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Sabbatical: So profitiert Ihr Unternehmen von den Auszeiten

Eine Weltreise, Chinesisch lernen oder ein Jahr auf dem Feld ackern – die Gründe für ein Sabbatical sind verschieden. Fest steht: Immer mehr Mitarbeiter sehnen sich nach einer längeren Auszeit von ihrem Job. 'Kommt gar nicht infrage!' – denken Sie womöglich als Chef. Vielleicht doch, denn ein Sabbatical bringt nicht nur aus Arbeitnehmersicht Vorteile.
Sabbatical: So profitiert Ihr Unternehmen von den Auszeiten Auf und davon: Immer mehr Arbeitnehmer sehnen sich nach einem Sabbatical, um Ihren Akku wieder aufzuladen. (© 2016 Mehendra_art/Shutterstock)

Gründe für die Auszeit aus Arbeitnehmersicht

Sabbatical – das klingt nach Sabbat. Stimmt! Denn der Begriff stammt tatsächlich aus der Bibel. Darin heißt es "Im siebten Jahr soll das Land eine vollständige Sabbatruhe zur Ehre des Herrn halten." Statt einer Pause für Feld und Ackernde handelt es sich beim modernen Sabbatical um eine Art Sonderurlaub für Mitarbeiter – unbezahlt wohlgemerkt. Doch wozu diese Auszeit eigentlich? Seit Jahren nun werden die Stimmen lauter, die sich für eine ausgewogene Work-Life-Balance aussprechen. Ein Sabbatjahr ist für viele Arbeitnehmer, die sich nach einem Ausgleich sehnen, das Höchste der Gefühle. Laut einer ARAG-Umfrage, wie "Karrierebibel" berichtet, sind die Gründe für die Auszeit verschieden:

  • 57 Prozent wünschen sich mehr Zeit für sich und ihre Interessen.
  • 57 Prozent sagen außerdem, dass sie reisen wollen.
  • Für 54 Prozent ist das Sabbatical eine gute Möglichkeit, neue Perspektiven zu finden.
  • 50 Prozent sehen die Auszeit als Burnout-Prävention an.
  • 30 Prozent nutzen die Zeit, um Sprachen zu lernen.
  • 21 Prozent wollen ihr Leben von Grund auf ändern.
  • 12 Prozent erachten das Sabbatical als karrierefördernd.

Das hat der Arbeitgeber vom Sabbatical

Die Mußezeit muss übrigens nicht zwangsläufig ein Jahr dauern. Üblich sind aber sechs Monate bis ein Jahr. Die genaue Dauer muss Ihr Mitarbeiter selbstverständlich mit Ihnen absprechen. Einen grundsätzlichen Anspruch auf eine Auszeit gibt es nicht. Es kommt in der Regel allein auf Ihr Wohlwollen an, ob ein Beschäftigter sein Vorhaben durchsetzen kann oder nicht. Eine ablehnende Haltung ist nicht in jedem Fall clever. Denn: Das Sabbatical bringt unter Umständen nicht nur Ihrem Mitarbeiter, sondern auch Ihrem Unternehmen Vorteile, die da wären:

  • Ihr Mitarbeiter kommt nach seiner Auszeit mit neuer Energie zurück und sprüht im besten Fall nur so vor innovativen Ideen.
  • Die Zeit der Abwesenheit hat er oder sie womöglich dafür genutzt, um seine Kompetenzen zu erweitern, beispielsweise durch eine neue Sprache.
  • Ihr Unternehmen gewinnt an Attraktivität, wenn Sie Mitarbeitern Sabbaticals ermöglichen.
  • Und natürlich sparen Sie Lohnkosten – gerade in Krisenzeiten kann die Auszeit das Unternehmen entlasten.

Sabbatical organisieren: Die Gehaltsfrage

Apropos Lohnkosten. Wenn Sie dem Pausierenden eine Auszeit genehmigen, muss diese natürlich mit entsprechendem Vorlauf organisiert werden, um diverse Punkte wie eben die (Nicht-)Bezahlung während der Auszeit zu klären. Ohne Leistung gibt es kein Gehalt. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, wie sich Arbeitnehmer dennoch Ihr Sabbatical finanzieren können.

  • Der Beschäftigte sammelt Überstunden, Zuschläge, Prämien oder sonstige Geldleistungen an. Diese werden in Arbeitszeit umgerechnet und während der Freistellungsphase ausbezahlt.
  • Die andere Variante: Ihr Mitarbeiter reduziert die vertragliche Arbeitszeit auf dem Papier, aber arbeitet tatsächlich Vollzeit. Auf diese Weise ergibt sich ebenfalls ein Plus auf seinem Arbeitszeitkonto. Damit das angesparte Geld für etwa ein Jahr reicht, muss Ihr Mitarbeiter rechtzeitig mit der Maßnahme beginnen – üblich sind drei bis vier Jahre.

Natürlich kann Ihr Mitarbeiter auch für einen bestimmten Zeitraum unbezahlten Urlaub beantragen. Weisen Sie ihn allerdings darauf hin, dass in diesem Fall – sofern die Auszeit länger als einen Monat dauert – der Versicherungsschutz über die Firma entfällt. Einigen Sie sich mit Ihrem Beschäftigten hingegen auf eine der beiden oben beschriebenen Varianten, bleibt er oder sie Teil des Unternehmens – hinsichtlich der Sozial- und Krankenversicherung ergeben sich dann keine Änderungen.

Vereinbarungen zum Sabbatical schriftlich festhalten

Zusammenfassend sollten Sie folgende Punkte schriftlich festhalten, wenn einer Ihrer Mitarbeiter eine Auszeit plant:

  • Wie lange wird das Sabbatical dauern?
  • Wie soll die Arbeitszeiteinsparung durchgeführt werden?
  • Wie regeln Sie die Entlohnung während der Auszeit?
  • Ergibt sich ein Anspruch auf Versicherung? Und eine betriebliche Altersversorgung?
  • Welche Position und Aufgaben erwarten den Arbeitnehmer bei seiner Rückkehr?

Insbesondere über den letzten Punkt sollte Klarheit herrschen. Sonst verflüchtigt sich die wiedergewonnene Energie des Rückkehrers in Windeseile oder schlägt vielleicht gar in Wut um. Machen Sie Ihren Mitarbeiter also gegebenenfalls darauf aufmerksam, dass sie nicht garantieren können, dass er auf seine alte Position zurückkehren kann.

Weiterführende Links:

  • Weitere Vorteile des Sabbaticals aus Arbeitgebersicht hat die Wissensplattform "Lecturio" zusammengefasst.
  • Gesunder Stress spornt Menschen zu Höchstleistungen an. Dauerstress schadet jedoch dem Körper. Wann Sie eine Auszeit nehmen sollten, lässt sich anhand verschiedener Anzeichen ausmachen.
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Sabbatical: So profitiert Ihr Unternehmen von den Auszeiten

Eine Weltreise, Chinesisch lernen oder ein Jahr auf dem Feld ackern – die Gründe für ein Sabbatical sind verschieden. Fest steht: Immer mehr Mitarbeiter sehnen sich nach einer längeren Auszeit von ihrem Job. 'Kommt gar nicht infrage!' – denken Sie womöglich als Chef. Vielleicht doch, denn ein Sabbatical bringt nicht nur aus Arbeitnehmersicht Vorteile.
Sabbatical: So profitiert Ihr Unternehmen von den Auszeiten Auf und davon: Immer mehr Arbeitnehmer sehnen sich nach einem Sabbatical, um Ihren Akku wieder aufzuladen. (© 2016 Mehendra_art/Shutterstock)

Gründe für die Auszeit aus Arbeitnehmersicht

Sabbatical – das klingt nach Sabbat. Stimmt! Denn der Begriff stammt tatsächlich aus der Bibel. Darin heißt es "Im siebten Jahr soll das Land eine vollständige Sabbatruhe zur Ehre des Herrn halten." Statt einer Pause für Feld und Ackernde handelt es sich beim modernen Sabbatical um eine Art Sonderurlaub für Mitarbeiter – unbezahlt wohlgemerkt. Doch wozu diese Auszeit eigentlich? Seit Jahren nun werden die Stimmen lauter, die sich für eine ausgewogene Work-Life-Balance aussprechen. Ein Sabbatjahr ist für viele Arbeitnehmer, die sich nach einem Ausgleich sehnen, das Höchste der Gefühle. Laut einer ARAG-Umfrage, wie "Karrierebibel" berichtet, sind die Gründe für die Auszeit verschieden:

  • 57 Prozent wünschen sich mehr Zeit für sich und ihre Interessen.
  • 57 Prozent sagen außerdem, dass sie reisen wollen.
  • Für 54 Prozent ist das Sabbatical eine gute Möglichkeit, neue Perspektiven zu finden.
  • 50 Prozent sehen die Auszeit als Burnout-Prävention an.
  • 30 Prozent nutzen die Zeit, um Sprachen zu lernen.
  • 21 Prozent wollen ihr Leben von Grund auf ändern.
  • 12 Prozent erachten das Sabbatical als karrierefördernd.

