Image for Mdm Logo

Shopfloor Management: Den Wertschöpfungsprozess optimieren

Mit Shopfloor Management arbeiten Sie noch effizienter. Die Strategie ist langfristig angelegt und vor allem ganzheitlich konzipiert, für die Durchführung werfen Sie allerdings einige alte Weltbilder über den Haufen. Für die Industrie 4.0 ist es sogar eine mehr oder weniger zwingende Voraussetzung.
Shopfloor Management: Den Wertschöpfungsprozess optimieren Ohne Zusammenarbeit geht es nicht: Beim Shopfloor Management werfen Führungskräfte und Angestellte ihr Know-how in dieselbe Waagschale. (© 2016 Firma V/Shutterstock)

Lean Management: Shopfloor-Management im Lichte ganzheitlicher Strategien

Shopfloor Management ist dem sogenannten Lean Management untergeordnet. Das heißt: Es ist ein Bündel von Herangehensweisen, Methoden und Strukturen, die Ihre Wertschöpfungskette verlustfreier und wirkungsvoller machen. Ein Reboot Ihres alten Systems, sozusagen.

Shopfloor Management krempelt Ihren alten Führungsstil komplett um und ersetzt ihn – Sie werden sich viel öfter mit Ihren Angestellten auf Augenhöhe unterhalten. Das klingt extrem. Von der Operation haben Sie ohne Frage aber diverse Vorteile:

  • Funktionieren die Strategien erst einmal – was Sie bedenken müssen erklären wir weiter unten – schaffen Sie eine bessere Unternehmenskultur.
  • Es gibt allerhand wirtschaftliche Vorteile, denn Ihre Firma wird effektiver und effizienter.

Sie schrauben nämlich dort an der Verbesserungsschraube, wo es sich richtig lohnt: Der Fokus liegt auf der Wertschöpfungskette.

Die Grundlagen funktionieren übrigens auch außerhalb der Industrie: Im Ratgeber Lean Project Management: Schlank, schnell und effektiv zeigen wir Ihnen, wie Sie Methoden und Strukturen überdies anders nutzen können.

Grundprinzipien: Methoden, Struktur und Ziele

'Shopfloor' heißt grob übersetzt Produktionsstätte – damit sehen Sie bereits, worauf die Optimierung abzielt. Aber wie gehen Sie vor? Es gibt Methoden für die Durchführung:

  • Sie beginnen eine Umstrukturierung mit der Analyse. Dabei erarbeiten Sie alle Inhalte, die von Fehlern befreit werden müssen. Relevante Fragen sind beispielsweise: Was muss geleistet werden? Wie kommen wir dahin? Welche Key Performance Indicators (KPIs) sind zu berücksichtigen?
  • Obwohl es auf den ersten Blick vielleicht so scheint, als ob nur die Produktionsstätte reformiert wird, wird beim Shopfloor Management auch die Chefetage mit einbezogen.
  • Es geht darum, durch Selbstanalysen auf allen Ebenen Fehler zu erkennen und auszubessern. Und das nicht nur einmal, sondern in einem ständigen vernetzten Prozess.
  • Zudem ist für jeden Beteiligten alles erlebbar. Das klingt etwas kryptisch, heißt aber nur: Vom Boss bis zum Praktikanten arbeiten alle bewusst Hand in Hand und es herrscht ein hohes Maß an Transparenz.

Erklärtes Ziel der Anstrengungen: Es soll perfekte Abläufe und Prozesse geben. Sie schaffen sich eine tadellose Wertschöpfungskette, in der Fehler der Vergangenheit angehören.

Erfolgsrezept: Vorgehen und Tipps

Aber wie kann das klappen? Ganz konkret gelingt das mit den Shopfloor-Runden. In jedem Bereich, jeder Gehaltsklasse und jedem Team gibt es ein reguläres Meeting. Dabei werden die einzelnen Aufgaben, KPIs und vor allem auch die Fehler besprochen.

Wichtig: Es muss ein Dialog stattfinden. Dabei diskutieren Sie und Ihre Kollegen auf fachlicher Ebene, Emotionen sind hier fehl am Platz. Sobald ein zwischenmenschliches Problem auftaucht, klären Sie es persönlich – zum Beispiel bei einem Vieraugengespräch.

