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Zeitlohn: 5 Fakten für Arbeitgeber

Vergütung leicht gemacht: Der Zeitlohn ist die unkomplizierteste Art, eine Arbeitsleistung zu vergelten. Deshalb kommt er in vielen Branchen zum Zug. Allerdings hat er auch seine Tücken, denn er wirkt nicht auf jeden Beschäftigten motivierend.
Zeitlohn: 5 Fakten für Arbeitgeber Der Zeitlohn ist die häufigste Art, Arbeit zu vergüten. (© 2016 nito/Shutterstock)

Zeitlohn: Was ist das?

Die Definition: Beim Zeitlohn bemisst sich der Verdienst eines Beschäftigten auf der Basis von – je nach Tätigkeit – abgeleisteten Stunden, Tagen, Wochen oder Jahren zu jeweils einem festen Satz. Die geläufigste Variante ist die stundenweise Vergütung, bekannt als Stundenlohn.

Erfassung und Abrechnung

Die Berechnung des Entgelts dürfte Ihnen nicht schwer fallen. Grundlage dafür ist die Menge der absolvierten Zeiteinheiten. Üblicherweise sind das Stunden. Diese halten Sie beispielsweise analog per Stundenzettel und mechanischer Stechuhr oder digital mit einem elektronischen Zeiterfassungssystem fest. Die so registrierte Anzahl multiplizieren Sie mit dem Entgeltsatz. Beispiel: Eine Stunde Arbeit vergüten Sie mit 20 Euro. Hat jemand in Ihren Diensten pro Monat 160 Stunden geleistet, bekommt er dafür von Ihnen 3200 Euro.

Und das regelmäßig. Vorteil: Sie müssen den Lohn oder das Gehalt nicht immer wieder neu berechnen. Auch Ihre Mitarbeiter wissen immer, was Sie finanziell von Ihnen zu erwarten haben.

Unter welchen Umständen ist der Zeitlohn angebracht?

Als Stundenlohn ist er in der Produktion für Arbeiter üblich, als Monatsgehalt zum Beispiel für Angestellte in der Verwaltung. Allgemein gesagt ist er sinnvoll, wenn ...

  • ... die vereinbarte Leistung schwer messbar ist.
  • ... es eher um hohe Qualität als um Quantität geht oder eine Akkordlösung nicht möglich ist.
  • ... eine Bereitschaftsleistung zu erbringen ist. Das heißt, ein Mitarbeiter muss anwesend sein,  aber nur unter bestimmten Bedingungen (zum Beispiel in Notfällen) eingreifen.
  • ... der Arbeitnehmer die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen seiner Tätigkeit nicht direkt beeinflusst.
  • ... die Arbeit mit technischen oder gesundheitlichen Risiken verbunden ist.

Zeitlohn und Leistung

Auf den ersten Blick scheint es beim Zeitlohn egal zu sein, was oder wieviel ein Mitarbeiter beispielsweise pro Stunde leistet. Schließlich bekommt er immer den gleichen Lohn für diesen Zeitraum. Eine ideale Lösung also für Drückeberger und Faulpelze? Keineswegs, denn Sie als Arbeitgeber dürfen eine gewisse, zumindest durchschnittliche Leistung Ihres Untergebenen erwarten. Erbringt er diese nicht, so können Sie ihn im schlimmsten Fall entlassen. Der Zeitlohn ist deshalb zumindest mittelbar auch ein Leistungslohn.

Allerdings ist zu bedenken, das auch ein normales Arbeitspensum durchaus schwanken kann. Das heißt, mal schafft ein Mitarbeiter mehr, mal weniger. Das müssen Sie ebenso einkalkulieren wie hinnehmen.

Zeitlohn und Motivation

Wie gesagt, bekommt ein Mitarbeiter beim Zeitlohn immer den gleichen, vereinbarten Betrag ausbezahlt. Das mag sich zuweilen negativ auf die Leistung auswirken, denn der Beschäftigte hat keinen Anreiz, sein Engagement zu verstärken.

Das lässt sich ändern. Und zwar grundsätzlich durch eine gute, aufmunternde Führung. Aber auch Zuschläge für besondere Leistungen oder erschwerte Arbeitsbedingungen kurbeln die Motivation an. Ebenfalls anstachelnde Wirkung haben geldwerte Vorteile, wie Sachleistungen, die Sie gewähren. In unserem Ratgeber finden Sie 4 Tipps zum Gehalts-Extra.

Zeitlohn: Vorteile und Nachteile

Fassen wir die wichtigsten Aspekte des Zeitlohns zusammen.

Vorteile

  • Geringer Verwaltungsaufwand,
  • verlässliche Kalkulation der Personalkosten auf längere Sicht
  • festes Einkommen für die Beschäftigten, dadurch
  • geringerer Leistungsdruck und Stress und somit indirekt auch
  • weniger Arbeitsausfallzeiten. Und das kann
  • auf Dauer zu besserer Arbeitsqualität führen.

Nachteile

  • Kaum Anreize für Leistungssteigerung, denn
  • zusätzliche Produktivität wird nicht belohnt. Daraus folgt eine
  • geringe Motivation der Mitarbeiter. Das macht unter Umständen
  • zusätzliche Boni notwendig.

Weiterführende Links:

  • Sie haben den einen oder anderen Low Performer in Ihren Reihen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie 5 Schritten Mitarbeiter pushen.
  • Mehr Spaß am Job ist kein reiner Selbstzweck. Denn wenn Sie damit Ihre Mitarbeiter motivieren, steigt auch deren Leistungsbereitschaft.

