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Franchising: Vorteile und Nachteile des Geschäftskonzepts

Auf bewährte Business-Modelle setzen: Darum geht es beim Franchising. Diese Strategie ebnet Franchisenehmern nicht nur den Weg in die Selbstständigkeit, sondern verspricht auch lukrative Wachstumsraten. Aber Vorsicht: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das Geschäftskonzept hat auch Nachteile ...
Franchising: Vorteile und Nachteile des Geschäftskonzepts Paradebeispiel für Franchising: Imbissketten wie Subway. (© 2015 Settawat Udom/Shutterstock)

Franchising: Darum geht es

Es muss ja nicht immer eine eigene Idee sein! Beim Franchising erlaubt Ihnen der Franchisegeber gegen eine Gebühr, sein bestehendes Geschäftsmodell umzusetzen und seine Waren und Dienstleistungen zu vertreiben. Bekannte Beispiele für dieses Konzept sind McDonalds, BackWerk oder Subway.

Lohnt sich das auch für den Mittelstand? Laut Franchisemonitor ja! Demnach besteht in Deutschland für diese Vertriebsstrategie großes Wachstumspotenzial:

  • Im Durchschnitt wuchs ein Franchise-System 2014 um fast fünf Filialen.
  • Der durchschnittliche Umsatz pro Franchise-Partner mit einem oder mehreren Betrieben betrug 2014 fast 1,4 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 2,7 Prozent.
  • Franchise-Partner beschäftigten 2014 in Deutschland über 702.000 Angestellte in ihren Betrieben. Tendenz steigend.

38,7 Prozent der Franchiseunternehmen sind im Dienstleistungssektor tätig, gefolgt vom Handel (31,2 Prozent) sowie der Gastronomie- und Touristik-Branche (19,6 Prozent). Lediglich jeder zehnte Franchisenehmer arbeitet im Handwerks- oder Baugewerbe.

So weit die Zahlen. Doch wer als Franchisenehmer den Weg in die Selbstständigkeit wagt, sollte einige Punkte beachten. Denn beim Franchising überwiegen nicht automatisch die Vorteile; je nach Geschäftsmodell machen die Nachteile (weiter unten) dem Unternehmer einen Strich durch die Rechnung ...

Vorteile: Franchisenehmer profitieren von der Erfahrung anderer

Eine Frage treibt Unternehmer besonders um: Schlägt meine Geschäftsidee auf dem Markt ein oder erweist sie sich Reinfall? Beim Franchising wissen Sie: Unternehmer sind schon vor Ihnen denselben Weg gegangen und es hat funktioniert. Das gibt Ihnen Sicherheit bei der Planung. Denn der Franchisegeber hat auch belastbare Zahlen zur Gewinnspanne und Umsatzerwartungen vorliegen. Falls Sie bei der Bank für Einstiegsgebühren und Investitionen einen Kredit benötigen, können diese Erfahrungswerte Ihre Verhandlungsposition stärken.

Vorteil Nummer 2: Die Marke des Franchisegebers ist bei Kunden und Partnern schon bekannt. Das heißt, Sie müssen mit Werbemaßnahmen nicht bei Null anfangen. Logo entwerfen, Marke beim DPMA eintragen, Geschäftskonzepte schmieden – all diese Arbeit entfällt. Gleichzeitig profitiert Ihre Filiale von überregionalen Marketingaktivitäten des Mutterunternehmens.

Ebenfalls vorteilhaft: Franchisegeber organisieren in der Regel Schulungen für alle Mitarbeiter. So profitiert auch Ihre Filiale vom Know-how-Transfer. Gerade im digitalen Zeitalter ist die Weiterbildung im IT-Bereich wichtig. Viele Chefs scheuen allerdings, die Kosten für Seminare und Kurse zu übernehmen, wie diese Bitkom-Studie zeigt. Um so besser, wenn der Franchisegeber einspringt und das Geld für Fortbildungen übernimmt.

Nachteile: Mitgehangen, mitgefangen

Wenn Sie einen Franchisevertrag unterzeichnen, dann verpflichten Sie sich dazu, die Geschäftspolitik des Franchisegebers einzuhalten. Eben mal die gesamte Verkaufsstrategie über den Haufen schmeißen? Bestehende Marketingkonzepte einfach einstampfen? Das ist für Sie als Franchisenehmer nicht drin. Als Gründer sind Sie Ihr eigener Chef und treffen alle Entscheidungen eigenständig – diese Unabhängigkeit haben Sie im Franchisesystem nicht.

Ein weiterer Nachteil: Ist ihr Mutterkonzern in einem Skandal verwickelt, dann wirken sich die Imageschäden wahrscheinlich auch auf Ihre Filiale aus. Mitgehangen, mitgefangen – denn Sie verwenden ja dasselbe Firmenlogo wie der Franchisegeber. Ein Beispiel: Als beim Fast-Food-Konzern Burger King schlechte Arbeitsbedingungen sowie Hygienemängel bekannt wurden, mussten über 80 Filialen schließen. Auch andere Niederlassungen spürten die Folgen des Skandals und verzeichneten herbe Umsatzeinbußen.

Der Teufel steckt häufig im Detail: Viele Franchiseverträge binden Sie für einen langen Zeitraum an das Mutterunternehmen. Auch wenn die Umsatzzahlen hinter den Erwartungen bleiben, können Sie nicht einfach aussteigen. Und: In manchen Fällen zwingen Verträge den Franchisenehmer  dazu, große Warenmengen zu bestellen. Läuft das Geschäft dann nicht rund, so bleiben Sie auf der Ware sitzen. Insolvenzrisiko! Umso wichtiger ist es, einen ausgeklügelten Business-Plan zu erstellen, der die Kosten und Einnahmen möglichst exakt prognostiziert.

