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Probearbeit: Das sollten Arbeitgeber wissen

Passt der Kandidat auf die ausgeschriebene Stelle? Die Probearbeit ist ein adäquates Mittel, um das herauszufinden – in der Regel unentgeltlich. Manchmal sind die Grenzen zwischen Probearbeit und Arbeitsvertrag jedoch undurchsichtig. Arbeitgeber haben also einige Vorgaben zu beachten.
Probearbeit: Das sollten Arbeitgeber wissen Bei der Probearbeit haben Bewerber ein Recht auf Vergütung, wenn Sie ihnen betriebliche Aufgaben zuweisen. (© 2016 goodluz/Shutterstock)

Probearbeit ist kein Job für lau

Die Probearbeit kann in ein festes Arbeitsverhältnis münden – muss sie aber nicht zwangsläufig. So mancher Arbeitgeber wittert hier eine Chance: Er lässt Bewerber unentgeltliche Arbeit verrichten, obwohl er beispielsweise schon einen passenden Kandidaten gefunden hat. Wenn das mal nicht schiefgeht, denn Probetagler haben ein Recht auf Entlohnung, wenn sie auf Anweisung des Chefs betriebliche Aufgaben übernehmen. Das trifft selbst dann zu, wenn vorher keine Vergütung vereinbart wurde. In dem Fall greift § 612 BGB, wonach eine Vergütung als stillschweigend vereinbart gilt, "wenn die Dienstleistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist." Was viele Arbeitgeber unberücksichtigt lassen: Arbeitsrechtlich kann ein Arbeitsvertrag mündlich, formfrei und konkludent zustande kommen.

Indizien, die vom Arbeitsgericht als ein Arbeitsvertragsabschluss gewertet werden können, sind:

  • Der Bewerber muss an seinem Probetag bestimmte Arbeitszeiten einhalten.
  • Er übt konkrete Tätigkeiten aus, die ihm vom Chef aufgetragen wurden.
  • Er muss bestimmte Arbeitsorte aufsuchen und/oder
  • die Pausenzeiten einhalten.

Schnuppertag: Keine Entlohnung notwendig

Von der Probearbeit zu unterscheiden sind sogenannte Schnuppertage. Die werden auch als Einfühlungsverhältnisse bezeichnet. Und genau darum geht es auch: Der Kandidat erhält die Möglichkeit sich in das Unternehmen einzufühlen, es zu beschnuppern. Der Arbeitgeber besitzt dabei keine Weisungsbefugnis gegenüber dem Interessenten. Letzterer ist also weder dazu verpflichtet, betriebliche Aufgaben zu erledigen, noch Arbeitszeiten oder -pausen einzuhalten. Allerdings kann er freiwillig Aufgaben übernehmen, um das Unternehmen besser kennenzulernen. Da es sich bei Schnuppertagen um kein Arbeitsverhältnis handelt, sondern nur um eine Kennlernphase, müssen Chefs an Kandidaten nichts zahlen.

Schriftliche Vereinbarung abschließen

Damit es erst gar nicht zu Missverständnissen kommt, sollten Sie eine schriftliche Vereinbarung treffen und so die Probearbeit vom Einfühlungsverhältnis abgrenzen. Halten Sie darin wichtige Punkte fest. Im Falle eines Schnuppertages sind das beispielsweise: Zeitraum, keine Pflicht zur Erfüllung von Aufgaben und Hausrecht des Arbeitgebers. Die  Vereinbarung sollten Sie genau einhalten, sonst hat der Bewerber später unter Umständen ein Recht auf Nachzahlung.

Probearbeitstag gut vorbereiten

Von der Probearbeit profitieren sowohl Chefs als auch Arbeitnehmer. Sie selbst können sich endgültig von den Fähigkeiten des Bewerbers überzeugen. Und dieser macht sich ein Bild über seine potenzielle neue Arbeitsstätte.

Damit Sie bei einem vielversprechenden Kandidaten einen guten Eindruck hinterlassen, sollten Sie an dem Tag gut vorbereitet sein. Das heißt:

  • Weisen Sie dem Bewerber einen Ansprechpartner zu, der ihn über den ganzen Tag begleitet.
  • Stellen Sie rechtzeitig relevante Arbeitsmaterialien zusammen.
  • Sorgen Sie außerdem für einen aufgeräumten Arbeitsplatz.
  • Machen Sie Ihre Kollegen darauf aufmerksam, dass ein Probetagler zu Besuch ist und stellen Sie ihn vor.

