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Situativer Führungsstil: Mit Flexibilität Mitarbeiter fördern

Ein situativer Führungsstil ist dadurch gekennzeichnet, dass der Chef flexibel auf Herausforderungen im Betriebsalltag reagiert. Er berücksichtigt dabei sowohl die Kompetenzen seiner Mitarbeiter als auch deren Bereitschaft, Aufgaben zu übernehmen. Das Ergebnis: Er fördert seine Mitarbeiter und entlastet zugleich sich selbst.
Ein situativer Führungsstil kennzeichnet sich dadurch aus, dass der Chef flexibel auf Herausforderungen im Betriebsalltag reagiert. Er berücksichtigt dabei sowohl die Kompetenzen seiner Mitarbeiter als auch deren Bereitschaft Aufgaben zu übernehmen. Das Ergebnis: Er fördert seine Mitarbeiter und entlastet zugleich sich selbst. Ein situativer Führungsstil zeichnet sich durch flexibel handelnde Chefs aus. (© 2016 lassedesignen / Shutterstock)

Situativer Führungsstil: Flexibilität ist gefragt

Ein Unternehmen besteht in der Regel aus einer Vielzahl von Mitarbeitern, von denen jeder seinen eigenen Charakter hat. Jeder Einzelne hat Stärken und Schwächen und unterscheidet sich in seiner Leistungsbereitschaft. Diese heterogene Gruppe bedarf eines flexiblen Chefs, der die verschiedenen Kompetenzen seiner Mitarbeiter kennt und gezielt fördert.

Ein sogenannter situativer Führungsstil zeichnet entsprechend Führungskräfte aus, die sich von steifen Verhaltensmustern distanzieren und stattdessen flexibel auf Anforderungen des Betriebsalltags reagieren. Zum Job des Vorgesetzten gehört es beispielsweise, Mitarbeiter für ihre Arbeit nicht nur zu rügen, sondern auch zu loben. Mal ist es notwendig, sich zurückzuhalten, mal ergibt ein aktives Einschreiten mehr Sinn.

Belastungen steigen bei fehlender Förderung

Die betriebliche Wirklichkeit sieht jedoch oftmals anders aus: Führungskräfte beschränken sich darauf, Aufgaben zu delegieren und Feedbacks zu erteilen. Die gezielte Förderung der Mitarbeiter wird dabei außer Acht gelassen – zum eigenen Nachteil. Denn wenn Chefs ihre Angestellten nicht bei ihrer Entwicklung unterstützen, können sie ihnen keine weiteren und insbesondere komplexeren Aufgaben übertragen. Ergo steigt ihre eigene Belastung. Hinzu kommt, dass nicht ausreichend geförderte Mitarbeiter ihren Vorgesetzten mit häufigen Rückfragen konfrontieren und so seine Zeit in Anspruch nehmen.

Vier Stufen der Selbstständigkeit

Ein situativer Führungsstil löst den Teufelskreis aus Mehrbelastungen, indem sich Chefs auf den Reifegrad des jeweiligen Mitarbeiters konzentrieren. Der US-amerikanische Verhaltensforscher und Unternehmer Paul Hersey, "Erfinder" des Leitungsstils, unterscheidet vier Stufen der Selbstständigkeit der Mitarbeiter. Chefs sollten ihre Beschäftigten entsprechend ihres Reifegrades führen. Nur so können diese laut Theorie ihre Potenziale freisetzen.

  • Stufe 1: Der Mitarbeiter ist unselbstständig. Wenn er mit neuen Aufgaben konfrontiert wird, kann er sie nicht lösen und ist auch noch nicht bereit dafür. Für Sie als Chef bedeutet das: Sie müssen konkrete Anweisungen geben und die Leistung des Angestellten kontrollieren.
  • Stufe 2: Der Mitarbeiter zeigt hohe Bereitschaft, die neue Aufgabe zu erfüllen, ihm fehlt jedoch noch das dafür erforderliche Können. Entsprechend sollten Sie ihm die Aufgabe weiterhin schmackhaft machen, damit ihm die Motivation aufgrund der noch mangelnden Kompetenzen nicht wieder abhandenkommt. Erklären Sie ihm Ihre Entscheidungen und schulen Sie ihn.
  • Stufe 3: Der Mitarbeiter verfügt über die nötigen Kompetenzen, ist aber nicht motiviert – weil er zum Beispiel noch unsicher ist. Hier sind Sie als mentaler Coach gefragt. Helfen Sie Ihrem Mitarbeiter dabei, seine Ängste zu überwinden, indem Sie ihm die positiven Seiten aufführen.
  • Stufe 4: Der Mitarbeiter verfügt über die nötigen Kompetenzen – etwa weil er schon ähnliche Aufgaben erfüllt hat – und ist auch bereit, diese anzuwenden. Bei diesen Beschäftigten haben es Chefs einfach: Sie können Verantwortungen für bestimmte Bereiche übergeben.

