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Resilienz: Mit mentaler Stärke Job-Stress überwinden

Manchmal kommen viele Dinge zusammen: Stress im Job, turbulente Zeiten zu Hause – mit Resilienz lassen sich die schweren Zeiten meistern. Der Begriff ist Ihnen fremd? Wir erklären, warum resiliente Chefs gesunde Chefs sind und geben Tipps, wie Sie und Ihre Belegschaft ihre mentale Stärke verbessern.
Resilienz: Mit mentaler Stärke Job-Stress überwinden Mit Resilienz bewahren Menschen ihr inneres Gleichgewicht – auch in stressigen Situationen. (© 2016 Anatoli Styf/Shutterstock)

Was ist Resilienz?

Abgabetermine, aufmüpfige Kollegen, berufliche Niederlagen – es gibt viele Gründe, weshalb der Job manchmal stresst. Wer dann kein dickes Fell besitzt, geht schnell unter – Führungskräfte genauso wie Mitarbeiter. Dieses dicke Fell lässt sich auch als Resilienz bezeichnen. Ob persönlicher Schicksalsschlag, etwa der Tod eines geliebten Menschen oder das Scheitern eines Projekts – wer nach solchen Ereignissen wieder "aufsteht" und nach vorne sieht, gilt als resilient. Belastendes wird jedoch nicht einfach ausgelöscht oder ignoriert. Im Gegenteil, Resiliente setzen sich konstruktiv mit ihrem Schmerz oder Problem auseinander und gehen aus der Lebenskrise gestärkt hervor.

Exkurs in die Kinderpädagogik

Der Begriff Resilienz stammt übrigens vom lateinischen Wort "resilio", was so viel wie abprallen oder zurückspringen bedeutet. Beispiel Physik: Dort werden hochelastische Werkstoffe, die nach jeder Verformung ihre Originalform wieder annehmen, als resilient bezeichnet. Verhaltensforscher adaptierten das Wort dann zu ihren Zwecken. Deshalb wird heute damit auch die seelisch-emotionale Widerstandskraft von Menschen beschrieben, die sie zur Überwindung von Stress und Krisen aufbringen.

Eine der ersten, die die Resilienz von Menschen erforschte, war die US-Psychologin Emmy Werner. Auf der Hawaii-Insel Kauai begleitete sie von 1955 an über vier Jahrzehnte hinweg den Lebensweg von 700 Kindern, wie die "Welt" berichtet. Rund ein Drittel von ihnen wuchs unter sehr schwierigen Bedingungen auf. Von diesen belasteten Kindern schafften es 30 Prozent dennoch, ihre Kindheitstraumata zu überwinden und führten als Erwachsene ein privat glückliches und beruflich erfolgreiches Leben.

Die sieben Säulen der Resilienz

Wie psychisch widerstandsfähigt ein Jeder ist, zeigt sich anhand der sieben Säulen der Resilienz, die von Psychologen aufgestellt wurden. Machen Sie doch einmal den Selbsttest – je mehr Aussagen auf Sie zutreffen, desto widerstandsfähiger sind Sie.

Selbstbewusstsein
Resiliente Menschen vertrauen auf ihre eigenen Fähigkeiten und glauben an sich. Sie fallen nicht in die Opferrolle, sondern gestalten ihr Leben aktiv. Soll heißen: Gibt es ein Problem, dann suchen sie nach einer Lösung.

Optimismus
Der Blick nach vorne ist bei den Stehaufmännchen durchweg positiv. Auch nach einer Niederlage bleiben sie gelassen, frei nach dem Motto: "Diesmal hat es nicht geklappt, dafür beim nächsten Mal."

Analysestärke
Dass sie Niederlagen so gut wegstecken, liegt unter anderem an ihrer Analysefähigkeit. Resiliente Menschen setzen sich mit ihren negativen Erlebnissen auseinander. Sie forschen nach den Ursachen ihres Scheiterns, um es mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse beim nächsten Mal besser zu machen. Dafür sind sie bereit, gewohnte Denkpfade zu verlassen.

