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Mass Customization: Mit individueller Massenware zum Erfolg

Personalisierte Produkte – sind sie eine gute Geschäftsidee? Experten sind geteilter Meinung. Fest steht: Mass Customization funktioniert – sofern Sie das Konzept richtig umsetzen. Wir zeigen, welche Formel zum Unternehmenserfolg führt.
Mass Customization: Mit individueller Massenware zum Erfolg Müsli nach Eigenkreation. Mit Mass Customization ist das möglich. (© 2016 MaraZe/Shutterstock)

Mass Customization: Auf die Geschäftsidee kommt es an

Individualisierte Massenproduktion – das klingt im ersten Augenblick paradox. Ist es aber nicht. Denn mit industriellen Fertigungen nach Kundenwünschen sollen keine Nischen, sondern Massen angesprochen werden. Wie gut Mass Customization funktionieren kann, stellt das Unternehmen Mymuesli unter Beweis. Über die 2007 gegründete Online-Plattform können Kunden Ihr Lieblingsmüsli selbst zusammenstellen und ordern. Was das Unternehmen so erfolgreich macht?

Zum einen die Geschäftsidee. Das Ziel eines jeden Startups sollte sein, dem Kunden einen Mehrwert zu schaffen. Der Frühstücksflockenanbieter schafft diesen zusätzlichen Nutzen, indem Besucher bei der Müslizusammenstellung zum Beispiel Allergien oder Geschmäcker berücksichtigen können. Es geht also darum, mit einem personalisierten Produkt individuelle Bedürfnisse zu befriedigen. Bezieht sich ein Angebot ausschließlich auf die Veränderung der Optik – etwa durch verschiedene Farbgestaltungen – bietet man dem Kunden eigentlich keinen Nutzwert. Deshalb scheitern viele Unternehmen mit Mass Customization.

Auswahl erleichtern durch Hilfestellungen

Zum anderen verfügt Mymuesli über ein hervorragendes Toolkit. Eine große Auswahl an Komponenten überfordert viele Kunden. Mymuesli bietet Hilfestellung: Besucher der Plattform erhalten Tipps, welche Zutaten zusammenpassen sowie Erklärungen zu den einzelnen Produkten. Sie fühlen sich abgeholt. Nicht zu unterschätzen sei dabei der Lerneffekt, meint Nikolaus Franke, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, gegenüber dem Managementportal "Impulse". Dem Kunden muss auf verständliche Weise ermöglicht werden, durch Probieren ein maßgeschneidertes Produkt zu kreieren. Denn nicht jeder ist ein Picasso oder ein Lagerfeld – hat eine Vision von dem, was er eigentlich will. Durch die Herumspielerei lernt sich der Kunde besser kennen und ist letztlich bereit, für den Lernfaktor mehr zu zahlen.

Lerneffekte für den Kunden erhöhen

Um seine These zu untermauern, führte Franke mehrere Experimente durch. Bei einem Test ließ er eine Gruppe von Probanden Turnschuhe mithilfe eines Nike-Toolkits gestalten. Die Teilnehmer verbrachten knapp 19 Minuten damit, ihren individuellen Schuh zu designen. Eine zweite Gruppe wurde damit beauftragt, ein Paar Turnschuhe aus einem Onlineshop mit 3.500 Modellen auszusuchen. Sie brauchten durchschnittlich 14 Minuten für die Auswahl Ihres Destinationsobjekts. Vor und nach den Tests wurden beide Gruppen gefragt, wie ihr perfekter Turnschuh aussehen sollte. Das Resultat: Wer seinen Schuh selbst designte, konnte sein Wissen darüber, was er eigentlich will, erheblich steigern.

Merke: Anbieter von Mass Customization und solche, die es werden wollen, sollten Toolkits nicht ausschließlich als eine technische Schnittstelle verstehen, die Kundenwünsche an die Produktionsstätte weiterleitet. Vielmehr handelt es sich dabei um Lerninstrumente für Kunden.

Allgemeine Informationen zu Produktinhalten reichen also nicht aus. Im schlimmsten Fall stiften sie nur noch mehr Verwirrung. Um Kunden richtiges Feedback zu geben, sollten Unternehmen deren Fehler vorausahnen. Bei der Gestaltung eines Anzugs sind beispielsweise nicht nur diverse Stoffarten von Interesse, sondern auch der Tragekomfort, wie warm sich der Stoff anfühlt und ob dieser fusselt.

Je nach Produkt bieten sich  unterschiedliche Möglichkeiten an, Kunden bei ihrem Lernerfolg zu unterstützen. Bei technischen Angeboten etwa hilft die Online-Kommunikation mit einem Experten, der die individuelle Konfiguration überprüft.

