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Bargeld abschaffen: 3 Argumente Pro und Contra

Fortschritt oder Irrsinn? Der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff will das Bargeld abschaffen. Wirtschaftsexperten und Zukunftsforscher liefern sich seitdem eine heftige Debatte über die Sinnhaftigkeit einer Gesellschaft ohne Scheine und Münzen. Lesen Sie hier, was für eine bargeldlose Zukunft spricht und was dagegen.
Bargeld abschaffen: 3 Argumente Pro und Contra Was geschieht, wenn die Behörden das Bargeld abschaffen? (© 2015 Denis Vrublevski/Shutterstock)

Pro Bargeld

  • Der Sicherheitsaspekt. Wenn nur noch der elektronische Zahlungsverkehr existiert, muss das Geldsystem bombensicher gegenüber Cyberangriffen sein. Doch ist das überhaupt möglich? Können die Zentralbanken den Wettlauf gegen die Hacker gewinnen? Was passiert bei einem Blackout? Und womit bezahlen die Menschen bei einem Stromausfall? Unangenehme Fragen, auf die auch Bargeld-Gegner keine (völlig) überzeugenden Antworten liefern.
  • Papiergeld ist ein Dauerbrenner. Eine kleine Spende für den Klingelbeutel, Trinkgeld für die Kellnerin, Taschengeld für den Sohn – Scheine und Münzen sind in unserer Gesellschaft fest verankert. Wer das Bargeld abschafft, vernichtet auch ein Stück Kulturgut. Wie eine aktuelle BITKOM-Studie zeigt, bevorzugen die Konsumenten in Deutschland nach wie vor das Bargeld als Zahlungsmittel. Warum? Weil sie dadurch eine bessere Kontrolle über ihre Ausgaben besäßen. Schaffen die Behörden das Bargeld mit einem Schlag ab, würden die Menschen wohl auf andere Währungen oder Gutscheinsysteme umsteigen. Wie der Ökonom Friedrich Schneider gegenüber dem Handelsblatt erklärte, wäre ein Chaos aus Alternativwährungen und Edelmetallen auf dem Schwarzmarkt die Folge.
  • Zu viel Machtfülle für Banken. Wenn die Menschen keine Scheine und Münzen mehr besitzen, liegt das gesamte Geld bei der Bank. Dies führt zu einer Machtfülle, die leicht in den Exzess münden kann. Die Banken könnten mit Negativzinsen noch mehr Kredite als bisher vergeben. So wächst die Geldmenge und es kommt zu Inflation. Gravierend: Negativzinsen kommen auch einer Enteignung der Privathaushalte gleich. Noch kann man sich dem zumindest theoretisch entziehen, indem man das Geld keiner Bank anvertraut und zu Hause bunkert. Bei einem vollständig elektronischen Zahlungsverkehr wäre eine schleichende Enteignung durch Negativzinsen nicht mehr aufzuhalten.

Contra Bargeld

  • Der Sicherheitsaspekt. Wie Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff richtig argumentiert, nutzen viele Kriminelle die Anonymität des Bargelds für illegale Transaktionen. Egal ob es um die wirksame Bekämpfung von Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung oder das Austrocknen von Korruptionssümpfen geht: Wenn jede Transaktion nachvollziehbar ist, hätten es Verbrecher und Diebe ein Stück weit schwerer. Und: Wer würde noch eine Bank ausrauben, wenn der Tresor leer ist?
  • Papiergeld ist ein Auslaufmodell. "Bargeld braucht nur noch deine Oma – und der Bankräuber" – so lautet der Slogan von schwedischen Bargeld-Gegnern. Sie weisen mit griffigen Sprüchen darauf hin, wie anachronistisch Groschen und Scheine im Zeitalter der Digitalisierung sind. Denn mobile Bezahlsysteme sind auf dem Vormarsch. Aldi ermöglicht seinen Kunden bereits, mit dem Smartphone bequem an der Kasse zu bezahlen. Andere Unternehmen werden nachziehen.
  • Mehr Handlungsspielraum für die Banken. Negativzinsen müssen nicht zwangsläufig ein Horrorszenario bedeuten. Eine kluge Zinspolitik animiert die Menschen dazu, das Geld auszugeben, anstatt es bei der Bank zu horten. Das wiederum kurbelt den Konsum an und freut die Wirtschaft.

Weiterführende Links:

  • Bargeld abschaffen: Welche Konsequenzen das für die Wirtschaft hätte, lesen Sie im "Handelsblatt".
  • Mobile Payment für Mittelständler: Diese Lösungen lohnen sich für Ihr KMU.
  • Mit diesen Apps rüsten Sie sich für die bargeldlose Zukunft.
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Bargeld abschaffen: 3 Argumente Pro und Contra Was geschieht, wenn die Behörden das Bargeld abschaffen? (© 2015 Denis Vrublevski/Shutterstock)

Pro Bargeld

  • Der Sicherheitsaspekt. Wenn nur noch der elektronische Zahlungsverkehr existiert, muss das Geldsystem bombensicher gegenüber Cyberangriffen sein. Doch ist das überhaupt möglich? Können die Zentralbanken den Wettlauf gegen die Hacker gewinnen? Was passiert bei einem Blackout? Und womit bezahlen die Menschen bei einem Stromausfall? Unangenehme Fragen, auf die auch Bargeld-Gegner keine (völlig) überzeugenden Antworten liefern.
  • Papiergeld ist ein Dauerbrenner. Eine kleine Spende für den Klingelbeutel, Trinkgeld für die Kellnerin, Taschengeld für den Sohn – Scheine und Münzen sind in unserer Gesellschaft fest verankert. Wer das Bargeld abschafft, vernichtet auch ein Stück Kulturgut. Wie eine aktuelle BITKOM-Studie zeigt, bevorzugen die Konsumenten in Deutschland nach wie vor das Bargeld als Zahlungsmittel. Warum? Weil sie dadurch eine bessere Kontrolle über ihre Ausgaben besäßen. Schaffen die Behörden das Bargeld mit einem Schlag ab, würden die Menschen wohl auf andere Währungen oder Gutscheinsysteme umsteigen. Wie der Ökonom Friedrich Schneider gegenüber dem Handelsblatt erklärte, wäre ein Chaos aus Alternativwährungen und Edelmetallen auf dem Schwarzmarkt die Folge.
  • Zu viel Machtfülle für Banken. Wenn die Menschen keine Scheine und Münzen mehr besitzen, liegt das gesamte Geld bei der Bank. Dies führt zu einer Machtfülle, die leicht in den Exzess münden kann. Die Banken könnten mit Negativzinsen noch mehr Kredite als bisher vergeben. So wächst die Geldmenge und es kommt zu Inflation. Gravierend: Negativzinsen kommen auch einer Enteignung der Privathaushalte gleich. Noch kann man sich dem zumindest theoretisch entziehen, indem man das Geld keiner Bank anvertraut und zu Hause bunkert. Bei einem vollständig elektronischen Zahlungsverkehr wäre eine schleichende Enteignung durch Negativzinsen nicht mehr aufzuhalten.

Contra Bargeld

  • Der Sicherheitsaspekt. Wie Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff richtig argumentiert, nutzen viele Kriminelle die Anonymität des Bargelds für illegale Transaktionen. Egal ob es um die wirksame Bekämpfung von Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung oder das Austrocknen von Korruptionssümpfen geht: Wenn jede Transaktion nachvollziehbar ist, hätten es Verbrecher und Diebe ein Stück weit schwerer. Und: Wer würde noch eine Bank ausrauben, wenn der Tresor leer ist?
  • Papiergeld ist ein Auslaufmodell. "Bargeld braucht nur noch deine Oma – und der Bankräuber" – so lautet der Slogan von schwedischen Bargeld-Gegnern. Sie weisen mit griffigen Sprüchen darauf hin, wie anachronistisch Groschen und Scheine im Zeitalter der Digitalisierung sind. Denn mobile Bezahlsysteme sind auf dem Vormarsch. Aldi ermöglicht seinen Kunden bereits, mit dem Smartphone bequem an der Kasse zu bezahlen. Andere Unternehmen werden nachziehen.
  • Mehr Handlungsspielraum für die Banken. Negativzinsen müssen nicht zwangsläufig ein Horrorszenario bedeuten. Eine kluge Zinspolitik animiert die Menschen dazu, das Geld auszugeben, anstatt es bei der Bank zu horten. Das wiederum kurbelt den Konsum an und freut die Wirtschaft.

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  • Bargeld abschaffen: Welche Konsequenzen das für die Wirtschaft hätte, lesen Sie im "Handelsblatt".
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