Weiterführende Links:

  • Ein situativer Führungsstil erfordert viel Flexibilität. Es gibt aber noch weitere Führungsstile. Einen Überblick erhalten Sie in unserem Beitrag.
  • Jeder macht mal Fehler – auch Chefs. Fünf typische Führungsfehler sowie geeignete Gegenmaßnahmen lesen Sie in unserem Beitrag.
  • Nicht nur Mitarbeiter, auch Führungskräfte werden schikaniert. Das nennt man Staffing. Was Chefs dagegen tun können.
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Situativer Führungsstil: Mit Flexibilität Mitarbeiter fördern

Ein situativer Führungsstil ist dadurch gekennzeichnet, dass der Chef flexibel auf Herausforderungen im Betriebsalltag reagiert. Er berücksichtigt dabei sowohl die Kompetenzen seiner Mitarbeiter als auch deren Bereitschaft, Aufgaben zu übernehmen. Das Ergebnis: Er fördert seine Mitarbeiter und entlastet zugleich sich selbst.
Ein situativer Führungsstil kennzeichnet sich dadurch aus, dass der Chef flexibel auf Herausforderungen im Betriebsalltag reagiert. Er berücksichtigt dabei sowohl die Kompetenzen seiner Mitarbeiter als auch deren Bereitschaft Aufgaben zu übernehmen. Das Ergebnis: Er fördert seine Mitarbeiter und entlastet zugleich sich selbst. Ein situativer Führungsstil zeichnet sich durch flexibel handelnde Chefs aus. (© 2016 lassedesignen / Shutterstock)

Situativer Führungsstil: Flexibilität ist gefragt

Ein Unternehmen besteht in der Regel aus einer Vielzahl von Mitarbeitern, von denen jeder seinen eigenen Charakter hat. Jeder Einzelne hat Stärken und Schwächen und unterscheidet sich in seiner Leistungsbereitschaft. Diese heterogene Gruppe bedarf eines flexiblen Chefs, der die verschiedenen Kompetenzen seiner Mitarbeiter kennt und gezielt fördert.

Ein sogenannter situativer Führungsstil zeichnet entsprechend Führungskräfte aus, die sich von steifen Verhaltensmustern distanzieren und stattdessen flexibel auf Anforderungen des Betriebsalltags reagieren. Zum Job des Vorgesetzten gehört es beispielsweise, Mitarbeiter für ihre Arbeit nicht nur zu rügen, sondern auch zu loben. Mal ist es notwendig, sich zurückzuhalten, mal ergibt ein aktives Einschreiten mehr Sinn.

Belastungen steigen bei fehlender Förderung

Die betriebliche Wirklichkeit sieht jedoch oftmals anders aus: Führungskräfte beschränken sich darauf, Aufgaben zu delegieren und Feedbacks zu erteilen. Die gezielte Förderung der Mitarbeiter wird dabei außer Acht gelassen – zum eigenen Nachteil. Denn wenn Chefs ihre Angestellten nicht bei ihrer Entwicklung unterstützen, können sie ihnen keine weiteren und insbesondere komplexeren Aufgaben übertragen. Ergo steigt ihre eigene Belastung. Hinzu kommt, dass nicht ausreichend geförderte Mitarbeiter ihren Vorgesetzten mit häufigen Rückfragen konfrontieren und so seine Zeit in Anspruch nehmen.

Vier Stufen der Selbstständigkeit

Ein situativer Führungsstil löst den Teufelskreis aus Mehrbelastungen, indem sich Chefs auf den Reifegrad des jeweiligen Mitarbeiters konzentrieren. Der US-amerikanische Verhaltensforscher und Unternehmer Paul Hersey, "Erfinder" des Leitungsstils, unterscheidet vier Stufen der Selbstständigkeit der Mitarbeiter. Chefs sollten ihre Beschäftigten entsprechend ihres Reifegrades führen. Nur so können diese laut Theorie ihre Potenziale freisetzen.

  • Stufe 1: Der Mitarbeiter ist unselbstständig. Wenn er mit neuen Aufgaben konfrontiert wird, kann er sie nicht lösen und ist auch noch nicht bereit dafür. Für Sie als Chef bedeutet das: Sie müssen konkrete Anweisungen geben und die Leistung des Angestellten kontrollieren.
  • Stufe 2: Der Mitarbeiter zeigt hohe Bereitschaft, die neue Aufgabe zu erfüllen, ihm fehlt jedoch noch das dafür erforderliche Können. Entsprechend sollten Sie ihm die Aufgabe weiterhin schmackhaft machen, damit ihm die Motivation aufgrund der noch mangelnden Kompetenzen nicht wieder abhandenkommt. Erklären Sie ihm Ihre Entscheidungen und schulen Sie ihn.
  • Stufe 3: Der Mitarbeiter verfügt über die nötigen Kompetenzen, ist aber nicht motiviert – weil er zum Beispiel noch unsicher ist. Hier sind Sie als mentaler Coach gefragt. Helfen Sie Ihrem Mitarbeiter dabei, seine Ängste zu überwinden, indem Sie ihm die positiven Seiten aufführen.
  • Stufe 4: Der Mitarbeiter verfügt über die nötigen Kompetenzen – etwa weil er schon ähnliche Aufgaben erfüllt hat – und ist auch bereit, diese anzuwenden. Bei diesen Beschäftigten haben es Chefs einfach: Sie können Verantwortungen für bestimmte Bereiche übergeben.

Weiterführende Links:

  • Ein situativer Führungsstil erfordert viel Flexibilität. Es gibt aber noch weitere Führungsstile. Einen Überblick erhalten Sie in unserem Beitrag.
  • Jeder macht mal Fehler – auch Chefs. Fünf typische Führungsfehler sowie geeignete Gegenmaßnahmen lesen Sie in unserem Beitrag.
  • Nicht nur Mitarbeiter, auch Führungskräfte werden schikaniert. Das nennt man Staffing. Was Chefs dagegen tun können.
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