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OHG gründen: 6 Tipps zur Personengesellschaft

Die Offene Handelsgesellschaft ist kein Projekt für Einzelkämpfer. Wenn Sie eine OHG gründen, sind Sie auf einen oder mehrere Partner angewiesen. Und die sollten vertrauenswürdig sein, denn mit Ihnen teilen Sie nicht nur den Gewinn, sondern Sie haften auch zusammen – jeder mit seinem eigenen Geld. Und da ist noch mehr, worauf Sie bei dieser Form der Personengesellschaft achten sollten.
OHG gründen: 6 Tipps zur Personengesellschaft OHG gründen: Teamarbeit für Partner, die sich vertrauen. Denn jeder haftet mit seinem eigenen Vermögen. (© 2016 Africa Studio/Shutterstock)

Wer kann eine OHG gründen?

Verabredetes Ziel dieser Personengesellschaft ist ein gemeinschaftliches Handelsgewerbe. Sie brauchen also mindestens einen Mitstreiter, wenn Sie eine OHG gründen. Als Partner kommen natürliche und juristische Personen infrage, die jeweils mit ihrem gesamten Vermögen (Gesellschafts- und Privatvermögen) haften. Deshalb sollte zwischen den Beteiligten ein gutes Vertrauensverhältnis herrschen. Leistet sich nämlich nur ein Gesellschafter einen teuren, unternehmerischen Schnitzer, dann betreffen die Folgen auch den Rest der Führungsetage.

Das Startkapital einer OHG

Für die Anschubfinanzierung gibt es keine Vorgabe. Das heißt, es ist kein Mindestkapital zum Start vorgeschrieben. Gleichwohl sollte natürlich ein gewisser finanzieller Einsatz geleistet werden. Dabei sollten Sie festhalten, wer wie viel Geld in welcher Form beigesteuert hat.

Der Gesellschaftsvertrag

Apropos Startkapital. Es ist zwar grundsätzlich vorgesehen, dass jedes OHG-Mitglied einen gleich großen Anteil dazu beiträgt. Doch das lässt sich ändern. Und zwar im Gesellschaftsvertrag, dessen Form gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Sie können dafür ein Muster verwenden oder ihn individuell aufsetzen. Welche Angaben gehören hinein?

  • Art und Umfang des Startkapitals.
  • Die Namen aller Gesellschafter.
  • Die Organisation der Geschäftsführung, die in der Regel gleichberechtigt verteilt ist. Das heißt, jeder Gesellschafter ist im Sinne der Einzelgeschäftsführung allein zu Entscheidungen berechtigt und verpflichtet, die das gesamte Unternehmen betreffen. Es sei denn, Sie bevorzugen eine andere Verteilung der Verantwortung. Dies gehört dann natürlich auch in das Dokument.
  • Der Firmensitz
  • Der Firmenname, der im Handelsregister eingetragen wird und den Sie frei wählen dürfen. Achten Sie aber darauf,  dass der Titel noch nicht anderweitig vergeben ist und Ihre Firma offiziell den Rechtsformzusatz "offene Handelsgesellschaft" oder die Abkürzung "OHG" trägt.

Wie gesagt, genügt ein formloser Gesellschaftsvertrag, wenn Sie eine OHG gründen. Sicherheitshalber sollten Sie ihn trotzdem schriftlich fixieren und juristischen Rat für seine Aufsetzung einholen.

Die Gründung einer OHG

Die Formalitäten sind recht übersichtlich. Dazu benötigen Sie nur zweierlei:

  • Gesellschaftsvertrag
  • Anmeldung zur Eintragung ins Handelsregister

Letztere sollte kurz vor oder direkt nach dem Beginn der Geschäftstätigkeit erfolgen. Und zwar unter Nennung aller Gesellschafter inklusive persönlicher Angaben (Wohnsitz, Geburtsdatum). Erforderlich sind unter anderem auch die Bezeichnung der Firma, deren Sitz und eine inländische Geschäftsanschrift. Schlussendlich bedarf die Anmeldung Ihrer Personengesellschaft noch einer notariellen Beglaubigung.

