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Fremdenfeindlichkeit schadet Wirtschaftsstandort Ost

Erst Pegida, dann Clausnitz und nun Bautzen: Die Fremdenfeindlichkeit in Sachsen gerät immer öfter in die Schlagzeilen. Die Folge: Das Image des Bundeslands als Wirtschaftsstandort leidet darunter. Zu dieser Einschätzung kommen Ökonomen im Handelsblatt.
Fremdenfeindlichkeit schadet Wirtschaftsstandort Ost Weniger Arbeitskräfte, weniger Investitionen in Sachsen: Ökonomen beschreiben im Handelsblatt die möglichen Folgen der Fremdenfeindlichkeit. (© 2016 file404/Shutterstock)

Brennpunkt der Fremdenfeindlichkeit

Sachsen, immer wieder Sachsen: Die zeitweiligen Auswüchse an Fremdenfeindlichkeit in dem Bundesland werfen nicht nur Schatten auf seine politische Kultur, sondern bedrohen auch seinen Status als Wirtschaftsstandort. Zu diesem Schluss kommen Ökonomen im "Handelsblatt". So ist der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, der Meinung, dass mancher in Sachsen einen wirtschaftlich hohen Preis für die Entgleisungen zahlen müsse. In der Folge würde die dortige Region im Vergleich zum westdeutschen Wirtschaftsstandort weiter verlieren:

"Fremdenfeindlichkeit schreckt nicht nur Zuwanderer und deutsche Arbeitnehmer ab, sondern auch deutsche Unternehmen, deren Erfolg von Zuwanderern, Offenheit und Toleranz wie in kaum einer zweiten Volkswirtschaft weltweit abhängt."

Der Osten braucht Zuwanderer

Die Folgen der Fremdenfeindlichkeit könnten also schlimm werden. Fratzscher prognostiziert weniger Investitionen, Wachstum und Arbeitsplätze. Ebenfalls Übles für den Wirtschaftsstandort Ost sieht Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), kommen. Seiner Einschätzung nach steht Sachsen vor einer Überalterung der Bevölkerung, falls das Bundesland künftig nicht genug jüngere Arbeitskräfte anziehe. Doch das sei unter den momentanen Umständen unwahrscheinlich. Ihm sekundiert Oliver Holtemöller. Auch der Konjunkturchef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) warnt vor einem demografischen Wandel. Und mangelndem Nachschub an Arbeitskräften. Die ostdeutschen Flächenländer seien auf Zuwanderung angewiesen. Er sagt:

„Fremdenfeindlichkeit wird daher die wirtschaftlichen Probleme strukturschwacher Regionen eher verschärfen.“

So sieht das auch der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn. Er fragt im Handelsblatt: "Wer wird in einem Bundesland investieren, wenn dort so viel Hass gegenüber Fremdem und Neuem herrscht?"

Seit Monaten sorgen fremdenfeindliche Pegida-Demos in Dresden für Schlagzeilen. Zuletzt kam es in Clausnitz zu Ausschreitungen bei der Bus-Ankunft von Flüchtlingen in ihrer Unterkunft. In Bautzen brannte ein künftiges Heim für Asylbewerber unter dem Jubel von Schaulustigen, die auch noch die Feuerwehr in ihrer Arbeit behinderten.

Weiterführende Links:

  • Viele mittelständische Betriebe wollen Flüchtlinge einstellen, weil sie die als Chance für den deutschen Arbeitsmarkt begreifen.
  •  Allerdings ist der Eintritt in den deutschen Arbeitsmarkt für asylsuchende Ausländer nicht einfach. Die Handwerkskammer sagt: "70 Prozent der Flüchtlinge brechen Ausbildung ab".
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Fremdenfeindlichkeit schadet Wirtschaftsstandort Ost

Erst Pegida, dann Clausnitz und nun Bautzen: Die Fremdenfeindlichkeit in Sachsen gerät immer öfter in die Schlagzeilen. Die Folge: Das Image des Bundeslands als Wirtschaftsstandort leidet darunter. Zu dieser Einschätzung kommen Ökonomen im Handelsblatt.
Fremdenfeindlichkeit schadet Wirtschaftsstandort Ost Weniger Arbeitskräfte, weniger Investitionen in Sachsen: Ökonomen beschreiben im Handelsblatt die möglichen Folgen der Fremdenfeindlichkeit. (© 2016 file404/Shutterstock)

Brennpunkt der Fremdenfeindlichkeit

Sachsen, immer wieder Sachsen: Die zeitweiligen Auswüchse an Fremdenfeindlichkeit in dem Bundesland werfen nicht nur Schatten auf seine politische Kultur, sondern bedrohen auch seinen Status als Wirtschaftsstandort. Zu diesem Schluss kommen Ökonomen im "Handelsblatt". So ist der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, der Meinung, dass mancher in Sachsen einen wirtschaftlich hohen Preis für die Entgleisungen zahlen müsse. In der Folge würde die dortige Region im Vergleich zum westdeutschen Wirtschaftsstandort weiter verlieren:

"Fremdenfeindlichkeit schreckt nicht nur Zuwanderer und deutsche Arbeitnehmer ab, sondern auch deutsche Unternehmen, deren Erfolg von Zuwanderern, Offenheit und Toleranz wie in kaum einer zweiten Volkswirtschaft weltweit abhängt."

Der Osten braucht Zuwanderer

Die Folgen der Fremdenfeindlichkeit könnten also schlimm werden. Fratzscher prognostiziert weniger Investitionen, Wachstum und Arbeitsplätze. Ebenfalls Übles für den Wirtschaftsstandort Ost sieht Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), kommen. Seiner Einschätzung nach steht Sachsen vor einer Überalterung der Bevölkerung, falls das Bundesland künftig nicht genug jüngere Arbeitskräfte anziehe. Doch das sei unter den momentanen Umständen unwahrscheinlich. Ihm sekundiert Oliver Holtemöller. Auch der Konjunkturchef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) warnt vor einem demografischen Wandel. Und mangelndem Nachschub an Arbeitskräften. Die ostdeutschen Flächenländer seien auf Zuwanderung angewiesen. Er sagt:

„Fremdenfeindlichkeit wird daher die wirtschaftlichen Probleme strukturschwacher Regionen eher verschärfen.“

So sieht das auch der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn. Er fragt im Handelsblatt: "Wer wird in einem Bundesland investieren, wenn dort so viel Hass gegenüber Fremdem und Neuem herrscht?"

Seit Monaten sorgen fremdenfeindliche Pegida-Demos in Dresden für Schlagzeilen. Zuletzt kam es in Clausnitz zu Ausschreitungen bei der Bus-Ankunft von Flüchtlingen in ihrer Unterkunft. In Bautzen brannte ein künftiges Heim für Asylbewerber unter dem Jubel von Schaulustigen, die auch noch die Feuerwehr in ihrer Arbeit behinderten.

Weiterführende Links:

  • Viele mittelständische Betriebe wollen Flüchtlinge einstellen, weil sie die als Chance für den deutschen Arbeitsmarkt begreifen.
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