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Studie: Positive Streitkultur in deutschen Unternehmen

Zankereien im Büro: Wie sieht die Streitkultur in deutschen Unternehmen eigentlich aus? Genau das untersuchte die TH Köln in einer Studie. Und fand Überraschendes heraus.
Studie: Positive Streitkultur in deutschen Unternehmen Viele der befragten Führungskräfte beurteilen die Streitkultur in ihrem Unternehmen als positiv. (© 2016 Dima Sidelnikov/Shutterstock)

Streitkultur ist oft konstruktiv

Zwei verschiedene Meinungen ergeben nicht selten einen Streit – nicht nur privat, sondern auch im Büro. Doch wie zoffen sich Mitarbeiter eigentlich und wie geht man im Betrieb damit um? Das wollte die Forschungsstelle für Wirtschaftsmediation der TH Köln genauer wissen und hat zusammen mit dem Institut für Wirtschaftsmediation und Kommunikationsmanagement (IWM) sowie der Frankfurter Wirtschaftskanzlei aclanz Rechtsanwälte den "Streitkulturindex für Unternehmen und Organisationen in Deutschland" generiert.

Die Ergebnisse der Studie auf einen Blick:

  • 40 Prozent der befragten Führungskräfte sind mit der Streitkultur in ihren Unternehmen zufrieden. Sie beschreiben diese unter anderem als "konstruktiv, wertschätzend und respektvoll", sagt Prof. Dr. Ricarda Rolf, Leiterin der Kölner Forschungsstelle.
  • 70 Prozent der Konflikte werden durch Führungskräfte gelöst.
  • In 60 Prozent der Fälle tragen die unmittelbar Betroffenen zur Streitschlichtung bei.
  • Es gibt jedoch auch negative Aspekte, wie folgende Zahlen zeigen: 28 Prozent der Führungskräfte gaben an, Konflikte zu verdrängen und
  • 24 Prozent finalisieren das Streitgespräch per Machtwort.

Streitkultur fördert Produktivität und Unternehmenserfolg

Wie wichtig der Umgang mit Konflikten im Unternehmen ist, betont Bernd Hoffmann, Geschäftsführer des Instituts für Wirtschaftsmediation und Kommunikationsmanagement (IWM). So sei "eine lebendige und konstruktive Streitkultur ein wesentlicher Faktor für Produktivität, Mitarbeiterzufriedenheit, Wettbewerbsfähigkeit und Unternehmenserfolg."

Nicht jede Führungskraft fühlt sich wohl in ihrer Rolle als Konfliktlöser. Mehr als drei von vier der befragten Schlichter sehen in diesem Bereich noch Fort- und Weiterbildungsbedarf.

Die Möglichkeit präventiver Konfliktbearbeitung – beispielsweise aufgrund von Umstrukturierungen – berücksichtigen bisher nur 37 Prozent der Unternehmen. Stattdessen wird in über 80 Prozent der Fälle erst gehandelt, wenn die Luft schon brennt. Hier besteht noch Handlungsbedarf, meint Rolf. Immerhin: Ein Drittel der Unternehmen holen sich externe Mediatoren ins Haus, um Konflikte zu bearbeiten.

Für die Studie wurden rund 300 Führungskräfte aus nahezu allen Branchen befragt.

Weiterführende Links:

  • Stressampel: Wie das Modell dabei helfen kann, Strapazen zu überwinden.
  • Welche Situationen sorgen im Büroalltag für Stress? Wie Sie damit umgehen können.
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Studie: Positive Streitkultur in deutschen Unternehmen

Zankereien im Büro: Wie sieht die Streitkultur in deutschen Unternehmen eigentlich aus? Genau das untersuchte die TH Köln in einer Studie. Und fand Überraschendes heraus.
Studie: Positive Streitkultur in deutschen Unternehmen Viele der befragten Führungskräfte beurteilen die Streitkultur in ihrem Unternehmen als positiv. (© 2016 Dima Sidelnikov/Shutterstock)

Streitkultur ist oft konstruktiv

Zwei verschiedene Meinungen ergeben nicht selten einen Streit – nicht nur privat, sondern auch im Büro. Doch wie zoffen sich Mitarbeiter eigentlich und wie geht man im Betrieb damit um? Das wollte die Forschungsstelle für Wirtschaftsmediation der TH Köln genauer wissen und hat zusammen mit dem Institut für Wirtschaftsmediation und Kommunikationsmanagement (IWM) sowie der Frankfurter Wirtschaftskanzlei aclanz Rechtsanwälte den "Streitkulturindex für Unternehmen und Organisationen in Deutschland" generiert.

Die Ergebnisse der Studie auf einen Blick:

  • 40 Prozent der befragten Führungskräfte sind mit der Streitkultur in ihren Unternehmen zufrieden. Sie beschreiben diese unter anderem als "konstruktiv, wertschätzend und respektvoll", sagt Prof. Dr. Ricarda Rolf, Leiterin der Kölner Forschungsstelle.
  • 70 Prozent der Konflikte werden durch Führungskräfte gelöst.
  • In 60 Prozent der Fälle tragen die unmittelbar Betroffenen zur Streitschlichtung bei.
  • Es gibt jedoch auch negative Aspekte, wie folgende Zahlen zeigen: 28 Prozent der Führungskräfte gaben an, Konflikte zu verdrängen und
  • 24 Prozent finalisieren das Streitgespräch per Machtwort.

Streitkultur fördert Produktivität und Unternehmenserfolg

Wie wichtig der Umgang mit Konflikten im Unternehmen ist, betont Bernd Hoffmann, Geschäftsführer des Instituts für Wirtschaftsmediation und Kommunikationsmanagement (IWM). So sei "eine lebendige und konstruktive Streitkultur ein wesentlicher Faktor für Produktivität, Mitarbeiterzufriedenheit, Wettbewerbsfähigkeit und Unternehmenserfolg."

Nicht jede Führungskraft fühlt sich wohl in ihrer Rolle als Konfliktlöser. Mehr als drei von vier der befragten Schlichter sehen in diesem Bereich noch Fort- und Weiterbildungsbedarf.

Die Möglichkeit präventiver Konfliktbearbeitung – beispielsweise aufgrund von Umstrukturierungen – berücksichtigen bisher nur 37 Prozent der Unternehmen. Stattdessen wird in über 80 Prozent der Fälle erst gehandelt, wenn die Luft schon brennt. Hier besteht noch Handlungsbedarf, meint Rolf. Immerhin: Ein Drittel der Unternehmen holen sich externe Mediatoren ins Haus, um Konflikte zu bearbeiten.

Für die Studie wurden rund 300 Führungskräfte aus nahezu allen Branchen befragt.

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  • Welche Situationen sorgen im Büroalltag für Stress? Wie Sie damit umgehen können.
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