Die Haftung in einer OHG

Wie schon gesagt, steht jeder Gesellschafter persönlich und gesamtschuldnerisch für seine OHG ein. Ein Gläubiger darf also gegenüber jedem Verantwortlichen der Personengesellschaft seine Forderungen geltend machen. Sogar rückwirkend. Das heißt, auch wer erst später als Gesellschafter in eine OHG einsteigt, muss für zuvor aufgelaufene Verbindlichkeiten geradestehen. Diese Verpflichtung besteht ebenso noch fünf Jahre nach seinem Austritt.

Die Besteuerung einer OHG

Sämtliche natürliche Personen, die als Gesellschafter auftreten, müssen ihre gewerblichen Einkünfte in der Einkommenssteuer angeben. Wie viel das ist, richtet sich nach der einheitlichen und gesonderten Gewinnfeststellung. Dafür wird zunächst der Gesamtgewinn der OHG erfasst (einheitlich) und dann nach dem Gewinnverteilungsschlüssel auf die einzelnen Gesellschafter umgelegt (gesondert).

Die OHG selbst ist von der Einkommenssteuer befreit, gilt als selbstständiges Gewerbesteuersubjekt sowie umsatzsteuerlich als Unternehmer. Übrigens ist sie zur Bilanzierung verpflichtet.

Vorteile und Nachteile dieser Personengesellschaft

Bevor Sie eine OHG gründen, sollten Sie alle Aspekte, die damit einhergehen, gut gegeneinander abwägen. Hier eine zusammenfassende Entscheidungshilfe.

Zunächst die Vorteile:

  • Es fällt kein Mindestkapital an.
  • Geringe Gründungskosten für Gewerbeschein und Notar.
  • Freie Namenswahl.
  • Formloser Gesellschaftsvertrag.
  • Hohe Kreditwürdigkeit durch die Haftungsregelung.

Die Nachteile:

  • Sie haften mit Ihrem gesamten persönlichen Vermögen.
  • Großer Vertrauensvorschuss für die anderen Gesellschafter notwendig.
  • Aufwendige Buchführung und Bilanz für die Personengesellschaft.

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Die Offene Handelsgesellschaft ist kein Projekt für Einzelkämpfer. Wenn Sie eine OHG gründen, sind Sie auf einen oder mehrere Partner angewiesen. Und die sollten vertrauenswürdig sein, denn mit Ihnen teilen Sie nicht nur den Gewinn, sondern Sie haften auch zusammen – jeder mit seinem eigenen Geld. Und da ist noch mehr, worauf Sie bei dieser Form der Personengesellschaft achten sollten.
OHG gründen: 6 Tipps zur Personengesellschaft OHG gründen: Teamarbeit für Partner, die sich vertrauen. Denn jeder haftet mit seinem eigenen Vermögen. (© 2016 Africa Studio/Shutterstock)

Wer kann eine OHG gründen?

Verabredetes Ziel dieser Personengesellschaft ist ein gemeinschaftliches Handelsgewerbe. Sie brauchen also mindestens einen Mitstreiter, wenn Sie eine OHG gründen. Als Partner kommen natürliche und juristische Personen infrage, die jeweils mit ihrem gesamten Vermögen (Gesellschafts- und Privatvermögen) haften. Deshalb sollte zwischen den Beteiligten ein gutes Vertrauensverhältnis herrschen. Leistet sich nämlich nur ein Gesellschafter einen teuren, unternehmerischen Schnitzer, dann betreffen die Folgen auch den Rest der Führungsetage.

Das Startkapital einer OHG

Für die Anschubfinanzierung gibt es keine Vorgabe. Das heißt, es ist kein Mindestkapital zum Start vorgeschrieben. Gleichwohl sollte natürlich ein gewisser finanzieller Einsatz geleistet werden. Dabei sollten Sie festhalten, wer wie viel Geld in welcher Form beigesteuert hat.

Der Gesellschaftsvertrag

Apropos Startkapital. Es ist zwar grundsätzlich vorgesehen, dass jedes OHG-Mitglied einen gleich großen Anteil dazu beiträgt. Doch das lässt sich ändern. Und zwar im Gesellschaftsvertrag, dessen Form gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Sie können dafür ein Muster verwenden oder ihn individuell aufsetzen. Welche Angaben gehören hinein?

