Image for Mdm Logo

Studie: Warum brechen junge Erwachsene ihre Ausbildung ab?

Immer mehr Jugendliche brechen ihre Ausbildung ab. Allein über Statistiken sind die Gründe für die Ursachen der vorzeitigen Vertragslösungen zwischen Betrieb und Azubi nur schwer zu erfassen. Eine Studie hat sich nun eingehend mit der Problematik beschäftigt und gibt Lösungsvorschläge.
Studie: Warum brechen junge Erwachsene ihre Ausbildung ab? Viele Jugendliche brechen ihre Ausbildung ab, weil mehr Arbeitsort denn Lernort ist. (© 2016 goodluz/Shutterstock)

Ausbildungsbegleiter erklären die Hintergründe

Mangelnde  Kommunikation gilt als einer der Hauptgründe für die Auflösung von Ausbildungsverträgen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Soziologischen Forschungsinstituts (SOFI) an der Georg-August-Universität Göttingen, die von der Vodafone Stiftung gefördert wurde.

Für die Studie wurden Ausbildungsbegleiter befragt. Dr. Harald Wolf, Studienleiter am SOFI, sagt laut der Webseite des "Presseportals", die außenstehenden Experten hätten eine unparteiische Sicht auf das Arbeitsverhältnis zwischen Betrieb und Azubi und verfügten zudem über einen tiefen Einblick in viele verschiedene Fälle. Dadurch seien sie nicht nur für die Ursachenforschung prädestiniert, sondern auch für das Aufzeigen von Lösungswegen.

Ausbildung wird in einem schwierigen Alter wahrgenommen

Den vorzeitigen Vertragslösungen liegen laut der SOFI-Studie vor allem drei große Herausforderungen zugrunde:

  • Kleinbetriebe haben nur wenige Möglichkeiten, um eine Ausbildung zu gestalten. Fast die Hälfte der Ausbildungsplätze werden allerdings von kleinen Betrieben gestellt. Die Ausbildungsstätte ist weniger Lernort und mehr Arbeitsort. Hinzu kommt, dass die Ausbildungsleiter oftmals auch die Betriebsleiter sind, wodurch sich viele Azubis gehemmt fühlen würden, ihre Interessen zu kommunizieren.
  • Während der Ausbildung befinden sich Jugendliche in einem schwierigen Alter. Auf der Suche nach ihrer Identität fühlen sich einige Azubis von den Verhaltensanforderungen in der Ausbildungszeit überfordert.
  • Es mangelt an einer offenen Gesprächskultur im Betrieb. Azubis werden mit ihren Sorgen und Ängsten allein gelassen. Zudem fehlen regelmäßige Anleitungs- und Feedbackgespräche.

Ausbilder stärker professionalisieren

Ein Lösungsansatz ist, die Ausbilder mittels Fortbildungen stärker zu professionalisieren. Dabei lernen sie beispielsweise, mit Konflikten konstruktiv umzugehen. Weiterhin sollten Jugendliche bereits in ihrer Schulzeit mehr Möglichkeiten erhalten, die Betriebsrealität besser kennenzulernen. So können sie gezielter erfassen, welche Ausbildung zu ihren Fähigkeiten und Interessen passt.

Weitere Ergebnisse der Studie werden auf der Webseite der Vodafone Stiftung kostenlos zur Verfügung gestellt.

Weiterführende Links:

  •  Vom Mentoring profitiert nur der Mentee? Von wegen! Selbst die erfahrensten Unternehmer können vom Nachwuchs noch viel lernen. Was Sie erwartet, wenn Sie Mentor werden.
  • Im Bereich digitale Bildung müssen Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe noch dazulernen: Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Digitalisierung in der Ausbildung noch nicht in ausreichendem Umfang angekommen ist – obwohl Auszubildende sich mehr digitales Lernen wünschen.
Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber
alle ratgeber
Neues zu Ausbildung
alle ratgeber Alle Beiträge

Studie: Warum brechen junge Erwachsene ihre Ausbildung ab?

Immer mehr Jugendliche brechen ihre Ausbildung ab. Allein über Statistiken sind die Gründe für die Ursachen der vorzeitigen Vertragslösungen zwischen Betrieb und Azubi nur schwer zu erfassen. Eine Studie hat sich nun eingehend mit der Problematik beschäftigt und gibt Lösungsvorschläge.
Studie: Warum brechen junge Erwachsene ihre Ausbildung ab? Viele Jugendliche brechen ihre Ausbildung ab, weil mehr Arbeitsort denn Lernort ist. (© 2016 goodluz/Shutterstock)

Ausbildungsbegleiter erklären die Hintergründe

Mangelnde  Kommunikation gilt als einer der Hauptgründe für die Auflösung von Ausbildungsverträgen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Soziologischen Forschungsinstituts (SOFI) an der Georg-August-Universität Göttingen, die von der Vodafone Stiftung gefördert wurde.

Für die Studie wurden Ausbildungsbegleiter befragt. Dr. Harald Wolf, Studienleiter am SOFI, sagt laut der Webseite des "Presseportals", die außenstehenden Experten hätten eine unparteiische Sicht auf das Arbeitsverhältnis zwischen Betrieb und Azubi und verfügten zudem über einen tiefen Einblick in viele verschiedene Fälle. Dadurch seien sie nicht nur für die Ursachenforschung prädestiniert, sondern auch für das Aufzeigen von Lösungswegen.

Ausbildung wird in einem schwierigen Alter wahrgenommen

Den vorzeitigen Vertragslösungen liegen laut der SOFI-Studie vor allem drei große Herausforderungen zugrunde:

  • Kleinbetriebe haben nur wenige Möglichkeiten, um eine Ausbildung zu gestalten. Fast die Hälfte der Ausbildungsplätze werden allerdings von kleinen Betrieben gestellt. Die Ausbildungsstätte ist weniger Lernort und mehr Arbeitsort. Hinzu kommt, dass die Ausbildungsleiter oftmals auch die Betriebsleiter sind, wodurch sich viele Azubis gehemmt fühlen würden, ihre Interessen zu kommunizieren.
  • Während der Ausbildung befinden sich Jugendliche in einem schwierigen Alter. Auf der Suche nach ihrer Identität fühlen sich einige Azubis von den Verhaltensanforderungen in der Ausbildungszeit überfordert.
  • Es mangelt an einer offenen Gesprächskultur im Betrieb. Azubis werden mit ihren Sorgen und Ängsten allein gelassen. Zudem fehlen regelmäßige Anleitungs- und Feedbackgespräche.

Ausbilder stärker professionalisieren

Ein Lösungsansatz ist, die Ausbilder mittels Fortbildungen stärker zu professionalisieren. Dabei lernen sie beispielsweise, mit Konflikten konstruktiv umzugehen. Weiterhin sollten Jugendliche bereits in ihrer Schulzeit mehr Möglichkeiten erhalten, die Betriebsrealität besser kennenzulernen. So können sie gezielter erfassen, welche Ausbildung zu ihren Fähigkeiten und Interessen passt.

Weitere Ergebnisse der Studie werden auf der Webseite der Vodafone Stiftung kostenlos zur Verfügung gestellt.

Weiterführende Links:

  •  Vom Mentoring profitiert nur der Mentee? Von wegen! Selbst die erfahrensten Unternehmer können vom Nachwuchs noch viel lernen. Was Sie erwartet, wenn Sie Mentor werden.
  • Im Bereich digitale Bildung müssen Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe noch dazulernen: Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Digitalisierung in der Ausbildung noch nicht in ausreichendem Umfang angekommen ist – obwohl Auszubildende sich mehr digitales Lernen wünschen.
Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber