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Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch: Unzulässige Fragen

Die Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch ist auch für Chefs wichtig, schließlich gilt es mit den richtigen Fragen den richtigen Kandidaten herauszufinden. Doch Vorsicht: Auch wenn Sie möglichst viele Informationen über Ihren potenziellen Neuzugang sammeln möchten – nicht alle Fragen sind zulässig. Manchmal sollten Sie sich besser auf die Zunge beißen.
Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch: Unzulässige Fragen Bei der Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch sollten Sie unzulässige Fragen aussortieren. (© 2016 Imilian/Shutterstock)

Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch

"Wie sieht es eigentlich mit Ihrer Familienplanung aus, Frau XY?" Darauf gibt es in einem Vorstellungsgespräch eigentlich nur eine Antwort: "Das geht Sie nichts an!" Die Abfuhr ist verdient, denn mit dieser Frage haben Sie ganz klar die Grenzen des Erlaubten überschritten und Ihre Bewerberin ist mit ihrer schroffen Replik völlig im Recht. Sie sollten also Ihre Neugier im Zaum halten, denn es gibt eine Reihe unzulässiger Fragen.

Auf einige dürfen Bewerber sogar mit einer Lüge reagieren. Das sind insbesondere Erkundigungen zur Person und Familie des potenziellen Mitarbeiters. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bildet dafür die Grundlage und soll Diskriminierungen verhindern. Bei der Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch müssen Sie also unter Umständen einige Fragen aus Ihrer Checkliste streichen.

Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch sind:

  • Fragen zur Familienplanung oder einer Schwangerschaft
  • Fragen zur sexuellen Neigung
  • Fragen zur Religionszugehörigkeit
  • Fragen zur Parteizugehörigkeit
  • Fragen zur Gewerkschaftszugehörigkeit
  • Fragen zu Vermögensverhältnissen
  • Fragen zu Vorstrafen

Das Schlupfloch: Wenn es mit Ihrer Tätigkeit zu tun hat …

Obige Fragen sind grundsätzlich tabu und bei der Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch zu ignorieren. Es gibt allerdings Ausnahmen von dieser Regel. Nämlich dann, wenn die Antworten relevant für die zukünftige Tätigkeit sind. Beispiel: Ist der Beruf für eine werdende Mutter nur bedingt geeignet, dann dürfen Sie als zukünftiger Chef im Bewerbungsgespräch nach einer Schwangerschaft fragen. Ihr Gegenüber muss dann wahrheitsgemäß antworten.

Auch in puncto Vorstrafen dürfen Sie je nach Fall etwas neugieriger sein. Ob ein Bewerber schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, ist beispielsweise für einen juristischen Beruf oder eine Stelle bei der Polizei von Belang.

Die Vermögensverhältnisse eines Bewerbers sind unter Umständen ebenfalls auf Ihre Nachfrage hin offenzulegen. Nämlich dann, wenn er sich bei Ihnen etwa als Bankangestellter oder Kassierer bewirbt.

Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch: Achtung bei Auskunftsfragen

Oftmals genügt das Arbeitszeugnis als solide Quelle von Informationen über den potenziellen Kandidaten. Wie bewertet der vorige Arbeitgeber die Leistungen seines Ex-Mitarbeiters und dessen Umgang mit Kollegen und Kunden? All das sollte aus einem qualifizierten Arbeitszeugnis hervorgehen.

Anders liegt der Fall bei einem einfachen Arbeitszeugnis: Darin stehen nur sachliche Informationen, wie die Art und Dauer der Beschäftigung. Das ist manchem Arbeitgeber aber zu wenig, insbesondere dann, wenn er einen Mitarbeiter für eine verantwortungsvolle Position sucht. Und was tut er dann? Er greift zum Telefon und fragt den vorherigen Chef nach dem potenziellen Kandidaten aus.

Das bietet sich zwar an, ist aber nicht erlaubt. Sobald Sie nämlich Informationen über den Inhalt des Arbeitszeugnisses hinaus einholen, verstoßen Sie damit gegen den Grundsatz der "Unmittelbarkeit" der Datenerhebung. So heißt es auf "meistertipp.de". Das bedeutet in diesem Fall, dass Auskünfte ausschließlich direkt beim Arbeitnehmer einzuholen sind. Sollte Ihnen lediglich dessen einfaches Arbeitszeugnis vorliegen, dann dürfen Sie sich nicht weiter bei Dritten über ihn erkundigen.

So würden Sie auch das Wahlrecht des Arbeitnehmers bezüglich des Umfangs seines Zeugnisses aushebeln. Merke: Der Beschäftigte entscheidet, wie detailliert er über sich Auskunft erteilt. Das müssen Sie als potenzieller neuer Chef respektieren.

