Image for Mdm Logo

Co-Branding: Markenallianz mit Nutzwert

Symbiose in der Marketingwelt: Beim Co-Branding tun Sie sich mit anderen Unternehmen zusammen, um vom Image der Partnermarken zu profitieren. Eine Strategie, die sich auch für den Mittelstand lohnen kann.
Co-Branding: Markenallianz mit Nutzwert Hand drauf: Co-Branding stärkt die Marke von zwei oder mehreren Unternehmen. (© 2016 Rawpixel.com/Shutterstock)

Was ist Co-Branding?

Strategischer Schulterschluss: Der Begriff Co-Branding bezeichnet die Allianz zwischen zwei oder mehreren Marken. Dabei arbeiten die kooperierenden Unternehmen zum Beispiel beim Verkauf sowie der Bewerbung eines gemeinsamen Produkts zusammen. Der Effekt: Alle Parteien profitieren. Schließlich werden Kräfte gebündelt und bei der Promotion Kunden angesprochen, die man sonst nicht erreicht hätte. Weitere Formen von Co-Branding sind:

  • Ingredient Co-Branding. Unternehmen greifen bei der Herstellung ihrer Produkte auf die Stärken des anderen zurück. So verwendet der Computerhersteller Dell Prozessoren von Intel.
  • Wertschöpfungsbasiertes Co-Branding. Unternehmen kooperieren, um Kunden einen Mehrwert zu bieten. American-Express-Kunden erhalten beispielsweise eine Reihe von Vorteilen und Vergünstigungen, wenn sie mit der Fluglinie Air India reisen.
  • Innovationsbasiertes Co-Branding. Unternehmen treiben zusammen bahnbrechende Ideen voran. Zwei Vorreiter: Nike und Apple haben einen speziellen Sensor im Laufschuh integriert. Dadurch kann der Nutzer auch während des Trainings Musik hören, den Kalorienverbrauch checken oder sein Lieblings-Work-out abrufen.

Vor- oder Nachteile: Was überwiegt?

Bevor Sie sich voller Tatendrang in eine Markenallianz stürzen, sollten Sie die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen. Klar, für ein Co-Branding spricht einiges:

  • Das Image Ihrer Marke wird aufpoliert, da Ihr Unternehmen mit einer anderen renommierten Brand in Verbindung gebracht wird.
  • Finanzielle Mittel für Marketingkampagnen werden gebündelt.
  • Der Umsatz steigt, da Sie mehr Kunden erreichen und der Konsument bereits einer Marke vertraut.
  • Ein Co-Branding ist häufig der Startschuss für Kooperationen in anderen Geschäftszweigen.

Doch die Verzahnung der Marketingaktivitäten mit anderen Firmen birgt auch Risiken ...

  • Egal ob Kurseinbruch an der Börse oder ein Skandal über desaströse Arbeitsbedingungen: Wenn eine Marke negative Schlagzeilen macht, dann wirkt sich das auch auf die Partnerfirma aus. Mitgehangen, mitgefangen.
  • Jedes Unternehmen verfolgt seine eigene Philosophie. Im Laufe der Zusammenarbeit können Konflikte über die zu erreichenden Ziele entstehen. Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte: Auf die Akteure kommt jede Menge Kommunikationsarbeit zu.
  • Hat ein Konsument schlechte Erfahrungen mit einer Co-Brand gemacht, könnte er auch Ihr Unternehmen meiden.

Inspiration: Von den Besten lernen

Die Digitalisierung und das steigende Fitnessbewusstsein der Menschen sind zwei Megatrends, die die Gesellschaft langfristig umkrempeln. Das haben Adidas und Polar, ein Hersteller für Herzfrequenzmessgeräte, bereits im Jahr 2005 erkannt. Die Unternehmen entwickelten im Zuge von "Project Fusion" smarte Sportkleidung. Integrierte Sensoren messen den Puls, die Geschwindigkeit sowie die zurückgelegte Distanz des Nutzers. Von der Innovation profitierten beide. Die Lektion für den Mittelstand: Hol dir Partner ins Boot, wenn du technologische Neuerungen nicht alleine stemmen kannst.

Einen ungewöhnlichen Schulterschluss gingen einige italienische Modemarken ein. So kooperierte das Luxuslabel Armani mit Coca-Cola. Und Dolce & Gabbana kleidete Martini-Flaschen in edles Verpackungspapier. Doch warum suchen Modedesigner die Zusammenarbeit mit Getränkeherstellern? Stefania Saviolo, Professorin an der renommierten Mailänder Bocconi Universität weiß die Antwort. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt sie:

"Die Modefirmen verfolgen mit dem Co-Branding zwei Ziele: Sie können sich je nach Marke ein neues Image geben, etwa ein jüngeres oder cooleres. Und sie erreichen neue Vertriebskanäle, die ihnen als Modemarken verwehrt sind."

Armani verlieh dem Kultobjekt Cola-Flasche einen stylishen Anstrich. Im Gegenzug steigerte das italienische Modelabel seine Bekanntheit auch in Ländern, in denen es bisher noch nicht Fuß gefasst hatte. Eine Strategie, die sich für beide auszahlte. Die Lektion für den Mittelstand: Kooperieren Sie mit Marken, die Ihnen vom Image her ähneln und einen coolen Lifestyle repräsentieren. Dann kann sich die Popularität des Branding-Partners auch auf Ihre Marke übertragen.