Ein Teilziel dieser Treffen ist die Vergabe von Milestones: Jeder Bereich entwickelt einen Minivorsatz, der erreicht werden muss. Das ist von Bedeutung, weil die einzelnen Sektionen oft am besten mit ihrer eigenen Arbeit vertraut sind und wissen, wo überhaupt Verbesserungen durchzuführen sind. Aber die Blöcke bleiben dabei nicht isoliert. Es herrscht ein reger Austausch zwischen allen Beteiligten und Schichten.

In der Startphase, also wenn Sie das neue Prinzip erst noch etablieren, sind diese Shopfloor-Runden erst einmal nur in ausgewählten Teams beziehungsweise Bereichen sinnvoll. Haben sich die Mitarbeiter dort aufeinander eingeschossen, nutzen immer mehr Gruppen die Treffen, um sich zu optimieren.

Zusammenarbeit: Gemeinsame Steigerung der Produktivität

Shopfloor Management ist bei der ersten Implementierung eine große Kraftanstrengung. Damit die Splittergruppen ihre Methoden, Strukturen und Ziele im Auge behalten, werden Schlüsselkräfte eingesetzt. Solch eine Person gibt es in allen Meetings jeweils einmal, sie:

  • moderiert die Meetings,
  • ermöglicht einen Dialog,
  • kontrolliert Erfolge und
  • vernetzt sich mit den anderen Gruppen – das ist eine besonders wichtige Aufgabe.

Dazu braucht es allerdings Persönlichkeiten, die sich durchsetzen können und gleichzeitig vertrauenswürdig sind. Denn ständig Fehler zu erkennen und Verbesserungen einzubauen, ist für alle Beteiligten anstrengend.

Worum geht es also beim Shopfloor Management? Kurz gesagt um Transparenz, Vernetzung und Kommunikation. Sofern alle Teile reibungslos arbeiten, funktioniert auch das große Ganze.

Weiterführende Links:

  • Shopfloor Management bildet eine wichtige Keimzelle für die Industrie 4.0, schreibt der "Tagesspiegel".
  • Geht es überhaupt noch ohne Shopfloor Management? Solange Unternehmen ihre Strukturen nicht ändern, werden sie unter Umständen von der Konkurrenz abgehängt – meint die "Welt".
Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber
alle ratgeber
Neues zu Mitarbeiterführung
alle ratgeber Alle Beiträge

Shopfloor Management: Den Wertschöpfungsprozess optimieren

Mit Shopfloor Management arbeiten Sie noch effizienter. Die Strategie ist langfristig angelegt und vor allem ganzheitlich konzipiert, für die Durchführung werfen Sie allerdings einige alte Weltbilder über den Haufen. Für die Industrie 4.0 ist es sogar eine mehr oder weniger zwingende Voraussetzung.
Shopfloor Management: Den Wertschöpfungsprozess optimieren Ohne Zusammenarbeit geht es nicht: Beim Shopfloor Management werfen Führungskräfte und Angestellte ihr Know-how in dieselbe Waagschale. (© 2016 Firma V/Shutterstock)

Lean Management: Shopfloor-Management im Lichte ganzheitlicher Strategien

Shopfloor Management ist dem sogenannten Lean Management untergeordnet. Das heißt: Es ist ein Bündel von Herangehensweisen, Methoden und Strukturen, die Ihre Wertschöpfungskette verlustfreier und wirkungsvoller machen. Ein Reboot Ihres alten Systems, sozusagen.

Shopfloor Management krempelt Ihren alten Führungsstil komplett um und ersetzt ihn – Sie werden sich viel öfter mit Ihren Angestellten auf Augenhöhe unterhalten. Das klingt extrem. Von der Operation haben Sie ohne Frage aber diverse Vorteile:

  • Funktionieren die Strategien erst einmal – was Sie bedenken müssen erklären wir weiter unten – schaffen Sie eine bessere Unternehmenskultur.
  • Es gibt allerhand wirtschaftliche Vorteile, denn Ihre Firma wird effektiver und effizienter.

Sie schrauben nämlich dort an der Verbesserungsschraube, wo es sich richtig lohnt: Der Fokus liegt auf der Wertschöpfungskette.

Die Grundlagen funktionieren übrigens auch außerhalb der Industrie: Im Ratgeber Lean Project Management: Schlank, schnell und effektiv zeigen wir Ihnen, wie Sie Methoden und Strukturen überdies anders nutzen können.