Übrigens kann der vorherige Arbeitgeber in Teufels Küche kommen, wenn er zu auskunftsfreudig ist. Gemäß § 5 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) muss er auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses über Ex-Mitarbeiter Stillschweigen bewahren. Folglich darf er weitergehende Fragen nur mit Erlaubnis des ehemaligen Beschäftigten beantworten.

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Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch: Unzulässige Fragen Bei der Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch sollten Sie unzulässige Fragen aussortieren. (© 2016 Imilian/Shutterstock)

Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch

"Wie sieht es eigentlich mit Ihrer Familienplanung aus, Frau XY?" Darauf gibt es in einem Vorstellungsgespräch eigentlich nur eine Antwort: "Das geht Sie nichts an!" Die Abfuhr ist verdient, denn mit dieser Frage haben Sie ganz klar die Grenzen des Erlaubten überschritten und Ihre Bewerberin ist mit ihrer schroffen Replik völlig im Recht. Sie sollten also Ihre Neugier im Zaum halten, denn es gibt eine Reihe unzulässiger Fragen.

Auf einige dürfen Bewerber sogar mit einer Lüge reagieren. Das sind insbesondere Erkundigungen zur Person und Familie des potenziellen Mitarbeiters. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bildet dafür die Grundlage und soll Diskriminierungen verhindern. Bei der Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch müssen Sie also unter Umständen einige Fragen aus Ihrer Checkliste streichen.

Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch sind:

  • Fragen zur Familienplanung oder einer Schwangerschaft
  • Fragen zur sexuellen Neigung
  • Fragen zur Religionszugehörigkeit
  • Fragen zur Parteizugehörigkeit
  • Fragen zur Gewerkschaftszugehörigkeit
  • Fragen zu Vermögensverhältnissen
  • Fragen zu Vorstrafen

Das Schlupfloch: Wenn es mit Ihrer Tätigkeit zu tun hat …

Obige Fragen sind grundsätzlich tabu und bei der Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch zu ignorieren. Es gibt allerdings Ausnahmen von dieser Regel. Nämlich dann, wenn die Antworten relevant für die zukünftige Tätigkeit sind. Beispiel: Ist der Beruf für eine werdende Mutter nur bedingt geeignet, dann dürfen Sie als zukünftiger Chef im Bewerbungsgespräch nach einer Schwangerschaft fragen. Ihr Gegenüber muss dann wahrheitsgemäß antworten.

Auch in puncto Vorstrafen dürfen Sie je nach Fall etwas neugieriger sein. Ob ein Bewerber schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, ist beispielsweise für einen juristischen Beruf oder eine Stelle bei der Polizei von Belang.

Die Vermögensverhältnisse eines Bewerbers sind unter Umständen ebenfalls auf Ihre Nachfrage hin offenzulegen. Nämlich dann, wenn er sich bei Ihnen etwa als Bankangestellter oder Kassierer bewirbt.

Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch: Achtung bei Auskunftsfragen

Oftmals genügt das Arbeitszeugnis als solide Quelle von Informationen über den potenziellen Kandidaten. Wie bewertet der vorige Arbeitgeber die Leistungen seines Ex-Mitarbeiters und dessen Umgang mit Kollegen und Kunden? All das sollte aus einem qualifizierten Arbeitszeugnis hervorgehen.

Anders liegt der Fall bei einem einfachen Arbeitszeugnis: Darin stehen nur sachliche Informationen, wie die Art und Dauer der Beschäftigung. Das ist manchem Arbeitgeber aber zu wenig, insbesondere dann, wenn er einen Mitarbeiter für eine verantwortungsvolle Position sucht. Und was tut er dann? Er greift zum Telefon und fragt den vorherigen Chef nach dem potenziellen Kandidaten aus.

Das bietet sich zwar an, ist aber nicht erlaubt. Sobald Sie nämlich Informationen über den Inhalt des Arbeitszeugnisses hinaus einholen, verstoßen Sie damit gegen den Grundsatz der "Unmittelbarkeit" der Datenerhebung. So heißt es auf "meistertipp.de". Das bedeutet in diesem Fall, dass Auskünfte ausschließlich direkt beim Arbeitnehmer einzuholen sind. Sollte Ihnen lediglich dessen einfaches Arbeitszeugnis vorliegen, dann dürfen Sie sich nicht weiter bei Dritten über ihn erkundigen.

So würden Sie auch das Wahlrecht des Arbeitnehmers bezüglich des Umfangs seines Zeugnisses aushebeln. Merke: Der Beschäftigte entscheidet, wie detailliert er über sich Auskunft erteilt. Das müssen Sie als potenzieller neuer Chef respektieren.

Übrigens kann der vorherige Arbeitgeber in Teufels Küche kommen, wenn er zu auskunftsfreudig ist. Gemäß § 5 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) muss er auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses über Ex-Mitarbeiter Stillschweigen bewahren. Folglich darf er weitergehende Fragen nur mit Erlaubnis des ehemaligen Beschäftigten beantworten.

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