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Lean-Startup-Methode: Wege zur schlanken Geschäftsidee

Risikominimierung: Mithilfe der Lean-Startup-Methode sollen Unternehmen mit neuen Ideen seltener scheitern. Dazu werden bei der Entwicklung des Geschäfts viele klassische Dinge über Bord geworfen – der gesamte Prozess wird schlanker. Im Silicon Valley funktioniert das bereits bestens.
Lean Startup Methode: Wege zur schlanken Geschäftsidee Von der Idee zum Produkt: Bei der Lean-Startup-Methode werden Erfolge und Misserfolge ständig überprüft. (© 2016 SFIO CRACHO/Shutterstock)

Lean-Startup-Methode: Die Grundzüge

Wie so oft ist auch bei der Lean-Startup-Methode das kalifornische Silicon Valley ganz vorne mit dabei. Erfunden, oder vielmehr entwickelt, wurde sie von Eric Ries, der sich dort als Unternehmer einen Namen gemacht hat und sich gut in der Welt von Neugründungen auskennt.

Eine zentrale Idee der Lean-Startup-Methode: Mit ein paar einfachen Schritten und wenig Geld lässt sich eine Firma gründen oder ein Produkt auf den Markt bringen.

Dabei hat der pragmatische Ansatz Vorteile:

  • Die Risiken sollen so gering wie möglich sein – das soll zum Beispiel über den Build-Measure-Learn-Zyklus (BML) funktionieren, den wir weiter unten beschreiben.
  • Macher, die ein Unternehmen nach der Lean-Startup-Methode aufbauen, können schneller Entscheidungen treffen. Die gesamte Struktur der Firma ist agil, dadurch kann auf Veränderungen kurzerhand reagiert werden.
  • Weil alles herausfällt, was nicht gebraucht wird, sinken die Kosten. Bei der Lean-Startup-Methode sollte beispielsweise auf unnötige Meetings verzichtet werden – warum solche Zusammenkünfte kontraproduktiv sind, erläutern wir in unserem Ratgeber Meeting-Wahn: Wie Führungskräfte ihre Zeit vergeuden.

Es geht also darum, angestaubte Lehrmeinungen über Existenzgründung aufzupolieren und sie effektiver zu machen. Dabei sind die Ideen nicht nur etwas für Startups, auch Großkonzerne profitieren von einigen der Abläufe.

Versuch und Irrtum: Der kontinuierliche Verbesserungszyklus

Die Lean-Startup-Methode lebt vor allem durch ständiges Experimentieren. Erfinder Eric Ries nennt das auch den Build-Measure-Learn-Zyklus (BML). Was heißt das genau? Es soll so schnell wie möglich ein Produkt produziert werden, das heißt, eine Prototypversion oder eine einfache Landingpage. Macher müssen sich an dieser Stelle allerdings von ihrem Perfektionismus verabschieden, denn auch halb fertige Artikel werden schon herausgebracht.

Damit wäre das Thema Build abgehakt. Nun folgt das Measure, also messen. Denn direkt nach der Herstellung des Prototyps müssen die potenzielle Zielgruppe und Experten das Produkt benutzen, begutachten und kritisieren. Darüber werden so viele Daten gesammelt wie nur möglich. Oder anders ausgedrückt, Feedback ist von Anfang an äußerst wichtig.

Denn diese Informationen sind schließlich für den dritten Punkt in dem Kreislauf wichtig – Learn, also lernen. Die Wünsche der Kunden führen sofort zu einer Veränderung des Produktes. Sind alle wichtigen Daten gesammelt, geht der BML-Kreislauf nämlich sofort wieder von vorne los. Auf das L folgt also immer sogleich ein neues B.

Damit die Methode funktioniert, muss der BML-Zyklus aber umgehend auf die Beine gestellt werden. Denn das Zielgruppenfeedback und die Veränderung des Produktes müssen dann erfolgen, wenn noch ausreichend Startkapital zur Verfügung steht.

Problemlösungen: Auf die Zielgruppe eingehen

Warum die Lean-Startup-Methode funktionieren kann, zeigt ein Blick auf die Gründung eines eher klassischen Startups. Zunächst sammeln die Macher Investorengelder und stellen einen Fünfjahresplan auf. Nun wird an dem Produkt so lange gearbeitet, bis es fertig ist und auf den Markt kommen kann. Sie sehen schon die Schwierigkeit: Bis zum Launch hat die Zielgruppe den Artikel vermutlich nie in den Händen gehalten. Und niemand hatte die Möglichkeit, das Fabrikat entsprechend anzupassen.

Bei der Lean-Startup-Methode geht es darum, die Probleme der Zielgruppe zu lösen und nicht die Besonderheiten eines Produktes in den Mittelpunkt zu stellen. Durch das ständige Feedback wird der Artikel besser, Fehler werden sehr früh ausgemerzt und dadurch steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit.