 

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Zeitlohn: 5 Fakten für Arbeitgeber

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Zeitlohn: 5 Fakten für Arbeitgeber Der Zeitlohn ist die häufigste Art, Arbeit zu vergüten. (© 2016 nito/Shutterstock)

Zeitlohn: Was ist das?

Die Definition: Beim Zeitlohn bemisst sich der Verdienst eines Beschäftigten auf der Basis von – je nach Tätigkeit – abgeleisteten Stunden, Tagen, Wochen oder Jahren zu jeweils einem festen Satz. Die geläufigste Variante ist die stundenweise Vergütung, bekannt als Stundenlohn.

Erfassung und Abrechnung

Die Berechnung des Entgelts dürfte Ihnen nicht schwer fallen. Grundlage dafür ist die Menge der absolvierten Zeiteinheiten. Üblicherweise sind das Stunden. Diese halten Sie beispielsweise analog per Stundenzettel und mechanischer Stechuhr oder digital mit einem elektronischen Zeiterfassungssystem fest. Die so registrierte Anzahl multiplizieren Sie mit dem Entgeltsatz. Beispiel: Eine Stunde Arbeit vergüten Sie mit 20 Euro. Hat jemand in Ihren Diensten pro Monat 160 Stunden geleistet, bekommt er dafür von Ihnen 3200 Euro.

Und das regelmäßig. Vorteil: Sie müssen den Lohn oder das Gehalt nicht immer wieder neu berechnen. Auch Ihre Mitarbeiter wissen immer, was Sie finanziell von Ihnen zu erwarten haben.

Unter welchen Umständen ist der Zeitlohn angebracht?

Als Stundenlohn ist er in der Produktion für Arbeiter üblich, als Monatsgehalt zum Beispiel für Angestellte in der Verwaltung. Allgemein gesagt ist er sinnvoll, wenn ...

  • ... die vereinbarte Leistung schwer messbar ist.
  • ... es eher um hohe Qualität als um Quantität geht oder eine Akkordlösung nicht möglich ist.
  • ... eine Bereitschaftsleistung zu erbringen ist. Das heißt, ein Mitarbeiter muss anwesend sein,  aber nur unter bestimmten Bedingungen (zum Beispiel in Notfällen) eingreifen.
  • ... der Arbeitnehmer die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen seiner Tätigkeit nicht direkt beeinflusst.
  • ... die Arbeit mit technischen oder gesundheitlichen Risiken verbunden ist.

Zeitlohn und Leistung

Auf den ersten Blick scheint es beim Zeitlohn egal zu sein, was oder wieviel ein Mitarbeiter beispielsweise pro Stunde leistet. Schließlich bekommt er immer den gleichen Lohn für diesen Zeitraum. Eine ideale Lösung also für Drückeberger und Faulpelze? Keineswegs, denn Sie als Arbeitgeber dürfen eine gewisse, zumindest durchschnittliche Leistung Ihres Untergebenen erwarten. Erbringt er diese nicht, so können Sie ihn im schlimmsten Fall entlassen. Der Zeitlohn ist deshalb zumindest mittelbar auch ein Leistungslohn.

Allerdings ist zu bedenken, das auch ein normales Arbeitspensum durchaus schwanken kann. Das heißt, mal schafft ein Mitarbeiter mehr, mal weniger. Das müssen Sie ebenso einkalkulieren wie hinnehmen.

Zeitlohn und Motivation

Wie gesagt, bekommt ein Mitarbeiter beim Zeitlohn immer den gleichen, vereinbarten Betrag ausbezahlt. Das mag sich zuweilen negativ auf die Leistung auswirken, denn der Beschäftigte hat keinen Anreiz, sein Engagement zu verstärken.

Das lässt sich ändern. Und zwar grundsätzlich durch eine gute, aufmunternde Führung. Aber auch Zuschläge für besondere Leistungen oder erschwerte Arbeitsbedingungen kurbeln die Motivation an. Ebenfalls anstachelnde Wirkung haben geldwerte Vorteile, wie Sachleistungen, die Sie gewähren. In unserem Ratgeber finden Sie 4 Tipps zum Gehalts-Extra.

Zeitlohn: Vorteile und Nachteile

Fassen wir die wichtigsten Aspekte des Zeitlohns zusammen.

Vorteile

  • Geringer Verwaltungsaufwand,
  • verlässliche Kalkulation der Personalkosten auf längere Sicht
  • festes Einkommen für die Beschäftigten, dadurch
  • geringerer Leistungsdruck und Stress und somit indirekt auch
  • weniger Arbeitsausfallzeiten. Und das kann
  • auf Dauer zu besserer Arbeitsqualität führen.

Nachteile

  • Kaum Anreize für Leistungssteigerung, denn
  • zusätzliche Produktivität wird nicht belohnt. Daraus folgt eine
  • geringe Motivation der Mitarbeiter. Das macht unter Umständen
  • zusätzliche Boni notwendig.

Weiterführende Links:

  • Sie haben den einen oder anderen Low Performer in Ihren Reihen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie 5 Schritten Mitarbeiter pushen.
  • Mehr Spaß am Job ist kein reiner Selbstzweck. Denn wenn Sie damit Ihre Mitarbeiter motivieren, steigt auch deren Leistungsbereitschaft.

 

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