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Franchising: Vorteile und Nachteile des Geschäftskonzepts Paradebeispiel für Franchising: Imbissketten wie Subway. (© 2015 Settawat Udom/Shutterstock)

Franchising: Darum geht es

Es muss ja nicht immer eine eigene Idee sein! Beim Franchising erlaubt Ihnen der Franchisegeber gegen eine Gebühr, sein bestehendes Geschäftsmodell umzusetzen und seine Waren und Dienstleistungen zu vertreiben. Bekannte Beispiele für dieses Konzept sind McDonalds, BackWerk oder Subway.

Lohnt sich das auch für den Mittelstand? Laut Franchisemonitor ja! Demnach besteht in Deutschland für diese Vertriebsstrategie großes Wachstumspotenzial:

  • Im Durchschnitt wuchs ein Franchise-System 2014 um fast fünf Filialen.
  • Der durchschnittliche Umsatz pro Franchise-Partner mit einem oder mehreren Betrieben betrug 2014 fast 1,4 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 2,7 Prozent.
  • Franchise-Partner beschäftigten 2014 in Deutschland über 702.000 Angestellte in ihren Betrieben. Tendenz steigend.

38,7 Prozent der Franchiseunternehmen sind im Dienstleistungssektor tätig, gefolgt vom Handel (31,2 Prozent) sowie der Gastronomie- und Touristik-Branche (19,6 Prozent). Lediglich jeder zehnte Franchisenehmer arbeitet im Handwerks- oder Baugewerbe.

So weit die Zahlen. Doch wer als Franchisenehmer den Weg in die Selbstständigkeit wagt, sollte einige Punkte beachten. Denn beim Franchising überwiegen nicht automatisch die Vorteile; je nach Geschäftsmodell machen die Nachteile (weiter unten) dem Unternehmer einen Strich durch die Rechnung ...

Vorteile: Franchisenehmer profitieren von der Erfahrung anderer

Eine Frage treibt Unternehmer besonders um: Schlägt meine Geschäftsidee auf dem Markt ein oder erweist sie sich Reinfall? Beim Franchising wissen Sie: Unternehmer sind schon vor Ihnen denselben Weg gegangen und es hat funktioniert. Das gibt Ihnen Sicherheit bei der Planung. Denn der Franchisegeber hat auch belastbare Zahlen zur Gewinnspanne und Umsatzerwartungen vorliegen. Falls Sie bei der Bank für Einstiegsgebühren und Investitionen einen Kredit benötigen, können diese Erfahrungswerte Ihre Verhandlungsposition stärken.

Vorteil Nummer 2: Die Marke des Franchisegebers ist bei Kunden und Partnern schon bekannt. Das heißt, Sie müssen mit Werbemaßnahmen nicht bei Null anfangen. Logo entwerfen, Marke beim DPMA eintragen, Geschäftskonzepte schmieden – all diese Arbeit entfällt. Gleichzeitig profitiert Ihre Filiale von überregionalen Marketingaktivitäten des Mutterunternehmens.

Ebenfalls vorteilhaft: Franchisegeber organisieren in der Regel Schulungen für alle Mitarbeiter. So profitiert auch Ihre Filiale vom Know-how-Transfer. Gerade im digitalen Zeitalter ist die Weiterbildung im IT-Bereich wichtig. Viele Chefs scheuen allerdings, die Kosten für Seminare und Kurse zu übernehmen, wie diese Bitkom-Studie zeigt. Um so besser, wenn der Franchisegeber einspringt und das Geld für Fortbildungen übernimmt.

Nachteile: Mitgehangen, mitgefangen

Wenn Sie einen Franchisevertrag unterzeichnen, dann verpflichten Sie sich dazu, die Geschäftspolitik des Franchisegebers einzuhalten. Eben mal die gesamte Verkaufsstrategie über den Haufen schmeißen? Bestehende Marketingkonzepte einfach einstampfen? Das ist für Sie als Franchisenehmer nicht drin. Als Gründer sind Sie Ihr eigener Chef und treffen alle Entscheidungen eigenständig – diese Unabhängigkeit haben Sie im Franchisesystem nicht.

Ein weiterer Nachteil: Ist ihr Mutterkonzern in einem Skandal verwickelt, dann wirken sich die Imageschäden wahrscheinlich auch auf Ihre Filiale aus. Mitgehangen, mitgefangen – denn Sie verwenden ja dasselbe Firmenlogo wie der Franchisegeber. Ein Beispiel: Als beim Fast-Food-Konzern Burger King schlechte Arbeitsbedingungen sowie Hygienemängel bekannt wurden, mussten über 80 Filialen schließen. Auch andere Niederlassungen spürten die Folgen des Skandals und verzeichneten herbe Umsatzeinbußen.

Der Teufel steckt häufig im Detail: Viele Franchiseverträge binden Sie für einen langen Zeitraum an das Mutterunternehmen. Auch wenn die Umsatzzahlen hinter den Erwartungen bleiben, können Sie nicht einfach aussteigen. Und: In manchen Fällen zwingen Verträge den Franchisenehmer  dazu, große Warenmengen zu bestellen. Läuft das Geschäft dann nicht rund, so bleiben Sie auf der Ware sitzen. Insolvenzrisiko! Umso wichtiger ist es, einen ausgeklügelten Business-Plan zu erstellen, der die Kosten und Einnahmen möglichst exakt prognostiziert.

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