Das hat der Arbeitgeber vom Sabbatical

Die Mußezeit muss übrigens nicht zwangsläufig ein Jahr dauern. Üblich sind aber sechs Monate bis ein Jahr. Die genaue Dauer muss Ihr Mitarbeiter selbstverständlich mit Ihnen absprechen. Einen grundsätzlichen Anspruch auf eine Auszeit gibt es nicht. Es kommt in der Regel allein auf Ihr Wohlwollen an, ob ein Beschäftigter sein Vorhaben durchsetzen kann oder nicht. Eine ablehnende Haltung ist nicht in jedem Fall clever. Denn: Das Sabbatical bringt unter Umständen nicht nur Ihrem Mitarbeiter, sondern auch Ihrem Unternehmen Vorteile, die da wären:

  • Ihr Mitarbeiter kommt nach seiner Auszeit mit neuer Energie zurück und sprüht im besten Fall nur so vor innovativen Ideen.
  • Die Zeit der Abwesenheit hat er oder sie womöglich dafür genutzt, um seine Kompetenzen zu erweitern, beispielsweise durch eine neue Sprache.
  • Ihr Unternehmen gewinnt an Attraktivität, wenn Sie Mitarbeitern Sabbaticals ermöglichen.
  • Und natürlich sparen Sie Lohnkosten – gerade in Krisenzeiten kann die Auszeit das Unternehmen entlasten.

Sabbatical organisieren: Die Gehaltsfrage

Apropos Lohnkosten. Wenn Sie dem Pausierenden eine Auszeit genehmigen, muss diese natürlich mit entsprechendem Vorlauf organisiert werden, um diverse Punkte wie eben die (Nicht-)Bezahlung während der Auszeit zu klären. Ohne Leistung gibt es kein Gehalt. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, wie sich Arbeitnehmer dennoch Ihr Sabbatical finanzieren können.

  • Der Beschäftigte sammelt Überstunden, Zuschläge, Prämien oder sonstige Geldleistungen an. Diese werden in Arbeitszeit umgerechnet und während der Freistellungsphase ausbezahlt.
  • Die andere Variante: Ihr Mitarbeiter reduziert die vertragliche Arbeitszeit auf dem Papier, aber arbeitet tatsächlich Vollzeit. Auf diese Weise ergibt sich ebenfalls ein Plus auf seinem Arbeitszeitkonto. Damit das angesparte Geld für etwa ein Jahr reicht, muss Ihr Mitarbeiter rechtzeitig mit der Maßnahme beginnen – üblich sind drei bis vier Jahre.

Natürlich kann Ihr Mitarbeiter auch für einen bestimmten Zeitraum unbezahlten Urlaub beantragen. Weisen Sie ihn allerdings darauf hin, dass in diesem Fall – sofern die Auszeit länger als einen Monat dauert – der Versicherungsschutz über die Firma entfällt. Einigen Sie sich mit Ihrem Beschäftigten hingegen auf eine der beiden oben beschriebenen Varianten, bleibt er oder sie Teil des Unternehmens – hinsichtlich der Sozial- und Krankenversicherung ergeben sich dann keine Änderungen.

Vereinbarungen zum Sabbatical schriftlich festhalten

Zusammenfassend sollten Sie folgende Punkte schriftlich festhalten, wenn einer Ihrer Mitarbeiter eine Auszeit plant:

  • Wie lange wird das Sabbatical dauern?
  • Wie soll die Arbeitszeiteinsparung durchgeführt werden?
  • Wie regeln Sie die Entlohnung während der Auszeit?
  • Ergibt sich ein Anspruch auf Versicherung? Und eine betriebliche Altersversorgung?
  • Welche Position und Aufgaben erwarten den Arbeitnehmer bei seiner Rückkehr?

Insbesondere über den letzten Punkt sollte Klarheit herrschen. Sonst verflüchtigt sich die wiedergewonnene Energie des Rückkehrers in Windeseile oder schlägt vielleicht gar in Wut um. Machen Sie Ihren Mitarbeiter also gegebenenfalls darauf aufmerksam, dass sie nicht garantieren können, dass er auf seine alte Position zurückkehren kann.

Weiterführende Links:

  • Weitere Vorteile des Sabbaticals aus Arbeitgebersicht hat die Wissensplattform "Lecturio" zusammengefasst.
  • Gesunder Stress spornt Menschen zu Höchstleistungen an. Dauerstress schadet jedoch dem Körper. Wann Sie eine Auszeit nehmen sollten, lässt sich anhand verschiedener Anzeichen ausmachen.
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