Kontaktfreude
Eine weitere typische Eigenschaft ist ihre kommunikative Art. Resiliente kommen gut mit Anderen aus und holen sich auch mal Hilfe bei einfühlenden und unterstützenden Mitmenschen, die sie wieder an ihre Stärke erinnern. Aufgrund ihrer empathischen Fähigkeit sowie ihres Talents, andere gut einschätzen zu können, führen sie oftmals langanhaltende und gute Beziehungen.

Handlungskontrolle
Impulsive Menschen sind keine resilienten Menschen. Denn Letztere sind Meister darin, sich in den verschiedensten Situationen zu beherrschen und überlegt zu reagieren. Deshalb sind sie auch in der Lage sofortige Belohnungen aufzuschieben, wenn sie ein noch höheres Ziel in der Zukunft anvisieren – im Fachjargon spricht man hier von Gratifikationsverzicht.

Gefühlsstabilität
Resiliente setzen sich mit ihrer Gefühlswelt auseinander, sie analysieren diese und können ihre Emotionen steuern. Hohe Belastungen werden dadurch nicht als Stress, sondern als Herausforderungen empfunden.

Realismus
Das Streben nach realistischen Zielen ist ebenso typisch für die Stehaufmännchen. Sie lassen sich durch Wendepunkte in ihrem Leben, wie beispielsweise einer Kündigung, nicht so schnell aus der Bahn werfen, weil sie sich schon gedanklich auf ihr Leben nach der Erschütterung vorbereiten. Dadurch meistern sie unvorhersehbare Ereignisse souverän und schnell.

Wie werden Sie resilienter?

Die genannten Eigenschaften legen nahe, dass resiliente Menschen gute Chefs und Mitarbeiter sind. Als Vorgesetzter sind Sie mit solchen Fähigkeiten ein idealer Anführer und Motivator für Ihre Untergebenen. Gleichzeitig wirkt sich eine resiliente Haltung positiv auf die Gesundheit aus. Denn wer mit Stress gelassener umgeht, wird nicht so schnell krank.

Doch wie können Sie Resilienz fördern?

  • Gewinnen Sie Abstand zu den Dingen, die Sie belasten und zu persönlich nehmen. Blicken Sie einmal mit den Augen eines anderen auf Ihre Situation. Auf diese Weise sehen Sie wieder klarer und reagieren gelassener.
  • Bewahren Sie Ruhe. Wenn Sie auf Stress mit Hektik reagieren, dann erschöpft sie das nicht nur mental, sondern auch körperlich. Erste-Hilfe-Tipp: Halten Sie in solchen Situationen inne, schließen Sie die Augen und atmen tief ein und aus – solange, bis Sie sich wieder ruhiger fühlen.
  • Um grundsätzlich entspannter zu sein, sollten Sie außerdem nach einer Energiequelle suchen. Das kann Sport sein, Kochen oder auch Lesen – Hauptsache, Sie nutzen Ihre persönliche Energiequelle regelmäßig.
  • Ändern Sie Ihre Wahrnehmung. Wenn Sie zu viel  Energie für Negatives aufbringen, geraten Sie in eine Abwärtsspirale und ziehen noch mehr schlechte Gedanken an. Stattdessen drehen Sie den Spieß um: Problematisches kann herausfordernd sein. So lernen Sie positiver zu denken.
  • Passen Sie sich auch mal an. Manche Situationen lassen sich nicht ändern. Nehmen Sie diese an, um auf lange Sicht gelassener damit umgehen zu können.

Weitere Tipps, wie Sie Ihre Resilienz fördern können, gibt das Onlinemagazin "Perspektive Mittelstand".