Weiterführende Links:

Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber
alle ratgeber
Neues zu Corporate Identity
alle ratgeber Alle Beiträge

Co-Branding: Markenallianz mit Nutzwert

Symbiose in der Marketingwelt: Beim Co-Branding tun Sie sich mit anderen Unternehmen zusammen, um vom Image der Partnermarken zu profitieren. Eine Strategie, die sich auch für den Mittelstand lohnen kann.
Co-Branding: Markenallianz mit Nutzwert Hand drauf: Co-Branding stärkt die Marke von zwei oder mehreren Unternehmen. (© 2016 Rawpixel.com/Shutterstock)

Was ist Co-Branding?

Strategischer Schulterschluss: Der Begriff Co-Branding bezeichnet die Allianz zwischen zwei oder mehreren Marken. Dabei arbeiten die kooperierenden Unternehmen zum Beispiel beim Verkauf sowie der Bewerbung eines gemeinsamen Produkts zusammen. Der Effekt: Alle Parteien profitieren. Schließlich werden Kräfte gebündelt und bei der Promotion Kunden angesprochen, die man sonst nicht erreicht hätte. Weitere Formen von Co-Branding sind:

  • Ingredient Co-Branding. Unternehmen greifen bei der Herstellung ihrer Produkte auf die Stärken des anderen zurück. So verwendet der Computerhersteller Dell Prozessoren von Intel.
  • Wertschöpfungsbasiertes Co-Branding. Unternehmen kooperieren, um Kunden einen Mehrwert zu bieten. American-Express-Kunden erhalten beispielsweise eine Reihe von Vorteilen und Vergünstigungen, wenn sie mit der Fluglinie Air India reisen.
  • Innovationsbasiertes Co-Branding. Unternehmen treiben zusammen bahnbrechende Ideen voran. Zwei Vorreiter: Nike und Apple haben einen speziellen Sensor im Laufschuh integriert. Dadurch kann der Nutzer auch während des Trainings Musik hören, den Kalorienverbrauch checken oder sein Lieblings-Work-out abrufen.

Vor- oder Nachteile: Was überwiegt?

Bevor Sie sich voller Tatendrang in eine Markenallianz stürzen, sollten Sie die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen. Klar, für ein Co-Branding spricht einiges:

  • Das Image Ihrer Marke wird aufpoliert, da Ihr Unternehmen mit einer anderen renommierten Brand in Verbindung gebracht wird.
  • Finanzielle Mittel für Marketingkampagnen werden gebündelt.
  • Der Umsatz steigt, da Sie mehr Kunden erreichen und der Konsument bereits einer Marke vertraut.
  • Ein Co-Branding ist häufig der Startschuss für Kooperationen in anderen Geschäftszweigen.

Doch die Verzahnung der Marketingaktivitäten mit anderen Firmen birgt auch Risiken ...

  • Egal ob Kurseinbruch an der Börse oder ein Skandal über desaströse Arbeitsbedingungen: Wenn eine Marke negative Schlagzeilen macht, dann wirkt sich das auch auf die Partnerfirma aus. Mitgehangen, mitgefangen.
  • Jedes Unternehmen verfolgt seine eigene Philosophie. Im Laufe der Zusammenarbeit können Konflikte über die zu erreichenden Ziele entstehen. Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte: Auf die Akteure kommt jede Menge Kommunikationsarbeit zu.
  • Hat ein Konsument schlechte Erfahrungen mit einer Co-Brand gemacht, könnte er auch Ihr Unternehmen meiden.

Inspiration: Von den Besten lernen

Die Digitalisierung und das steigende Fitnessbewusstsein der Menschen sind zwei Megatrends, die die Gesellschaft langfristig umkrempeln. Das haben Adidas und Polar, ein Hersteller für Herzfrequenzmessgeräte, bereits im Jahr 2005 erkannt. Die Unternehmen entwickelten im Zuge von "Project Fusion" smarte Sportkleidung. Integrierte Sensoren messen den Puls, die Geschwindigkeit sowie die zurückgelegte Distanz des Nutzers. Von der Innovation profitierten beide. Die Lektion für den Mittelstand: Hol dir Partner ins Boot, wenn du technologische Neuerungen nicht alleine stemmen kannst.

Einen ungewöhnlichen Schulterschluss gingen einige italienische Modemarken ein. So kooperierte das Luxuslabel Armani mit Coca-Cola. Und Dolce & Gabbana kleidete Martini-Flaschen in edles Verpackungspapier. Doch warum suchen Modedesigner die Zusammenarbeit mit Getränkeherstellern? Stefania Saviolo, Professorin an der renommierten Mailänder Bocconi Universität weiß die Antwort. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt sie:

"Die Modefirmen verfolgen mit dem Co-Branding zwei Ziele: Sie können sich je nach Marke ein neues Image geben, etwa ein jüngeres oder cooleres. Und sie erreichen neue Vertriebskanäle, die ihnen als Modemarken verwehrt sind."

Armani verlieh dem Kultobjekt Cola-Flasche einen stylishen Anstrich. Im Gegenzug steigerte das italienische Modelabel seine Bekanntheit auch in Ländern, in denen es bisher noch nicht Fuß gefasst hatte. Eine Strategie, die sich für beide auszahlte. Die Lektion für den Mittelstand: Kooperieren Sie mit Marken, die Ihnen vom Image her ähneln und einen coolen Lifestyle repräsentieren. Dann kann sich die Popularität des Branding-Partners auch auf Ihre Marke übertragen.

Weiterführende Links:

Weitere Artikel zum Thema
Neue Ratgeber