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Stellenanzeige: "Deutsch als Muttersprache" diskrimniert

Deutsch als Muttersprache für eine Anstellung vorauszusetzen, mag für viele Personaler selbstverständlich sein. Rechtlich in Ordnung ist es nicht. Ein Gericht hat nämlich entschieden, dass diese Anforderung in einer Stellenanzeige bestimmte Bewerber benachteiligt.
Stellenanzeige: "Deutsch als Muttersprache" diskrimniert Wer "Deutsch als Muttersprache" in einer Stellenanzeige fordert, verstößt gegen das AGG. (© 2015 Gustavo Frazao/Shutterstock)

Benachteiligung wegen ethnischer Herkunft

Wer für eine Neuanstellung Deutsch als Muttersprache voraussetzt, verstößt gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). So hat es das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen entschieden (Az.: 16 Sa 1619/14),  wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kürzlich in einem Newsletter berichtet hat.  Die Richter begründeten ihr Urteil demnach mit der Benachteiligung von Bewerbern einer ethnischen Herkunft, zu der Deutsch als Muttersprache nicht gehört.

Strafe: Zwei Monatsgehälter

Der Fall: Zur befristeten Beschäftigung suchte ein Unternehmen eine Bürohilfe. Als Voraussetzung für den Job wurde in der Stellenanzeige "Deutsch als Muttersprache" gefordert. Dagegen hatte ein abgewiesener Bewerber mit russischen Sprachwurzeln geklagt. Erfolgreich. Denn das Gericht sah in der Formulierung eine unmittelbare Benachteiligung des Klägers wegen seiner ethnischen Herkunft. Und damit einen Verstoß gegen §7 AGG. In der Folge muss das ausschreibende Unternehmen den Kläger nun finanziell (zwei Monatsgehälter) entschädigen.

Die Begründung: Der Bewerber, so das LAG, sei angesichts seiner sehr guten Deutschkenntnisse objektiv für die Stelle geeignet. Durch die Einstellungsvoraussetzung "Muttersprache" werde er jedoch gegenüber anderen Bewerbern benachteiligt.

AGG verbietet Diskriminierung

Der Hintergrund: Das AGG untersagt die Diskriminierung von Personen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung oder des Alters, es sei denn, diese ist ausnahmsweise zulässig.

Die Empfehlung: Wegen des AGG hält der DIHK Stellenanzeigen und Bewerbungsverfahren für "rechtlich risikobehaftet". Im Zweifel sollte juristischer Rat eingeholt werden, bevor eine Stellenanzeige veröffentlicht wird.

Klar sollte jetzt immerhin sein, dass die Forderung von  "Deutsch als Muttersprache" in einer Stellenanzeige keine gute Idee ist.

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Stellenanzeige: "Deutsch als Muttersprache" diskrimniert Wer "Deutsch als Muttersprache" in einer Stellenanzeige fordert, verstößt gegen das AGG. (© 2015 Gustavo Frazao/Shutterstock)

Benachteiligung wegen ethnischer Herkunft

Wer für eine Neuanstellung Deutsch als Muttersprache voraussetzt, verstößt gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). So hat es das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen entschieden (Az.: 16 Sa 1619/14),  wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kürzlich in einem Newsletter berichtet hat.  Die Richter begründeten ihr Urteil demnach mit der Benachteiligung von Bewerbern einer ethnischen Herkunft, zu der Deutsch als Muttersprache nicht gehört.

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Der Fall: Zur befristeten Beschäftigung suchte ein Unternehmen eine Bürohilfe. Als Voraussetzung für den Job wurde in der Stellenanzeige "Deutsch als Muttersprache" gefordert. Dagegen hatte ein abgewiesener Bewerber mit russischen Sprachwurzeln geklagt. Erfolgreich. Denn das Gericht sah in der Formulierung eine unmittelbare Benachteiligung des Klägers wegen seiner ethnischen Herkunft. Und damit einen Verstoß gegen §7 AGG. In der Folge muss das ausschreibende Unternehmen den Kläger nun finanziell (zwei Monatsgehälter) entschädigen.

Die Begründung: Der Bewerber, so das LAG, sei angesichts seiner sehr guten Deutschkenntnisse objektiv für die Stelle geeignet. Durch die Einstellungsvoraussetzung "Muttersprache" werde er jedoch gegenüber anderen Bewerbern benachteiligt.

AGG verbietet Diskriminierung

Der Hintergrund: Das AGG untersagt die Diskriminierung von Personen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung oder des Alters, es sei denn, diese ist ausnahmsweise zulässig.

Die Empfehlung: Wegen des AGG hält der DIHK Stellenanzeigen und Bewerbungsverfahren für "rechtlich risikobehaftet". Im Zweifel sollte juristischer Rat eingeholt werden, bevor eine Stellenanzeige veröffentlicht wird.

Klar sollte jetzt immerhin sein, dass die Forderung von  "Deutsch als Muttersprache" in einer Stellenanzeige keine gute Idee ist.

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