Weiterführende Links:

  • Fehlende Resilienz führt nicht selten zum Burnout. Drei Tipps wie Führungskräfte die emotionale Erschöpfung ihrer Mitarbeiter rechtzeitig verhindern.
  • Wie resilient Sie? Weitere Aufschlüsse darüber, liefert ein Artikel der "Karrierebibel".
  • Was passieren kann, wenn Stress und Hektik das Kommando übernehmen, lesen Sie in unserem Artikel über die Managerktrankheit.
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Manchmal kommen viele Dinge zusammen: Stress im Job, turbulente Zeiten zu Hause – mit Resilienz lassen sich die schweren Zeiten meistern. Der Begriff ist Ihnen fremd? Wir erklären, warum resiliente Chefs gesunde Chefs sind und geben Tipps, wie Sie und Ihre Belegschaft ihre mentale Stärke verbessern.
Resilienz: Mit mentaler Stärke Job-Stress überwinden Mit Resilienz bewahren Menschen ihr inneres Gleichgewicht – auch in stressigen Situationen. (© 2016 Anatoli Styf/Shutterstock)

Was ist Resilienz?

Abgabetermine, aufmüpfige Kollegen, berufliche Niederlagen – es gibt viele Gründe, weshalb der Job manchmal stresst. Wer dann kein dickes Fell besitzt, geht schnell unter – Führungskräfte genauso wie Mitarbeiter. Dieses dicke Fell lässt sich auch als Resilienz bezeichnen. Ob persönlicher Schicksalsschlag, etwa der Tod eines geliebten Menschen oder das Scheitern eines Projekts – wer nach solchen Ereignissen wieder "aufsteht" und nach vorne sieht, gilt als resilient. Belastendes wird jedoch nicht einfach ausgelöscht oder ignoriert. Im Gegenteil, Resiliente setzen sich konstruktiv mit ihrem Schmerz oder Problem auseinander und gehen aus der Lebenskrise gestärkt hervor.

Exkurs in die Kinderpädagogik

Der Begriff Resilienz stammt übrigens vom lateinischen Wort "resilio", was so viel wie abprallen oder zurückspringen bedeutet. Beispiel Physik: Dort werden hochelastische Werkstoffe, die nach jeder Verformung ihre Originalform wieder annehmen, als resilient bezeichnet. Verhaltensforscher adaptierten das Wort dann zu ihren Zwecken. Deshalb wird heute damit auch die seelisch-emotionale Widerstandskraft von Menschen beschrieben, die sie zur Überwindung von Stress und Krisen aufbringen.

Eine der ersten, die die Resilienz von Menschen erforschte, war die US-Psychologin Emmy Werner. Auf der Hawaii-Insel Kauai begleitete sie von 1955 an über vier Jahrzehnte hinweg den Lebensweg von 700 Kindern, wie die "Welt" berichtet. Rund ein Drittel von ihnen wuchs unter sehr schwierigen Bedingungen auf. Von diesen belasteten Kindern schafften es 30 Prozent dennoch, ihre Kindheitstraumata zu überwinden und führten als Erwachsene ein privat glückliches und beruflich erfolgreiches Leben.

Die sieben Säulen der Resilienz

Wie psychisch widerstandsfähigt ein Jeder ist, zeigt sich anhand der sieben Säulen der Resilienz, die von Psychologen aufgestellt wurden. Machen Sie doch einmal den Selbsttest – je mehr Aussagen auf Sie zutreffen, desto widerstandsfähiger sind Sie.

Selbstbewusstsein
Resiliente Menschen vertrauen auf ihre eigenen Fähigkeiten und glauben an sich. Sie fallen nicht in die Opferrolle, sondern gestalten ihr Leben aktiv. Soll heißen: Gibt es ein Problem, dann suchen sie nach einer Lösung.

Optimismus
Der Blick nach vorne ist bei den Stehaufmännchen durchweg positiv. Auch nach einer Niederlage bleiben sie gelassen, frei nach dem Motto: "Diesmal hat es nicht geklappt, dafür beim nächsten Mal."

Analysestärke
Dass sie Niederlagen so gut wegstecken, liegt unter anderem an ihrer Analysefähigkeit. Resiliente Menschen setzen sich mit ihren negativen Erlebnissen auseinander. Sie forschen nach den Ursachen ihres Scheiterns, um es mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse beim nächsten Mal besser zu machen. Dafür sind sie bereit, gewohnte Denkpfade zu verlassen.

Kontaktfreude
Eine weitere typische Eigenschaft ist ihre kommunikative Art. Resiliente kommen gut mit Anderen aus und holen sich auch mal Hilfe bei einfühlenden und unterstützenden Mitmenschen, die sie wieder an ihre Stärke erinnern. Aufgrund ihrer empathischen Fähigkeit sowie ihres Talents, andere gut einschätzen zu können, führen sie oftmals langanhaltende und gute Beziehungen.

Handlungskontrolle
Impulsive Menschen sind keine resilienten Menschen. Denn Letztere sind Meister darin, sich in den verschiedensten Situationen zu beherrschen und überlegt zu reagieren. Deshalb sind sie auch in der Lage sofortige Belohnungen aufzuschieben, wenn sie ein noch höheres Ziel in der Zukunft anvisieren – im Fachjargon spricht man hier von Gratifikationsverzicht.

Gefühlsstabilität
Resiliente setzen sich mit ihrer Gefühlswelt auseinander, sie analysieren diese und können ihre Emotionen steuern. Hohe Belastungen werden dadurch nicht als Stress, sondern als Herausforderungen empfunden.

Realismus
Das Streben nach realistischen Zielen ist ebenso typisch für die Stehaufmännchen. Sie lassen sich durch Wendepunkte in ihrem Leben, wie beispielsweise einer Kündigung, nicht so schnell aus der Bahn werfen, weil sie sich schon gedanklich auf ihr Leben nach der Erschütterung vorbereiten. Dadurch meistern sie unvorhersehbare Ereignisse souverän und schnell.

Wie werden Sie resilienter?

Die genannten Eigenschaften legen nahe, dass resiliente Menschen gute Chefs und Mitarbeiter sind. Als Vorgesetzter sind Sie mit solchen Fähigkeiten ein idealer Anführer und Motivator für Ihre Untergebenen. Gleichzeitig wirkt sich eine resiliente Haltung positiv auf die Gesundheit aus. Denn wer mit Stress gelassener umgeht, wird nicht so schnell krank.

Doch wie können Sie Resilienz fördern?

  • Gewinnen Sie Abstand zu den Dingen, die Sie belasten und zu persönlich nehmen. Blicken Sie einmal mit den Augen eines anderen auf Ihre Situation. Auf diese Weise sehen Sie wieder klarer und reagieren gelassener.
  • Bewahren Sie Ruhe. Wenn Sie auf Stress mit Hektik reagieren, dann erschöpft sie das nicht nur mental, sondern auch körperlich. Erste-Hilfe-Tipp: Halten Sie in solchen Situationen inne, schließen Sie die Augen und atmen tief ein und aus – solange, bis Sie sich wieder ruhiger fühlen.
  • Um grundsätzlich entspannter zu sein, sollten Sie außerdem nach einer Energiequelle suchen. Das kann Sport sein, Kochen oder auch Lesen – Hauptsache, Sie nutzen Ihre persönliche Energiequelle regelmäßig.
  • Ändern Sie Ihre Wahrnehmung. Wenn Sie zu viel  Energie für Negatives aufbringen, geraten Sie in eine Abwärtsspirale und ziehen noch mehr schlechte Gedanken an. Stattdessen drehen Sie den Spieß um: Problematisches kann herausfordernd sein. So lernen Sie positiver zu denken.
  • Passen Sie sich auch mal an. Manche Situationen lassen sich nicht ändern. Nehmen Sie diese an, um auf lange Sicht gelassener damit umgehen zu können.

Weitere Tipps, wie Sie Ihre Resilienz fördern können, gibt das Onlinemagazin "Perspektive Mittelstand".

Weiterführende Links:

  • Fehlende Resilienz führt nicht selten zum Burnout. Drei Tipps wie Führungskräfte die emotionale Erschöpfung ihrer Mitarbeiter rechtzeitig verhindern.
  • Wie resilient Sie? Weitere Aufschlüsse darüber, liefert ein Artikel der "Karrierebibel".
  • Was passieren kann, wenn Stress und Hektik das Kommando übernehmen, lesen Sie in unserem Artikel über die Managerktrankheit.
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