  • Art und Umfang des Startkapitals.
  • Die Namen aller Gesellschafter.
  • Die Organisation der Geschäftsführung, die in der Regel gleichberechtigt verteilt ist. Das heißt, jeder Gesellschafter ist im Sinne der Einzelgeschäftsführung allein zu Entscheidungen berechtigt und verpflichtet, die das gesamte Unternehmen betreffen. Es sei denn, Sie bevorzugen eine andere Verteilung der Verantwortung. Dies gehört dann natürlich auch in das Dokument.
  • Der Firmensitz
  • Der Firmenname, der im Handelsregister eingetragen wird und den Sie frei wählen dürfen. Achten Sie aber darauf,  dass der Titel noch nicht anderweitig vergeben ist und Ihre Firma offiziell den Rechtsformzusatz "offene Handelsgesellschaft" oder die Abkürzung "OHG" trägt.

Wie gesagt, genügt ein formloser Gesellschaftsvertrag, wenn Sie eine OHG gründen. Sicherheitshalber sollten Sie ihn trotzdem schriftlich fixieren und juristischen Rat für seine Aufsetzung einholen.

Die Gründung einer OHG

Die Formalitäten sind recht übersichtlich. Dazu benötigen Sie nur zweierlei:

  • Gesellschaftsvertrag
  • Anmeldung zur Eintragung ins Handelsregister

Letztere sollte kurz vor oder direkt nach dem Beginn der Geschäftstätigkeit erfolgen. Und zwar unter Nennung aller Gesellschafter inklusive persönlicher Angaben (Wohnsitz, Geburtsdatum). Erforderlich sind unter anderem auch die Bezeichnung der Firma, deren Sitz und eine inländische Geschäftsanschrift. Schlussendlich bedarf die Anmeldung Ihrer Personengesellschaft noch einer notariellen Beglaubigung.

Die Haftung in einer OHG

Wie schon gesagt, steht jeder Gesellschafter persönlich und gesamtschuldnerisch für seine OHG ein. Ein Gläubiger darf also gegenüber jedem Verantwortlichen der Personengesellschaft seine Forderungen geltend machen. Sogar rückwirkend. Das heißt, auch wer erst später als Gesellschafter in eine OHG einsteigt, muss für zuvor aufgelaufene Verbindlichkeiten geradestehen. Diese Verpflichtung besteht ebenso noch fünf Jahre nach seinem Austritt.

Die Besteuerung einer OHG

Sämtliche natürliche Personen, die als Gesellschafter auftreten, müssen ihre gewerblichen Einkünfte in der Einkommenssteuer angeben. Wie viel das ist, richtet sich nach der einheitlichen und gesonderten Gewinnfeststellung. Dafür wird zunächst der Gesamtgewinn der OHG erfasst (einheitlich) und dann nach dem Gewinnverteilungsschlüssel auf die einzelnen Gesellschafter umgelegt (gesondert).

Die OHG selbst ist von der Einkommenssteuer befreit, gilt als selbstständiges Gewerbesteuersubjekt sowie umsatzsteuerlich als Unternehmer. Übrigens ist sie zur Bilanzierung verpflichtet.

Vorteile und Nachteile dieser Personengesellschaft

Bevor Sie eine OHG gründen, sollten Sie alle Aspekte, die damit einhergehen, gut gegeneinander abwägen. Hier eine zusammenfassende Entscheidungshilfe.

Zunächst die Vorteile:

  • Es fällt kein Mindestkapital an.
  • Geringe Gründungskosten für Gewerbeschein und Notar.
  • Freie Namenswahl.
  • Formloser Gesellschaftsvertrag.
  • Hohe Kreditwürdigkeit durch die Haftungsregelung.

Die Nachteile:

  • Sie haften mit Ihrem gesamten persönlichen Vermögen.
  • Großer Vertrauensvorschuss für die anderen Gesellschafter notwendig.
  • Aufwendige Buchführung und Bilanz für die Personengesellschaft.

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