Grundprinzipien: Methoden, Struktur und Ziele

'Shopfloor' heißt grob übersetzt Produktionsstätte – damit sehen Sie bereits, worauf die Optimierung abzielt. Aber wie gehen Sie vor? Es gibt Methoden für die Durchführung:

  • Sie beginnen eine Umstrukturierung mit der Analyse. Dabei erarbeiten Sie alle Inhalte, die von Fehlern befreit werden müssen. Relevante Fragen sind beispielsweise: Was muss geleistet werden? Wie kommen wir dahin? Welche Key Performance Indicators (KPIs) sind zu berücksichtigen?
  • Obwohl es auf den ersten Blick vielleicht so scheint, als ob nur die Produktionsstätte reformiert wird, wird beim Shopfloor Management auch die Chefetage mit einbezogen.
  • Es geht darum, durch Selbstanalysen auf allen Ebenen Fehler zu erkennen und auszubessern. Und das nicht nur einmal, sondern in einem ständigen vernetzten Prozess.
  • Zudem ist für jeden Beteiligten alles erlebbar. Das klingt etwas kryptisch, heißt aber nur: Vom Boss bis zum Praktikanten arbeiten alle bewusst Hand in Hand und es herrscht ein hohes Maß an Transparenz.

Erklärtes Ziel der Anstrengungen: Es soll perfekte Abläufe und Prozesse geben. Sie schaffen sich eine tadellose Wertschöpfungskette, in der Fehler der Vergangenheit angehören.

Erfolgsrezept: Vorgehen und Tipps

Aber wie kann das klappen? Ganz konkret gelingt das mit den Shopfloor-Runden. In jedem Bereich, jeder Gehaltsklasse und jedem Team gibt es ein reguläres Meeting. Dabei werden die einzelnen Aufgaben, KPIs und vor allem auch die Fehler besprochen.

Wichtig: Es muss ein Dialog stattfinden. Dabei diskutieren Sie und Ihre Kollegen auf fachlicher Ebene, Emotionen sind hier fehl am Platz. Sobald ein zwischenmenschliches Problem auftaucht, klären Sie es persönlich – zum Beispiel bei einem Vieraugengespräch.

Ein Teilziel dieser Treffen ist die Vergabe von Milestones: Jeder Bereich entwickelt einen Minivorsatz, der erreicht werden muss. Das ist von Bedeutung, weil die einzelnen Sektionen oft am besten mit ihrer eigenen Arbeit vertraut sind und wissen, wo überhaupt Verbesserungen durchzuführen sind. Aber die Blöcke bleiben dabei nicht isoliert. Es herrscht ein reger Austausch zwischen allen Beteiligten und Schichten.

In der Startphase, also wenn Sie das neue Prinzip erst noch etablieren, sind diese Shopfloor-Runden erst einmal nur in ausgewählten Teams beziehungsweise Bereichen sinnvoll. Haben sich die Mitarbeiter dort aufeinander eingeschossen, nutzen immer mehr Gruppen die Treffen, um sich zu optimieren.

Zusammenarbeit: Gemeinsame Steigerung der Produktivität

Shopfloor Management ist bei der ersten Implementierung eine große Kraftanstrengung. Damit die Splittergruppen ihre Methoden, Strukturen und Ziele im Auge behalten, werden Schlüsselkräfte eingesetzt. Solch eine Person gibt es in allen Meetings jeweils einmal, sie:

  • moderiert die Meetings,
  • ermöglicht einen Dialog,
  • kontrolliert Erfolge und
  • vernetzt sich mit den anderen Gruppen – das ist eine besonders wichtige Aufgabe.

Dazu braucht es allerdings Persönlichkeiten, die sich durchsetzen können und gleichzeitig vertrauenswürdig sind. Denn ständig Fehler zu erkennen und Verbesserungen einzubauen, ist für alle Beteiligten anstrengend.

Worum geht es also beim Shopfloor Management? Kurz gesagt um Transparenz, Vernetzung und Kommunikation. Sofern alle Teile reibungslos arbeiten, funktioniert auch das große Ganze.

Weiterführende Links:

  • Shopfloor Management bildet eine wichtige Keimzelle für die Industrie 4.0, schreibt der "Tagesspiegel".
  • Geht es überhaupt noch ohne Shopfloor Management? Solange Unternehmen ihre Strukturen nicht ändern, werden sie unter Umständen von der Konkurrenz abgehängt – meint die "Welt".
Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber