Marktkenntnisse sowie Kontakte, die er dem Jobsuchenden bereitstellt.
  • Bewerbungsphase. Nun geht es ans Eingemachte. Der Berater hilft dabei, die Bewerbungsunterlagen zu optimieren. Auch das Arbeitszeugnis wird einem prüfenden Blick unterzogen, denn der Jobabgang ist darin ein besonders sensibles Kapitel.
    Die besten Bewertungen und Arbeitsproben sind aber nichts wert, wenn sich der Bewerber nicht präsentieren kann. Je nach Anbieter beinhaltet die Outplacement-Beratung daher auch die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch.

Wie lange und intensiv das Coaching wahrgenommen wird, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. "Wuu.de", das Portal für Weiterbildung und Umschulung, berichtet, dass in Deutschland am häufigsten Outplacement-Beratungen für die Dauer von sechs Monaten gebucht werden. Bei einem unbefristeten Coaching-Angebot endet dieses, wenn der ehemalige Mitarbeiter einen neuen Job gefunden und die Probezeit hinter sich gebracht hat.

Wie viel kostet eine Outplacement-Beratung?

Die Kosten einer Outplacement-Beratung variieren je nach Anbieter und dem vereinbarten Leistungspaket. In der Regel richtet sich der genaue Betrag außerdem nach dem letzten Jahresgehalt des Ausgeschiedenen. Laut dem Portal "das-unternehmerhandbuch.de" ist ein Satz von 20 Prozent des betreffenden Jahresgehaltes normal.

Übrigens: Sie können die Maßnahme als Betriebsausgabe steuerlich absetzen. Ihr Mitarbeiter muss das Angebot womöglich als geldwerten Vorteil versteuern. Doch kann er die Kosten wieder reinholen, indem er sie als Werbungskosten geltend macht.

Weiterführende Links:

  • Sie müssen ein Kündigungsgespräch führen? Die delikate Angelegenheit erfordert eine ausreichende Vorbereitung.
  • Wer soll gehen? Wer soll bleiben? Die Sozialauswahl ist nicht selten maßgeblich für die Entscheidung bei Entlassungen.
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Outplacement-Beratung: Ablauf und Kosten In welche Richtung soll es nach dem Jobverlust gehen? Die Outplacement-Beratung dient als Wegweiser. (© 2016 alphaspirit/Shutterstock)

Welchen Nutzen haben Chefs von Outplacement?

Wenn betriebsbedingte oder wirtschaftliche Gründe für die Kündigung eines Beschäftigten verantwortlich sind, dann fällt die Trennung von Mitarbeitern besonders schwer. Schließlich ist die Entlassung nicht deren Schuld. Sie möchten Ihre Ex-Untergebenen dann nicht einfach beim Arbeitsamt abladen? Das spricht für Sie. Die Outplacement-Beratung bietet sich für all jene Entscheider an, die Verantwortung zeigen wollen.

Ihr Wille, den Schaden zu begrenzen, zeichnet sich aber auch in anderer Hinsicht als cleverer Schachzug aus. Denn: Mit Entlassungen gehen nicht selten Unruhen in der Firma einher, die sich auf die Produktivität auswirken. Der faire Umgang mit Ihren Mitarbeitern, nimmt den Kündigungen die Schärfe und kommt so auch Ihrem Image zu Gute.

So viel zu den Gründen, die für eine Outplacement-Beratung sprechen. Doch was ist das eigentlich? Grob zusammengefasst handelt es sich dabei um ein berufliches Coaching. Ein externer Berater hilft Ihrem Noch- oder Ex-Mitarbeiter dabei, sich beruflich neu zu orientieren. Die Dienste werden sowohl für Gruppen als auch Einzelpersonen angeboten. Hinweis: Das Instrument ist nicht zu verwechseln mit einer Jobvermittlung. Es handelt sich vielmehr um eine Hilfe zur Selbsthilfe in puncto Jobsuche.

Wie läuft eine Outplacement-Beratung ab?

Die Outplacement-Beratung besteht in der Regel aus drei Phasen:

  • Ist-Analyse. Während dieser Phase werden die Entlassungsumstände geklärt und die damit einhergehenden negativen Gefühle aufgearbeitet. Danach führt der Berater eine Bestandaufnahme mit Ihrem Ex-Mitarbeiter durch. Welche beruflichen Kompetenzen bringt er mit? Wo liegen seine Stärken und Schwächen? Wo will er hin? Wie weit ist er von seinem Wunschziel entfernt und wie realistisch ist es, dieses zu erreichen? Das klären beispielsweise spezielle Tests.
  • Jobsuche und Recherche. Der Ex-Mitarbeiter weiß an dieser Stelle, wie er sich künftig beruflich neu orientieren will. Jetzt geht es darum, den passenden Arbeitgeber zu finden. Der Berater hilft seinem Schützling bei der zielgerichteten Recherche und erstellt mit ihm gemeinsam ein Suchprofil. Weiterhin verfügt der Profi in der Regel über umfangreiche Marktkenntnisse sowie Kontakte, die er dem Jobsuchenden bereitstellt.
  • Bewerbungsphase. Nun geht es ans Eingemachte. Der Berater hilft dabei, die Bewerbungsunterlagen zu optimieren. Auch das Arbeitszeugnis wird einem prüfenden Blick unterzogen, denn der Jobabgang ist darin ein besonders sensibles Kapitel.
    Die besten Bewertungen und Arbeitsproben sind aber nichts wert, wenn sich der Bewerber nicht präsentieren kann. Je nach Anbieter beinhaltet die Outplacement-Beratung daher auch die Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch.

Wie lange und intensiv das Coaching wahrgenommen wird, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. "Wuu.de", das Portal für Weiterbildung und Umschulung, berichtet, dass in Deutschland am häufigsten Outplacement-Beratungen für die Dauer von sechs Monaten gebucht werden. Bei einem unbefristeten Coaching-Angebot endet dieses, wenn der ehemalige Mitarbeiter einen neuen Job gefunden und die Probezeit hinter sich gebracht hat.

Wie viel kostet eine Outplacement-Beratung?

Die Kosten einer Outplacement-Beratung variieren je nach Anbieter und dem vereinbarten Leistungspaket. In der Regel richtet sich der genaue Betrag außerdem nach dem letzten Jahresgehalt des Ausgeschiedenen. Laut dem Portal "das-unternehmerhandbuch.de" ist ein Satz von 20 Prozent des betreffenden Jahresgehaltes normal.

Übrigens: Sie können die Maßnahme als Betriebsausgabe steuerlich absetzen. Ihr Mitarbeiter muss das Angebot womöglich als geldwerten Vorteil versteuern. Doch kann er die Kosten wieder reinholen, indem er sie als Werbungskosten geltend macht.

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