Weiterführende Links:

  • Weitere Informationen darüber, wie Mass Customization funktioniert, gibt "Impulse" auf seine Webseite.
  • Wie erfolgreich ist Ihr Geschäftsmodell? Mit dem Business Model Canvas können Sie Ihre Geschäftsidee auf den Prüfstand stellen.
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Mass Customization: Mit individueller Massenware zum Erfolg Müsli nach Eigenkreation. Mit Mass Customization ist das möglich. (© 2016 MaraZe/Shutterstock)

Mass Customization: Auf die Geschäftsidee kommt es an

Individualisierte Massenproduktion – das klingt im ersten Augenblick paradox. Ist es aber nicht. Denn mit industriellen Fertigungen nach Kundenwünschen sollen keine Nischen, sondern Massen angesprochen werden. Wie gut Mass Customization funktionieren kann, stellt das Unternehmen Mymuesli unter Beweis. Über die 2007 gegründete Online-Plattform können Kunden Ihr Lieblingsmüsli selbst zusammenstellen und ordern. Was das Unternehmen so erfolgreich macht?

Zum einen die Geschäftsidee. Das Ziel eines jeden Startups sollte sein, dem Kunden einen Mehrwert zu schaffen. Der Frühstücksflockenanbieter schafft diesen zusätzlichen Nutzen, indem Besucher bei der Müslizusammenstellung zum Beispiel Allergien oder Geschmäcker berücksichtigen können. Es geht also darum, mit einem personalisierten Produkt individuelle Bedürfnisse zu befriedigen. Bezieht sich ein Angebot ausschließlich auf die Veränderung der Optik – etwa durch verschiedene Farbgestaltungen – bietet man dem Kunden eigentlich keinen Nutzwert. Deshalb scheitern viele Unternehmen mit Mass Customization.

Auswahl erleichtern durch Hilfestellungen

Zum anderen verfügt Mymuesli über ein hervorragendes Toolkit. Eine große Auswahl an Komponenten überfordert viele Kunden. Mymuesli bietet Hilfestellung: Besucher der Plattform erhalten Tipps, welche Zutaten zusammenpassen sowie Erklärungen zu den einzelnen Produkten. Sie fühlen sich abgeholt. Nicht zu unterschätzen sei dabei der Lerneffekt, meint Nikolaus Franke, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien, gegenüber dem Managementportal "Impulse". Dem Kunden muss auf verständliche Weise ermöglicht werden, durch Probieren ein maßgeschneidertes Produkt zu kreieren. Denn nicht jeder ist ein Picasso oder ein Lagerfeld – hat eine Vision von dem, was er eigentlich will. Durch die Herumspielerei lernt sich der Kunde besser kennen und ist letztlich bereit, für den Lernfaktor mehr zu zahlen.

Lerneffekte für den Kunden erhöhen

Um seine These zu untermauern, führte Franke mehrere Experimente durch. Bei einem Test ließ er eine Gruppe von Probanden Turnschuhe mithilfe eines Nike-Toolkits gestalten. Die Teilnehmer verbrachten knapp 19 Minuten damit, ihren individuellen Schuh zu designen. Eine zweite Gruppe wurde damit beauftragt, ein Paar Turnschuhe aus einem Onlineshop mit 3.500 Modellen auszusuchen. Sie brauchten durchschnittlich 14 Minuten für die Auswahl Ihres Destinationsobjekts. Vor und nach den Tests wurden beide Gruppen gefragt, wie ihr perfekter Turnschuh aussehen sollte. Das Resultat: Wer seinen Schuh selbst designte, konnte sein Wissen darüber, was er eigentlich will, erheblich steigern.

Merke: Anbieter von Mass Customization und solche, die es werden wollen, sollten Toolkits nicht ausschließlich als eine technische Schnittstelle verstehen, die Kundenwünsche an die Produktionsstätte weiterleitet. Vielmehr handelt es sich dabei um Lerninstrumente für Kunden.

Allgemeine Informationen zu Produktinhalten reichen also nicht aus. Im schlimmsten Fall stiften sie nur noch mehr Verwirrung. Um Kunden richtiges Feedback zu geben, sollten Unternehmen deren Fehler vorausahnen. Bei der Gestaltung eines Anzugs sind beispielsweise nicht nur diverse Stoffarten von Interesse, sondern auch der Tragekomfort, wie warm sich der Stoff anfühlt und ob dieser fusselt.

Je nach Produkt bieten sich  unterschiedliche Möglichkeiten an, Kunden bei ihrem Lernerfolg zu unterstützen. Bei technischen Angeboten etwa hilft die Online-Kommunikation mit einem Experten, der die individuelle Konfiguration überprüft.

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  • Weitere Informationen darüber, wie Mass Customization funktioniert, gibt "Impulse" auf seine Webseite.
  • Wie erfolgreich ist Ihr Geschäftsmodell? Mit dem Business Model Canvas können Sie Ihre Geschäftsidee auf den Prüfstand stellen.
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