Weiterführende Links:

  • Ertappt! Wenn Arbeitgeber Ihre Mitarbeiter beim privaten Surfen erwischen, ist das ein Kündigungsgrund. Zur Beweissicherung dürfen Chefs den Browserverlauf der Verdächtigen prüfen.
  • Versetzung: Was das Arbeitsrecht vorschreibt.
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Probearbeit: Das sollten Arbeitgeber wissen Bei der Probearbeit haben Bewerber ein Recht auf Vergütung, wenn Sie ihnen betriebliche Aufgaben zuweisen. (© 2016 goodluz/Shutterstock)

Probearbeit ist kein Job für lau

Die Probearbeit kann in ein festes Arbeitsverhältnis münden – muss sie aber nicht zwangsläufig. So mancher Arbeitgeber wittert hier eine Chance: Er lässt Bewerber unentgeltliche Arbeit verrichten, obwohl er beispielsweise schon einen passenden Kandidaten gefunden hat. Wenn das mal nicht schiefgeht, denn Probetagler haben ein Recht auf Entlohnung, wenn sie auf Anweisung des Chefs betriebliche Aufgaben übernehmen. Das trifft selbst dann zu, wenn vorher keine Vergütung vereinbart wurde. In dem Fall greift § 612 BGB, wonach eine Vergütung als stillschweigend vereinbart gilt, "wenn die Dienstleistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist." Was viele Arbeitgeber unberücksichtigt lassen: Arbeitsrechtlich kann ein Arbeitsvertrag mündlich, formfrei und konkludent zustande kommen.

Indizien, die vom Arbeitsgericht als ein Arbeitsvertragsabschluss gewertet werden können, sind:

  • Der Bewerber muss an seinem Probetag bestimmte Arbeitszeiten einhalten.
  • Er übt konkrete Tätigkeiten aus, die ihm vom Chef aufgetragen wurden.
  • Er muss bestimmte Arbeitsorte aufsuchen und/oder
  • die Pausenzeiten einhalten.

Schnuppertag: Keine Entlohnung notwendig

Von der Probearbeit zu unterscheiden sind sogenannte Schnuppertage. Die werden auch als Einfühlungsverhältnisse bezeichnet. Und genau darum geht es auch: Der Kandidat erhält die Möglichkeit sich in das Unternehmen einzufühlen, es zu beschnuppern. Der Arbeitgeber besitzt dabei keine Weisungsbefugnis gegenüber dem Interessenten. Letzterer ist also weder dazu verpflichtet, betriebliche Aufgaben zu erledigen, noch Arbeitszeiten oder -pausen einzuhalten. Allerdings kann er freiwillig Aufgaben übernehmen, um das Unternehmen besser kennenzulernen. Da es sich bei Schnuppertagen um kein Arbeitsverhältnis handelt, sondern nur um eine Kennlernphase, müssen Chefs an Kandidaten nichts zahlen.

Schriftliche Vereinbarung abschließen

Damit es erst gar nicht zu Missverständnissen kommt, sollten Sie eine schriftliche Vereinbarung treffen und so die Probearbeit vom Einfühlungsverhältnis abgrenzen. Halten Sie darin wichtige Punkte fest. Im Falle eines Schnuppertages sind das beispielsweise: Zeitraum, keine Pflicht zur Erfüllung von Aufgaben und Hausrecht des Arbeitgebers. Die  Vereinbarung sollten Sie genau einhalten, sonst hat der Bewerber später unter Umständen ein Recht auf Nachzahlung.

Probearbeitstag gut vorbereiten

Von der Probearbeit profitieren sowohl Chefs als auch Arbeitnehmer. Sie selbst können sich endgültig von den Fähigkeiten des Bewerbers überzeugen. Und dieser macht sich ein Bild über seine potenzielle neue Arbeitsstätte.

Damit Sie bei einem vielversprechenden Kandidaten einen guten Eindruck hinterlassen, sollten Sie an dem Tag gut vorbereitet sein. Das heißt:

  • Weisen Sie dem Bewerber einen Ansprechpartner zu, der ihn über den ganzen Tag begleitet.
  • Stellen Sie rechtzeitig relevante Arbeitsmaterialien zusammen.
  • Sorgen Sie außerdem für einen aufgeräumten Arbeitsplatz.
  • Machen Sie Ihre Kollegen darauf aufmerksam, dass ein Probetagler zu Besuch ist und stellen Sie ihn vor.

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  • Ertappt! Wenn Arbeitgeber Ihre Mitarbeiter beim privaten Surfen erwischen, ist das ein Kündigungsgrund. Zur Beweissicherung dürfen Chefs den Browserverlauf der Verdächtigen prüfen.
  • Versetzung: Was das Arbeitsrecht vorschreibt.
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