Weiterführende Links:

  • Wie kann die Lean-Startup-Methode Unternehmen helfen? Das fragt die Munich Business School.
  • "Heise" hat die wichtigsten Kennzeichen eines Lean Startups zusammengefasst.
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Lean Startup Methode: Wege zur schlanken Geschäftsidee Von der Idee zum Produkt: Bei der Lean-Startup-Methode werden Erfolge und Misserfolge ständig überprüft. (© 2016 SFIO CRACHO/Shutterstock)

Lean-Startup-Methode: Die Grundzüge

Wie so oft ist auch bei der Lean-Startup-Methode das kalifornische Silicon Valley ganz vorne mit dabei. Erfunden, oder vielmehr entwickelt, wurde sie von Eric Ries, der sich dort als Unternehmer einen Namen gemacht hat und sich gut in der Welt von Neugründungen auskennt.

Eine zentrale Idee der Lean-Startup-Methode: Mit ein paar einfachen Schritten und wenig Geld lässt sich eine Firma gründen oder ein Produkt auf den Markt bringen.

Dabei hat der pragmatische Ansatz Vorteile:

  • Die Risiken sollen so gering wie möglich sein – das soll zum Beispiel über den Build-Measure-Learn-Zyklus (BML) funktionieren, den wir weiter unten beschreiben.
  • Macher, die ein Unternehmen nach der Lean-Startup-Methode aufbauen, können schneller Entscheidungen treffen. Die gesamte Struktur der Firma ist agil, dadurch kann auf Veränderungen kurzerhand reagiert werden.
  • Weil alles herausfällt, was nicht gebraucht wird, sinken die Kosten. Bei der Lean-Startup-Methode sollte beispielsweise auf unnötige Meetings verzichtet werden – warum solche Zusammenkünfte kontraproduktiv sind, erläutern wir in unserem Ratgeber Meeting-Wahn: Wie Führungskräfte ihre Zeit vergeuden.

Es geht also darum, angestaubte Lehrmeinungen über Existenzgründung aufzupolieren und sie effektiver zu machen. Dabei sind die Ideen nicht nur etwas für Startups, auch Großkonzerne profitieren von einigen der Abläufe.

Versuch und Irrtum: Der kontinuierliche Verbesserungszyklus

Die Lean-Startup-Methode lebt vor allem durch ständiges Experimentieren. Erfinder Eric Ries nennt das auch den Build-Measure-Learn-Zyklus (BML). Was heißt das genau? Es soll so schnell wie möglich ein Produkt produziert werden, das heißt, eine Prototypversion oder eine einfache Landingpage. Macher müssen sich an dieser Stelle allerdings von ihrem Perfektionismus verabschieden, denn auch halb fertige Artikel werden schon herausgebracht.

Damit wäre das Thema Build abgehakt. Nun folgt das Measure, also messen. Denn direkt nach der Herstellung des Prototyps müssen die potenzielle Zielgruppe und Experten das Produkt benutzen, begutachten und kritisieren. Darüber werden so viele Daten gesammelt wie nur möglich. Oder anders ausgedrückt, Feedback ist von Anfang an äußerst wichtig.

Denn diese Informationen sind schließlich für den dritten Punkt in dem Kreislauf wichtig – Learn, also lernen. Die Wünsche der Kunden führen sofort zu einer Veränderung des Produktes. Sind alle wichtigen Daten gesammelt, geht der BML-Kreislauf nämlich sofort wieder von vorne los. Auf das L folgt also immer sogleich ein neues B.

Damit die Methode funktioniert, muss der BML-Zyklus aber umgehend auf die Beine gestellt werden. Denn das Zielgruppenfeedback und die Veränderung des Produktes müssen dann erfolgen, wenn noch ausreichend Startkapital zur Verfügung steht.

Problemlösungen: Auf die Zielgruppe eingehen

Warum die Lean-Startup-Methode funktionieren kann, zeigt ein Blick auf die Gründung eines eher klassischen Startups. Zunächst sammeln die Macher Investorengelder und stellen einen Fünfjahresplan auf. Nun wird an dem Produkt so lange gearbeitet, bis es fertig ist und auf den Markt kommen kann. Sie sehen schon die Schwierigkeit: Bis zum Launch hat die Zielgruppe den Artikel vermutlich nie in den Händen gehalten. Und niemand hatte die Möglichkeit, das Fabrikat entsprechend anzupassen.

Bei der Lean-Startup-Methode geht es darum, die Probleme der Zielgruppe zu lösen und nicht die Besonderheiten eines Produktes in den Mittelpunkt zu stellen. Durch das ständige Feedback wird der Artikel besser, Fehler werden sehr früh ausgemerzt und dadurch steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit.

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  • Wie kann die Lean-Startup-Methode Unternehmen helfen? Das fragt die Munich Business School.
  • "Heise" hat die wichtigsten Kennzeichen eines Lean Startups zusammengefasst.
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